Trademark intent and novelty in criminal proceedings

BGE 63 I 204Recueil officiel du Tribunal fédéral (ATF) / Volume I19 janv. 1937Dismissed

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Résumé

Masson & Cie complained in cassation after the Aargau courts acquitted the Sandmeier respondents of trademark and design infringement in connection with cigars sold under the name Negerli. The Federal Court held that criminal trademark liability required awareness of unlawfulness, which was absent because the term was locally understood as descriptive. It further held that the model lacked novelty under Art. 12(1) MMG because it had already become known in relevant circles before deposit, regardless of the fact that the proprietor itself had used it earlier. The cassation complaint was dismissed.

Regest

Art. 24 MSchG; Art. 12 Ziff. 1 MMG; strafrechtliche Marken- und Musterschutzverletzung; Bewusstsein der Rechtswidrigkeit und Neuheit. Für die Strafbarkeit einer allenfalls vorliegenden Markenrechtsverletzung ist das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit Voraussetzung. Die strafbare Musterschutzverletzung setzt ein geschütztes Muster voraus; an der Neuheit fehlt es bereits dann, wenn das Muster vor der Hinterlegung im Publikum oder in beteiligten Verkehrskreisen tatsächlich bekannt geworden ist. Unerheblich ist, auf welche Weise diese Bekanntheit zustande kam, namentlich ob durch Verwendung des Inhabers selbst vor der Hinterlegung (consid. 1).

Texte intégral

Objekte befinde,n, die daraus angeschafft wurden, sei es,

dass Schulden getilgt wurden, die, wenn noch bestehend,

abzuziehen

wären ....

Demnach erkennt das Bundesget'icht :

Die Klage wird in dem Sinne gut,geheissen, dass der

Kläger für das Steuerjahr 1936 neu zu veranlagen und dass

dabei die Steuerfreiheit der Kapitalabfindung der l filitär-

versicherung im Sinne der Erwägungen zu berücksichtigen

ist.

  1. STRAFRECHT -DROIT PEN.. L
  2. MARKENSCHUTZ

PROTECTION DES MARQUES DE FABRIQUE

Vgl. Nr. 40. -Voir n° 40.

II. MUSTER-UND MODELLSCHUTZ

PROTECTION DES DESSINS ET MODELES

INDUSTRIELS

40. Auszug aus dem Urteil des Xassationshofs vom

a5. Oktober 1937 i. S. S. Masson '" OIe gegen G. und W. SanClmeier.

M ar k e n s c hut z : Be w u s s t sei n der Re c h t s w i dI-

r i g k e i t ist Voraussetzung der Strafbarkeit.

Mus t e r -und Mo delI s c hu t z: Neu h e i t s zer s t ö -

ren d ist auch der G e b rau c h des Musters durch den

I n hab e r vor der Hin t e r 1 e gun g; MMG Art. 12

Ziffer 1.

A. -Die Firma Masson Cie hat am 12. Juli 1934 für

eine von ihr fabrizierte schwarze Zigarre mit hellem Mund-

stück im schweizerischen Markenregister eine kombinierte

Wort-und Bildmarke eintragen lassen, die neben der Be-

zeichnung

c( Masson Negerli eine Abbildung der Zigarre

I

Muster-und Modellschutz. No 40.

20ä

enthält, bei der das helle Mundstück angedeutet ist. Für

die besondere Form der Zigarre hatte der Rechtsvorgänger

der Herstellerin am 29. Juni 1934 den Muster-und Modell-

schutz erwirkt.

B. -Die Firma Sandag, Cigarrenfabrik A.-G. in Bein-

wiI,

hat eine Zigarre gleicher Form und Farbe unter der

auf den Zigarrenkistchen aufgedruckten Bezeichnung

Negerli in den Verkehr gebracht. Da Masson Cle

sich dadurch sowohl in ihrem Recht auf die Marke, wie

auf das Muster verletzt fühlten, erhoben sie gegen die

verantwortlichen Organe der Sandag Strafklage gemäss

Art. 24 MSchG und Art. 24 ff. MMG.

O. -Sowohl das Bezirksgericht Kulm, wie das Ober-

gericht des Kantons Aargau haben jedoch die beiden

Angeklagten freigesprochen ...

D. -Gegen das Urteil des Obergerichtes vom 11. Juni

1937 hat die Firma Masson Cle die Kassationsbeschwerde

an das Bundesgericht ergriffen mit dem Antrag auf Auf-

hebung des angefochtenen Entschejdes

und Verurteilung

der Angeklagten gemäss den vor der ersten Instanz ge-

stellten Begehren ...

Die Beschwerdegegner haben Abweisung der Beschwerde

beantragt.

Der Kassationshof zieht in Erwägung :

  1. -Ob die Bezeichnung Negerli , angewendet auf Zigarren, eine des Markenschutzes fähige Phantasiebe- zeichnung sei, kann in diesem Strafverfahren dahingestellt bleiben. Denn angesichts der verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz über den in der dortigen Gegend geläufigen Gebrauch des Wortes Negerli zur Bezeichnung von etwas Dunke:tr.rbigem ist auf jeden Fall den Angeklagten zugute zu halten, dass sie darin vorwiegend eine Qualitäts- bezeichnung gesehen haben. Dann ist aber das Bewusst- sein der Rechtswidrigkeit, welche Voraussetzung der Strafbarkeit einer allenfalls vorliegenden Markenrechts- verletzung ist, zu verneinen.

Auch die behauptete strafbare Verletzung von

I::Itrahecht. Musterschutzrec1;1tell ist von der Vorinstanz mit Recht abgelehnt worde,n. Nach den verbindlichen Feststellungen des angefochtenen U rteiIs waren Zigarren nach dem hinter- legten l luster bereits vor der Hinterlegung in Händler- kreisen und beim rauchenden Publikum bekannt. Dies genügt, um dem hinterlegten Muster die Neuheit abzu- sprechen, obne die es von Anfang an nicht schutzlahig war. Insbesondere ist die Ansicht der Beschwerdeführerin rechtsirrtümlich, dass eine der Eintragung vorgängige Verwendung des Musters durch sie selbst nicht neuheits- schädlich sein könne. Massgebend ist nach dem klaren Wortlaut und Sinn des Art. 12 Ziffer I MMG einzig, ob das betreffende Muster im Publikum oder in beteiligten Verkehrskreisen tatsächlich b e k a n n t gewesen ist. Unter welchen Umständen diese Bekanntheit zustandege- kommen ist, hat keine Bedeutung (vgl. BGE 54 II S. 60 ff., wo die Neuheit eines Modells verneint wurde, das lediglich durch Vertrauensmissbrauch in den beteiligten Kreisen bekannt geworden war, sowie BGE 56 II S. 236, wo die Neuheit eines Musters verneint wurde, weil der Inhaber es vor der Hinterlegung in erheblichem Umfang verwen- det hatte). Fehlt es aber an einem geschützten Muster oder Modell, so ist eine Verletzung begrifflich ausgeschlos- sen. Demnach erkennt der Kassationshof : Die Beschwerde wird abgewiesen. ID. ORGANISATION DER BUNDESRECHTSPFLEGE ORGANISATION JUDICIAIRE FEDERALE 41. Arrit da 1 Cour de cassatlon penale du 24 mai 1937 dans la cause Eisanegger contre Tribunal d'accusatlon du canton da Vaud. Dans les causes penales de droit federal deferees aux tribunaux cantonaux en conformiM de la loi federale sur la procedure penale du 15 juin 1934, la question de la condamnation de Organisation der Blmdesrechtspflege. N0 41.

l'inculpe aux frais de procooure et d'execution estregie dans tous les cas par le droit cantonal, que la delegation emane du Conseil federal ou soit prevue par une loi. A. -Par decision du II aont 1936, le Departement federal de justice et police a defere au Canton de Vaud la cause penale Fleischhauer, Eisenegger et consorts pre- venus d'avoir viole l'art. 2 de l'arreM federal du 21 juin 1935 tendant a garantir la snrete de la Confederation. L'en- quete s'est terminee par un non-lieu; les frais ont eM mis pour les deux tiers a la charge de Fleischhauer et pour le tiers a la charge d 'Eisenegger . B. -Les prevenus ont recouru contre ce prononce, en tant qu'illes condamnait aux frais. Statuant le 19 janvier 1937, le Tribunal d'accusation du Canton de Vaud a d6clare le recours de Fleischhauer irrecevable et a rejete le recours d 'Eisenegger. O. -Par acte du 12 ferner, Eisenegger s'est pourvu en nullite contre cet amt aupres de la Cour de cassation du Tribunal federal, en demandant a etre liMre des frais mis a sa charge. Le recourant pretend que les juges des deux instances cantonales ont, par leurs decisions, vi()Ie le droit federal applicable en l'espece ... Oonsiderant en droit : Le recourant invoque, pour justifier la recevabilite de son pourvoi, l'arret Birkhäuser, RO 60 I 64 SB, clans lequel le Tribunal. federal avait, a la suite d'arrets anMrieurs, declare que, dans les causes penales qui doivent etre jugees d'apres les lois federales et que le Conseil f6deral defere aux tribunaux cantonaux, le droit federal etait egalement applicable a la question des frais. Cette jurisprudence se fondait sm l'al'tf. 156 OJ qui prescrivait que l'accuse devait payer les frais de procedure et d'execution a teneur des 10is cantonales ; s'il ne pouvait le faire, s'iI etait acquitM ou s'll n'etait pas donne suite a l'action penale, la Caisse federale remboursait les frais au canton, a l'exception de certaines indemniMs et taxes. Le Tribunal federal a con- sidere que cette disposition reglait la questiOll des frais, non

Mots-clés

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