BGE 63 II 69
BGE 63 II 69Bge16 mars 1937Ouvrir la source →
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Fa.milienrecht. N° 16.
Sans doute:doit-on reconnaitre que la solution de l'art.
321 ne repond qu'imparfaitement au but vise, puisqu'elle
etait destin~ a venir en aide a la mere au moment OU,
disait-on, eUe en avait le plus besoin et que, d'autre part,
le depot d'une somme d'argent ou de titres ne representera
jamais l'equivalent d'un versement immediat en especes.
Mais cela
n'est pas une raison suffisante pour admettre
la Iegitimite de la mesure prevue a l'art. 41 cpc vaud.,
car un des arguments des adversaires de l'art. 321 consis-
tait precisement a dire que l'avantage que presentait pour
les demandeurs a l'action Ia perspective de pouvoir, en cas
d'admission de l'action, recuperer les frais d'aocouchement
et l'entretien de l'enfant pendant les trois premiers mois
etait fort peu de chose en comparaison du risque qu'ils
avaient de voir le defendeur se derober a ses engagements
pendant tout 1e Japs de temps qui restera a courir jusqu'au
terme de son obligation (Bul. steno p. 1213), et cependant
personne n'a songe arepliquer que la disposition de
l'art. 321 n'empecherait pas les oantons, s'ils le voulaient,
soit d'aJlonger Ja periode prevue, soit d'edicter des mesures
enoore plus effioaces. TI s'ensuit donc que le Iegislateur
federal envisageait bien l'art. 321 comme mant le maxi-
mum de ce que la mere et l'enfant pourraient demander.
Quant a l'argument tire de l'incompetence pretendue
des premiers juges vaudois pour examiner la IegitimiM
d'une disposition du droit cantonal, il n'est pas fonde en
l'espece: Le juge cantonal et tenu d'appliquer non seule-
ment les dispositions de la loi cantonale, mais aussi oelles
du droit federal, et !orsqu'il y a possibiliM de confIit entre
les premieres et les secondes, il lui appartient, aussi bien
qu'au juge federal, de recheroher en quelle mesure elles sont
compatibles et en faisant eventuellement prevaloir la
regle de droit federal.
TI en est de meme de l'argument pris du fait que le oode
de procedure civile vaudois a r69U l'approbation de l'au-
toriM federale. Cetteapprobation ne dispense evidemment
pas le juge d'examiner, meme d'office, en quelle mesure
Frunilienrecht. No 17.
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une disposition du droit cantonal est oontraire aux pres-
criptions de la loi federale.
2. -Le recourant s'etant declare d'accord de fournir
des suretes en garantie de l'entretien de l'enfant pendant
les trois premiers mois des sa naissance, il est superflu de
renvoyer la oause devant le Tribunal de district pour fixer
le montant du depöt a eifectuer. La somme peut etre
d'ores et deja arretee ex aequo et bonD a 40 francs par mois.
Le Tribunal /ederal pr()'fl,()'1l,OO :
Le recours est admis, le jugement attaque est annule
et le defendeur condamne a verser au Greife du Tribunal
du district de Lausanne Ia somme de 120 francs a titre
de garantie des frais d'entretien de l'enfant pendant trois
mois.
17.
Urteil der II. ZivU.bteUung vom 30. April 1987
i. S. Barder gesohiedene LaBIen gegen Lenllen.
Geteilte elterliche Gewalt als Folge eines ausländischen Scheidungs-
urteils. Begehren eines Elternteils um Zuweisung der vollen
elterlichen Gewalt an ihn (oder um Feststellung, dass mit der
Wohnsitznahme in der Schweiz diese Gewalt ohne weiteres
auf ihn übergegangen sei): zuständig sind, wenn überhaupt
schweizerische Behörden, nur die zur Beurteilung von Klagen
im Sinne von Art. 157 ZGB berufenen Gerichte, nicht die
allenfalls nach kantonalem Recht zum Entzug der elterlichen
Gewalt gemäss Art. 285 ZGB berufenen Verwaltungsbehörden.
Die Beschwerdeführerin, deren Ehe mit dem Deutschen
Paul Lenssen am 18. Juli 1933 durch das Landgericht
Krefeld-Uerdingen geschieden wurde, begab sich hierauf
mit dem der Ehe entsprossenen minderjährigen Kinde
Klara Erika, das nach § 1635 BGB ihrer Obsorge unter-
steht, in die Schweiz und liess sich als ehemalige Schwei-
zerin wieder in das Schweizerbürgerrecht aufnehmen,
samt dem Kinde, das sie bei einem Schwager unterge-
bracht hat. Mit dem vorliegenden bei den vormund-
schaftlichn Behörden ihres Wohnsitzkantons Zürich ge-
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Familicnrecht. No 17.
stellten Gesuch verlangt sie die Zuweisung der vollen elter-
lichen
Gewaltan sie (also auch des Vertretungsrechtes, das
nach der erwähnten Bestimmung des deutschen BGB dem
Vater verblieben war). Die kantonale Justizdirektion hat
die Zuständigkeit der Verwaltungsbehörden zur Beur-
teilung dieses Begehrens verneint. Diesen
Entscheid zieht
die Gesuchstellerin
mit zivilrechtlicher Beschwerde an das
Bundesgericht weiter.
Das Bundesge:richt zieht in Erwägung:
Mit der Ablehnung der Zuständigkeit der Verwaltungs-
behörden
ist der Frage nicht vorgegriffen, ob das Gesuch
überhaupt in der Schweiz und speziell am Wohnsitz der
Gesuchstellerin angebracht werden könne. Eine Verletzung
von Art. 9 NAG kommt daher nicht in Frage. Der Ent-
scheid über die sachliche Zuständigkeit aber entspricht
der Rechtsprechung, welche Begehren um Zuweisung eines
Kindes aus geschiedener Ehe an den Elternteil, dem es
im Scheidungsurteil entzogen worden war, der gerichtlichen
Entscheidung
vorbehält (BGE 56 II 79). Das gleiche muss
gelten, wenn, wie hier, die
Elternrechte bei der Scheidung
zwischen
den heiden Gatten geteilt wurden und nun der
eine sich die Rechte des andern zuerkennen lassen will.
Diese Abgrenzung der sachlichen Zuständigkeit ist vom
Orte der Scheidung unabhängig, denn die Abänderungs-
klage
ist nicht beim Schidungsrichter, sondern beim
Richter am gegenwärtigen Wohnsitz der beklagten, unter
Umständen der klagenden Partei anzuheben (BGE 61 II
225). Gesuche der vorliegenden Art können daher auch
dann nicht vor Verwaltungshehörden gebracht werden,
wenn die
Ehe im Ausland geschieden wurde.
Der Antrag der Gesuchstellerin geht nicht auf Fest-
stellung, dass ihr die volle elterliche Gewalt schon kraft
der Wohnsitznahme in der Schweiz nach den Grundsätzen
des schweizerischen Rechtes zustehe.
Über ein solches
Begehren
könnten übrigens gleichfalls nicht Verwaltungs-
behörden entscheiden.
Familiccht. No 18.
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Die Beschwerde ist also abzuweisen. Ob eine (gericht-
liehe) Zuständigkeit
in der Schweiz überhaupt gegeben
sei,
kann ebenso ungeprüft bleiben wie die weitere von der
Beschwerdeführerin aufgeworfene Frage, ob ein vom ge-
schiedenen Manne
ihr gegenüber in Deutschland erstritte-
nes Urteil auf Beschränkung oder Aufhebung ihrer Eltern-
rechte in der Schweiz anzuerkennen wäre. Bemerkt mag
immerhin werden, dass der Anerkennung eines solchen
Urteils, wenn es wesentlich auf die Tatsache der Einbür-
gerung des Kindes in der Schweiz gestützt ist, Gründe der
öffentlichen Ordnung entgegenstehen dürften.
Demnach erkennt das Bundesgericht :
Die Beschwerde wird abgewiesen.
18. Orten der II. ZiYilabteilung vom 117. Kai 1937
i. S. Wyttenbach gegen Vormunciachaftsbehörde 'l'hun.
Anträge auf Entzug der elterlichen Gewalt gegenüber dem kraft
Scheidungsurteils damit betrauten Elternteil, ohne dass die
Zuweisung an den andern Elternteil anbegehrt wird, sind
nach Art. 285 ZGB und nicht als Änderungsklagen im Sinne
von Art. 157 ZGB zu behandeln.
Entscheide über solche Anträge können, auch wenn sie von einer
Gerichtsbehörde ausgehen, nicht mit Berufung, sondern nur
mit zivilrechtlicher Beschwerde an das Bundesgericht weiter-
gezogen werden. Das Bundesgericht hat im Weiterziehungs-
verfahren nicht zu prüfen, ob nach der kantonalen Zustän.
digkeitsordnung Verwaltungs-oder Gerichtsbehörden zuständig
waren.
Die kantonalen Gerichtsinstanzen haben das Begehren
der Vormundschaftsbehörde der Stadt Thun, dem Be-
klagten die ihm im Scheidungsurteil vom 12. Dezember
1922 zugewiesene elterliche Gewalt
über das Kind OJga
Gertrud, geboren 1919, zu entziehen und das Kind der
antragstellenden Behörde zu unterstellen, geschützt. Gegen
das Urteil des Appellationshofes des Kantons Bern vom
16. März 1937, dem Beklagten zugestellt am 10. April, hat
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