BGE 56 II 199
BGE 56 II 199Bge7 nov. 1928Ouvrir la source →
198 Obligationenrecht. N° 32. L. firent en cours d'instance. Il resulte en effet de leurs explications, que la cession n'eut lieu que pour permettre a J. de L., suspendu dans l'exercice de la profession d'avo- • cat, de continuer, maIgre cette mesure, a plaider contre dame C. T. D'apres J. de L., le prix de la cession equiva- lait a la valeur nette de la realisation des droits eooes, ce qui prouve qu'a la fin du proces il devait done rendre compte de son activite au cedant. Le caractere fidueiaire de l'acte du 19 avril 1920 resulte, au surplus, aussi du fait que M. T., lequel en sa qualite de banquier tient une comptabilite reguliere, n'a, d'apres les constatations de fait du juge eantonal, pas inserit la cession dans ses livres. Il admettait done que, malgre la cession, les biens cooes etaient restes sa propriete. Or, il est vrai que, a la difference du contrat simule,le contrat fiduciaire est valable en principe, mais eette regle comporte une exeeption lorsqu'il a ete conclu dans le but d'eluder une prescription legale. Dans ce cas, en effet, il est nul en vertu de l'art. 20 CO, lequel declare tels les contrats qui ont pour objet une chose impossible, illicite ou contraire aux mreurs. La question de savoir si, dans une espece deteiminee, un contrat a et6 eonclu dans le but d'eluder la loj. releve du pouvoir d'appreeiation du juge. Celui-ei, ainsi que le Tribunal fooerall'a declare dans son arret Savoy c. Muriset (RO 54 II p. 429), doit rechereher dans ehaque eas parti- eulier si la disposition legale,' que l'on a voulu eluder, interdit un certain resultat, ou si elle ne l'autorise que dans eertaines limites, qui echappent au droit de disposition des parties, ou encore si, sans interdire le resultat, elle regle les voies et les moyens de l'atteindre. Ce n'est que dans eette dermere hypothese que le resultat peut etre valable- ment atteint par des voies de droit autres que eelles qui ont eM normalement prevues par le legislateur. 3. - En l'espece, il n'est pas douteux qu'en conferant a une autorite judiciaire le droit de suspendre un avocat dans l'exercice de sa profession le legislateur valaisan a ObIigationenrecht. N° 33. 199 voulu interdire un resultat, c'est-a-dITe empecher que l'avocat frappe par une peine disciplinaire de ce genre puisse continuer a representer des tiers en justice. Il s'en- suit qu'une mesure de cette nature ne saurait etre vala- blement eludee et que partant la cession du 19 avril1920, qui de l'aveu des recourants visait ce but, doit etre consi- deree comme nulle, meme si elle n'a pas eM simulee. 4. -La question de savoir si l'intimee peut se prevaloir de cette nulliM ne saurait faire de doutes, l'acte du 19 avril 19.20 etant nul en vertu de I'art. 20 CO. Or, d'apres la jurisprudence (RO 25 II 478, 27 II 120, 30 II 416 et 33 II 430) toute nulliM decoulant de eette prescription legale doit etre relevee d'office par le juge, meme si les parties ne la lui ont pas signalee. Par ces moti/s, le Tribunal /ederal rejette le recours et confirme le jugement attaque. 33. Urteil der I. Zivila.bteilung vom 17. Juni I980 i. S. E1ä.usler gegen Dr. Biroher. Haftbarkeit des Chefs einer kantonalen Krankenanstalt dafür, dass ein Patient im Fieber aus dem Fenster der Anstalt sprang und sich hiebei beide Fersenbeine brach! A. -Der Kläger, Fridolin Kläusler, wurde am 26. Mai 1927 zwecks Vornahme einer Blinddarmoperation in die kantonale Krankenanstalt Aarau verbracht. Die Opera- tion wurde am gleichen Tage vorgenommen und verlief normal; doch stellten sich am 28. Mai Fieber ein. Der Kläger wurde unruhig, was den damaligen Tagesarzt, Dr. Heer, -der Chefarzt Dr. Bircher, der heutige Beklagte, war in jenem Zeitpunkt abwesend -veranlasste, ihn in ein Einzelzimmer im ersten Stock der chirurgischen Ab- teilung verbringen und daseihst bewachen zu lassen. Es wurden ihm mehrfach Beruhigungsmittel verabreicht, auch wurde er im Bette festgebunden. Trotzdem ver-
200 Obligationenrecht. No 33. mochte ihn die in der Nacht vom 28. auf den 29. Mai mit seiner Bewachung betraute Krankenschwester, Irene Jaba.t, nicht .zu meistern. Sie holte daher den in der Nähe schlafenden Wärter Dutli herbei. Während dieser kurzen Abwesenheit gelang es dem Kläger, sich von seinen Fesseln völlig zu befreien und aus dem nicht vergitterten Fenster in den Garten hinunter zu springen, wobei er beide Fersenbeine brach. Das erforderte eine weitere, längere Spitalbehandlung, die vom Assistenzarzt Dr. Wyss unter der Oberleitung und Kontrolle des Beklagten besorgt wurde, und die bis zum 24. September 1927 dauerte, an welchem Tage der Kläger als geheilt entlassen wurde. B. -. In der Folge erklärte der Kläger die « Direktion der kantonalen Krankenanstalt in Aarau)} sowie den Chefarzt Dr. Bircher für den fraglichen Unfall und dessen Folgen verantwortlich und verlangte von diesen mit Klage vom 5. April 1929 Bezahlung von 10,000 Fr. nebst 5 % Zins seit 15. Juni 1927, unter Solidarhaft. O. -Mit Entscheid vom 17. Mai 1929 hat das Ober- gericht des Kantons Aargau die Klage geg~n die Anstalts- d!rektion mangels Partei-und Prozessfähigkeit der Be- klagten -da dieser gar keine selbständige Rechtspersön- lichkeit zukomme -zurückgewiesen. Die Klage gegen Dr. Bircher wurde mit Urteil vom 21. März 1930 abge- wiesen. D. -Hiegegen hat der Kläger am 16. April 1930 die Berufung an das Bundesgericht erklärt, indem er erneut um Schutz der Klage gegen Dr. Bircher ersuchte. Der Beklagte beantragt die Abweisung der Berufung und Bestätigung des angefochtenen Entscheides. Das Bundesgericht zieht in Erwägung : Der Kläger ist dadurch, dass er sich zur Operation seines Blinddarmes in die kantonale Krankenanstalt Aarau begab, weder zur Anstalt selber, noch zu deren Chefarzt in ein privatrechtliches Vertragsverhältnis getreten ; denn Obligationenrecbt. N° 33. 201 wie das Bundesgericht schon wiederholt ausgesprochen hat, gehört die öffentliche Krankenfürsorge, wie sie in den staatlichen und kommunalen Krankenanstalten ge- boten wird, dem öffentlichen Rechte an, so dass das Rechts- verhältnis der Patienten zu den betreffenden Anstalten wie auch zu deren Personal verwaltungsrechtlichen Nor- men untersteht (vgl.BGE 48 IIS. 417 ff.). Es könnte daher v-orliegend nur eine H&:rtung des Beklagten aus unerlaubter H3Ildlung in Frage kommen, die sich nach Art. 41 0& beurteilt, da der Kanton Aargau mit Bezug auf das Personal der kantonalen Krankenanstalten von dem ihm durch Art. 61 0& eingeräumten Recht zum Erlass beson- derer kantonaler Haftungsvorschriften keinen Gebrauch gemacht hat. Dabei fällt aber, entgegen der Auffassung des Klägers, eIne Haftung aus Art. 55 OR ausser Betracht, da der Beklagte nicht Dienstherr des ihm unterstellten Anstaltspersonals ist, d. h. es ist nur zu untersuchen, ob sich der Beklagt.e selber eines für den dem Kläger aus dem Unfall entstandenen Schaden kausalen Vergehens schuldig gemacht habe. Der Kläger behauptet, der Beklagte habe in mehrfacher Weise dem § 13 des revidierten Reglementes für die kantonale Krankenanstalt Aarau vom 3. Dezember 1900 (vgl. Aargauische Gesetzessammlung Neue Folge Bd. VI S. 98) zuwidergehandelt, wonach die Oberärzte die Be- handlung der Kranken nach den Grundsätzen der Wissen- schaft und Humanität zu leiten und für gehörige Aus- bildung der Krankenwärter und Krankenpflegerinnen zu sorgen haben. Die Vorinstanz hat eine Verletzung dieser Vorschrift durch den Beklagten verneint. Daran ist das Bundesgericht gebunden, da es sich hiebei um die Anwen- dung kantonalen Rechtes handelt. Dagegen fragt es sich, ob in den vom Kläger erhobenen, in der Folge des nähern ausgeführten Anschuldigungen nicht allenfalls eine Ver- letzung von Geboten der allgemeinen Rechtsordnung zu erblicken sei. Dies ist zu verneinen. Es kann vom Chef- arzt einer kantonalen Krankenanstalt nicht verlangt wer-
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Obligationenreeht. No 33.
den, dass er sich persönlich und beständig jedes einzelnen
Patienten annehme. Dagegen hat er zweifellos dafür zu
sorgen, dass in seiner Abwesenheit die Pflege und Wartung
der Kranken nicht unterbrochen, sondern von don Assi-
stenzärzten, die ihm vom Staate als Vertreter und Gehilfen
beigegeben werden,
weiter besorgt werde. Das ist aber
vorliegend geschehen, indem der damalige Tagesarzt,
Dr. Heer, dessen Befähigung zur Vertretung des Beklagten
nicht angezweifelt worden ist, das Nötige zur Unter-
bringung, Beruhigung, Bewachung und Fesselung des
Beklagten angeordnet hat. Und auch die Durchführung
dieser Anordnungen durch das Wartepersonal erfolgte in
einer Weise, dass daraus jedenfalls nicht auf eine mangelnde
Instruktion von Seiten des Beklagten geschlossen werden
könnte. Dass, wenn ein-mit vergitterten Fenstern verse-
henes
Zimmer zur Verfügung gestanden hätte und der
Kläger darin untergebracht worden wäre, der Unfall sich
nicht ereignet hätte, ist nicht zu bezweifeln. Allein für
diesen Mangel kann der Beklagte, der ja nicht Inhaber
der Anstalt ist, nicht verantwortlich eklärt werden.
Hievon könnte höchstens dann die Rede sein, wenn sich
schon
früher trotz der in der fraglichen Anstalt üblicher-
weise
angewandten Bewachungsmethoden ein ähnlicher
Vorfall ereignet hätte. Dann allenfalls wäre dem Be-
klagten zuzumuten gewesen, die zuständige Behörde auf
die Notwendigkeit einer derartigen Schutzeinrichtung
aufmerksam zu machen. Nun liegen aber keinerlei An-
haltspunkte dafür vor, und es hat der Kläger auch keinerlei
Beweise
dafür angetragen, dass ein solcher Vorfall sich
wirklich
je ereignet hat. Die Vorinstanz hat daher mit
Recht davon Umgang genommen zu untersuchen, ob der
Beklagte schon früher bei der zuständigen Behörde in
diesem Sinne vorstellig geworden ist. Der Kläger macht
sodann noch geltend, dass der durch den Sturz verur-
sachte Bruch der beiden Fersenbeine unsachgemäss he-
handelt worden sei, was eine dauernde Invalidität des
Klägers
zur Folge gehabt habe. Auch dafür sei der Be-
Obligationenrooht. Ne 34.
klagte mitverantwortlich, da er den ihm unterstellten
Assistenzarzt, Dr. Wyss, der die Behandlung des Klägers
nach dem Sturze besorgt, nicht genügend beaufsichtigt
habe. Die Vorinsta.nz hat es für ausgeschlossen erachtet,
dass heute nach so langer Zeit ein Beweis dafür, dass der
Kläger unsa.chgemäss behandelt worden sei, noch erbracht
werden könne, und sie hat daher von der Einholung eines
Expertengutachtens, wie sie vom Kläger beantragt worden
war, abgesehen. Darin liegt eine antezipierte Beweis-
würdigung, die das Bundesgericht nicht zu überprüfen
vermag. Damit entfällt aber auch dieser Forderungsgrund,
so dass die Klage im vollen Umfange abgewiesen werden
muss.
Demnad erkennt da8 Bunde8gericht :
Die Berufung wird abgewiesen und demgemäss das
Urteil des Obergerichtes des Kantons Aargau vom 21. März
1930 bestätigt.
34. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilung
vom. 17. Juni 1930 i. S. Biiedi gegen Odermatt.
Ein r e .d e der a b g e u r t eil t e n S ach e: Die Frage der
Identität der Streitsache beurteilt sich bei bundesrechtlichen
Ansprüchen nach eidgenössischem Recht. Darnach kann sie
nicht schon dann geschützt werden, wenn die Rechtsfrage,
von der die Lösung abhängt, dieselbe ist. (Erw. 2.)
Eigentumsiibergang durch brevi manu traditio bei aufschiebend
bedingtem Fahrniskauf : Kein übergang bei Ausfall der
Bedingung trotz Besitzes des Käufers. Nichtallwendbarkeit
von SchKG Art. 212 auf den Eintritt der Bedingung. (Erw.4.)
A. -Im Dezember 1927 gab J. Odermatt in Dallenwil
dem J. Rüedi, derin Rischberg bei Küssnacht eine Silber-
fuchsfarm betrieb, 16 Silberfüchse zum Unterhalt und zur
Wartung. Von diesen Tieren starben in der Folge elf an
der Lungenwurmseuche und wegen ungenügender Pflege.
Am 7. November 1928 schlossen Odermatt und Rüedi
über die bis dahin streitigen Anspruche Odermatt's
folgende Vereinbarung:
AB 56 TI -1930
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