22 Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. N° 4.
encore comme creanciere la Bociete Thibault et Lanzoni,
etait bien reguliere en la forme et de nature a faire courir
le-delai de l'art. 83 ai. 2 LP.
Pour l'eventualite ou la Cour civile vaudoise jugerait
en definitive que l'action
en liberation de dette doit etre
rayee du roIe, voire d6claree irrecevable ou rejetee, faute
de defendeur, ou pour l'6ventualit6 ou le demandeur reti-
rerait son action, ce dernier devra disposer d'un delai de
dix jours, a compter de celui ou le prononc6 du juge sera
pass6 en force ou a partir du retrait ou du d6sistement,
pour intenter a nouveau l'action en liberation de dette
contre le creancier actuel. TI est constant en effet que le
d6biteur
n'a pas 6t6 inform6 personnellement de la reprise
par un tiers de l'actif et du passif de la societe poursuivante.
Au contraire, Ie dispositif du jugement de mainlevee, tel
qu'll Iui a et6 communiqu6, etait de nature a lui faire
croire
qu'aucun changement n'6tait intervenu a cet 6gard.
La publication de la reprise dans Ia Feuille officielle suisse
du commerce ne lui est pas non plus opposable, car II n'est
pas etabli qu'll en ait eu connaissance. N'ayant pas re9u
avis
du transfert, le d6biteur poursuivi 6tait fonde a
diriger son action contre la personne indiquee comme
creancier dans le commandement de payer. La Cour can-
tonale a raison de dire que Ie principe de droit materiel
que le d6biteur ne paie mal en mains du cedant que si la
cession Iui a ete notifiee doit trouver un equivalent dans
le droit formel qui
r6git la poursuite . Toutefois, la solu-
tion qu'elle adopte, sans compter qu'elle confere aux auto-
rites de poursuite un pouvoir qui appartient au juge,
exige
une nouvelle communication de Ia cession , qui
apparait superflue en I'etat. Ladite cession est ici comprise
dans une reprise de l'actif et du passif an sens de l'art. 181
CO. Or cette repriseest actuellement connue du d6biteur
poursuivi
par la prooedure et par les pieces produites au
cours de celle-ci. TI n'y a donc pas lieu de la lui notifier
a nouvean pour faire courir le delai de l'art. 83 al. 2 LP.
On devrait meme admettre, si l' on se planit sur le terrain
Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. N° 5.
de l'Autorite cantonale, que ce d6lai est aujourd'hui d6ja
expir6
et que le demandeur est definitivement forelos.
En revanche, l'action ayant 6te mal dirigee par le debi-
teur sans faute de sa part, II faut lui donner, sous peine de
commettre a son egard un deni de justice, la possibiliM
de l'intenter contre le veritable creancier. Certes, le debi-
teur sera-t-ll probablement appe16 a supporter les frais de
la premiere action qui aura 13M rayee du role, d6claree
irrecevable ou rejet6e, ou qu'il aura retiree ou abandonnee.
Mais, d'une part, dans des oas semblables, ces frais seront
en general peu eleves, car l'inexistence du defendeur ne
tardera pas a se reveler et Ie juge pourra tenir compte,
dans
sa d6cision, du caractere excusable de l'erreur com-
mise. D'autre part, demeure reserve le droit pour le deman-
deur de reclamer an veritable creancier, qui l'a laisse dans
I'ignorance
de la situation reelle, la restitution des frais
du premier proces.
La Ohambre des poursuites et des faiUites prononce:
Le reoours est rejete.
5. Entschcid vom 18. Februar 1947 i. S. Manasse.
Ein Sreige'l'UngszUBchlag oder ein Freihandverlcaul kann wegen
eines fehlerhaften Verfahrens, für das der Erwerber nicht ver-
antwortlich ist, mindestens dann nicht mehr aufgehoben werden,
wenn seit der Verwertung und der Verteilung mehr als ein Jahr
verstrichen ist.
Einen zu Unrecht ausgestellten VerlU8t8chein können die Auf-
sichtsbehörden jederzeit aufheben.
Une adjudication apres encMre ou une vente de gr6 a gre ne peuvent
plus etre annuJees pour vice de forme non imputable a l'acque.
reur lorsqu'il s'est ecoule plus d'un an depuis la realisation et
meme depuis la distribution.
Les autorites de surveillance peuvent annuler en tout temps un
acte de dMaut de biens qui a ete dresse a. tort.
Un' aggiudieazione aU'incanto 0 una vendita a trattative private
non possono piu essere annullate per vizio di forma non impu
tabile al compratore, allorche piu di un anno e passato dalla
realizzazione e anzi da! riparto.
Le autorita di vigilanza possono annullare in qualunque tempo
un atto di carenza di beni rilasciato a torto.
Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N0 5.
A. -Die Aktiengesellschaft Leu Oie. erwirkte im
Dezember 1943 gege.n Johann Manasse, einen ehemals
deutschen
Juden, der nach Holland ausgewandert und
dort vom deutschen Einfall überrascht worden war, für
eine Forderung von nahezu Fr. 200,000.-einen Ausländer-
arrest auf die Einrichtung der Wohnung, die der Schuldner
im Hause von Georg Steinrisser in Celerina (Kt. Grau-
bünden) innehatte. Zur Prosequierung dieses Arrestes
leitete sie gegen ihn rechtzeitig Betreibung ein. Das Be-
treibungsamt Samaden ging mit der Gläubigerin davon aus,
dass
der früher in Amsterdam wohnhaft gewesene
Schuldner
jetzt unbekannten Aufenthaltes sei, und
machte demgemäss den Zahlungsbefehl und die weiteren
Betreibungsurkunden
im Amtsblatt des Kantons Grau-
bünden öffentlich bekannt. SO veröffentlichte es im Amts-
blatt vom 3. März 1944 die Mitteilung des Verwertungs-
begehrens
mit dem Zusatze, dass an die Stelle der Ver-
steigerung eventuell ein Freihandverkauf trete, wenn von
Seiten der Beteiligten bis zum 10. März 1944 keine Ein-
sprache erfolge. Am 15. März 1944 verkaufte es die Woh-
nungseinrichtung
mit Ausnahme der Bücher zum Preise
von Fr. 4000.-an Steinrisser. Die Bücher verkaufte es
für Fr. 130.-an den Bücherhändler Pinkus in Zürich.
Am 27. März 1944 stellte es der Gläubigerin für den nicht
gedeckten Betrag ihrer Forderung einen Verlustschein
aus.
B. -Nachdem ihm das Betreibungsamt auf seine An-
frage
hin mit Schreiben vom 21. Mai 1.946 über die erwähnte
Betreibung nähern Aufschluss gegeben hatte, führte der
Schuldner am 31. Mai 1946 Beschwerde mit den Anträgen,
die ganze Betreibung sei mangels gültiger Zustellung der
Betreibungsurkunden an ihn als nichtig zu erklären; ins-
besondere sei festzustellen, dass die bereits erfolgten
Ver-
wertungshandlungen ungültig seien; eventuell sei der
Freihandverkauf der gepfändeten Sachen als gesetzwidrig
aufzuheben
und das Verwertungsverfahren neu durchzu-
führen.
Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N0 Ö.
O. -Die kantonale Aufsichtsbehörde hat die Beschwerde
am 20. Januar 1947 abgewiesen. .
Gegen diesen
Entscheid richtet sich der vorliegende
Rekurs mit dem Antrage, die Betreibung sei als nichtig zu
erklären; insbesondere sei festzustellen, dass die bereits
erfolgten Verwertungshandlungen
ungültig seien.
Die Schuldbetreibungs-und Konkurskammer
zieht in Erwägung .-
- -Der Schuldner erhielt von der streitigen Betrei-
bung und namentlich von den Freihandverkäufen erst
durch die Auskunft des Betreibungsamtes vom 21. Mai
1946 zuverlässige
Kenntnis. Er hat also mit seiner Be-
schwerde die
Frist von Art. 17 Abs. 2 SchKG innegehalten.
-
Gemäss BGE 72 III 42 ff. steht der Abschluss
der Betreibung der Aufhebung von Betreibungshandlungen
an sich nicht entgegen. Anders verhält es sich,.wenn Hand-
lungen in Frage stehen, die nicht mehr rückgängig ge-
macht werden können. Als Beispiele solcher unwider-
ruflicher Akte nennt der erwähnte Entscheid die Verwer-
tung gepfandeter Gegenstände und die Verteilung des
Erlöses. Mit dieser
mehr beiläufigen Bemerkung (-der
Entscheid BGE 72 III 42 ff. hatte die Aufhebung eines
Verlustscheins
zum Gegenstand -)wollte nun freilich
nicht gesagt werden, dass die Verwertung in keinem Falle
durch die Aufsichtsbehörden nachträglich aufgehoben
werden könne.
Art. 136 bis SchKG bestimmt in Abwei-
chung von der frühern Rechtsprechung (vgl. z. B. BGE
30 1194,36 I 424/5 Sep.ausg. 7 S. 50, 13 S. 161/2), dass
der Eigentumserwerb des Steigerungskäufers (nur) auf dem
Wege der Beschwerdeführung angefochten werden könne,
und die Aufsichtsbehörden sind grundsätzlich auoh befugt,
einen
Freihandverkauf aufzuheben, wenn die gesetzlichen
Voraussetzungen
dafür nicht vorlagen (BGE 63 III 81 E.2).
Ist der Erlös aus der aufzuhebenden Zwangsverwertung
bereits verteilt, so
hat unter Umständen der Justizfiskus
die
Mittel zur Rückzahlung des Preises an den Erwerber
Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. N0 11.
zur Verfügung zu stellen (BGE 53 III 146 ff.). Mit Rück-
sicht auf den Erwerber kann es den Aufsichtsbehörden
jedoch nicht gestattet sein, einen Steigerungszuschlag oder
einen Freihandverkauf
wngen eines fehlerhaften Ver-
fahrens, für das der Erwerber keine Verantwortung trägt,
zu beliebiger Zeit wieder aufzuheben. Die im Wege der
Zwangsvollstreckung verwerteten Sachen dem Erwerber
nach
Jahr und Tag wegen eines solchen Verfahrensmangels
wieder zu entziehen, geht umsoweniger an, als nach Art.
SchKG die durch das Betreibungsverfahren herbeigeführte
Vermögensverschiebung gegenüber einem Gläubiger,
der
eine Nichtschuld eingetrieben hat, nach Ablauf eines
Jahres seit der Zahlung nicht mehr rückgängig gemacht
werden kann.
Es wäre widersinnig, wenn ein solcher Gläu-
biger in seinem Erwerb besaer geschützt wäre als der
Dritte, der betreibungsamtlich verkaufte Sachen erworben
hat. Mit der vorliegenden, mehr als zwei Jahre nach der
Verwertung und der Verteilung eingereichten Beschwerde
konnten deshalb die vom Betreibungsamt vorgenommenen
Freihandverkäufe nicht
mehr angefochten werden. Dem
Schuldner bleibt nur noch vorbehalten, gegen den Betrei-
bungsbeamten die Verantwortlichkeitsklage gemäss Art. 5
SchKG anzustrengen, wenn dieser ihm durch ungesetz-
liches Vorgehen schuldhaft einen Vermögensschaden zuge-
fügt hat. Die Handlungen des Betreibungsbeamten ledig-
lich zwecks Abklärung seiner Ver8/Jltwortlichkeit auf ihre
Gesetzmässigkeit
zu überprüfen, ist nicht Sache der Auf-
sichtsbehörden.
Eine Aufhebung
der Betreibungshandlungen, die der (un-
widerruflichen) Verwertung vorausgegangen sind, kommt
schon
deShalb nicht in Frage, weil ihnen heute keine
selbständige Bedeutung
mehr zukommt.
3. -Die Bedenken, die
der Aufhebung der Freihand-
verkäufe .entgegenstehen, gelten nioht
für die Aufhebung
des Verlustscheins, die
der Schuldner mit dem Antrage,
die ganze Betreibung sei als nichtig zu erklären, ebenfalls
verlangt. Die naohträgliche Aufhebung eines zu
Unrecht
Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. N0 6. 27
ausgestellten Verlustscheins verletzt keine Drittinteressen.
Ausser dem Schuldner sind daran vielmehr auch die Dritten
interessiert, die mit dem Schuldner geschäftlich verkehren,
da der Verlustschein, solange er besteht, dem Gläubiger
die Legitimation zur Anfechtungsklage gemäss Art. 285
ff.
SohKG verleiht. Die Aufsichtsbehörden können daher
einen zu
Unrecht ausgestellten Verlustschein jederzeit
wieder aufheben.
'
In einer Betreibung, die wie die vorliegende der Prose-
quierung eines Ausländerarrestes dient, darf naoh BGE 47
III 28 E. 2 ein Verlustschein nicht ausgestellt werden. Der
Verlustschein vom 27. März 1944 ist daher aufzuheben.
Die Gläubigerin
hat ihn dem Betreibungsamte zur Ver-
nichtung zurückzugeben.
Demnach erkennt die Schuldbetr.-'Und Konk'Urskammer:
Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen in dem Sinne,
dass der Verlustschein vom 27. März 1944 aufgehoben
wird.
Im übrigen wird der Rekurs abgewiesen.
6. Auszug aus dem Entscheid vom'24. Februar 1947 1. S. 80th
und Degussa, Deutsche Gold-und SUberscheideanstaIt.
l. Voraussetzung zu neuen Vorbringen nach Art. 79 OG, a.n.aloge
Anwendung der Vorschrift auf die kantonalen Instanzen.
Gelegenheit zu früherem Vorbringen verneint, wenn dazu
keine hinreichende Vera.nIassung bestand. (Erw. 3).
2.
Erstreckung der Rechtsvorschla.gsfrist nach Art. 66 Ii SchKG,
insbesondere zugunsten eines im Aus1a.nd wohnenden Schuld
ners. Diesem soll ermöglicht werden, sich in der Schweiz über
das Vorgehen zu erkundigen und sich hier vertreten zu lassen.
(Erw. 1 und 2).
1.
Productions nouvelles; conditions auxquelles elles sont sub-
ordonnees; applica.tion analogique de l'art. 79 OJ dans les
instances . ca.ntonales. Le principe selon lequel il ne peut tre
present6 de conclusions, faits, denegations et preuves nouvea.ux
lorsqu'ils auraient pu l' tre dans la. procedure ca.ntonale n'est
pas opposable a. la partie qui n 'ava.it pas de raisons de les pre-
senter a. ce moment-la. (consid. 3).
2. Prolongation du deIa.i d'opposition selon l'art. 66 M. I) LP,
specialement en faveur d'un debiteur habitant a. l'etranger.
On doit lui permettre de se renseigner en Suisse sur la. fllo9On de
proceder et s'y faire representer (consid. 1 et 2).