BGE 70 IV 163
BGE 70 IV 163Bge8 août 1942Ouvrir la source →
162 Strafgesetzbuch. No 42. rapports intimes avec Frieda Scheurer au debut de l'annee 1939, elle n'etait pas encore sa fiancee. En effet, le Tri- bup.al du Lac constate, sur la foi des declarations de la jeune fille, que !scher ne lui a promis le mariage qu'apres les premieres relations. A l'epoque de celles-ci, Frieda Scheurer n'etait donc que l'apprentie du recourant. Mais, meme si le mariage avait ete promis avant .les premieres relations sexuelles, l'art. 192 CP demeurerait applicable. Cette disposition vise en effet a proteger 1e mineur de plus de seize ans en raison du rapport de depen- dance dans lequel il se trouve avec l'auteur de l'acte. Or une promesse de mariage ne met pas fin a cette situa- tion speciale. A la difference des art. 196 et 197, l'art. 192 CP ne prevoit pas que le delinquant n'encourra aucune peine s'il a contracte mariage avec sa victime ; a plus forte raison, la conclusion de simples fianc;ailles ne saurait- elle supprimer le caractere punissable de l'attentat a la pudeur reprime par cette derniere disposition. L'inter- pretation proposee par le recourant permettrait d'eluder facilement la loi ; il suffirait au deliriquant de promettre le mariage a son apprentie, sauf a ne pas l'epouser dans Ja suite. 2. -En second Iieu, le recourant invoque l'art. 20 CP. Mais, en taut que Frieda Scheurer etait son apprentie, il n'a pas pu se croire en droit d'avoir avec elle des rela- tions intimes ; il devait savoir, comme tout employeur, qu'il commettait par la un acte reprehensible. Le recou- rant se prevaut en outre de sa qualite de fiance. II est exact que, dans certains milieux et dans certaines regions du pays, les relations sexuelles entre fiances sont consi- derees comme permises. Cette opinion pourrait, le cas echeant, induire en erreur celui qui commet l'acte sexuel, dans les conditions de l'art. 192, avec une mineure de plus de seize ans qui est sa fiancee. En l'espece, toutefois, la promesse de mariage faite par !scher -si taut est qu'elle füt serieuse -est posterieure aux premieres relations. Des lors, a l'epoque ou celles-ci out eu lieu, le Strafgesetzbuch. No 43. 163 recourant n'avait pas des raisons suffisantes de se croire en droit d'agir. Par ces motifs,. le Tribunal feabal rejette le pourvoi. 43. Auszug aus dem Urteil des ,Kassationshofes vom 29. Sep- tember 1944 i. S. B. gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau.
Art. 41 Ziff. 2 StGB. In der Wahl der Weisungen, welche mit dem bedingten Strafvollzug verbunden werden, ist der Richter innerhalb der ihm durch das Verbot der Willkiir gesetzten Schranken frei.
Strafgesetzbuch. N<> 43. der Weisung, das Dienstverhältnis mit lV. sofort und für die ganze Probezeit aufzulösen. A_uf Berufung des Verurteilten hin erkannte das Ober- gericht des Kantons Thurgau am 22. Juni 1944 in gleichem Sinne. 0. -B. ficht das Urteil des Obergerichtes mit der Nichtigkeitsbeschwerde an. Er beantragt, die Vorinstanz sei anzuweisen, ihn lediglich wegen wiederholter wider- natürlicher Unzucht im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB zu einer unter vier Monaten liegenden Gefängnisstrafe zu verurteilen und die mit dem bedingten Strafvollzug ver- bundene "'Weisung aufzuheben. Der Beschwerdeführer bezweifelt, dass die« gegenseitigen onanistischen Akte >i widernatürliche Unzucht im Sinne des Art. 194 StGB seien. Er meint, es gehöre hiezu ein mehreres, nämlich die Einführung des Gliedes in irgendeine natürliche oder künstlich gebildete Körperöffnung des Partners. Wenn man den Begriff der widernatürlichen Unzucht weiter fasse, als er unter dem früheren Recht in verschiedenen Kantonen und besonders auch in der deutschen Strafrechtswissenschaft verstanden wurde so widerspreche dies der Grundtendenz des neuen Rechts.' das die widernatürliche Unzucht weniger als Verbrechen ,oder Vergehen denn als krankhafte Erscheinung betrachte. Die mit dem bedingten Strafvollzug verbundene Weisung ficht der Beschwerdeführer mit der :Begründung an, dass W. inzwischen mündig geworden sei und daher eine strafbare widernatürliche Unzucht im Sinne des Art. 194 Abs. 1 mit ihm ohnehin nicht mehr möglich sei. D. -Die Staatsanwaltschaft des Kantons Thmgau beantragt die Abweisung der Beschwerde. Der Kassationshof zieht in Erwägung :
-Der Richter, der den bedingten Strafvollzug gewährt, kann dem Verurteilten für sein Verhalten wäh- rend der Probezeit bestimmte Weisungen erteilen (Art. 41 Ziff. 2 StGB). In der Wahl derselben ist er innerhalb der ihm durch das Verbot der Willkür gesetzten Schranken frei, denn das Gesetz zählt solche Weisungen nur bei- spielsweise auf. Im vorliegenden Falle haben die kanto-
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nalen Instanzen das zulässige Ermessen nicht überschrit-
ten. Durch die Weisung, das Dienstverhältnis mit W.
aufzulösen, soll dem Beschwerdeführer die Gelegenheit
zu Widernatürlicher Unzucht mit diesem genommen oder
ihm solche Unzucht doch erschwert werden. Damit werden
die Voraussetzungen
zur sittlichen Wiedergesundung des
Verführten verbessert. Zudem wird der Gefahr, dass der
Beschwerdeführer das Abhängigkeitsverhältnis zur Befrie-
digung seines Triebes missbrauche, vorgebeugt. Ganz
abgesehen davon ist widernatürliche Unzucht sittlich
verwerflich, auch wenn sie nicht strafbar ist. Das genügt,
um die Weisung zu rechtfertigen. Dem Verurteilten, dem
der bedingte Strafvollzug gewährt wird, darf zugemutet
werden, sich dieser Rechtswohltat auch durch sittliches
Wohlverhalten würdig zu erweisen, dies namentlich auf
Gebieten, wo die Gebote der Sittlichkeit und des Straf-
rechts sich weitgehend decken und wo daher Verfehlungen
gegen die
sittliche Ordnung gleichzeitig die rechtsbreche-
rische Neigung fördern.
Demnach erkennt der Kassationshof ·'.
· Die Nichtigkeitsbeschwerde wird abgewiesen.
44. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom H. Sep-
tember 1944 i.S. Isler gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Zug.
Art. 217 Abs. 1 StGB.
Vorsät;Zliche Nichterfüllung der Unterhaltspflicht unter Ehegatten
sowie der Eltern gegenüber dem Kinde ist im grossen und ganzen
B1;J.C~ trafbar, wenn nicht vorher die Leistu.ngspflicht durch den
ennn1vilrwhter festgestellt wrden ist. Dagegen ist die zivilrichter-
hche Feststellung der LeIStu,ngspflicht Voraussetzung der Be-
strafung des in Scheidung begriffenen Ehegatten ohne häusliche
Gemeinschaft und der die Unterstützungspflicht nicht erfüllen -
den Verwandten.
Art. 217 Abs. 1 StGB ist nur bei vorsätzlicher Begehung anwend-
bar ; böser Wille, Arbeitsscheu. oder Liederlichkeit eraetzen den
Vorsatz nicht, noch bringen sie ihn notwendigerweise mit sich.
Art. 217 al. 1 CP.
L'inexoou.tion intentionnelle de l'obligation d'entretien des epoux
l'lm envers l'autre, comme de l'obligation d'entretien des parents
Strafgesetzbuch. N° 44.
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envers leurs enfants est en regle generale puuissable meroe
lorsque les prestations n'ont pas ete u. prea,l?'ble fixs par le
juge civil. En revanche, la condamnation de 1. epoux en msce
de divorce qui ne fait pas menage commu.n avec son conJomt,
comme du parent qu.i ne s'acquitte pas de la dette alimentaire,
presuppose u.n prononce du ju,ge civil constatant l'obligation
d'entretien.
L'art. 217 al. 1 CP n'est applicable qu'en cas de commission
· intentionnelle ; la mauvaise volonte, la faineantise ou. · l'incon-
duite ne remplacent pas l'intent1on, ni ne l'impliqu.ent neces-
sairement.
Art. 217, cp. 1 CP. . . .
L'inadempienza intenzionale dell'obbligo d1 ,mannto dei
coniugi l'u,no verso l'altro, come pure dell obbhgo. c;he
se le prestazioni non sono state gia fissate dal g1u,dwe CIVIle:
Invece, la condanna del coniuge ehe ha promo.sso causa d1
divorzio e ehe non vive pfü in comu.nione domest1ca con l'alt:i:o
coniuge, corne pu,re la condanna del parente ehe non ademp1e
i suoi obblighi d'assistenza, presu.ppone 1 mante-
nimento dei genitori verso i figli 1le a.' di regola, p1a sentenza del
giu.dice civile ehe accerti l'obbligo di mtemme1:1to. .
L'art. 217 cp. 1 CP e applicabile soltanto m caso d1 reato mez
zionale ; il malvolere, l'oziosita o la dissolutezza non sost.itu1-
scono l'intenzione ne l'implicano necessariarnente.
Aus den Erwägungen :
Der Ehemann hat für den Unterhalt von Weib und Kind
in gebührender Weise Sorge zu tragen (Art. 160 Abs. 2
ZGB). Als der Beschwerdeführer nach Auffassung des
Strafgerichtes diese
Pflicht verletzte, waren die beiden
Verfügungen des
Kantonsgerichtspräsidenten vom 17. Juli
und 8. August 1942, die ihm ziffermässig bestimmte Un-
terhaltsbeiträge auferlegten, noch nicht erlassen. Das stand
objektiv einer Verurteilung auf Grund des Art. 217 Abs. 1
StGB nicht im Wege. Diese Bestimmung erklärt strafbar,
wer aus bösem Willen, aus Arbeitsscheu oder aus Lieder-
lichkeit die familienrechtlichen
Unterhalts-oder Unter-
stützungspflichten gegenüber seinen Angehörigen nicht
erfüllt. Sie lässt die Frage offen, ob die Unterhalts-oder
Unterstützungspflicht durch den Zivilrichter festgestellt
sein müsse
oder ob die Feststellung, was der Pflichtige hätte
leiSten sollen, vorfrageweise auf Grund der masi;igebenden
familienrechtlichen Bestimmungen direkt durch den Straf-
richter getroffen werden könne. Für den Unterhalt zwi-·
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