Inadmissible appeal for insufficient reasoning in recusal case

1B_76/2010Tribunal fédéral / Ire division de droit public23 mars 2010Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

In a recusal dispute arising from a defamation proceeding before the justice of the peace in Stein am Rhein, the appellant sought to set aside the Schaffhausen cantonal president’s decision rejecting the bias challenge. The Federal Supreme Court held that the complaint failed to satisfy the reasoning requirement of Art. 42(2) BGG, as it contained only general criticism and no concrete legal argument. It therefore did not enter into the appeal under Art. 108(1)(b) BGG. The request for legal aid was refused because the case lacked prospects of success, and court costs of CHF 500 were imposed on the appellant.

Regeste Omnilex

Art. 42 Abs. 2 BGG; Beschwerdebegründungspflicht vor Bundesgericht; Nichteintreten bei ungenügender Begründung. Die Beschwerdeschrift muss in gedrängter Form dartun, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt; allgemeine Kritik genügt nicht. Das Bundesgericht prüft nur die hinreichend begründeten Rügen. Fehlt es offensichtlich an einer genügenden Begründung, ist im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten. Aussichtslosigkeit des Rechtsmittels schliesst unentgeltliche Rechtspflege nach Art. 64 BGG aus; die Kostenfolge richtet sich nach Art. 66 Abs. 1 BGG.

Texte intégral

{T 0/2}
1B_76/2010

Urteil vom 23. März 2010
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Féraud, Präsident,
Gerichtsschreiber Bopp.

Verfahrensbeteiligte
X.________, Beschwerdeführer,

gegen

Ueli Wehrli, Friedensrichter Stein am Rhein, Stammerstrasse 16, 8260 Stein am Rhein, Beschwerdegegner.

Gegenstand
Ehrverletzungsverfahren (Ausstand),

Beschwerde gegen den Entscheid vom 5. Februar 2010 des Obergerichts des Kantons Schaffhausen, Präsident.
Erwägungen:

1.
Im Rahmen eines vor dem Friedensrichteramt Stein am Rhein hängigen Verfahrens lehnte X.________ den Friedensrichter Ueli Wehrli als befangen ab. Mit Entscheid vom 5. Februar 2010 hat der Präsident des Obergerichts des Kantons Schaffhausen das Ausstandsbegehren abgewiesen.
Hiergegen führt X.________ Beschwerde ans Bundesgericht mit dem Antrag, der Entscheid vom 5. Februar 2010 sei aufzuheben. Das Bundesgericht hat davon abgesehen, Vernehmlassungen zur Beschwerde einzuholen.

2.
Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Beschwerdebegründung - unabhängig von der Art des nach BGG offen stehenden Rechtsmittels - in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (s. in diesem Zusammenhang auch BGE 134 I 313 E. 2 S. 315 sowie 134 II 349 E. 3 S. 351 f.; 133 II 249 insb. E. 1.4 S. 254). Die Bestimmungen von Art. 95 ff. BGG nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe.
Der Beschwerdeführer kritisiert den angefochtenen Entscheid auf ganz allgemeine Weise. Dabei legt er indes nicht im Einzelnen dar, inwiefern dessen Begründung bzw. der Entscheid im Ergebnis rechts- bzw. verfassungswidrig sein soll. Mangels einer hinreichenden Begründung ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten. Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

3.
Angesichts der Aussichtslosigkeit des vorliegenden Verfahrens ist dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht stattzugeben (Art. 64 BGG). Entsprechend sind die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Demnach wird erkannt:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Schaffhausen, Präsident, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. März 2010
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Féraud Bopp

Mots-clés

recusalinadmissibilityreasoning requirementlegal aidcourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the federal complaint was sufficiently reasoned under Art. 42(2) BGG.

Solution extraite

No. The complaint contained only general criticism and did not explain in detail how the challenged decision violated federal or constitutional law.

Motifs extraits

Art. 42(2) BGG requires concise reasoning showing infringement of law. The appellant failed to meet that burden, so the Court could not examine the merits.

Question juridique clé

Whether the appellant was entitled to legal aid.

Solution extraite

No, because the proceedings had no prospects of success.

Motifs extraits

Given the manifest deficiency in reasoning and the resulting inadmissibility, the request for free legal aid had to be refused under Art. 64 BGG.

Question juridique clé

Allocation of federal court costs.

Solution extraite

Court costs were imposed on the appellant.

Motifs extraits

Under Art. 66(1) BGG, costs follow the unsuccessful party; the appellant had to bear the CHF 500 costs.

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