BGE 66 III 25
BGE 66 III 25Bge3 juin 1937Ouvrir la source →
diese Bewilligung wird nieht ersetzt durch eine vom Schuld- ner eigemnäehtig erlangte Eintragung im Handelsregister (Art. 932/33 OR) ; -weitere Voraussetznng der persönlichen Betreibung ist in jedem Falle Urteilsfähigkeit des Schuldners (arg. Art. 17 ZGB). Deren Fehlen ist von den Betreibungsbehörden von Amtes wegen zu beachten, selbst wenn keine vormund- schaftlichen Massnahmen ergriffen worden sind.
26 Schuldbetr<'ibungs-und Konkursrechf.. N0 6.
affinehe sia possibile un' eseeuzione personale, oeeorre aneora e in ogni easo ehe il debitore goda della eapaeita di diseernimento (art. 17 CC). La maneanza di diseerni- mento dev' essere presa in eonsiderazione d'offieio dalle autorita di eseeuzione, anehe se il debitore non e stato oggetto di misure da parte dell'autorita tutoria. A. -Werner Barbey wurde in Neuenburg entmündigt und unter Vormundschaft gestellt, an deren Stelle zufolge Beschlusses der Vormundschaftsbehörde von Neuenburg vom 19. Oktober 1928 die elterliche Gewalt der Mutter trat (Art. 273 H, 385 III ZGB). Während die Entmündigung fortdauerte, nahm Barbey in Winterthur eine Stelle beim Schuhhändler Dreher an. Am 5. Juni 1939 liess er sich auf dessen Veranlassung als Inhaber der Firma Elma- Schuhe Werner Barbey in das Handelsregister des Kantons Zürich eintragen, was am 9. gL M. im Schweizerischen Handelsamtsblatt bekanntgemacht wurde. Der Eintrag blieb bestehen bis zur Löschung am 2. Februar 1940. Am 24. Oktober 1939 wurde Barbey aus einer für Dreher eingegangenen Bürgschaft betrieben. Der Gläubiger stellte das Konkursbegehren. Der' Konkursrichter, von der Entmündigung benachrichtigt, setzte das Erkenntnis gemäss Art. 173 II SchKG aus und überwies den Fall der Aufsichtsbehörde. B. -Die untere Aufsichtsbehörde erklärte die Betrei- bung in Anwendung von Art. 47 1 SchKG nichtig. Die vom Gläubiger angerufene obere kantonale Aufsichts- behörde liess ihr dagegen mit Entscheid vom 23. Mai 1940 den JI'ortgang. Sie hielt den Fall von Art. 47 III SchKG für gegeben, wonach die Betreibung für Forderungen aus einem nach Art. 412 ZGB bewilligten Geschäftsbetriebe Hchuhlhetr!'ihulIgs" und Konk"rsrecht. Xc 6. 27 gegen den wenngleich entmündigten Schuldner persönlich am Orte des Geschäftssitzes zu führen ist : Eine Bewilli- gung der offenbar von der Eintragung gar nicht unter- richteten Vormundschaftsbehörde liege zwar nicht vor. Der veröffentlichte Eintrag des Schuldners als Inhabers einer Einzelfirma im Handelsregister sei jedoch gegenüber jedermann und somit auch gegenüber der Vormund- schaftsbehörde wirksam. Er begründe eine unwiderlegbare Vermutung dafür, dass der Geschäftsbetrieb von der Vormundschaftsbehörde bewilligt worden sei. C. -Der Vertreter des Schuldners zieht diesen Ent- scheid an das Bundesgericht mit dem erneuten Antrag, die Betreibung sei nichtig zu erklären und die Konkurs- androhung aufzuheben. Die SchUldbetreibungs-und KonkuTskammer zieht in Erwägung :
Auch begründet der Eintrag einer Einzelfirma im
Handelsregister nicht etwa für sich allein schon eine
Fiktion der Handlungsfähigkeit des Firmainhabers, die
auch für die Betreibungsbehörden verbindlich wäre.
Die Handlungsfähigkeit ist gar keine durch das Handels-
register auszuweisende Tatsache; . sie gehört nicht zu
dem Registerinhalt, der nach Art. 932 II OR nach Mass-
gabe seiner Veröffentlichung Dritten gegenüber wirksam
wird und nach Art. 933 I OR als allgemein bekannt zu
gelten hat. Vielmehr ist anerkannt, dass die Geltend-
machung der Handlungsunfähigkeit auch gegenüber einem
Handelsregistereintrag vorbehalten bleibt, wie denn dieses
Register öffentlichen Glauben nur unter bestimmten
Einschränkungen geniesst (EugenHuBER, Zum schwei-
zerischen
Sachenrecht, 114 ff.; WIELAND, Handelsrecht I
234/238; HIS, zu OR 933 NI'. 21-28). Vollends ist die
Vormundschafts behörde , hinter deren Rücken der Ent-
mündigte sich hat eintragen lassen, an den Eintrag nicht
gebunden. Weder kann, wie dargetan, der Entmündigte
selbst über seine Handlungsfähigkeit bestimmen, noch
steht den Handelsregisterbehörden die (stillschweigende)
Bewilligung eines Geschäftsbetriebes
durch Vollzug einer
Schuldbetreibun!(s-und Konkursrecht. o 6. 29
Anmeldung zu ; der Registerführer hätte denn auch nach
seinem Bericht den Vollzug der vorliegenden Anmeldung
bei Kenntnis der Entmündigung verweigert. Aus dem
weitergehenden öffentlichen Glauben des Grundbuches
lässt sich nichts Abweichendes herleiten. Auch das Grund-
buch macht übrigens die Handlungsunfähigkeit eines
Verfügenden
nicht unbeachtlich; vielmehr ist der auf
solcher Verfügung beruhende Rechtserwerb trotz Ein-
trages im Grundbuch mangelhaft. Die Fiktion der Hand-
lungs-und demgemäss der Prozessfähigkeit einer Person
lässt sich aus dem Grundbuch nicht herleiten, und damit
steht es im Einklang, dass auch das Handelsregister darüber
nicht Recht schafft und namentlich nicht wirksam getrof-
fenen vormundschaftlichen Massnahmen entgegensteht.
3. -Um gutgläubigen Dritten gegenüber wirksam
zu werden, bedarf die Entmündigung allerdings nach
Art. 375 III ZGB der Veröffentlichung, und bei Verlegung
des Wohnsitzes gemäss
Art. 377 (in einen andem Vor-
mundschaftskreis)
hat nach Abs. 3 daselbst nochmals eine
Veröffentlichung stattzufinden. Es kann jedoch dahin-
gestellt bleiben, ob diesen Vorschriften im vorliegende
Falle richtig nachgelebt wurde, und was sich allenfalls
in materiellrechtlicher Beziehung aus ihrer Missachtung
ergeben
möchte (vgl. BGE 54 II 346). Für die Prozess-
fähigkeit
und demgemäss auch für die Fähigkeit, im
Zwangsvollstreckungsverfahren die Stellung einer Partei
selbständig zu versehen, ist die Entmündigung ohne
weiteres zu beachten, gleichgültig ob sie überhaupt zu
veröffentlichen ist und ob dies in richtiger Weise geschieht.
Wie schon die entsprechenden Bestimmungen von Art. 6
des Bundesgesetzes
von 1881 betreffend die persönliche
Handlungsfähigkeit (BGE 27 I 114 -Sep.-Ausg. 4 S.
22), so schützt auch Art. 375 III ZGB gegenüber einer
nicht veröffentlichten Entmündigung nur den guten
Glauben im rechtsgeschäftlichen Verkehr, hindert dagegen
nicht die Anwendung von Art. 47
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SchKG ohne Rücksicht
auf eine Veröffentlichung. Diese Bestimmung ist, da eine
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Bewilligung der Vonnundschaftsbehörde im Sinne von
Art. 412 ZGB/47 III SchKG nicht vorliegt, auch hier
anwendbar und.der Rekurs daher begründet.
Demnach erkennt die Schuldbetr.-u. Konkurskammer :
Der Rekurs wird gutgeheissen und die Betreibung
Nr. 4138/1939 des Betreibungsamtes Winterthur I samt
der Konkursandrohung vom 20. November 1939 als
nichtig aufgehoben.
7. Arrt!t du 24 julllet 1940 dans la cause P.
Lorsque le tiers detenteur d'uu coffre-fort clans lequel se trouvent
des biens appartenant au debiteur refuse de l'ouvrir ou de
renseigner l'office .sur son contenu, le creancier peut exiger
l'ouverture forcee du cofire afin de permettre l'execution da
la saisie.
PländungB'VoUzug :
Wenn der Dritte, bei dem sich Vermögen des Schuldners in einem
Schrankfach befindet, sich weigert, das Fach zu öffnen oder
dessen Inhalt dem Betreibungsamt bekanntzugeben, so kann
der Gläubiger die zwangsweise Oeffnung verlangen.
Se iI terzo detentore d 'una cassaforte neUa. quale si trovano beni
appartenenti al debitore rifiuta di aprirla 0 di indicarne iI
contenuto aU'ufficio, il creditore puo domandare l'apertura
forzata della cassaforte.
a Paris, deux sequestres, l'un pour5148 fr., l'autre pour
175050 fr., sur des valeurs en depöt a la Banque populaire
suisse.
Ayant continue sa poursuite et celle-ci etant restee
sans opposition, elle a requis la saisie de ces memes valeurs,
qui eut lieu le 8 fevrier 1940. Le proces-verbaJ relate
l' operation en ces tennes : « Il est place sous le poids de
Ja saisie: en mains de la Banque populaire suisse a
Lausanne, toutes les valeurs que le debiteur possede dans
cet etablissement, a savoir notamment: creances, nume-
raires, titres au porteur, actions, livrets d'epargne, papiers
valeurs, avoirs de toutes natures, en depöt sous compOO
Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. N0 7.
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joint et plus precisement celles contenues dans le safe
n° 797. Cette saisie est imposee a concurrence de la
totalite ».
Le proces-verbal contient en outre la mention suivante :
« Le debiOOur ne s'est pas presente le jour de la saisie.
D'autre part la Banque populaire suisse, malgre somma-
tions, a
refuse categoriquement a 1'0ffice de proceder a
l'ouverture du safe, se retranchant a ce sujet derriere la
jurisprudence copstante en la matiere. L'inventaire du
susdit safe est donc renvoye a une date ulterieure. Le
debiteur n'ayant pas excuse son absence, ni donne l'auto-
risation d'ouvrir le safe, est passible d'une plainte penale
conformement aux art. 91 LP et 70 lettre a de la loi
vaudoise d'application.
En consequence, il sera poursuivi
penalement sitöt son passage signale en Suisse, a moins
d'une renonciation expresse de la creanciere ou de son
mandataire )). .
La creanciere a requis alors 1'0ffice de proceder a 1'0u-
verture forcee du safe en offrant de deposer la somme
qui
serait reclamee pour garantir la remise en etat des
lieux.
L'office
ayant refuse de donner suite a sa requeOO, elle
s'est adressee successivement a l'autorite inferieure et a
l'autorite superieure de surveillance qui l'ont egalemant
deboutee
de ses conclusions.
B. -Dame P. a recouru a la Chambre des Pour-
suites et des Faillites du Tribunal federal en reprenant les
conclusions
da la plainOO. Elle soutient an resume que
si la jurisprudence invoquee contre elle peut se justifier
quand il s'agit d'un sequestre, il ne saurait en etre de
meme en cas da saisie, alors surtout que le creancier est
au benefice d'un titre executoire.
Oonsiderant en droit :
Dans l'arret du 3 juin 1937 (RO 63 III 63) auquel se
refere la decision attaquee, la Chambre des Poursuites
et des Faillites du Tribunal federal a admis, en modifi-
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