BGE 62 III 26
BGE 62 III 26Bge1 oct. 1935Ouvrir la source →
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Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. N0 8.
8. Entscheid .om 6. Kärz 19S6 i. S. Spycher.
Ist der L i q u i d a t ion san t eil des Schuldners an einer
Erbschaft gepfä?det worden und wird von den Miterben gel-
tend gemacht, dIe Erbschaft sei geteilt und kein Aktivwert auf
den Schuldner entfallen, so ist n ich t das W i der _
s p ru c s ver f a h r n einzuleiten, sondern der gepfändete
ErbanteIl durch VersteIgerung oder Anweisung an den betre' .
.
?eden Gläubig.er nach Art. 131 Abs. 2 SchKG zu verwerte.
DIejenIgen Vorschriften der Verordnung vom 17. Januar 1923 übe
die P f ä n dun gun d Ver wer tun g von An t eil e :
a ~ G e m ein s c h a f t sv e r m ö gen, welche die Mit-
WIr ku n g von D r i t t per s 0 n e n als Mitanteilhabern
v?rsehen, sind n ich t an wen d bar gegeniiber Personen,
die den Bestand der Gemeinschaft bestrei.
ten.
Lorsque la part de liquidation hereditaire du debiteur a eoo saisie
et que les coheritiers pretendent que la succession est deja
prtagoo sans que le debiteur ait obtenu une part d'actif, ce
n est pas la procedure de revendication qui doit etre introduite .
la ,P saie. sera realisOO aux eneheres ou par attribution a
erea.nCler saISlSsant selon art. 131 al. 2 LP.
Les dispositions de l'ordonnance du 17 janvier 1923 sur la saisie
et la realisation de parts des communautes qui prevoient la
cooJ>.6ration des membres deIa communeaute, ne sont pas
applicables aux personnes quicontestent l'existence de la
eommunaute.
AlIor;h6 Ia uo spettate ad un debitore nella liquidazione
d una erlta. e stata pIgnorata ed i eoeredi pretendono che
SuccesslOne venne gia divisa senza ehe il debitore abbia
nto na arte dell'attivo, non si deve iniziare la procedura
d nvendicazlOne ma vendere all'incanto la quota ereditaria
ptgnorata 0 attribuirla giusta il prescritto dell'art. 131 cp. 2
LEF, al creditore procedente.
Le ~rescrizioni deI regolamento 17 gennaio 1923 concernente il
ptgnoramento e la realizzazione di diritti in comunione relative
alla coUaborazione di terzi comunisti non sono applicabili a
eoloro
ehe negano l'esistenza della comunione.
Auf das von der Rekurrentin gestellte Begehren um
Verwertung des als bestritten gepfandeten Erbanteils
ihres Schuldners Fritz Jean Schmutz hat die kantonale
Aufsichtsbehörde zunächst Einigungsverhandlungen im
Sinne der Art. 9 ff. der Verordnung über die Pfändung und
Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. N° 8. 27
Verwertung von Anteilen an Gemeinschaftsvermögen vom
17. Januar 1923, dann aber auf Beschwerde der Miterbin
des
Schuldners die Durchführung eines Widerspruchsver-
famens angeordnet. Diese Miterbin bestreitet jegliche
Rechte des Schuldners am Nachlass mit Berufung auf einen
schon der Pfandung entgegengehaltenen, trotz dem Arrest-
beschlag
ohne Mitwirkung der in Art. 609 ZGB vorgesehe-
nen Behörde abgeschlossenen Erbteilungsvertrag, wonach
dem Schuldner auf Rechnung seines Erbteiles lediglich
Ansprüche
der Erbschaft gegen ihn selbst zugewiesen
wurden.
Gegen diesen
Entscheid vom 13. Februar 1936 richtet
sich der vorliegende Rekurs der Gläubigerin mit dem An-
trag, die Beschwerde der Miterbin abzuweisen.
Die Schuldbetreibung8-und Konk'Ur8kammer
zieht
in Erwägung :
Nach der zuerst getroffenen Verfügung der kan- tonalen Aufsichtsbehörde hätten der Verwertung Eini- gungsverhandlungen mit der Rekursgegnerin vorauszu- gehen. Die Bestimmungen der Anteilsverwertungsver- ordnung vom 17. Januar 1923, die dieses Verfahren vor-
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Schuldbetreibungs. und Konlrursrecht. N0 8.
sehen, setze~ jedoch das unbestrittene Bestehen einer
(Erben-) Gemeinschaft voraus. Drittpersonen, welche die
Zugehörigkeit zu einer solchen Gemeinschaft bestreiten,
sind ihnen nicht unterworfen. Das Bundesgericht hat
denn auch diejenigen Vorschriften der Verordnung, welche
die Mitanteilhaber gewissen Kontrollbefugnissen der Voll-
streckungsbehörden unterstellen, bei bestrittenem Be-
stande des Gemeinschaftsverhältnisses unanwendbar er-
klärt (BGE 1935 III 95 H.). Ebenso verhält es sich nun
auch mit weiteren Vorschriften, welche die Mitwirkung von
Drittpersonen in ihrer Eigenschaft als Mitanteilhaber in
irgendeiner Weise vorsehen, so z.:B. durch Führung von
Einigungsverhandlungen (die bei wirklichem Bestande der
Gemeinschaft wesentlich auch in deren eigenem Interesse
liegen, ihnen aber, wenn sie die Gemeinschaft nicht aner-
kennen, nicht aufgezwungen werden dürfen). Der ge-
pfandete Erbteil wird also durch Versteigerung oder
(zweckmässiger) durch Anweisung an die Rekurrentin
gemäss Art. 131 Abs. 2 SchKG zu verwerten sein, worauf
es ihr anheimstehen wird, die zur Geltendmachung ihres
Standpunktes, es habe eine gültige Teilung noch nicht
stattgefunden, geeigneten rechtlichen Schritte einzuleiten
(vgl. BGE 1935 III 99).
Demnach erkennt die Schuldbetr.-u. Konkurskammer :
Der Rekurs wird gutgeheissen, . die Anordnung des
Widerspruchsverfahrens aufgehoben und das Betreibungs-
·amt angewiesen, im Sinne der Erwägungen vorzugehen.
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Gläubigergemeinschaft bei Anleihenobligationen. N0 9.
B. GIäubigergemeinschaft bei Anleihensobligationen.
Communaut4 des creanciers dans les emprunts par obligations.
9. Entscheid vom 2B. Januar 1936 i. S. Felten.
Der Bundesratsbeschluss vom 1. Oktober 1935 über die Anwen-
dung der G I ä u b i ger g e m ein s c h a f tauf n 0 t-
leidende Wirtschaftszweige (Art. 3) findet
nur auf solche vom Fremdenverkehr abhängige gewerbliche
Betriebe Anwendung, welche in der von Art. 1 der Verordnung
betreffend die Gläubigergemeinschaft bei Anleihensobliga.
tionen vom 20. Februar 1918 vorgesehenen Weise Anleihens-
obligationen ausgestellt haben.
L'arret6 du Conseil federal du l
er
octobre 1935 concernant J'appli.
catilm
des dispositions 8ur la communaute des criancier8 d cer-
taineB branches economique8 8ou/trant de la criBe (art. 3) est appli-
cable aux entreprises de la branche tonrisme, mais a celles-Ia
seulement qui ont emis un ou des emprunts par obligations,
conformement a l'art. 1 de l'ordonnance dn 20 fevrier 1918
sur Ja communant6 des creanciers dans les emprunts par
obligations.
Il dooreto 1 ottobre 1935 deI Consiglio federale per l'applicazione
delle disposizioni sulla eOInunion di creditori a cert ri
dell'ooonomia ehe versanD nel dlsagIO (art. 3) e apphcabIle
solo alle aziende dipendenti da! turismo ehe hanno emesso
uno 0 piu prestiti per obbligazioni in conf?rmita .dell'a. ~
dell'ordinanza 20 febbraio 1918 sulla comumone del creditol'l
nei prestiti per obbligazioni.
Unter Berufung auf den Bundesratsbeschluss vom 1.
Oktober 1935 über die Anwendung der Gläubigergemein-
schaft auf notIeidende Wirtschaftszweige wünscht der
Gesuchsteller die Einberufung einer Gläubigerversamm-
lungdurch das Bundesgericht.
Die Schuldbetreibungs-Iund Konkurskammer
zieht
in Erwägung:
Der vom Gesuchsteller angerufene Bundesratsbeschluss
stützt sich laut seinem Ingress auf den Bundesbeschluss
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