BGE 67 I 337
BGE 67 I 337Bge19 sept. 1941Ouvrir la source →
Staatsrecht. une ou plusieUl' affaires civiles (art. 20 de la loi vaudoise de 1880, et art. 29 de la loi neuchateloise). Le droit genevois semble ne connaitre que le systeme de l'autorisation gene- rale, document6e par l'inscription au tableau du barre au avec les obligations qui en derivent. Mais une lacune du droit cantonal n'a pas pour consequence de priver le citoyen d'une faculre que lui reconnait le droitfederal (cf., dans le domaine de la liberte du commeroo et de l'industrie, les arrets RO 40 I 33 ss, 52 I 229). Or c'est bien l'autorisation de mener un proces determlle qu'a requise le recourant. S'il a sollicite son inscription au tableau du barreau, c'est qu'il voulait pouvoir conduire entierement lui-meme la procedure, et non pas seulement etre admis a plaider. Mais cela ne change rien a son. intention clairement expri- mee d'obtenir une autorisation speciale; il a d'ailleurs precise ne vouloir se soumettre qu'aux obligations que comportait pour lui sa qualire d'avocat « instruisant un proces ». Ce n'est que dans ce sens que le Conseil d'Etat pouvait donner suite a sa requete. Le recourant etait des 10rs en droit de penser que son inscription au tableau n'etait pas de nature a lui imposer des charges que le droit federal ne permet pas d'attacher a une permission du genre decelle qu'il avait sollicit6e. Aurait-il meme pu recourir contre l'obligation ou on le mettait de s'inscrire, qu'll demJure encore recevable, en face de la decision du Pr6sident du Tribunal, a s'lever contre une condition sans rapport avec son activite exceptionnelle a Geneve. On ne peut s'expliquer l'attitude des autorites genevoises que par le souci de proteger les membres du barreau gene- vois contre toute concurrence de la part d'avocats etran- gers au canton, quoi qu'il en soit des garanties constitu- tionnelles. Par ces moti/s, le Tribunal /6Ural admet le recours et annule la decision du President du Tribunal. Kompf'\pnzkonflikt zwi8chen bürgerlicher 11. Militärgerichtsharkuit. N. 48. :l:n IV. KOMPETENZKONFLIKT ZWISCHEN BÜRGERLICHER UND MILITÄRGERICHTSBARKElT CONFLIT DE COMPETENCE ENTRE LES TRIBUNAUX ORDINAIRES ET LES TRIBUNAUX MILITAIRES 48. Urteil vom 1. Dezember 1941 i. S. Kaiser gegen Territorialgericht m A. Bei der Unterstellung von Zivilpersonen unter das Militärstraf- recht hat das Bundesgerioht als Kompetenzkonfliktsbehörde abgesehen von den Voraussetzungen des Aktivdienstes oder von Kriegszeiten nur zu prüfen, ob weitere, vom Vergehenstat- bestand unabhängige, im Gesetz umschriebene Kompetenz- voraussetzungen vorhanden sind; das trifft zu, soweit sioh eine Zivilperson der Ehrverletzung einer im Dienst befindlichen Militärperson schuldig macht (Art. 145-148 MStG), nioht dagegen bei den übrigen in Art. 3 Ziff. 1 und Art. 4 Ziff. 2 genannten Vergehen, insbesondere nioht bei der Störung der militärisohen Sioherheit (Art. 3 Ziff. 1 Abs. 6 MStG); Änderung der Rechtspreohung. Die materielle Frage, ob die Handlung nach der Anklage einen Tatbestand des MStG erfülle, ist von den militärischen Gerich- ten zu prüfen. S'agissant de l'assujettissement de oivils au droit penal militaire, le Tribunal federal, saisi d'un conflit de competence, peut seulement examiner, outre les questions relatives a l'existence de l'etat de service actif ou de guerre, si la competence depend d'autres conditions distinctes des elements de fait constitutifs du deUt et fixees par la loi. Ce sera le cas lorsqu'un eivil aporte atteinte a l'honneur d'un militaire au service (art. 145-148 CPM), mais non pas lorsqu'il s'agit des autras deIits prevus aux art. 3 eh. 1 et 4, eh. 2 CPM et en particulier de l'atteinte portee a la soouriM militaire (art. 3 eh. 1 aI. 6 CPM) ; ehangement de jurisprudence. 11 appartient aux tribunaux militaires d'examiner au fond si les faits releves dans l'acte d'aceusation tombent sous Ie eoup du CPM. Nel caso in eui eivili sono assoggettati al diritto penale militare, il Tribunale federale, adito per dirimere i1 eonflitto di eompe- tenza, pub asaminare, oltre le questioni relative all'esistenza deI servizio attivo ° dello stato di guerra, unicamente se la eompetenza dipenda da altre condizioni indipendenti dal fattispecie deI delitto e fissate dalla legge.Cib si verifica, per esempio, quando un civile ha offeso nell'onore un militare in AS 67 I -1941 22
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Staatsrecht.
sezio .<a.:t.: 14?-M) ;, i48 CM), ma non quando si tratti degli
altri. dehttl prevIsb dagh art. 3 eifra 1 e 4 eifrn 2 CPM e in
partlColare dell'attentato alla sieurezza miIitare (an. 3 eüra 1
, cp. 6. Cen di giurisprudenza.
lSpetta. al tnbunah.llllhtarl dl esaminare nel merito se i fatti rile-
vati nell'atto dl aoousa siano puniti dal CPM.
A. -Der Bundesratsbeschluss über die Landesversor-
gung mit flüssigen Kraft-und Brennstoffen vom 26. Sep-
tember 1939 ermächtigt das eidgenössische Volkswirt-
schaftsdepartement, die
Rationierung des Verbrauchs von
flüssigen
Kraft-und Brennsto:ffen anzuordnen. Gestützt
hierauf erliess das Kriegs-, Industrie-und Arbeitsamt am
17. Oktober 1940 im Einvernehmen mit der Armeeleitung
die Verfügung betreffend Generatoren
und Apparate für
die Verwendung von Ersatztreibstoffen. Sie bestimmt in
Art. I:
« Kanf und Verkanf, Herstellung, Einbau und Aufstellung von
Geeratoren .und ApJ>raten für die Verwendung von Ersatz-
treibstoffen smd bewilhgungspflichtig. II
Am 21. Februar 1941 erliess die Sektion Mobilmachung
des Armeekommandos
an die Konstrukteure und Einbau-
firmen von Generatoren und Apparaten für die Verwen-
dung von Ersatztreibstoffen ein Rundschreiben, worin
darauf hingewiesen wird, dass Fahrzeuge ohne die hierfür
vorgeschriebene Bewilligung
auf Ersatztreibstoffbetrieb
umgebaut worden seien, was nicht nur gegen die Verfügung
vom 17. Oktober 1940 verstosse, sondern die Mobilma-
chungsbereitschaft
und damit die Schlagkraft der Armee
beeinträchtige.
Das Armeekommando ordne deswegen an,
dass jeder Umbau, der nach dem 25. Februar 1941 ohne
schriftliche Bewilligung der Sektion für Kraft und Wärme
zur Ausführung gelange, als bewusste Schwächung der
Schlagkraft der Armee militärstrafrechtlich verfolgt werde.
Ausserdem
wurde festgestellt, dass sowohl der Umbau
militärisch belegter wie auch militärisch unbelegter Fahr-
zeuge bewilligungspflichtig sei.
B. -Der Beschwerdeführer hat in der Zeit nach dem
23. Oktober 1940 bezw. 25. Februar 1941 zum Teil mili-
KOIDlJeÜ'11zkonflikt zwiAchcll bürgerlichet· lJ. Militärgerichtsbarkeit. N0 48. 3:IH
tärisch belegte, zum Teil andere Motorfahrzeuge trotz
Kenntnis des Verbotes des Armeekommandos vom 21. Fe-
bruar 1941 ohne Bewilligung auf Ersatztreibstoffe umge-
baut. Deswegen wurde gegen ihn eine militärische Unter-
suchung eingeleitet, in der er beschuldigt wird des Unge-
horsams gegen eine öffentlich bekanntgemachte,
von der
zuständigen bürgerlichen Behörde zur Wahrung militä-
rischer
Interessen erlassene Verordnung, sowie gegen eine
besondere Anordnung einer militärischen Dienststelle
(Art.
107 und 108 MStG). Der Untersuchungsrichter des
Territorialgerichtes
III A hat die Untersuchung mit Ver-
fügung vom 19. September 1941 abgeschlossen.
O. -Mit Eingabe vom 3. Oktober 1941 hat Kaiser beim
Bundesgericht die Kompetenzkonfliktsbeschwerde erhoben.
Er beantragt, das Bundesgericht möge die Unzuständig-
keit der militärischen Gerichtsbarkeit zur Beurteilung des
ihm zur Last gelegten Vergehens feststellen und das ange-
hobene Verfahren aufheben.
Er bestreitet die Kompetenz
der Sektion für Mobilmachung zum Erlass des Umbauver-
botes vom 21. Februar 1941 für nicht stellungspflichtige
Fahrzeuge und damit die Anwendbarkeit von Art. 108
MStG
und macht geltend, dass die Verfügung, der er zu-
widergehandelt
habe, nicht in Wahrung militärischer
Interessen ergangen sei.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung :
Der Beschwerdeführer hat die ihm zur Last gelegte
Handlung nicht in seiner militärischen Stellung, sondern
als Zivilperson
begangen. Im Gegensatz zu den dem Militär-
strafrecht allgemein unterstellten Personen {Art. 2) unter-
stehen diesem und damit der militärischen Gerichtsbarkeit
Zivilpersonen -abgesehen
von bestimmten Personen-
kreisen (Art.
2Ziff. 7 ; 3 Ziff. 2 und 3 ; 4 Ziff. I) -sowohl
in Friedenszeiten als bei erweiterter Geltung des Militär-
strafrechts im Fall des aktiven Dienstes oder von Kriegs-
zeiten (Art. 3
und 4) lediglich für bestimmte Vergehen, im
ersten Fall bei Verletzung militärischer Geheimnisse und
:140 Staatsrecht. bei Schwächung der Wehr kraft (Art. 2 Ziff. 8), im letzten für die in Art. 3 Ziff. 1 und Art. 4 Ziff. 2 besonders aufge- zählten Tatbestände. Welcher Art die Unterstellung sei, ist für die Kompetenz- konfliktsbeschwerde von Bedeutung : ist sie eine generelle, so lässt sich die Zuständigkeitsfrage auseinanderhalten von der materiellen Frage, ob sich der Beschuldigte ein be- stimmtes Vergehen habe zuschulden kommen lassen. Die Kompetenzkonfliktsbehörde hat dann zu prüfen, ob der Beschuldigte sich im Militärdienst befunden habe, als Dienstpflichtiger ausserhalb des Dienstes in Uniform auf- getreten sei oder in Bezug auf seine militärische Stellung oder dienstlichen Pflichten gehandelt habe usw. Bei der Unterstellung nur für bestimmte Tatbestände dagegen ist jene Trennung nicht möglich. Ob der Beschuldigte im Sinne von Art. 2 Ziff. 8 unter das Militärstrafrecht falle, hängt ab von der Beantwortung der materiellen Frage, ob er militärische Geheimnisse preisgegeben oder die Wehr- kraft geschwächt habe, ob Art. 3 und 4 auf ihn anwendbar seien, davon, ob die Zivilperson einen der dort aufgezählten Tatbestände erfülle. Gegenstand der Konfliktsbeschwerde kann dann nur die Prüfung der Frage bilden, ob die beson- deren Voraussetzungen des· Aktivdienstes oder von Kriegs- zeiten gegeben seien und ob und inwieweit der Bundesrat im Fall des Aktivdienstes die Unterstellung beschlossen habe. Abgesehen hievon kann sich nur fragen, ob ausser- dem weitere vom Vergehenstatbestand selbst unabhängige, im Gesetz bestimmte Voraussetzungen aufgestellt sind. Das trifft zu, soweit eine Zivilperson sich der Ehrverletzung einer im Dienst befindlichen Person schuldig macht(Art.145 bis 148); sie unterliegt nach der Ordnung des Art. 3 Ziff. 1 Abs. 8 dem MStG nur, wenn die Ehrverletzung auf die dienstliche Stellung oder Tätigkeit der beleidigten Militär- person Bezug hat. Hierin liegt ein Erfordernis, das in den Art. 145 bis 148 MStG nicht genannt ist, über deren Tat- bestandselemente hinausgeht, davon unabhängig und des- halb von der KompetenzkonfJiktsbehörde zu prüfen ist Kompetenzkonflikt zwischen bürgerlicher u. MilitärJ.(ericht .. h .. rkeit. N° 48. :141 (BGE 61 I H3). Bei den übrigen in Art. 3 Ziff. 1 und Art. 4 Ziff. 2 genannten Vergehen sind derartige besondere Voraussetzungen nicht aufgestellt ; sie fehlen insbesondere für den Tatbestand der Störung der militärischen Sicher- heit (Art. 3 Ziff. 1 Abs. 6), unter welcher Bezeichnung das Marginale zu Art. 98 bis 108 die bezüglichen Vergehen zusammenfasst. Es kann sich hier nur um die materielle Frage handeln, ob die Handlungsweise nach der Anklage unter das MStG falle und daher von den Militärgerichten zu beurteilen sei. Die bürgerliche Gerichtsbarkeit fällt ausseI' Betracht. Wenn das Bundesgericht im Entscheide 66 I 253 weiter gegangen ist, d. h. bezüglich der Beschimp- fung einer im Dienst stehenden Militär-durch eine Zivil- person nicht nur untersucht hat, ob die. Voraussetzungen von Art. 3 Ziff. lAbs. 9 erfüllt seien, sondern im Hinblick auf den möglicherweise gegebenen Tatbestand der Störung der militärischen Sicherheit auch prüfte, ob die Beschimp- fung öffentlich und gegen eine im (aktiven) Dienst ste- hende Militärperson gerichtet gewesen sei (Art. 101 MStG), kann an jener AuffassUIlg nicht festgehalten werden. Sie müsste dazu führen, dass das Bundesgericht gestützt auf Art. 223 MStG dem Militärgericht in. der Beurteilung der materiellen Frage vorgreifen würde, was der Funktion der Kompetenzkonfliktsbeschwerde widersprechen würde und daher nicht der Sinn der erwähnten Norm sein kann (Urteil i. S. Keller und Wechlin vom 10. November 1941, nicht pubI.; KIROHHOFER, Kompetenzkonflikt ZSStR Bd. 46 S. 24). Der Rekurrent, der wegen Störung der militärischen Sicherheit (Art. 107 f.) in Untersuchung gezogen ist, begründet die Beschwerde nicht damit, dass er die Zustän- digkeitsvoraussetzungen des Art.. 3 bestreitet. Er könnte dies auch nicht mit Erfolg tun, nachdem der Bundesrat durch Beschluss vom 29. August 1939 den Aktivdienst- zustand erklärt und die Unterstellung der Zivilpersonen für die in Art. 3 Ziff. 1 genannten Handlungen beschlossen hat. Der Beschwerdeführer will die Zuständigkeit des
\·{,l'waltungs. und Disziplin>l'·l'<"Cbt<lptlege.
militärischen ichters vielmehr einzig deswegen in Abrede
stellen, weil die Verfügung des Kriegs-,
Industrie-und
Arbeitsamtes vom 17. Oktober 1940 nicht in Wahrung
militärischer Interessen und diejenige der Sektion Mobil-
machung des Armeekommandos vom 21. Februar 1941
nicht von einer zuständigen militärischen Stelle bezw. in
Überschreitung der ihr zustehenden Kompetenzen erlassen
worden seien.
Damit werden Tatbestandsmerkmale der
Art. 107 und 108 MStG in Frage gestellt. Die Bestreitung
auf deren Begründetheit zu überprüfen, muss dem in der
Sache materiell zuständigen Militärgericht überlassen
bleiben.
Demnach erke:nnt das Bundesgericht :
Die Beschwerde wird abgewiesen.
B VERWALTUNGS-
UND DISZIPLINARRECHTSPFLEGE
JURIDICTION ADMINISTRATIVE
ET DISCIPLINAIRE
•
I. REGISTERSAOHEN
REGISTRES
49. Urteil der J. ZivilabteUuug vom 17. Dezember 194.t i. S.
f.rOHSenbaeher
& CleAktienoesellsehalt und Gerber gegen
Eidoen. Amt für das Handelsregister.
Hmulelsregister, Aktiengesellschaft. Prokura.
Accès programmatique
Accès API et MCP avec filtres par type de source, région, tribunal, domaine juridique, article, citation, langue et date.