Late appeal against expulsion decision dismissed

2C_298/2008Tribunal fédéral / IIe division de droit public23 avr. 2008Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Federal Supreme Court dismissed the appeal against the Aargau Rekursgericht's non-entry judgment. The appellant had challenged an indefinite expulsion order but filed the cantonal appeal late. The court held that the 20-day deadline under cantonal law applied, that the remedy notice was correct, and that his claimed misunderstanding of a 30-day period did not excuse the delay. Because the complaint was manifestly unfounded, the court decided it summarily and charged the appellant CHF 500 in costs.

Regeste Omnilex

Art. 95, 106 Abs. 2, 109 Abs. 2 lit. a BGG; § 9 Abs. 1 EGAR; late cantonal appeal against migration decision. On federal complaint against a cantonal non-entry judgment based on lateness, the Federal Supreme Court reviews only whether the application of cantonal procedural law violates federal law within the meaning of Art. 95 BGG. Where the remedy instruction corresponds to the applicable deadline and the party admittedly files after expiry, a mistaken assumption about a longer period does not constitute excusable default absent substantiated constitutional or other federal-law infringement. A manifestly unfounded complaint may be dismissed in simplified procedure without ordering an amendment. Court costs follow the outcome under Arts. 65 and 66 BGG.

Texte intégral

{T 0/2}
2C_298/2008/leb

Urteil vom 23. April 2008
II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Hungerbühler, Müller,
Gerichtsschreiber Feller.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Migrationsamt des Kantons Aargau,
Bahnhofstrasse 86/88, 5001 Aarau.

Gegenstand
Ausweisung,

Beschwerde gegen das Urteil des Rekursgerichts im Ausländerrecht des Kantons Aargau vom 11. April 2008.

Erwägungen:

1.
Das Migrationsamt des Kantons Aargau wies den aus Serbien stammenden X.________, geboren 1980, für unbestimmte Dauer aus der Schweiz aus. Am 22. Januar 2008 wies der Rechtsdienst des Migrationsamtes die gegen die Ausweisungsverfügung erhobene Einsprache ab. X.________ gelangte mit einem vom 25. Februar 2008 datierten Schreiben an das Rekursgericht im Ausländerrecht des Kantons Aargau; am 26. März 2008 erklärte er, damit Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 22. Januar 2008 führen zu wollen. Das Rekursgericht trat mit Urteil vom 11. April 2008 auf die Beschwerde nicht ein, weil sie nicht innert der nach kantonalem Recht massgebenden Beschwerdefrist von 20 Tagen und mithin verspätet eingereicht worden sei.

Mit Schreiben vom 17. April (Postaufgabe 18. April) 2008 erklärt X.________ dem Bundesgericht, gegen das Nichteintretensurteil des Rekursgerichts Beschwerde zu führen. Er stellt den Antrag, das Rekursgericht solle auf seine Beschwerde eintreten. Zur Begründung für das Versäumnis im kantonalen Verfahren macht er geltend, er sei von einer Beschwerdefrist von 30 Tagen ausgegangen.

Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.

2.
Der angefochtene Entscheid stützt sich auf kantonales Verfahrensrecht. Das Bundesgericht kann auf Beschwerde hin bloss prüfen, ob die Vorinstanz durch dessen Anwendung schweizerisches Recht (Bundesverfassungsrecht, kantonale verfassungsmässige Rechte, Völkerrecht; vgl. Art. 95 BGG) verletzt habe; dabei prüft es die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem Recht nur insofern, als eine solche Rüge in der Beschwerde vorgebracht und in der Beschwerdebegründung dargelegt wird, inwiefern der angefochtene Entscheid solche Rechte verletze (Art. 106 Abs. 2 und Art. 42 Abs. 2 BGG). Die dem Bundesgericht vorgelegte Beschwerdeschrift genügt diesen Anforderungen kaum. Es erübrigt sich indessen, den Beschwerdeführer aufzufordern, die Beschwerde innert der noch laufenden Beschwerdefrist zu verbessern, erweist sie sich doch in jedem Fall als im Sinne von Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG offensichtlich unbegründet:
Gemäss § 9 Abs. 1 des Aargauischen Einführungsgesetzes vom 14. Januar 1997 zum Ausländerrecht (EGAR) können Einspracheentscheide der kantonalen Fremdenpolizeibehörde (Migrationsamt) innert 20 Tagen ab Zustellung mit Beschwerde an das Rekursgericht im Ausländerrecht weitergezogen werden. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass der Einspracheentscheid seinem Rechtsvertreter am 23. Januar 2008 zugestellt worden ist, und er anerkennt, dass er erst nach der am 12. Februar 2008 abgelaufenen Beschwerdefrist Beschwerde erhoben hat. Schliesslich stellt er nicht in Abrede, dass der Einspracheentscheid des Migrationsamtes eine mit § 9 EGAR übereinstimmende Rechtsmittelbelehrung enthalten hat. Damit aber konnte er sich vor Rekursgericht nicht mit Erfolg darauf berufen, es liege eine entschuldbare Verspätung vor, weil er irrtümlich von einer Beschwerdefrist von 30 Tagen ausgegangen sei; das Rekursgericht hat kein Recht im Sinne von Art. 95 BGG verletzt, wenn es feststellte, diese Begründung "greife nicht".

Die Beschwerde ist, soweit darauf eingetreten werden kann, im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 109 BGG abzuweisen. Dementsprechend sind die Gerichtskosten (Art. 65 BGG) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Migrationsamt und dem Rekursgericht im Ausländerrecht des Kantons Aargau sowie dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 23. April 2008
Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Merkli Feller

Mots-clés

expulsionappeal deadlinenon-entrylate filingremedy instructionsummary procedurecourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the cantonal court violated federal law by refusing to hear the appeal as time-barred.

Solution extraite

No. The appeal deadline under cantonal law was 20 days, the appellant had received a correct remedy notice, and his mistake about a 30-day period did not excuse the late filing.

Motifs extraits

Federal review was limited to violations of rights under Art. 95 BGG. The appellant did not show any constitutional or other federal-law violation. Because the remedy instruction matched § 9 EGAR and the appeal was admittedly filed after the deadline, the cantonal court could reject the excuse of an alleged error about the time limit.

Question juridique clé

Whether the Federal Supreme Court should require an improved complaint despite deficiencies in the pleading.

Solution extraite

No. The complaint was in any event manifestly ill-founded, so there was no need to invite correction.

Motifs extraits

The requirements of Art. 42 Abs. 2 and Art. 106 Abs. 2 BGG were hardly met, but the case could be decided directly under Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG.

Question juridique clé

Who bears the court costs of the federal proceedings.

Solution extraite

The appellant bears the costs.

Motifs extraits

Since the complaint was dismissed, the court fee was charged to the appellant under the BGG cost rules.

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