Refusal of misleading trademark for chocolate goods

BGE 66 I 190Recueil officiel du Tribunal fédéral (ATF) / Volume I17 juil. 1940Dismissed

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Résumé

Jos. Manner Comp. A.-G. sought full Swiss protection for an international trademark reading 'Chocolade Manner, Wien'. The Federal Court held the appeal timely under the extraordinary deadline extension of 29 September 1939, applicable by reciprocity to the German appellant. On the merits, it confirmed the refusal of protection for goods not actually made with chocolate, because the sign was misleading for Swiss consumers and therefore contrary to Art. 14 MSchG and the Paris Convention. The appeal was dismissed.

Regest

Art. 14 Abs. 1 Ziff. 2 MSchG; Art. 6 lit. B Ziff. 3 Pariser Übereinkunft (Londoner Fassung 1934); Täuschungsgefahr als Verstoss gegen die guten Sitten: Eine Marke ist zu verweigern, wenn ihre Benutzung beim inländischen Publikum den unzutreffenden Eindruck über die Beschaffenheit der Ware hervorrufen kann. Massgebend ist die Irreführungsgefahr gegenüber dem schweizerischen Publikum; es genügt die objektive Eignung zur Täuschung, nicht der Nachweis einer bereits eingetretenen Irreführung. Die Schutzverweigerung gilt auch für international registrierte Marken, selbst wenn sie im Ursprungsstaat ordnungsgemäss eingetragen sind. Die ausländische Verkehrsgeltung der Bezeichnung ist ohne Belang, soweit sie im Inland täuschend wirkt (consid. 2).

Texte intégral

Verwaltungs. und Disziplinarrechtspflege. nistration federale des contributions procede d'une con- ception trop scMmatique et formaliste du systeme institue par le Iegislatebr pour l'imposition du revenu dans la contribution federale de crise. n. REGISTER REGISTRES 34. Urteil der I. Zivilabteilnng vom 11. September 1940 i. S. Jos. Manner Comp. A.-G. gegen Eidgenössisches Amt für geistiges Eigentum.

  1. Verwaltungsgerichtsbeschwerde in Markensachen : Frister- streckung gemäss Bundesratsbeschluss vom 29. September
  2. Erw. l.
  3. Markenrngister:. Unsintlichkeit einer. Marke, die geeignet ist, das Pubhkum uber die Beschaffenheit der Ware zu täuschen. Art. 14 MSchG. Zurückweisung einer internationalen Marke gemäss der Pariser Übereinkunft, Londoner Fassung von
  4. Erw. 2.
  5. Recours de droit adnninistratil dans les litiges relatifs ades marques de fabrique : Prolongation du delai de recours confor- mement a l'ACF du 29 septembre 1939. Consid. 1. 2 Registre des marques: Est contraire aux mreurs la marque propre a induire le public en erreur sur Ia nature de Ja mar- chandise. Art. 14 de la Loi sur Ia protection des marques de fabrique. Refus d'une marque internationale conformement a la Convention de Paris, revisee a Londres en 1934. Consid. 2. RicorBo di diritto amministrativo nelle controversie relative a marche di fabbrica ; proroga deI termine di ricorso conforme- mente al DCF deI 29 settembre 1939. Consid. 1. Registro delle marehe: E contraria ai buoni costumi la marca atta ad indurre il pubbIioo in errore sulla natura della merce. Art. 14 della Legge sulla protezione delle marche di fabbrica. Rifiuto d'iscrivere uns msrcs internazionale oonformemente alla Convenzione di Parigi, riveduta a Londra nel 1934. Consid. 2. A. -Die Firma Josef Manner Comp. in Wien liess am 6. September 1939 für eine grosse Anzahl von Speisen und Getränken aller' Art im internationalen Register unter der Nr. 101925 eine Marke eintragen, welche das Bild Register. N° 34.

der Wiener Stefanskirche und darüber die Worte Choco- lade Manner, Wien aufweist. Die gleiche Marke ist seit 1938/39 in der deutschen Warenzeichenrolle eingetragen. Durch Entscheid vom 17. Juli 1940 verweigerte das Eidgenössische Amt für geistiges Eigentum die Zulassung der Marke zum Schutze in der Schweiz, soweit sie für Waren bestimmt ist, die nicht mit Schokolade zubereitet werden, deren Zubereitung mit Schokolade aber an sich in Frage käme. B. -Gegen diesen Entscheid erhob-die Firma J. Manner Comp. A.-G. am 24. August 1940 verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Bundesgericht mit dem Begehren, die Marke sei uneingeschränkt zuzulassen. Das beschwerdebeklagte Amt beantragt Abweisung der Beschwerde. Da8 Bunde8gericht zieht in Erwägung :

  1. -Aus den Akten geht nicht hervor, wann der ange- fochtene Entscheid der Beschwerdeführerin zugestellt worden ist. Die Beschwerdefrist ist jedoch durch Art. 1 Ziff. 7 des Bundesratsbeschlusses vom 29. September 1939 betr. ausserordentliche Fristerstreckungen auf dem Gebiete des gewerblichen Rechtsschutzes bis auf weiteres erstreckt, und diese Erstreckung gilt gemäss Art. 3 des Beschlusses auch zu Gunsten von Ausländern, die im Ausland nieder- gelassen sind, sofern ihr Niederlassungs-oder Heimat- staat den Angehörigen der Schweiz Gegenrecht gewährt. Da Deutschland nach der Mitteilung des beschwerde- beklagten Amtes Gegenrecht gewährt, ist die Beschwerde somit nicht verspätet, auch wenn seit Zustellung des angefochtenen Entscheides mehr als dreissig Tage . (Art. 13 VDG) verstrichen sein sollten.

Nach Art. 14 Abs. 1 Ziff. 2 MSchG hat das Amt . die Eintragung einer Marke, die gegen die guten Sitten verstösst, zu verweigern. Diese Bestimmung gelangt auf Grund von Art. 6 litt. B Ziff. 3 der Pariser Übereinkunft

192 Verwaltungs. und Disziplinarrechtspflege. in der Londonnr Fassung vom 2. Juni 1934 auch zur entsprechenden Anwendung gegenüber Marken, die in ihrem Ursprungsland regelrecht eingetragen sind. Die Verwendung der Bezeichnung Chocolade Manner J) für eine Ware, die ihrer Natur nach mit Schokolade hergestellt werden kann, ist ohne Zweifel geeignet, beim Publikum den Eindruck zu erwecken, dass sie tatsächlich mit Schokolade hergestellt sei. In Fällen, wo letzteres nicht zutrifft, besteht daher offensichtlich die Gefahr der Täuschung. Warenzeichen, welche geeignet sind, das kaufende Publikum über die Beschaffenheit der Ware zu täuschen, sind aber nach ständiger Praxis im Sinne von Art. 14 Abs. 1 Ziff. 2 MSchG unsittlich (vgL BGE 56 I

und 472; 63 I 93). Damit übereinstimmend erklärt die angeführte Vorschrift der Pariser Übereinkunft aus- drücklich, dass als gegen die guten Sitten oder gegen die öffentliche Ordnung verstossend namentlich solche Marken zurückgewiesen werden können, welche geeignet sind, das Publikum zu täuschen. Das beschwerdebeklagte Amt hat demnach mit Recht die Marke mit den Wortzeichen Chocolade Manner insoweit nicht zugelassen, als sie für Waren bestimmt ist, d:e ihrer Natur nach mit Schokolade hergestellt werden können, in Wirklichkeit aber nicht damit her- gestellt sind. Ob im Lande Österreich die streitige Bezeich- nung für alle Erzeugnisse der Beschwerdeführerin geläufig ist, spielt keine Rolle; massgebend ist die Täuschungs- gefahr für das schweizerische Publikum. Demnach erkennt das Bundesgericht: Die Beschwerde wird abgewiesen. 35. Urteil der I. Zivilabteilung vom 18. September 1MB i. S. Haannann Reimer gegen Eidgenössisches Amt für geistiges Eigentum. Markerutchutz; Zulassung internationaler .J. larken. l. Zurückweisung einer Marke, die ein mit dem 8chweizerkreuz verwechseihares Zeichen enthält. Art. 14 "M:schG; BGesetz v. 5 . Juni 1931 zum Schutz öffentlichnr Wappen U.S.w. ; Pariser Übereinkunft, Londoner Fassung von 1934. Erw. 2 u. 3. 2. Abweichungen der internationalen Marke von dem im Ur spngsland eingetragenen Zeichen. Art. 6 lit. B Abs. 2 der Ubereinkunft. Erw. 4. - Protection des marques de fabrique ; admission de marques inter- nationales.

  1. Refus d'une marque qui cont.enait un signe susceptible d'iltre confondu avec une croix federale. Art. 14 da la Loi Sill' Ja protection des marques de fabrique; Loi federale du 5 j um 1931 sur la protection des armoiries publiques, etc. ; Conven tion de Paris revisee a Londres en 1934. Consid. 2 et 3.
  2. Cas Oll la marque internationale et le signe enregistre dans le pays d'origine ne sont pas idemtiques. Art. 6 lit. B ru. 2 de la Convention. Consid. 4. ProteziQne delle marche di fabbrica; ammissione di marche inter- nazionali.
  3. Rifiuto d'iscrizione di una marca ehe contiell! un segno suseet- tibile di essere confuso con una croce federale. Art. 14 della Legge sulla prot.ezione delle marche di fabbrica ; Legge federale 5 giugno 1931 sulla protezione degli stemmi pubblici ecc.; Convenzione di Parigi riveduta a Londra nel 193f,. Consid. 2 e 3.
  4. Divergenze tra la marca internazionale e i1 segno registrato nel paese d.i origine. Art. 6 lett. B cp. 2 delJa Convenzione. Consid. 4. . .A. -Die Beschwerdeführerin, Firma Haarmann Reimer, Chemische Fabrik, G.m.b.H., Holzminden (Deutschland), liess am 23. August 1940 im internationalen Register unter Nr. 101,789 eine Marke eintragen, die auf schwarzem Grunde u. a. die Buchstaben H und R (die Anfangsbuchstaben der beiden Firmenteilhabernamen) und dazwischen ein Kreuz aufweist. Durch Entscheid vom 17. Juli 1940 verweigerte das Eidgenössische Amt für geistiges Eigentum die Zulassung dieser Marke zum Schutze in der Schweiz, mit der Begrün- dung, dass die Marke ein Zeichen aufweise, das mit dem AS 661-1940

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