BGE 62 I 165
BGE 62 I 165Bge27 mars 1925Ouvrir la source →
164 Verwaltungs. und Disziplinarrechtspflege. G. -C'est contre cette decision que 1'0ffice federni de surveillance des caisses de credit a terme differe a forme en temps utile un recours de droit administratif au Tribunal federal. Il conclut a l'annulation de l'ordonnance attaquee et au maintien de l'inscription operee le 27 mai 1935, au registre du commerce de Fribourg. L'Office fait valoir que sa deeision du 17 mai 1935, contre la quelle aucun recours n'a eM forme en temps utile a l'autoriM competente, le departement federal des finances, est definitive. Le prepose au registre du commerce ne pouvait refuser une inscription requise par l'autoriM competente. Agenor Krafft a conelu au rejet du recours. 11 a requis qu'un debat oral soit ordonne. Gonsiderant en droit :
On peut cependant se demander si le prepose au registre du commerce etait tenu de donner suite a la requi- r Regietersachen. N0 35. 165 sition da 1'0ffice de surveillance des caisses de credit a terme differe. Cette question doit etre resolue par l'affir- mative. Les articles 665 et 666 CO prevoient que la disso- lution d'une societC anonyme et les noms des Iiquidateurs doivent etre publies au registre du commeree et le change- ment de liquidateurs qu'entrainait la decision de l'Office du 17 mai 1935 devait egalement etre publie. Or 1e prepose au registre du commerce ne peut rejeter la requisition d'une teIle inseription qu'autant qu'elle emane d'une personne n'ayant pas qualiM pour la presenter, soit d'un office incompetent ou bien outrepassant ses competences. Mais tel n'a pas eM le cas. Selon l'article 50 de l'ordonnance du Conseil federal du 5 fevrier 1935, l'Office federal de sur- veillance peut, lors de la liquidation d'une societe, l'auto- riser a liquider elle-meme ou designer un liquidateur. Et il n'appartient pas au prepose au registre du commerce de se prononeer sur le bien-fonde de la deeision de 1'0ffice a l'oceasion de l'inscription de ces liquidateurs. Le President du Tribunal de la Sarine, autoriM de surveillance du regis- tre du commerce, ne pouvait done annuler une inscription fondee sur une decision passee en force de 1'0ffice federal de surveillance. L'ordonnance dont est recours doit donc etre annulee et l'inseription du 27 mai 1935 maintenue. Par ces moti/s, le Tribunal /ederal prorwnce ; Le recours est admis et la decision attaquee annulee. 35. UrteU der I. ZivilabteUung vom 9. SeptembBf 1936 i. S. Both gegen G. Grisard. A. G. und Eidg. Justiz-und Polizeidepl1'tement.
166 Verwaltungs-und Disziplinan.-echtspflege. A. -Die FiJ;ma G. Grisard, Aktiengesellschaft in Basel, hinterlegte am 22. April 1936 beim eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum die Marke «Swiss-Mint» für «ein reines Pfefferm.inzöl enthaltendes Präparat, Arzneimittel und Bonbons ». Die Marke wurde unter Nr. 88213 im Schweizerischen Handelsamtsblatt vom 18. Mai 1936 veröffentlicht. B. -Durch Schreiben vom 20. Mai 1936 stellte der Beschwerdeführer, G. Roth, Confiseriefabrik, Basel, beim eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum das Begehren, die Marke sei zu löschen, weil das Wort « Swiss» für Schweizerbonbons selbstverständlich frei und in der Bran- che schon hundertfach im Gebrauch sei und weil das Wort « Mint» eine allgemein gebräuchliche Sachbezeichnung für Pfefferminzbonbons darstelle. Das Amt antwortete am 23. Mai, der Bezeichnung « Mint» komme in der Schweiz Phantasiecharakter zu, was die Zulassung der Marke erlaubt habe; wolle der Beschwerdeführer aber trotzdem einen Antrag auf Lö- schung der Marke von Amtes wegen stellen, so müsse er sich an das dafür gemäss Art. 16 bis MSchG zuständige eidgenössische Justiz-und Polizeidepartement wenden. Durch Eingabe vom 26. Mai an das eidg. Justiz-und Polizeidepartement wiederholte der Beschwerdeführer die bereits erwähnten Einwendungen gegen die Marke und ersuchte das Departement um « Stellungnahme ». Das Departement behandelte die Eingabe als Gesuch um Löschung der Marke von Amtes wegen und wies dasselbe durch Entscheid vom 12. Juni ab. Zur Begründung des Entscheides ist ausgeführt, dass die Marke nur dann von Amtes wegen gelöscht werden dürfte, wenn ihr Freizeichen- charakter ausser jedem Zweifel stände. Das treffe aber nicht zu ; es stehe für das Departement nicht mit Sicher- heit fest, dass das schweizerische Publikum unter « Mint » tatsächlich nur Pfefferminzbonbons verstehe. Es müsse daher dem Beschwerdeführer überlassen bleiben, den Be- weis des Gegenteils durch Klage auf Löschung der Marke vor den ordentlichen Gerichten zu erbringen. Hegisto""aehen. N° :lä. 167 Am Schlusse des Entscheides wurde bemerkt, dass gegen denselben binnen 30 Tagen die Verwaltungsgerichts- beschwerde an das Bundesgericht ergriffen werden könne. O. -Am 22. Juni hat Roth die Verwaltungsgerichts- beschwerde eingereicht mit dem Antrag, das eidg. Amt für geistiges Eigentum sei zur Löschung der Marke anzu- halten. Das eidg. J ustiz-und Polizeidepartement hat in seiner Vernehmlassung vom 7 . Juli beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, in erster Linie deswegen, weil dem Beschwerde- führer die Legitimation zur Sache fehle, und in zweiter Linie, weil kein Grund zur Löschung der Marke vorhanden sei. Das Bundesgericht zieht in Erwägung :
168 Verwaltungs. und Disziplinarrechtspflege. Wirklichkeit Gemeingut ist. Das Departement wendet ein, die Eintragung im Markenregister habe für das Marken- recht nicht kORstitutive Bedeutung. Das ist an sich rich- tig, im vorliegenden Zusammenhang aber unerheblich. Die Eintragung schafft jedenfalls die gesetzliche Vermutung dafür, dass der Hinterleger zur Führung der eingetragenen Marke berechtigt sei (Art. 5 MSchG). Zum mindesten insoweit ist daher der Beschwerdeführer wie jeder Gewerbe- genosse durch die Eintragung eines Freizeichens als Marke nicht nur wirtschaftlich, sondern auch rechtlich benach- teiligt. 2. -Allein trotz dieses rechtlichen Interesses an der Löschung der Marke kann dem Beschwerdeführer die sachliche Legitimation zur Beschwerde nicht zuerkannt werden. Auf privaten Interessen beruhende Löschungsan- sprüche sind nicht mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, sondern mit der Löschungsklage geltend zu machen. Die Löschungsklage ist der Rechtsbehelf, der Dritten zur Verfügung steht, um eine in ihre private Rechtssphäre eingreifende Marke anzufechten (BGE 30 II 122 Erw. 3 ; 36 II 254 ff; 58 II 178). Es verhält sich gleich wie in Handelsregistersachen, wo privatrechtliehe Streitigkeiten über Eintragungen und Löschungen von Firmen gemäss Art. 6 der Handelsregisterverordnung vom 6. Mai 1890 ebenfalls auf dem Wege des ordentlichen Prozesses vor dem Richter auszutragen sind, ohne dass daneben noch Raum für die Verwaltungsgerichtsbeschwerde bliebe; siehe BGE 601 34f. Das führt freilich dazu, dass dann überhaupt niemand mehr vorhanden ist, der gegen die Weigerung des eidg. Justiz-und Polizeidepartementes, die Löschung einer Marke anzuordnen, Beschwerde führen könnte; denn dass der Markeninhaber es nicht tut, liegt auf der Hand. Dieses Ergebnis entspricht jedoch der vom Gesetze getroffenen Ordnung, trotzdem der deutsche Text von Art. 16 bis Abs. 2 MSchG und von ZifI. I des Anhanges zum VDG die Verwaltungsgerichtsbeschwerde allgemein vorsieht ge- Registersachen. XO :l5. 169 gen Entscheide des Departementes « über die Löschung einer Marke von Amtes wegen». Aus der Botschaft des Bundesrates zum Beschlussesentwurf betreffend Aufzäh- lung von Kompetenzen des Verwaltungsgerichts vom 27. März 1925 (BBL 1925 II. S. 325) ergibt sich, dass damit nur die die Löschung a n 0 r d n end e n Entscheide gemeint sind, und diese Auffassung ist in der parlamenta- rischen Beratung unwidersprochen geblieben (Sten. Bul- letin, Ständerat 1936 S. 31 ; Nationalrat 1927 S. 229 f). Damit stimmen denn auch der französische und der ita- lienische Gesetzestext überein, wo die Beschwerde aus- drücklich nur gegen « decisions portant radiation » bezw. « decisioni che ordinano la cancellazione» als zulässig erklärt ist. 3. -Die vorliegende Beschwerde ist somit abzuweisen. Daran vermag der Umstand nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer im Verfahren vor dem eidg. Amt für geistiges Eigentum und dem eidg. Justiz-und Polizeide- partement als Partei behandelt worden ist. Er erhielt damit nur die formelle und nicht auch die materielle Legi- timation zur Beschwerde (BGE 60 I 33 f). Ebensowenig ist von Bedeutung, dass im angefochtenen Entscheid ge- sagt wurde, es könne dagegen binnen 30 Tagen Verwal- tungsgerichtsbeschwerde erhoben werden. Diese Bemer- kung des Departementes beruhte, wie es in der Vernehm- lassung selber anerkennt, auf einem Irrtum und konnte dem Adressaten nicht ein Beschwerderecht verleihen, das ihm von Gesetzes wegen nicht zustand. Demnach erkennt das Bundesgericht : Die Beschwerde wird abgewiesen.
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