Pretrial removal detention confirmed despite late judicial review

2A.29/2005Tribunal fédéral / IIe division de droit public20 janv. 2005Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

X__________ challenged the cantonal decision confirming his removal detention. The Federal Court held that his illegal entry, concealment, refusal to board the return flight, and repeated refusal to return showed a risk of absconding. Although the judicial review took place slightly after the 96-hour deadline, the delay was attributed to his own obstructive conduct. The court further found that removal could still be organized in the foreseeable future and that the authorities had acted with due diligence. The administrative law complaint was therefore dismissed, and no court fee was imposed.

Regeste Omnilex

Art. 13b and 13c ANAG; removal detention, risk of absconding and 96-hour judicial review: A concrete danger of absconding may be inferred from illegal entry, concealment, refusal to cooperate with removal, and express declarations of non-return. A slight exceedance of the 96-hour judicial review deadline does not necessarily invalidate detention where the delay is attributable to the detainee's own unforeseeable obstructive conduct. Detention remains lawful if removal can still be organized within a foreseeable time and the authorities pursue it with due diligence (consid. 2).

Texte intégral

{T 0/2}
2A.29/2005 /kil

Urteil vom 20. Januar 2005
II. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Merkli, Präsident,
Bundesrichter Betschart, Hungerbühler,
Gerichtsschreiber Hugi Yar.

Parteien
X.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Migrationsdienst des Kantons Bern, Eigerstrasse 73, 3011 Bern,
Haftgericht III Bern-Mittelland, Amthaus, Hodlerstrasse 7, 3011 Bern.

Gegenstand
Ausschaffungshaft (Art. 13b ANAG),

Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den
Entscheid des Haftgerichts III Bern-Mittelland vom
18. Januar 2005.

Das Bundesgericht stellt fest und zieht in Erwägung:
1.
Das Haftgericht III Bern-Mittelland (Haftrichter 3) prüfte und bestätigte am 14. Januar 2005 (mit schriftlicher Begründung vom 18. Januar 2005) die gegen den aus der Türkei stammenden X.________ (geb. 1964) angeordnete Ausschaffungshaft. Hiergegen erhob dieser am 14. Januar 2005 sinngemäss Verwaltungsgerichtsbeschwerde, welche das Haftgericht III Bern-Mittelland am 17./18. Januar 2005 unter Beilage seiner Akten zuständigkeitshalber an das Bundesgericht weiterleitete.
2.
Die Eingabe erweist sich - soweit sich der Beschwerdeführer darin überhaupt sachbezogen mit dem angefochtenen Entscheid auseinander setzt (Art. 108 Abs. 2 OG; BGE 118 Ib 134 ff.) - als offensichtlich unbegründet und kann ohne Weiterungen im vereinfachten Verfahren nach Art. 36a OG erledigt werden: Der Beschwerdeführer ist am 8. Januar 2005 illegal in die Schweiz eingereist und in der Folge formlos weggewiesen worden (vgl. Art. 12 Abs. 1 ANAG [SR 142.20] i.V.m. Art. 17 ANAV [SR 142.201]). Er versuchte, sich seiner Anhaltung zu entziehen, indem er sich in der Wohnung seiner Verlobten versteckte, die ihn nach eigenen Angaben jedoch nicht (mehr) heiraten will. Am 13. Januar 2005 weigerte er sich, den für ihn organisierten Rückflug nach Ankara anzutreten, und vereitelte diesen, indem er sich mit einem Bleistift in die Hand stach. Im Übrigen hat er wiederholt erklärt, auf keinen Fall in seine Heimat zurückzukehren. Es besteht bei ihm gestützt hierauf Untertauchensgefahr im Sinne der Rechtsprechung zu Art. 13b Abs. 1 lit. c ANAG (in der Fassung des Bundesgesetzes vom 19. Dezember 2003 über das Entlastungsprogramm 2003 [AS 2004 S. 1633 ff.]; BGE 130 II 377 E. 3.3.3, 56 E. 3.1; 128 II 241 E. 2.1 S. 243; 125 II 369 E. 3b/aa S. 375; 122 II 49 E. 2a S. 51). Zwar wurde seine Haft nicht innerhalb von 96 Stunden richterlich geprüft, doch hat sich der Beschwerdeführer die entsprechende Überschreitung der gesetzlichen Frist von wenigen Stunden selber zuzuschreiben, nachdem die Haftprüfung erst durch sein nicht absehbares renitentes Verhalten beim geplanten Rückflug erforderlich geworden war (Art. 13c Abs. 2 ANAG; vgl. die Urteile 2A.200/2002 vom 17. Mai 2002, E. 4, und 2A.341/1999 vom 12. Juli 1999, E. 2; Hugi Yar, Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, in: Uebersax/Münch/Geiser/Arnold, Ausländerrecht, Basel/Genf/München 2002, Rz. 7.14). Da auch alle übrigen Haftvoraussetzungen erfüllt sind - insbesondere nicht gesagt werden kann, dass sich eine (begleitete) Ausschaffung nicht in absehbarer Zeit organisieren liesse (Art. 13c Abs. 5 lit. a ANAG; BGE 130 II 56 E. 4.1.3 mit Hinweisen) bzw. die Behörden sich nicht mit dem nötigen Nachdruck hierum bemühen würden (vgl. Art. 13b Abs. 3 ANAG; BGE 124 II 49 ff.) -, verletzt der angefochtene Entscheid kein Bundesrecht. Für alles Weitere wird auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (Art. 36a Abs. 3 OG).
3.
3.1 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend würde der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig; es rechtfertigt sich indessen, praxisgemäss von der Erhebung einer Gerichtsgebühr abzusehen (vgl. Art. 153a und Art. 154 OG; Urteil 2A.86/2001 vom 6. März 2001, E. 3).
3.2 Der Migrationsdienst des Kantons Bern wird ersucht, dafür besorgt zu sein, dass der vorliegende Entscheid dem Beschwerdeführer korrekt eröffnet und nötigenfalls verständlich gemacht wird.

Demnach erkennt das Bundesgericht
im Verfahren nach Art. 36a OG:
1.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Migrationsdienst des Kantons Bern und dem Haftgericht III Bern-Mittelland sowie dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 20. Januar 2005
Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Mots-clés

removal detentionflight riskjudicial review deadlinedue diligenceillegal entryabsconding riskcourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the complaint against the removal detention was well founded.

Solution extraite

The detention was lawful because the appellant showed a concrete risk of absconding and the authorities were diligently pursuing removal.

Motifs extraits

Illegal entry, concealment from authorities, refusal to board the arranged return flight, and repeated statements that he would not return supported flight risk under Art. 13b ANAG. The Federal Court also found that removal could still be organized in due course and that the authorities had acted with due diligence.

Question juridique clé

Whether the detention review violated the 96-hour judicial review deadline.

Solution extraite

The short delay did not warrant release because it was attributable to the appellant's own unexpected obstructive conduct during the planned return flight.

Motifs extraits

The court accepted that the judicial review occurred slightly late, but considered the delay self-induced after the appellant made the flight impossible by self-injury.

Question juridique clé

Whether court costs should be charged.

Solution extraite

No court fee was levied despite the appellant's loss.

Motifs extraits

The court departed from the usual rule and waived the fee as a matter of practice.

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