Non-entry for insufficiently reasoned appeal against disciplinary fine

1B_592/2012Tribunal fédéral / Ire division de droit public2 nov. 2012Inadmissible

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Résumé

The complainant appealed to the Federal Supreme Court against a cantonal judgment confirming a CHF 150 disciplinary fine imposed by the Zug public prosecutor for insulting a prosecutor in a letter. The Federal Supreme Court held that the appeal did not satisfy the reasoning requirements because it merely criticized authorities in general terms without addressing the lower court's reasoning. It therefore did not enter on the appeal in summary procedure and, considering the circumstances, waived court costs.

Regest

Art. 42 Abs. 2 and Art. 106 Abs. 2 BGG; inadmissibility for insufficiently reasoned appeal: the appellant must address the decisive considerations of the challenged decision and, where required, state in a substantiated manner which constitutional rights or legal norms were violated. General criticism, unfocused allegations, or merely appellatory submissions do not suffice. If the defect is manifest, the Federal Supreme Court may decide in simplified procedure under Art. 108 Abs. 1 BGG without obtaining observations. Court costs may be waived under Art. 66 Abs. 1 BGG in view of the circumstances.

Texte intégral

{T 0/2}
1B_592/2012

Urteil vom 2. November 2012
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,
Gerichtsschreiber Bopp.

Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, 6300 Zug.

Gegenstand
Ordnungsbusse,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug, I. Beschwerdeabteilung, vom 27. September 2012.

In Erwägung,
dass X.________ in einem am 20. August 2012 versandten Schreiben Staatsanwalt A.________ beschimpfte;

dass die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug mit Verfügung vom 29. August 2012 festhielt, mit ihrer Äusserung habe X.________ den Anstand grob verletzt, weshalb ihr gestützt auf Art. 64 Abs. 1 StPO eine Ordnungsbusse von Fr. 150.-- auferlegt wurde;

dass X.________ hiergegen eine Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zug einreichte;

dass dessen I. Beschwerdeabteilung die Beschwerde mit Urteil vom 27. September 2012 abgewiesen hat;

dass X.________ gegen dieses Urteil mit Eingabe vom 5. Oktober 2012 Beschwerde ans Bundesgericht führt, welche sie seither bis anfangs November 2012 mit einer Vielzahl von Schreiben ergänzt hat;

dass das Bundesgericht davon abgesehen hat, Vernehmlassungen einzuholen;

dass die Beschwerdeführerin das angefochtene Urteil und (u.a.) verschiedene Justizbehörden bzw. deren Mitglieder sowie weitere Personen ganz allgemein kritisiert, dabei aber nicht im Einzelnen darlegt, inwiefern die zugrunde liegende Begründung bzw. das Urteil selbst im Ergebnis rechts- bzw. verfassungswidrig sein soll;

dass die Beschwerde daher den gesetzlichen Formerfordernissen (Art. 42 Abs. 2 sowie Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 136 I 49 E. 1.4.1 S. 53 und 65 E. 1.3.1 S. 68, mit Hinweisen) nicht zu genügen vermag;

dass somit schon aus diesem Grund auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, weshalb es sich erübrigt, auch noch die weiteren Eintretensvoraussetzungen zu erörtern;

dass der genannte Mangel offensichtlich ist, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 BGG entschieden werden kann;
dass es sich bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt, vorliegend keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 BGG);

erkennt der Präsident:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug und dem Obergericht des Kantons Zug, I. Beschwerdeabteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 2. November 2012

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Bopp

Mots-clés

inadmissibilityinsufficient reasoningdisciplinary finesimplified procedurecourt costs