Non-entry for failure to exhaust cantonal remedies in delay complaint

1P.6/2005Tribunal fédéral / Ire division de droit public7 févr. 2005Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

X. filed a constitutional complaint directly with the Federal Supreme Court alleging delay by the Zurich prison-enforcement authority in dealing with his renewed request for escorted prison leave. The Court held that a delay complaint must first be pursued through the available cantonal remedy. Because he had bypassed that step, the complaint was inadmissible for failure to exhaust cantonal remedies. The request for free legal aid was refused as hopeless, but the Court exceptionally waived court costs.

Regeste Omnilex

Art. 86 Abs. 1 OG; Erschöpfung des kantonalen Instanzenzugs auch bei Rechtsverzögerungsbeschwerden; die staatsrechtliche Beschwerde ist unzulässig, wenn ein im kantonalen Recht vorgesehenes Rechtsmittel gegen die geltend gemachte Verzögerung nicht ergriffen wurde. Die bundesgerichtliche Direktbeschwerde setzt einen letztinstanzlichen kantonalen Entscheid voraus; fehlt es daran, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Offensichtliche Aussichtslosigkeit schliesst unentgeltliche Rechtspflege aus (consid. 2), wobei die Kosten ausnahmsweise erlassen werden können.

Texte intégral

{T 0/2}
1P.6/2005 /ggs

Urteil vom 7. Februar 2005
I. Öffentlichrechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Bundesrichter Aemisegger, Nay,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

Parteien
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Bewährungs- und Vollzugsdienste, Sonderdienst, Feldstrasse 42, 8090 Zürich.

Gegenstand
Rechtsverzögerung,

Staatsrechtliche Beschwerde gegen das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Bewährungs- und Vollzugsdienste, Sonderdienst.

Das Bundesgericht hat in Erwägung,
dass das Bundesgericht mit Urteil vom 15. Oktober 2004 eine staatsrechtliche Beschwerde von X.________ gegen einen Rekursentscheid der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich in Sachen Verweigerung eines begleiteten Beziehungsurlaubs abgewiesen hat, soweit es darauf eingetreten ist (Verfahren 1P.470/2004),
dass X.________ am 26. Oktober 2004 erneut ein Gesuch um Beziehungsurlaub gestellt hat,
dass ihm der Sonderdienst des Bewährungs- und Vollzugsdienstes des Amtes für Justizvollzug des Kantons Zürich mit Schreiben vom 15. Dezember 2004 u.a. mitgeteilt hat, dass sich die Fachkommission am 17. Januar 2005 mit seinem Gesuch befassen werde,
dass sich X.________ mit Eingabe vom 30. Dezember 2004 beim Bundesgericht darüber beschwert hat, dass der Sonderdienst sein Gesuch noch nicht behandelt hat,
dass das Bundesgericht mit Schreiben vom 7. Januar 2005 X.________ mitgeteilt hat, dass es aufgrund einer vorläufigen Prüfung auf die staatsrechtliche Beschwerde mangels Letztinstanzlichkeit nicht werde eintreten können; aus der Eingabe ergebe sich nicht, dass die Rüge einer allfälligen Rechtsverzögerung mit einem kantonalen Rechtsmittel erhoben worden und ein entsprechender Entscheid bereits ergangen wäre,
dass X.________ mit Schreiben vom 19. Januar 2005 dem Bundesgericht mitgeteilt hat, dass er an seiner Beschwerde festhalten wolle,
dass gemäss Art. 86 Abs. 1 OG die staatsrechtliche Beschwerde - von hier nicht zutreffenden Ausnahmen abgesehen - nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide zulässig ist,
dass das Gebot der Erschöpfung des kantonalen Instanzenzugs auch für die Rechtsverzögerungsbeschwerde gilt (BGE 119 Ia 237 E. 2b),

dass sich vorliegend der Beschwerdeführer unter Auslassung eines kantonalen Rechtsmittels direkt mit staatsrechtlicher Beschwerde wegen Rechtsverzögerung ans Bundesgericht gewandt hat,
dass im zürcherischen Verfahren die Rechtsverzögerungsbeschwerde möglich ist (vgl. Alfred Kölz/Isabelle Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, Zürich 1993, S. 318; Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Auflage, Zürich 1999, S. 310 f. N. 48 und S. 376 N. 15),
dass deshalb auf die Beschwerde mangels Erschöpfung des kantonalen Instanzenzuges nicht einzutreten ist,
dass angesichts der offensichtlichen Aussichtslosigkeit der vorliegenden Beschwerde dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht entsprochen werden kann,
dass es sich indessen rechtfertigt, ausnahmsweise von der Erhebung von Verfahrenskosten abzusehen,

im Verfahren nach Art. 36a OG erkannt:
1.
Auf die staatsrechtliche Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
3.
Es werden keine Kosten erhoben.
4.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Bewährungs- und Vollzugsdienste, Sonderdienst, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 7. Februar 2005
Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Mots-clés

delay complaintexhaustion of remediesinadmissibilitylegal aidcourt costsprison leaveconstitutional complaint

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the constitutional complaint alleging undue delay was admissible without exhausting cantonal remedies

Solution extraite

The complaint was inadmissible because the applicant had not first pursued the available cantonal delay-remedy before applying to the Federal Supreme Court.

Motifs extraits

Under Art. 86 para. 1 OG, constitutional complaints are admissible only against final cantonal decisions, and the exhaustion of cantonal remedies also applies to delay complaints. Since Zurich law provides a remedy for delay complaints, direct recourse to the Federal Supreme Court was premature.

Question juridique clé

Whether legal aid should be granted

Solution extraite

Legal aid was denied because the complaint was obviously devoid of prospects of success.

Motifs extraits

The court found the appeal clearly hopeless in light of the inadmissibility defect.

Question juridique clé

Whether court costs should be charged

Solution extraite

No court costs were imposed exceptionally.

Motifs extraits

Despite dismissing the complaint as inadmissible, the court waived costs in view of the circumstances.

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