BGE 55 II 55
BGE 55 II 55Bge16 janv. 1929Ouvrir la source →
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Prozessrecht. X" H.
cantonale de Berne a interjete un recours de droit civil
au Tribunal federal aux fins d'obtenir que le President
du Tribunal de Porrentruy soit tenu de rapport er sa
deci"ion du 26 decembre 1928 annulant le OOn de cai&se
N° 4850 :,;erie Ba.
Con8iderant en droit:
La recourante considere la reponse qui lui a ete donnee
le 7 fevrier 1929 par le President du Tribunal de Por-
rentruy comme une « communication ecrite )) du prononce
d'annulation du titre et soutient qu'elle a forme le present
recours dans le delai fixe par l'art. 90 OJF, aux termes
duquel le recours de droit civil doit etre depose par ecrit
au Tribunal federal dans les vingt jours a compter de la
communicatiGn ecrite dJl jugement ou de la decision
qui
en fait l'Obj6t.
Mais il n'est pas possible d'admettre que le. delai de
recours
n'a commence a courir que du jour ou la lettre
du 7 fevrier 1929 est parvenu a la recourante.
S'il est vrai qu'en vertu de la jurisprudence, les decisions
qui
peuvent etre attaquees devant le Tribunal federal
par la voie du recours de droit civil doivßnt etre notifite8
d'office et par ecrit aux parties personnellemtnt, ce
principe
ne vaut toutefoi& que .pour les cas ou le droit
materiel ne regle pas lui-meme le mode de commllnication
des prononces
et ou il s'agit de decisions touchant ades
droits eminemment personneIS des intereses, notamment
en matiere de tlltelle (cf. RO 35 I p. 106 ; 38 II p. 764 ;
40 I p. 472). Ilne saurait etre etendu aux cas pour lesquelo
les dispositions du droit materie I reglent d 'une maniere
complete
la procedure, sans prevoir aucune notification
personnelle des
prononces, dans des domaines oules droits
des personnes ne sont point en cause.
Dans la procedure d'annnlation de titres au porteur,
reglee entierement par 10 code des obligations, le juge
n'est p.cecisement pas tenu de communiquel sa decision,
ni au requ~rant pers01mellement, ni au debiteur du titre
annule. L'art. 855 l'oblige uniquement a publier son
Versicherungsvertrag. No 15.
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prononce dans la Feuille officielle suisse du commerce,
tout en lui laissant la faculte de recourir, s'll l'estime
convenable,
a d'autre3 moyens de publicite.
Cela
etant, et s'agissant d 'nne procedure destinee
a proteger
exclusivement des interets economiques, l'on
ne saurait exiger du juge qu'il notifie une expedition
ecrite
de son prononce au requerant ou au debiteur du
titre personnellement pour fixer le point de depart du
delai de l'art. 90 en vue du recours de droit civil prevu
a l'art. 86 chiffre 4 OJF. En cette matiere, c'est la date
de la publieation du prononce d'annulation dans la Feuille
officielle suisse
du commerce qui fait regle, lorsque le
juge
n'a pas recouru a d'autres moyens de publicite.
Pour tous les interesses, aussi bien pour le requerant et
le debiteur du titre que pour le detenteur inconnu, la
publication vaut eommnnication ecrite de la decision
au sens de l'art. 90 OJF.
En l'espece, la publication du prononce du 26 decembre
1928 a eu lieu le 3 janvier 1929 dans la Feuille officielle
suisse du commerce ; le present recours, depose le 19 fevrier
seulement,
est done manifestement tardif et partant
irrecevable a la forme.
Le Tribunal f6Mral prononce :
Il n'est pas entre en matiere sur le recours.
VII. VERSICHERUNGSVERTRAG
CONTRAT D'ASSURANCE
15. UrteU der II. ZivilabteUung vom a8. Kirz 1929
i. S. 'l'sohupp gegen Assurance Mutuelle Vaudoise.
VVG Art. 4 ff. Begriff der G e f a h r s tat s ach e n, die dem
Versicherer an zu z e i gen der Antragsteller verpflichtet ist.
A. -Am 15. Juni 1925 stellte der Kläger an die
Beklagte einen Antrag für Einzelunfallversieherung im
Versicherungsvertrag. N° 15. Betrage von 10,000 Fr. für den Todesfall, 30,000 Fr. für den Fall gänzlicher Erwerbsunfähigkeit und 2 Fr. Tages- entschädigung für den Fall vorübergehender Arbeits- unfähigkeit. Dem Antrag sind folgende formularmässig gestellten Fragen und Antworten zu entnehmen: Wurden Sie von einer Unfallversicherung abgewiesen und von welcher 1 -Nein. Sind Sie bereits gegen Unfall versichert gewesen? - SUVAL. Wenn ja, bei welcher Gesellschaft 1 -Vers. bei Firma Sigg, Aluminium, Frauenfeld. Daraufhin versicherte die Beklagte den Kläger, immer- hin unter Herabsetzung der Versicherungssumme für Totalinvalidität von 30,000 auf 15,000 Fr. Am 9. Dezember 1925 stellte der Kläger an die Beklagte einen neuen Antrag für Einzelunfallversicherung im Betrage von 10,000 bezw. 30,000 bezw. 3 Fr. Dem for- mularmässig gestellten Ant,rag sind folgende Fragen und Antworten zu entnehmen : Wurden Sie von einer Unfallversicherung abgewiesen und von welcher ? -Nein. Sind Sie oder waren Sie bereits gegen Unfall versichert 1 Wenn ja, bei welcher Gesellschaft? -SUV AL, Mutuelle ja Um änderung. Daraufhin versicherte die Beklagte den Kläger antrags- gemäss vom 1. Januar 1926 an durch Polize Nr. 33,177, welche an Stelle der früheren trat. Art. 4 der Allgemeinen Bedingungen lautet : « Die vom Genossenschafter im Ver- sicherungsantrage gemachten Erklärungen, wovon Ab- schrift dieser Polize beigeheftet ist, bilden die Grundlage des Versicherungsvertrages. Jede falsche Angabe oder betrügerische Verschweigung bei Vertragsabschluss oder während der Dauer der Versicherung hat ohne weiteres die Nichtigkeit des Vertrages zur Folge. Die bereits be- zahlten Prämien verbleiben in diesem Falle der Genossen- schaft. » Schon am Tage des Inkrafttretens des neuen Vertrages und wiederum am 5. November gleichen Jahres sollen Versicherungsvertrag. No 15. 57 dem Kläger Unfälle zugestossen sein. Wegen des ersten bezahlte ihm die Beklagte 2829 Fr. 70 Cts., wegen des zweiten schoss sie ihm 300 Fr. vor. Auf von der Beklagten am 24. März 1927 bei 12 Versiche- rungsgesellschaften eingezogene Erkundigungen stellte sich heraus, dass ein Versicherungsantrag des Klägers im Jahre 1917 von der Gesellschaft La Suisse abgelehnt worden war, weil ihr das Risiko zu ungünstig erschien, und dass der Kläger in den Jahren 1921 und 1924 von der Basler Lebensversicherungsgesellschaft, 1923 von der « Winterthur» und 1925 von der Schweizerischen Natio- nalversicherungsgesellschaft gegen Unfall versichert wor- den war, jedoch die Polizen nicht eingelöst hatte. Darauf schrieb die Beklagte dem Kläger am 11. April 1927: « Ensuite des renseignements que nous avons obtenus concernant votre cas, nous avons le regretdevous informer qu'a teneur des articles 4 et 6 de la loi federale sur le con- trat d'assurance, nous refusons de donner la couverture pour l'accident qui vous est survenu en date du 5 novem- bre ecouIe. Plus meme, nous resilions votre contrat a dater de ce jour, nous reservant en outre d'intenter une action en repetition contre vous pour le montant de notre pres- tation relative a votre accident du l er janvier 1926 ... » B. -Mit der vorliegenden Klage verlangt der Kläger Bezahlung von 15,000 Fr. Mit ihrer Widerklage verlangt die Beklagte Rückzahlung von 3129 Fr. 70 Cts. nebst 5 % Zins seit 9. Dezember 1927. O. -Durch Urteil vom 10. Januar 1929 hat das Kan- tonsgericht von Wallis die Hauptklage abgewiesen und die Widerklage zugesprochen. D. -Gegen dieses Urteil hat der Kläger die Berufung eingelegt mit den Anträgen auf Gutheissung der Haupt- klage und Abweisung der Widerklage. Das Bundesgericht zieht in Erwägung : Die Beklagte ist gestützt auf Art. 6 VVG vom Vertrage zurückgetreten. Sie hat sich also nicht auf die durch Art. 4 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen aus-
58 Versicherungsv·ertrag. N° 15. bedungene Nichtigkeit des' Vertrages wegen falscher An- gab) berufen wollen. In der Tat ist diese Bedingung vor der angeführten Vorschrift des VVG, die nicht durch Vertragsa brede zungunsten des Versicherungsnehmers oder des Anspruchsberechtigten abgeändert werden darf (Art. 981. c.), nicht haltbar. Den Rüoktritt konnte die Beklagte nur nehmen, wenn der Kläger beim Abschlusse der Versicherung eine erheb- liche Gefahrstatsache (die er kannte oder kennen musste) unrichtig mitgeteilt oder verschwiegen hatte. Erheblich ist eine Gefahrstatsache nach Art. 4 Abs. 2 VVG dann, wenn sie geeignet ist, auf den Entschluss des Versicherers, den Vertrag überhaupt oder zu den vereinbarten Bedin- gungen abzuschliessen, einen Einfluss auszuüben. Und zwar werden als erheblich vermutet die Gefahrstatsachen, auf welche die schriftlichen Fragen des Versicherers in bestimmter unzweideutiger Fassung gerichtet sind (Art. 4 Abs. 3 VVG). Gefahrstatsachen aber sind nach der Um- schreibung in Art. 4 Abs. 1 VVG alle für die Beurteilung der Gefahr erheblichen Tatsachen, also nicht nur Tat- sachen, welche die Gerahr verursachen, sondern auch Tat- sachen, die bloss einen Rückschluss auf das Vorliegen von die Gefahr verursachenden Tatsachen gestatten (vgl. KISCH, Privatversicherungsrecht 2 S. 198). Dass nun frühere, zumal gleichartige Versicherungen des Versiche- rungsnehmers, sowie ganz besonders die Nichtannahme eines auf eine gleichartige Versicherung gerichteten An- trages durch einen anderen Versicherer nicht geeignet seien, auf den Entschluss des später angegangenen Ver- sicherers, den Vertrag, sei es überhaupt, sei es zu den vereinbarten Bedingungen, abzuschliessen, einen Einfluss auszuüben, lässt sich schlechterdings nicht sagen (vgL in diesem Sinne schon BGE 33 II S. 414 und 34 II S. 537). Erfährt der Versicherer aus den Antworten des Versiche- rungsnehmers auf die an diesen gestellten Fragen hievon, so mag er sich zu Erkundigungen bei den genannten anderen Versicherern über den Grund der Ablehnung des an. sie gestellten. Antrages oder die Art von früher allfällig Markenschutz. N° 16. 59 eingetretenen Versicherungsfällen veranlasst sehen, deren Ergebnisse ihm Anhaltspunkte für die Beurteilung der Gefahr verschaffen oder ihn mindestens zu eingehenderer Prüfung der Gefahr anregen können. Unter diesem Ge- sichtspunkte wäre jedenfalls die Angabe des Klägers über die Ablehnung seines Antrages durch die Gesellschaft La Suisse nicht von vorneherein ohne Interesse für die Beklagte gewesen. Somit vermag die Verneinung der im Antragsformular enthaltenen Frage, ob der Kläger von einer Unfallversicherung abge",iesen worden sei, den Rücktritt der Beklagten zu rechtfertigen. Hieraus folgt, dass die Hauptklage unbegründet, dagegen die Wider- klage begründet ist. In der Tat hat die Beklagte die erste Unfallentschädigung bezahlt und an die zweite einen Vor- schuss geleistet, ohne Anhaltspunkte dafür zu haben, dass bie sich vom Vertrage lossagen könne (Art. 630R). Demnach erkennt das Bundesgerickt: Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Kan- tonsgerichts von Wallis vom 10. Januar 1929 bestätigt. VIII. MARKENSCHUTZ PROTECTION DES l'fARQUES DE FABRIQUE 16. UrteU der I. Zivi1a.bteUung vom 16. Januar 1929 i. S. George La Monte & Son gegen Art. Institut Ofell rüesli A.-G. I. 1\1 ß r k e n r e c h t :
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