8 Familienrecht. N° 3.
Extrait desmoti/s:
La loi, a l'art. 158 ch. 5 CC, a soumis a la ratification
du juge les conventions relatives aux effets accessoires
du divorce. Pour certains d'entre ces effets, la ratification
est apparue necessaire, parce que -comme l'attribution
des enfants et les dispositions concernant leur entretien -
ils tou hent directement a l'ordre public et qu'aussi bien,
en l'absence de convention ou de propositions des parties,
l'art. 156 fait au juge l'obligation de statuer a ce sujet.
Quant a d'autres effets du divorce, Sur lesquels le tribunal
n'a pas ase prononcer d'office mais seulement a la requete
des epoux, parce que -comme les prestations pecuniaires
d'un conjoint a l'autre -ils n'affectent pas ou qu'indi-
rectement l'interet gem3ral, la loi acependant juge la
ratification necessaire en vue de parer au danger qu'une
partie n'exploite la situation nee du proces pour amener
l'autre a accepter un arrangement contraire a ses interets.
Mais ce danger n'existe plus une fois la procedure de
divorce terminee. Le Tribunal federal ades lors decide
que la convention par la quelle les epoux divorces reglent
lems rapports pecuniaires est valable sans ratification
du juge, si elle est conclue posterieurement au jugement
passe en force (RO 47 II 243). TI faut admettre, par iden-
tite de motifs, que les anciens epoux sont en droit de
modifier
apres coup, par un simple accord entre eux, les
mesures
prevues a ce sujet dans le jugement de divorce .
ou la convention conclue en coms d'instance et homolo-
guee par le juge.
On peut se dispenser d'examiner si la pension alimen-
taire allouee a un epoux a titre de secours est encore
soumise
a 'art. 153 al. 2 CC lorsque les parties l'ont dans
la suite conventionnellement modifiee; si, en d'autres
termes, elle peut quand meme etre reduite par le juge
au cas oU. les conditions prevues audit article viendraient
a. se r6aliser. Cela ne semit en tout cas possible que si
les
parties avaient con9u le nouvel arrangement comme
Familienreoht. N° 4.
une modification provisoire, laissant subsister le droit
pour le conjoint debiteur de se prevaloir de l'art. 153
al. 2. Mais on ne saurait denier aux anciens epoux la
faculte de prendre des dispositions exc1uant a l'avenir
tout changement. TI leur appartient de decider souve-
rainement si, apres cloture de la procedure de divorce,
ils
entendent amenager a nouveau leurs relations econo-
miques et quel contenu ils donneront a ce reglement.
Les circonstances
de la cause demontrent precisement
qu'il peut y avoir un interet pour la femme, lorsqu'elle
est continuellement en butte a de nouvelles demandes de
reduction de son ex-mari, a voir Ia question regIee une
fois pour toutes moyennant une derniere et extreme
concession de sa part, pour autant que son conjoint se
range
a cette solution. S'il accepte la condition posee,
il renonce
par la meme au droit de s'adresser encore au
juge en vertu de l'art. 153 al. 2 00.
C'est ce qui s'est passe en l'espece. La defenderesse n'a
consenti a la roouction sollicitee par le demandeur qu'a
la condition que sa creance resultant de l'art. 152 ce ne
soit plus sujette a modification, mais soit remplacee par
une rente viagere invariable. Le demandeur a expresse-
ment accepte cette condition par l'organe de son conseil.
L'affaire
etait ainsi definitivement reglee.
4. Urteil der 11. Zivilabteilung vom 20. März 1941
i. S. St. gegen Regierungsrat des Kantons St. Gallen.
Entziehung der elterlichen Gewalt:
Die Ehefrau ist in dem gegen sie gerichteten Entziehungsverfahren
nicht von Gesetzes wegen durch ihren Ehemann vertreten,
sondern selbständige Partei. ZGB Art. 285, 288, 160-163.
Privation de la puissance paternelle :
Dans la procedure engagee contre elle, la femme n'est pas repre-
sentee d'office par son mari, mais elle figure comme partie
independante. ce art. 285, 288, 160- 63.
Privazione della potestii dei genitori :
NeUa procedura. promossa contro di lei, la moglie non e rappresen-
tata d'officio da. suo marito, wa figura come parte indipendente.
ce art. 285, 288, 160-163.
10 Familienrecht. N° 4
A. -Auf Antiag des Waisenamtes Uznach entzog das
Bezirksamt des Seebezirkes mit Verfügung vom 8. Juli
1940 den EheleU:ten AHred Eugen St. und Aline St.,
die in Uznach eine Wirtschaft betrieben, die elterliche
Gewalt über ihre fünf Kinder. Diese Verfügung wurde
zuhanden beider Ehegatten in nur einem Exemplar
am 9. Juli 1940 durch die Polizei dem Ehemann St.
ausgehändigt. Dieser rekurrierte hiegegen am 22. Juli
1940, innerhalb der vorgeschriebenen Frist von 14 Tagen,
an den Regierungsrat des Kantons St. Gallen. Erst
am 9. November 1940 reichte auch die Ehefrau St.
durch ihren Rechtsvertreter beim Regierungsrat Rekurs
ein, wobei sie geltend machte, dass für sie die
Rekursfrist noch nicht zu laufen begonnen habe, da
ihr die Verfügung nie gültig zugestellt worden sei. Mit
Entscheid vom 8. Januar 1941 wies der Regierungsrat den
Rekurs des Ehemannes St. ab. Auf den Rekurs der
Ehefrau St. trat er wegen Verspätung nicht ein.
B.
-Diesen Entscheid haben beide Ehegatten mit
zivi1rechtlicher Beschwerde an das Bundesgericht weiter-
gezogen.
Vater St. beantragt, den Entzug der elnr
lichen Gewalt aufzuheben. Diesen Antrag stellt auch seme
Ehefrau die zudem an ihrer Rüge der unrichtigen Zustel-
lung dnr erstinstanzlichen Verfügung festhält un in
zweiter Linie daher beantragt, die Sache zur matenellen
Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ergän-
zend erhebt sie gegen den NichteintretensnEntscheid der
VorinstanZ ausserdem das Rechtsmittel des staatsrecht-
lichen Rekurses wegen Willkür, Verweigerung des recht ..
lichen Gehörs und Verletzung der Rechtsgleichheit. Die
kantonalen Behörden beantragen Abweisung der Be-
schwerden.
Das Bundesgericht z.ieht in Erwägung :
I. -Gemäss Art. 288 ZGB ist es Sache der Kantone,
das bei der Entziehung der elterlichen Gewalt zu beob-
achtende Verfahren zu ordnen. Wollte die Beschwerde-
Familienrecht. No. 4.
führerin, Frau St., nur rügen, dass der Regierungsrat
durch seinen Nichteintretens-Entscheid solche kantonal-
rechtliche Verfahrensvorschriften verletzt habe, so wäre
hiefür die zivilrechtliche Beschwerde, die sich nur gegen
Verletzung von Bundesrecht richten kann, nicht das
geeignete Rechtsmittel. Die Beschwerdeführerin rügt aber
nicht nur Verstösse gegen kantonales Verfahrensrecht,
sondern behauptet, es sei die ihr nach Bundesrecht ge-
bührende ParteisteIlung missachtet worden, indem die
erste lnstanz die den beiden Ehegatten die elterliche
Gewalt
entziehende Verfügung nur dem Ehemann, nicht
aber auch ihr, der Ehefrau, zugestellt habe, obwohl sie
sich damals nicht beim Ehemann, sondern auswärts
befunden habe.
In der Tat stellt die Vorinstanz nicht etwa fest, dass
der Beschwerdeführerin selber oder einer für sie zum
Empfang befugten Person die sie betreffende Entzugs-
verfügung ausgehändigt worden sei. Sie geht vielmehr
ausdrücklich davon aus, dass nur eine Verfügung und
diese nur dem Ehemann zugestellt worden sei, was reoht-
lieh genüge, weil die Ehefrau im Entzugsverfahren duroh
den Ehemann vertreten werde und diesem, als dem Haupt
der Gemeinschaft, daher auch der beide Elternteile in
gleicher Weise berührende Entscheid in einer einzigen
Ausfertigung habe übergeben werden dürfen.
Diese Auffassung, dass es genüge, einen dem Ehemann
und der Ehefrau die elterliche Gewalt entziehenden Ent-
scheid nur dem Ehemann zuzustellen, verstösst gegen
Bundesrecht. Sie lässt sich nicht damit begründen, dass
der Ehemann das Haupt der Gemeinschaft und der gesetz-
liche
Vertreter derselben sei (Art. 160 und 162 ZGB).
Denn nicht der gemäss Art. 162 und 163 ZGB durch die
beiden Ehegatten vertretbaren ehelichen Gemeinschaft
steht die elterliche Gewalt über die Kinder zu, sondern
jedem Ehegatten als eigenes, selbständiges Recht. Die
Ehefrau ist nur in der praktischen Ausübung desselben
während der Ehe gemäss Art. 274 ZGB insofern beschränkt,
als sie im Einvernehmen mit dem Ehemann zu handeln
und bei Uneinigkeit seinen Willen als entscheidend anzu-
erkennen hat. Dies ändert aber nichts daran, dass ihr der
Genuss des Rechtes und insbesondere die Möglichkeit
zusteht, es beim Ausscheiden des Ehemannes selbständig
auszuüben. Im Streit um den Entzug dieses ihr höchst-
persönlich
zustehenden Rechtes ist der Ehemann nicht von
Gesetzes wegen ihr Stellvertreter. Sie hat Anspruch
darauf, im Entzugsverfahren als selbständige Partei
behandelt zu werden, woraus folgt, dass auch ihr und nicht
nur dem Ehemann der Entscheid über den Entzug der
Elterngewalt zugestellt werden muss.
Da die untere kantonale Behörde dies versäumt hat, ist
der Nichteintretensentscheid der Vorinstanz nicht haltbar.
Dieses Mangels wegen die Sache an die Vorinstanz zur
neuen Entscheidung zurückzuweisen, besteht aber kein
Anlass, da die vorliegenden Akten zur Sachentscheidung
genügen,
zu der das Bundesgericht gemäss Art. 93 OG
selbst zuständig ist. Damit wird der von der Beschwerde-
führerin wegen des gleichen Mangels
erklärte staatsrecht-
liche Rekurs gegenstandslos.
2.
u. 3. -Ausführungen über die Voraussetzungen für
den Entzug der Elterngewalt.
Demnach erkennt das Bundesgericht :
Beide Beschwerden werden abgewiesen und demgemäss
der Entzug der elterlichen Gewalt gegenüber beiden .
Beschwerdeführern bestätigt.
Vgl. auch Nr. 15. -Voir aussi n° 15.
H. ERBRECHT
DROIT DES SUCCESSIONS
5. Urteil der 11. Zivilabteilung vom 13. Februar 1941 i. S.
M. D. gegen P. U. und M. U.
Erbrecht, Anfechtung der letztwilligen Verfügung wegen Wülens-
mangels,
Art. 469, 519 ZGB.
-Anfechtung der unter psychischem Zwang (Hörigkeit des
Testators) entstandenen Verfügung;
-Anfechtung der letztwilligen Verfügung wegen Irrtums des
Testators mit Bezug auf die Beweggründe. Voraussetzungen
dafür.
Droit 8'UCCe8soral. Demande tendante a l'annulation d'une disposition
a cause de mort pour vice du consentement. Art. 469, 519 00.
-Action intentee en raison du fait que le testateur aurait agi
sous l'empire d'une contrainte morale (attachement servile).
-Action intentee en raison de l'erreur sur les motifs dans laquelle
le testateur se serait trouve.
Diritto BUCcessorio. Azione volta ad ottenere l'annullamento di
una disposizione a causa di morte a motivo di vizi del consenso.
Art. 469 e 519 00.
-Azione promossa pel fatto che il testatore avrebbe agito sotto
una pressione morale (affezione servile).
-Azione promossa per l'errore sui motivi, nel quale il testatore
si sarebbe trovato.
(Aus dem Tatbestand :)
A. -Der am 7. Januar 1938 in Zürich verstorbene
J. U. hatte in seiner öffentlichen letztwilligen Verfügung
vom 27. März 1937 über die Verteilung seines Nachlasses
auf seine drei
Töchter bestimmt, dass er diese Erben von
jeder Ausgleichspflicht befreie und vom Vermögen je
6/16 den Töchtern P. U. und Frau M. U. zuweise, der
Tochter Frau M. D. hingegen nur den Rest von 4/16,
was ihrem gesetzlichen Pflichtteil entsprach.
Diese Erbin erhob Klage gegen ihre beiden Schwestern,
indem sie die Ungültigkeit der letztwilligen Verfügung
geltend machte. Sie behauptete, der Erblasser habe sich
unter dem Einfluss von Irrtum, arglistiger Täuschung,
Drohung und Zwang befunden, als er sie mit seiner Ver-