Non-entry on complaint against interlocutory criminal investigation order

1B_167/2011Tribunal fédéral / Ire division de droit public14 avr. 2011Inadmissible

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

X. Corp. and Y. challenged a Zurich appellate order that partially set aside a prosecution discontinuance and sent the case back for further investigation. The Federal Supreme Court held that the challenged ruling was interlocutory. Because the appellants did not sufficiently demonstrate the prerequisites for admissibility under Art. 93 BGG, especially any irreparable harm or concrete substantial savings in time or costs, the Court did not enter into the complaint. Court costs of CHF 500 were imposed on the appellants.

Regeste Omnilex

Art. 93 BGG; admissibility of complaints against interlocutory criminal decisions; the appellant bears the burden of substantiating the conditions for immediate review. A decision ordering the continuation or supplementation of criminal investigations is an interlocutory decision. Federal Supreme Court review is only available if irreparable legal harm is shown or if immediate admission would finally dispose of the case and avoid significant time or expense in extensive evidence proceedings. These prerequisites must be specifically and conclusively alleged; bare invocation of Art. 93(1)(b) BGG is insufficient (consid. 3.2-3.4). Failure of substantiation leads to non-entry in the simplified procedure under Art. 108(1) BGG.

Texte intégral

{T 0/2}
1B_167/2011

Urteil vom 14. April 2011
I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung
Bundesrichter Aemisegger, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiber Pfäffli.

  1. Verfahrensbeteiligte
    X.________ Corp.,
  2. Y.________,
    Beschwerdeführer, beide vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Patrick Stach,

gegen

  1. A.________, vertreten durch Rechtsanwältin
    Cornelia von Faber-Castell,
  2. B.________, vertreten durch Rechtsanwalt
    Christos Antoniadis,
  3. C.________,
  4. D.________,
    Nrn. 3 und 4 vertreten durch Advokat
    Dr. Carl Gustav Mez,
  5. E.________, vertreten durch Rechtsanwalt
    Christoph Henzen,
    Beschwerdegegnerinnen,

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, Stauffacherstrasse 55, Postfach, 8026 Zürich.

Gegenstand
Einstellung der Untersuchung,

Beschwerde gegen den Beschluss vom 16. Februar 2011 des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer.
Erwägungen:

1.
A.________, B.________, C.________, D.________ sowie E.________ erstatteten Strafanzeige gegen die X.________ Corp., Y.________, Z.________ und weitere Personen wegen Betruges sowie Verstosses gegen das Lotteriegesetz und das UWG. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl stellte mit Verfügung vom 2. Juni 2010 die Strafuntersuchung ein. Gegen die Einstellungsverfügung erhoben die Strafanzeiger Rekurs. Die III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich hiess mit Beschluss vom 16. Februar 2011 den Rekurs teilweise gut und hob die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 2. Juni 2010 betreffend Widerhandlung gegen das Lotteriegesetz und Widerhandlung gegen Art. 3 lit. h UWG auf. Die Strafkammer forderte die Staatsanwaltschaft auf, die Strafuntersuchung im Sinne der Erwägungen zu ergänzen. Im Übrigen (Betrug, Vorwurf der Widerhandlung gegen Art. 3 lit. b und g UWG) wies sie den Rekurs ab.

2.
Die X.________ Corp. und Y.________ führen gegen den Beschluss der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich vom 16. Februar 2011 mit Eingabe vom 6. April 2011 (Postaufgabe 8. April 2011) Beschwerde in Strafsachen. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

3.
Der angefochtene Beschluss schliesst das Verfahren gegen die Beschwerdeführer nicht ab, sondern ordnet im Gegenteil die Ergänzung der Strafuntersuchung gegen sie an. Es handelt sich somit nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid.

3.1 Gegen Vor- und Zwischenentscheide, die weder die Zuständigkeit noch den Ausstand betreffen (s. dazu Art. 92 BGG), ist die Beschwerde ans Bundesgericht gemäss Art. 93 Abs. 1 BGG zulässig, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (lit. a) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (lit. b).

3.2 Es ist Sache der Beschwerdeführer, die Eintretensvoraussetzungen von Art. 93 BGG darzulegen; es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichts, von Amtes wegen hiezu Nachforschungen anzustellen (BGE 134 III 426 E. 1.2; 133 III 629 E. 2.3.1; 133 IV 288 E. 3.2).

3.3 Die Durchführung eines Strafverfahrens begründet keinen Nachteil rechtlicher Art, der mit einem für die Angeschuldigten günstigen Entscheid nicht behoben werden könnte. Die Beschwerdeführer machen denn auch nicht geltend, ihnen drohe ein nicht wieder gutzumachender Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG. Sie machen einzig geltend, im vorliegenden Fall seien die Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG erfüllt.

3.4 Die Bestimmung von Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG ist restriktiv auszulegen (BGE 133 IV 288 E. 3.2 und 3.3). Die Beschwerdeführer nennen die gesetzlichen Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG, substanziieren indessen in keiner Weise, inwiefern ein weitläufiges Beweisverfahren einen bedeutenden Zeit- oder Kostenaufwand verursachen würde (vgl. BGE 133 IV 288 E. 3.2). Die Beschwerde enthält in Bezug auf Art. 93 BGG offensichtlich keine hinreichende Begründung, weshalb im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 BGG auf sie nicht einzutreten ist. Somit kann offen bleiben, ob Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG auf Straffälle wie den vorliegenden überhaupt anwendbar erscheint (vgl. Urteil 6B_782/2008 vom 12. Mai 2009 E. 1.4.1-1.4.3, publ. in: Pra 2009 Nr. 115 S. 787 mit Hinweisen).

4.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die bundesgerichtlichen Kosten den Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Mit dem Entscheid in der Sache selbst wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos.
Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:

1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2.
Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden den Beschwerdeführern auferlegt.

3.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 14. April 2011
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Aemisegger Pfäffli

Mots-clés

interlocutory decisionadmissibilitynon-entryirreparable harmevidentiary proceedingscriminal investigationcourt costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the complaint against the interlocutory cantonal criminal order was admissible under Art. 93 BGG.

Solution extraite

The complaint was inadmissible because the appellants did not show any irreparable legal harm or sufficiently substantiate a significant saving of time or costs from immediate review.

Motifs extraits

The challenged order was an interlocutory decision ordering further investigation. The appellants relied only on Art. 93(1)(b) BGG but failed to explain concretely why a lengthy evidentiary procedure would entail substantial expense or delay. The Court therefore applied the simplified non-entry procedure.

Question juridique clé

Costs of the Federal Supreme Court proceedings

Solution extraite

Court costs were imposed on the appellants.

Motifs extraits

Costs follow the outcome of the proceedings.

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