Late appeal; deadline restoration and legal aid denied

2C_31/2011Tribunal fédéral / IIe division de droit public20 janv. 2011Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

X. appealed to the Federal Supreme Court against a Solothurn administrative order refusing him free legal aid in a state-liability case and requiring an advance on costs. His federal appeal was late. He asked for deadline restoration, but the court held that the medical documents did not show an inability to act during the relevant period. The recusal request was moot because the named judges did not sit. Legal aid for the federal proceedings was denied as the appeal was hopeless, and CHF 1,200 in court costs were charged to X.

Regeste Omnilex

Art. 50 BGG; restoration of a missed deadline requires proof that the party or its representative was, without fault, prevented from acting in time, and the motion must be supported by specific allegations and evidence; illness justifies restoration only if it renders any timely procedural act impossible. A mere medical certificate, even of hospitalization or full work incapacity, is insufficient unless it establishes such complete incapacity. An appeal filed after expiry of the statutory time limit is inadmissible; hopeless proceedings do not entitle the party to legal aid under Art. 64 BGG, and costs are allocated according to the outcome under Art. 66(1) BGG.

Texte intégral

{T 0/2}
2C_31/2011

Urteil vom 20. Januar 2011
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Zünd, Präsident,
Bundesrichterin Aubry Girardin,
Bundesrichter Donzallaz,
Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Solothurn, vertreten durch das Amt für soziale Sicherheit des Kantons Solothurn.

Gegenstand
Unentgeltliche Rechtspflege im Staatshaftungsverfahren,

Beschwerde gegen die Verfügung des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 5. November 2010.

Erwägungen:

1.
X.________ klagte beim Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn gegen den Kanton Solothurn auf Bezahlung von Fr. 75'241.--. Mit Verfügung vom 5. November 2010 wies der Vizepräsident des Verwaltungsgerichts das Begehren des Klägers, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen, wegen Aussichtslosigkeit der Klage ab; zugleich wurde ihm Frist bis zum 26. November 2010 zur Bezahlung eines Kostenvorschusses von Fr. 3'000.-- angesetzt, unter Androhung des Nichteintretens auf die Klage bei Säumnis. Die Verfügung ist von X.________ am 18. November 2010, einen Tag nach Ablauf der auf der Gerichtsurkunde vermerkten Abholfrist, entgegengenommen worden.

Am 10. Januar 2011 hat X.________ beim Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen die Verfügung des Verwaltungsgerichts erhoben. Da die Beschwerdefrist in Berücksichtigung von Art. 100 Abs. 1, Art. 44 Abs. 1, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG spätestens am 3. Januar 2011 (allenfalls aber schon am 17. Dezember 2010, vgl. Art. 44 Abs. 2 BGG) abgelaufen und die Beschwerde mithin verspätet erhoben worden ist, ersucht der Beschwerdeführer um Wiederherstellung der Frist.

2.
Der Beschwerdeführer verlangt den Ausstand verschiedener Bundesrichter. Auf das Begehren ist schon darum nicht weiter einzugehen, weil keiner der von ihm genannten Richter am vorliegenden Urteil mitwirkt und es somit gegenstandslos ist. Das Begehren um Mitwirkung von Bundesrichter Raselli als präsidierendes Mitglied entbehrt jeglicher Grundlage.

3.
Eine versäumte Frist kann gemäss Art. 50 Abs. 1 BGG wiederhergestellt werden, wenn eine Partei oder ihr Vertreter unverschuldeterweise abgehalten worden ist, fristgerecht zu handeln, sofern die Partei unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall des Hindernisses darum ersucht und die versäumte Rechtshandlung nachholt. Die Massgeblichkeit des Hindernisses muss sich aus der Begründung des Fristwiederherstellungsgesuchs und entsprechenden Belegen ergeben. Ein Krankheitszustand bildet nur dann ein unverschuldetes, zur Wiederherstellung führendes Hindernis, wenn und solange er jegliches auf die Fristwahrung gerichtetes Handeln verunmöglicht (BGE 119 II 86; 112 V 255; Urteil 6S.54/2006 vom 2. November 2006 E. 2.2, je zum mit Art. 50 Abs. 1 BGG im Wesentlichen übereinstimmenden Art. 35 Abs. 1 des bis Ende 2006 in Kraft stehenden Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege). Dass es sich so verhält, muss mit einschlägigen Arztzeugnissen belegt werden, wobei die blosse Bestätigung eines Krankheitszustandes und regelmässig selbst einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit zur Anerkennung eines Hindernisses im Sinne von Art. 50 Abs. 1 BGG nicht genügt (Urteil 2C_444/2010 vom 10. Juni 2010 E. 2). Vorliegend hat der Beschwerdeführer den entsprechenden Beweis offensichtlich nicht erbracht:

Der Beschwerdeführer hat unter anderem einen ärztlichen "Kurzbericht (stationär)" der Chirurgischen Klinik A.________ vom 6. Oktober 2010 vorgelegt. Daraus ergibt sich, dass er vom 28. September bis zum 7. Oktober 2010 wegen einer Verletzung stationär behandelt wurde, während (zunächst) sechs Wochen Medikamente einzunehmen hatte und per 15. November 2010 zur klinischen und radiologischen Verlaufskontrolle aufgeboten wurde. Es versteht sich von selbst, dass sich weder diesem ärztlichen Bericht noch den übrigen Beschwerdebeilagen und Ausführungen in der Eingabe vom 10. Januar 2011 entnehmen lässt, es sei dem als master of law auftretenden Beschwerdeführer nicht möglich gewesen, im Zeitraum ab dem 18. November 2010 fristgerecht die keinen grossen Aufwand erfordernde Beschwerde gegen die Zwischenverfügung vom 5. November 2010 zu verfassen. Das Fristwiederherstellungsgesuch ist offensichtlich unbegründet und abzuweisen.

4.
Da kein entschuldbarer Grund für die verspätete Beschwerdeeinreichung vorliegt, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Mit diesem instanzabschliessenden Urteil wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos.

5.
Dem auch für das bundesgerichtliche Verfahren gestellten Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege kann schon wegen Aussichtslosigkeit der gestellten Rechtsbegehren (Art. 64 BGG) nicht entsprochen werden.

Die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) sind entsprechend dem Verfahrensausgang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 erster Satz BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Das Ausstandsbegehren ist gegenstandslos.

2.
Das Fristwiederherstellungsgesuch wird abgewiesen.

3.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

4.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

5.
Die Gerichtskosten von Fr. 1'200.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

6.
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. Januar 2011

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zünd Feller

Mots-clés

deadline restorationlate appeallegal aidhospitalizationmootnesscourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the request to disqualify several federal judges was still justiciable

Solution extraite

The recusal request was moot because none of the named judges took part in the judgment.

Motifs extraits

A recusal motion must concern judges actually sitting in the case; the additional request that Judge Raselli preside had no basis.

Question juridique clé

Whether the deadline for filing the appeal should be restored under Art. 50 BGG

Solution extraite

Deadline restoration was denied because no excusable impediment was proven.

Motifs extraits

Medical documents showed hospitalization earlier in October, but nothing established that the appellant was unable from 18 November 2010 onward to prepare a simple appeal; a mere illness report or even total work incapacity is insufficient without proof that all timely action was impossible.

Question juridique clé

Whether the federal appeal was admissible despite late filing

Solution extraite

The appeal was not entered into because it was filed out of time and no valid reason justified the delay.

Motifs extraits

The appeal deadline had expired before 10 January 2011, at the latest by 3 January 2011 and possibly already by 17 December 2010.

Question juridique clé

Whether free legal aid should be granted for the federal proceedings

Solution extraite

Legal aid was denied because the appeal was hopeless.

Motifs extraits

Under Art. 64 BGG, hopeless claims do not qualify for free legal aid.

Question juridique clé

Who bears the federal court costs

Solution extraite

Court costs were imposed on the appellant.

Motifs extraits

Costs follow the outcome of the proceedings under Art. 66(1) BGG.

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