Art. 16 Abs. 1, Art. 16 Abs. 2, Art. 20 Abs. 1 lit. f AO; Übergang vom Grosshandel zum Kleinhandel und Gleichartigkeit des Geschäftes. Ein früherer Grosshändler, der während der Sperrfrist nach einem Totalausverkauf an einer Aktiengesellschaft massgeblich beteiligt ist, welche Waren gleicher Art im Detailhandel absetzt, eröffnet ein gleichartiges Geschäft im Sinne der Ausverkaufsordnung. Der Wechsel von der Handelsstufe ändert an der Gleichartigkeit nichts, wenn die verkauften Waren identisch oder gleichartig sind. Die Ratio der Sperrfrist gebietet, missbräuchliche Kundenwerbung durch den Ausverkauf auch dem Grosshändler zu verwehren; andernfalls entstünde eine sachlich nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung gegenüber dem bisherigen Kleinhändler. Der Beschwerdeführer bleibt an die Sperrfrist gebunden, soweit nicht besondere Verhältnisse nach Art. 17 AO ausnahmsweise einen Verzicht rechtfertigen.
Fischerei. N° 33. cassation du canton de Vaud. Celle-ci a rejete le recours. Elle a considere notamment que Dupertuis avait commis la contravention prevue a l'art. 19 al. 2 de l'arrete can- tonal du 20 noyembre 1951 sur l'exercice de la peche en 1952 )) et que le tribunal de premiere instance n'avait pas depasse les limites fixees aux art. 31 et 32 de la loi fäde- rale n. Contre cet arret, Dupertuis a forme un pourvoi en nullite, que le Tribunal fäderal a declare irrecevable. Extrait des motifs: 2. -L'art. 5 eh. 2 de la loi föderale sur la peche du 21 decembre 1888 interdit notamment l'emploi de har- pons ; celui qui viole cette defense est passible d'une amende de 5 a 400 fr. en vertu de l'art. 31 eh. l. D'autre part, l'art. 19 al. l de l'arrete cantonal du 20 novembre 1951 sur l'exercice de la peche en 1952 defendait tous les modes de peche non expressement auto- rises dans les dispositions anterieures. En outre, son al. 2 avait la teneur suivante : " Celui qui circule a proximite des cours d'eau porteur de tels engins ou produits est cense en faire usage et repute en contra- vention. Ceux qui commettaient des contraventions ne relevant que de l'arrete cantonal etaient punissables d'une amende de 5 a 400 fr., en vertu de l'art. 62 al. 2 dudit arrete. En l'espece, les juges cantonaux n'ont pas condamne le recourant pour avoir employe un engin prohibe. Ils lui ont inflige une amende simplement pour avoir circule a proximite d'un cours d'eau en etant porteur d'un tel engin. Or, ce comportement n'est pas interdit par la loi föderale sur la peche; il ne l'est que par l'arrete cantonal du 20 novembre 1951. Bien que la Cour de cassation vaudoise renvoie, sans doute par erreur, aux art. 31 et 32 de la loi füderale, on doit donc admettre que la contravention retenue a la charge de Dupertuis est celle de l'art. 19 al. 2 de l'arrete cantonal et que la peine a ete prononcee en ö
) Ausverkaufsordnung. N° 34. 131! vertu de l'art. 62 al. 2 du meme arrete. Des lors, le pourvoi en nullite est irrecevable, a moins que les dispositions cantonales appliquees ne violent le droit föderal. 3. -Selon l'art. 27 de la loi fäderale sur la peche, les cantons peuvent prendre des mesures plus severes que la Conföderation pour la protection et l'augmentation des poissons et des ecrevisses. En vertu de cette disposition, ils ont le droit, non pas de prevoir pour les infractions instituees par la legislation föderale des peines plus fortes que cette derniere, mais de creer des contraventions inde- pendantes et de les sanctionner par des peines (art. 22 al. 1 du reglement d'execution pour la loi federale sur la peche, du 3 juin 1889). L'art. 19 al. 2 de l'arrete cantonal du 20 novembre 1951 remplissait ces conditions. En effet, malgre sa teneur ambigue, il n'etablissait pas une simple presomption de fait, mais il creait une contravention sui generis non prevue par la Iegislation de la Confödera- tion. D'autre part, l'interdiction de circuler a proximite des cours d'eau en portant des engins prohibes est une mesure e:fficace pour empecher l'emploi d'appareils inter- dits et proteger les poissons. Une mesure correspondante figure du reste dans la loi föderale sur la chasse et la pro- tection des oiseaux du 10 juin 1925 (art. 41). Ainsi l'art. 19 al. 2 de l'arrete cantonal du 20 novembre 1951 ne violait pas le droit fäderal, de sorte que le pourvoi est irrecevable. IV. AUSVERKAUFSORDNUNG ORDONNANCE SUR LES LIQUIDATIONS 34. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 2. O!ktobell' 1953 i. S. Maurer gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Züll'icb. Art. 16 Abs. l, 20 Abs. 1 lit. f Ausverkaufsordnung. Beim Übergang vom Grosshandel zum Kleinhandel macht die Gleichartigkeit der verkauften Varen die beiden Geschäfte nicht minder zu
Ausverkaufsordnung. N° 34. gleichartigen, als wenn ein Kleinhändler wieder ein Kleinhan- delsgeschäft eröffnet. Art. 16 al. 1 et 20 al. 1 litt. f de l'ordonnanee sur le8 liquUJ.ations. Lorsqu'un ancien commer ;ant en gros ouvre un magasin de detail pour y debiter des marchandises semblables a celles qu'il vendait auparavant, les deux commerces sont similaires, comme si un detaillant ouvrait de nouveau un magasin de vente au detail. Art.16 cp.1, 20 cp. 1 lett. f deU'ordinanza sulle liquidazioni. Quando un commerciante, ehe vendeva prima all'ingrosso, apre un'azienda per la vendita al minuto di merci simili a quelle ehe vendeva prima all'ingrosso, le due aziende sono considerate come dello stesso genere, cosi come se un commerciante ehe vendeva prima al minuto aprisse di nuovo un'azienda per la vendita al minuto. A. -Rudolf Maurer führte in Zürich als Einzelinhaber ein Grosshandelsgeschäft für Möbel, Teppiche und andere Gebrauchsgegenstände. Am 3. November 1950 bewilligte die Direktion der Polizei des Kantons Zürich ihm wegen beabsichtigter Auf- gabe seines Grosshandelsgeschäftes, in einem Totalausver- kauf Teppiche im Werte von etwa Fr. 38,000.-abzu- setzen. Sie verbot ihm gemäss Art. 16 der Verordnung vom 16. April 1947 über Ausverkäufe und ähnliche Veranstal- tungen (AO), innert einer Sperrfrist von drei Jahren seit Beendigung des Ausverkaufes, d.h. seit 31. Dezember 1950, in der Schweiz ein gleichartiges Geschäft zu eröffnen, und machte ihn darauf aufmerksam, dass der Eröffnung die in Art. 16 Abs. 2 AO angeführten Fälle gleichgestellt seien. Maurer führte den Ausverkauf durch. Im Sommer 1952 beteiligte er sich an der im Frühjahr des gleichen Jahres gegründeten Säntis Möbel A.G. in Tagelswangen, die Bett-und Polsterwaren herstellt und mit solchen sowie mit Möbeln und Teppichen Kleinhandel treibt. Von den zweihundert Aktien dieser Gesellschaft übernahm er hundertundzwei. Er trat als Präsident in den Verwaltungsrat ein. B. -Am 30. April 1953 verurteilte das Obergericht des Kantons Zürich Maurer wegen fahrlässiger Übertretung von Art. 20 lit. f AO zu Fr. 50.-Busse. C. -Maurer führt Nichtigkeitsbeschwerde mit dem
Ausverkaufsordnung .. N 34.
Antrag, das Urteil sei aufzuheben und er sei freizusprechen. Er macht unter anderem geltend, das Geschäft der Säntis Möbel A.G. sei, weil diese Firma Kleinhandel treibe, nicht gleicher Art wie das von ihm als Einzelkaufmann aufge- gebene Grosshandelsgeschäft. Der Kassationshof zieht in Erwägung : l. -Gemäss Art. 16 Abs. l AO hat die zuständige Behörde bei der Bewilligung eines Totalausverkaufes dem Gesuchsteller zu verbieten, innert einer Sperrfrist von einem bis zu fünf Jahren seit Beendigung des Totalaus- verkaufes ein gleichartiges Geschäft in der Schweiz zu eröffnen. Der Eröffnung eines gleichartigen Geschäftes stellt Art. 16 Abs. 2 unter anderem die massgebliche Be- teiligung an einer Aktiengesellschaft gleich, wenn diese ein gleichartiges Geschäft betreibt.r Wer nach einem Totalausverkauf vor Ablauf der ihm auferlegten Sperrfrist ein gleichartiges Geschäft eröffnet oder übernimmt oder sich an einem solchen beteiligt., ist nach Art. 20 AO zu bestrafen, bei vorsätzlicher Begehung mit Haft oder Busse (Abs. 1), im Falle von Fahrlässigkeit bloss mit Busse (Abs. 2). 2. -Es ist nicht bestritten, dass das Geschäft der Säntis Möbel A.G., an der sich der Beschwerdeführer innerhalb der ihm auferlegten Sperrfrist durch Übernahme der Mehrheit der Aktien und der Stellung des Verwaltungs- ratspräsidenten massgeblich beteiligt hat, insofern dem vom Beschwerdeführer aufgegebenen Grosshandelsgeschäft gleicht, als in jenem unter anderem Teppiche verkauft werden, also Waren gleicher Art wie sie der Beschwerde- führer als Grosshändler verkauft hat. Damit aber ist objektiv der Tatbestand der erwähnten Übertretung erfüllt. Beim Übergang vom Grosshandel zum Kleinhandel macht die Gleichartigkeit der verkauften Waren die beiden Geschäfte nicht minder zu gleichartigen im Sinne der Art. 16 und 20 lit. f AO, als wenn ein Kleinhändler wieder ein Kleinhandelsgeschäft eröffnet. Indem der Grosshändler einen Totalausverkauf im Sillne der Ausverkaufsordnung
Ausverkaufsordnung. N° 34. durchführt, der immer eine Veranstaltung des Detailver- kaufs ist, ansonst er gar nicht nach Ausverkaufsordnung bewilligungspflichtig wäre (vgl. Art. 1 Abs. 1 AO), steigt er für die Dauer des Ausverkaufs auf die Stufe des Klein- händlers herab. Damit übernimmt er nicht nur den Vorteil, seine Waren durch unmittelbaren Verkauf an die Verbrau- cher absetzen zu können, sondern wird er auch den Pflich- ten unterworfen, welche die Kleinhändler mit der Durch- führung eines Totalausverkaufes auf sich nehmen. Es entstände sonst die stossende Ungleichheit, dass von zwei Geschäftsleuten, die beide einen Totalausverkauf im Sinne der Ausverkaufsordnung durchgeführt haben, der eine sofort ein Kleinhandelsgeschäft mit Waren gleicher Art eröffnen dürfte, weil er vor dem Ausverkauf Grosshändler war, während der andere das erst nach Ablauf einer Sperr- frist tun dürfte. Dem Grosshändler wäre damit ermög- licht, zum Schaden der Kleinhändler durch einen Total- ausverkauf Kunden für ein sofort zu eröffnendes Klein- handelsgeschäft zu werben, während die Ausverkaufsord- nung das dem Kleinhändler verbietet. Was für den Klein- händler missbräuchlich ist, nämlich durch Totalausverkauf für ein neu zu eröffnendes Kleinhandelsgeschäft Kunden zu werben, muss auch für den Grosshändler missbräuchlich sein. Der Totalausverkauf ist beim Übergang vom Gross- handel zum Kleinhandel nicht etwa wegen des Wechsels der Handelsstufe grundsätzlich berechtigt. Der Gross- händler kann Kleinhändler werden, ohne einen Totalaus- verkauf durchzuführen. Er kann sein Warenlager entweder vor der Änderung der Geschäftsform durch Grossverkäufe Jiquidieren oder es in das Kleinhandelsgeschäft hinüber- nehmen und es dort durch Detailverkäufe absetzen. Ist ausnahmsweise wegen besonderer Verhältnisse weder das eine noch das andere tunlich, so kann ihm die Behörde einen Totalausverkauf gestatten und gemäss Art. 17 AO von der Auferlegung einer Sperrfrist für die Eröffnung des Kleinhandelsgeschäftes absehen. . i f 1 Verfahren. No 35. V. VERFAHREN PROCEDURE