No federal appeal against compensation decision under Art. 122 BStP

1S.7/2004Tribunal fédéral / Ire division de droit public11 août 2004Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

X. challenged before the Federal Supreme Court the Federal Criminal Court's rejection of his request for compensation of defense costs and moral satisfaction under Art. 122 BStP. The Federal Supreme Court held that such a compensation decision is not a coercive measure within the meaning of Art. 33(3)(a) SGG, so the complaint remedy was unavailable. The Court therefore did not enter into the appeal. Because the lower court's remedy notice may have misled the applicant, no court costs were charged.

Regeste Omnilex

Art. 33 Abs. 3 lit. a SGG; Beschwerde an das Bundesgericht gegen Entscheide der Beschwerdekammer ist nur bei Zwangsmassnahmen zulässig; eine Entschädigungsfrage nach Art. 122 BStP stellt keine Zwangsmassnahme dar. Mangels gesetzlicher Anfechtungsgrundlage ist auf die Beschwerde nicht einzutreten (consid. 1). Verfahrenskosten können ausnahmsweise erlassen werden, wenn die kantonal bzw. vorinstanzlich erteilte Rechtsmittelbelehrung beim Rechtsuchenden den Eindruck eines zulässigen Rechtsmittels erwecken durfte (consid. 2).

Texte intégral

{T 0/2}
1S.7/2004 /gij

Urteil vom 11. August 2004
I. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesgerichtspräsident Aemisegger, Präsident,
Bundesgerichtsvizepräsident Nay, Bundesrichter Féraud,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Parteien
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössisches Untersuchungsrichteramt, Taubenstrasse 16, Postfach 5959, 3001 Bern,
Schweizerische Bundesanwaltschaft, Taubenstrasse 16, 3003 Bern.
Bundesstrafgericht, Beschwerdekammer, Postfach 2720, 6510 Bellinzona.

Gegenstand
Entschädigung nach Art. 122 BStP,

Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesstrafgerichts, Beschwerdekammer, vom 6. Juli 2004.

Das Bundesgericht hat in Erwägung,
dass die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts das von X.________ gestellte Gesuch um Entschädigung der Verteidigungskosten sowie Leistung einer Genugtuung mit Entscheid vom 6. Juli 2004 abgewiesen hat,
dass X.________ diesen Entscheid der Beschwerdekammer am 6. August 2004 mit Beschwerde beim Bundesgericht angefochten hat,
dass gemäss Art. 33 Abs. 3 lit. a des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 2002 über das Bundesstrafgericht (SGG; SR 173.71) Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen mit Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden können,
dass die Beschwerdekammer in ihrer Rechtsmittelbelehrung diese Bestimmung zitiert hat,
dass es sich bei der Frage einer Entschädigung nach Art. 122 BStP nicht um eine Zwangsmassnahme handelt, weshalb die Beschwerde ans Bundesgericht nicht offen steht,
dass demnach auf die vorliegende Beschwerde nicht einzutreten ist,
dass ausnahmsweise von der Erhebung von Verfahrenskosten abgesehen werden kann, zumal die Beschwerdekammer mit ihrer Rechtsmittelbelehrung beim Beschwerdeführer offenbar den Eindruck erweckt hat, dass ihr Entscheid mit Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden kann,

im Verfahren nach Art. 36a OG erkannt:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Es werden keine Kosten erhoben.
3.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, dem Eidgenössischen Untersuchungsrichteramt, der Schweizerischen Bundesanwaltschaft und dem Bundesstrafgericht, Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 11. August 2004
Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Mots-clés

inadmissibilitycompensationcoercive measuresappeal routecourt costslegal information

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether an appeal to the Federal Supreme Court was admissible against the Federal Criminal Court's compensation decision under Art. 122 BStP.

Solution extraite

No; a compensation claim under Art. 122 BStP is not a coercive measure, so the statutory appeal route to the Federal Supreme Court was unavailable.

Motifs extraits

Art. 33(3)(a) SGG permits complaints only against decisions of the complaints chamber concerning coercive measures. The challenged decision concerned compensation, not a coercive measure.

Question juridique clé

Whether court costs should be charged despite inadmissibility of the appeal.

Solution extraite

No costs were charged exceptionally, because the lower court's appellate notice had likely created the impression that a Federal Supreme Court appeal was available.

Motifs extraits

The misleading indication of remedies justified waiving costs in equity.

Poursuivez vos recherches dans ChatGPT ou Claude

Connectez Omnilex pour rechercher dans le corpus juridique depuis votre assistant IA.