BGE 70 IV 107
BGE 70 IV 107Bge27 mai 1942Ouvrir la source →
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Strafgesetzbuch. No 28.
le cas echeant, le jug!3 penal se prononce prealablement
sur la question civile. II arrivera plus souvent que le dom-
mage soit fixe avant le jugement par accord avec le lese;
le juge pourra meme surseoir a statuer pour donner aux
interesses la faculte de parvenir a . une entente. La loi
permet d'ailleurs de lier d'une autre maniere la question
du sursis a la reparation du dommage ; selon le eh. 2 de
l'art. 41, e juge peut imposer au condamne qui a obtenu
le aursis l'obligation de reparer dans un delai donne.
Au surplus, lorsque le dommage n'est pas fixe avant la
oonda:milation penale, le juge peut eventuellement tenir
oompte, dans sa decision sur le sursis, de l'attitude adop-
tee par Ie condamne eu egard au tort qu'il a cause.
L'art. 41 al. 4 ne regit pas oette hypothese. Or, la mau-
vaise volonte manifeste mise par l'auteur a reparer, dans
la mesure de ses ressources, un prejudice d'emblee oertain,
l'indi:fference ou l'insouciance
dont il fait preuve pour les
oonsequences
de son acte, peuvent justifier le refus du
sursis en vertu de l'alinea 2 de l'art. 41 ; pareille attitude
peut en e:ffet jeter un jour defävorable sur le caractere du
condamne et permet, Ie cas echeant, de conclure qu'une
mesure de faveur ne le detournerait pas de commettre
de nouveaux crimes ou delits.
En l'espece, les tribunaux neuchatelois ont refuse le
sursis
par application de l'art. 41 al. 4. Motivee de la sorte,
cette decision ne peut etre maintenue. Quant a savoir
si elle pourrait se justifier en vertu de l'al. 2 du meme
artiole, la juridiction cantonale ne s'est pas prononoee
sur oe point. II oonvient dono de lui renvoyer la cause a
cet e:ffet, en relevant ce qui suit :
La plaignante a subi un prejudice evident du fait des
sevices dont eile a ete victime, ne s'agirait-il que des frais
de consultation d'un medecin et de oonstitution d'un
mandataire. Le recourant ne pouvait donc raisonnable-
ment decliner toute responsabilite quant aux consequences
de son acte, meme s'il pouvait Se croire fonde a imputer
a l'etat de sante de dame Guyot les troubles physiques et
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psyohiques dnt eile se plaignait. Or l'arret attaque cons-
tate a la suite du jugement de premiere instance que le
condamne
(( ne s'est pas o:ffert a reparer le dommage ».
Le reoourant critique oette oonstatation; mais en l'etat
eile lie le Tribunal fäderal, car, si elle est peu oonciliable
avec l'existence
averee de pourparlers transaotionnels,
elle
n'est pas manifestement erronee (art. 275 al. 1 PPF).
II appartiendra toutefois a la juridiction a1 d epreuve
une nouvelle peine pou.r u.n crrme ou. un delit est m1s a nou,veau
au. benefi.ce du. su,rsis.
Art. 41, cifra 3 OP. Il giudi<ili deve _ofdinar l'esecu,zione della
pena anche se il condannato ehe. n;i.corrt; m nu.pv;a pena.
per u,n crimine o u,n delitto du.rante il pantonale,
.appelee a statuer a nouveau sur le sursis, de revoir ce point
de fait, si le droit de prooedure l'y autorise. II lui sera
loisible egalement de tenir oompte a oe sujet de la decla-
ration de la Caisse nationale du 11 janvier 1944 et de la.
lettre du conseil du prevenu du 25 septembre 1943, pieces
que le recoura.nt a produites pour la premiere fois devant
le Tribunal federal et qu'a ce titre oelui-oi n'aurait pu
prendre en considera.tion dans la presente instance
(a.rt. 272 bis litt. b PPF).
29. Urteil des Kassationshofes vom 30. Juni 1944 i. S. Gam-
menthaler gegen GeneraJprokurator des Kantons Bern.
Art. 41 Ziff. 3 StGB. Die Strafe ist auch dann vollziehen t le deu. Iassen,
wenn dem Verurteilten für das während der Probezeit began-
gene neue Verbrechen oder Vergehen wiederum der bedingte
Strafvollzug zugebilligt worden ist.
Art. 41 eh. 3 OP. Le juge doit ordonner l'exoou.tion c!e !a peine
:meme lorsqu.e le condamne q encourt driodo di :pz:ova e messo
nu.ovamente al beneficio della sospens1one condiz1onale.
A. -Am 30. März 1944 hat das Obergericht des Kan-
tons Bern den bedingten Strafvollzug, welchen das
Amtsgericht von Bern Wilhelm Ga.mmenthaler am 27.
Mai 1942 für eine in Anwendung eidgenössischen Rechts
ausgesprochene Gelangnisstrafe von fünfddreissig Tagen
108 Strafg„setzbuch. No 29. gewährt hatte, gestützt auf Art. 41 Ziff. 3 StGB wider- rufen, weil Gammenthaler am 8. Dezember 1943 vom Gerichtspräsidenten IV von Bern wegen einer während der zweijährigen Probezeit begangenen Veruntreuung zu vierzehn Tagen Gefängnis, wiederum bedingt vollziehbar, verurteilt worden war. B. -Gammenthaler ficht den Entscheid des Ober- gerichtes mit der Nichtigkeitsbeschwerde an. Er beantragt dessen Aufhebung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz, damit sie die Strafe vom 27. Mai 1942 nicht vollziehen lasse. Der Beschwerdeführer macht gel- tend, Art. 41 Ziff. 3 StGB sei nicht nach seinem Wortlaut anzuwenden, denn das würde zu grossen Härten führen, was kaum die Absicht des Gesetzgebers gewesen sein könne. Es wäre geradezu u.nlogisch, im vorliegenden Falle, wo für die während der Probezeit begangene straf- bare Handlung wiederum nur eine bedingt vollziehbare Strafe ausgesprochen wurde, den Vollzug der ersten Strafe anzuordnen. 0. -Der Generalprokurator des Kantons Bern bean- tragt die Abw~isung der Beschwerde. Der Kassationshof zieht in Erwägung : Gemäss Art. 41 Ziff. 3 StGB hat der Richter die Strafe, welche als bedingt vollziehbar ausgefällt worden ist, unter anderem dann vollziehen zu lassen, wenn der Verurteilte während der Probezeit vorsätzlich ·ein Verbrechen oder Vergehen begeht. Diese Bestimmung macht keine Aus- nahme. Sie stellt es insbesondere nicht dem Ermessen des Richters anheim, von der Anordnung des Vollzugs dann abzusehen, wenn das während der Probezeit begangene Verbrechen oder Vergehen geringfügig ist. Diese Abwei- chung von der Ordnung, die vor dem Inkrafttreten des Strafgesetzbuches in gewissen Kantonen (z.B. Basel und Bern) galt und auch in der Literatur befürwortet wurde (vgl. u. a. MANTEL, Die Ergebnisse des bedingten Straf- erlasses in Deutschland, Belgien, · Frankreich und der Strafgesetzbuch. N° 29. 109 Schweiz S. 104; PFENNINGER in Festgabe zum schweiz. Juristentag 1928 S. 166), ist gewollt. Ein in der zweiten Expertenkommission gestellter Antrag, welcher dem Rich- ter die Anordnung des Strafvollzugs bei Nichtbewährung des Verurteilten nicht zwingend vorschreiben, sondern bloss erlauben wollte, wurde abgelehnt (Protokoll 1 418, 426, 431), ebenso ein im Nationalrat anlässlich der Berei- nigung der Differenzen gestellter Antrag, wonach der Richter ausnahmsweise befugt sein sollte, die Vollziehung der erkannten Strafe nicht zu verfügen, wenn das letzte beurteilte Verbrechen oder Vergehen geringfügiger Art ist (AStenBull NatR, Sonderausgabe 635 ff.). Der klare Wortlaut des Gesetzes deckt sich also mit dem aus den Materialien ersichtlichen Willen des Gesetzgebers, dahin- gehend, dass jedes während der Probezeit begangene Verbrechen oder Vergehen den Vollzug der Strafe nach sich ziehen soll (vgl. Votum GAUTIER, Protokolle der zweiten Expertenkommission 1 420). Dieser Strenge des Art. 41 Ziff. 3 StGB steht die Nach- sicht gegenüber, welche Art. 41 Ziff. 1 Abs. 3 zu üben gestattet. Diese Bestimmung schliesst den bedingten Strafvollzug nicht schon aus, wenn der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre wegen eines vorsätzlichen Ver- brechens oder Vergehens zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden ist, sondern nur, wenn er innerhalb dieses Zeit- raumes eine solche Strafe verbüsst hat. War die Strafe bedingt vollziehbar, so hindert Art. 41 Ziff. 1 Abs. 3 den Richter nicht, diese Massnahme auch für die zweite Strafe zu gewähren. Tut er dies, so verträgt sich damit schlecht, dass die selbst nur bedingt sühnbare Tat den Vollzug der früheren Strafe nach sich ziehen soll. Man kann sich fragen, ob diese Ordnung darauf zurückzuführen ist, dass Art. 39 Ziff. l Abs. 2 des Entwurfes (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 3 des Gesetzes) nach dem von den eidgenössischen Räten unwidersprochen dll.,."b.gelassenen Wortlaut in der Vorstrafe ein Hindernis des bedingten Strafvollzuges dann erblickte, wenn der Verurteilte sie « erlitten ll, nicht wenn
llO Strafgesetzbuch. N° 30. er sie << verbüsst )) hat. « Erlitten >) brauchte nicht unbe- dingt im Sinne von « erstanden » -ein Ausdruck, ·den der Entwurf in der Bestimmung über den Rückfall (Art. 64) kannte und der mit << verbüsst >> gleichbedeutend ist
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