BGE 54 II 367
BGE 54 II 367Bge7 avr. 1914Ouvrir la source →
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Obligationel1recht.
N° 68.
concerne la preuve de la faute ou de la negligence. Il
importe en premiere ligne de distinguer les cas OU le
juge se rend coupable, par negligence, d'une violation
, flagrante des prescriptions claires et imperatives de la
loi ou des devoirs primordiaux de sa charge, de ceux
ou il commet une simple erreur d'interpretation ou
d'appreciation. Dans les questions d'appreciation, notam-
ment,
il ne peut y avoir faute que si le juge abuse mani-
festement de son pouvoir.
En l'espece, 1'0n ne saurait admettre que les faits
reproches
au President Imboden constituassent un
acte illicite. En effet, quand bien mme le proces-verbal
indique que le
President a « constate ) que M. de Lavallaz
n'avait pas repondu de faon categorique a la question
posee, l'on pimt et l'on doit mme considerer la phrase
incriminee, non point comme
la constatation, d'un fait,
mais comme
l' appreciation, erronee, d'un fait. Cette
interpretation, adoptee par la premiere instance, se
trouve confirmee
par le fait que cetie appreciation suit
immediatement le texte integral des reponses fournies
par de Lavallaz. Il parait tres vraisemblable que ces
reponses
n'ont pas paru suffisamment explicites au
President Imboden -et aux mItres juges, comme le
prouve le corps du jugement -et qu'apres avoir cherche
en vain a en obtenir d'autres, le President a tenu a faire
consigner son impression
au pro ces-verbal. L'on ne
saurait lui reprocher d'avoir
eu cela outrepasse son pou-
voir d'appreciation. Sa remarque n'eliminait point les
repollses
du demandeur, qui ont continue a figurer in
extenso en tte du proces-verbal.
Si le President lui-mme n'a pas commis d'acte illicite,
il va de soi que le Greffier n'en a pas a se reprocher. En
verbalisant une appreciation du juge sur l'interrogatoire
d'une partie,
il n'a pas viole les devoirs de sa charge et
notamment pas ceux que lui imposent l'art. 42 du regle-
ment valaisan d'application du 26 aout 1920.
Mais voulut-on mme admettre sur ce point l'existence
Obligationenrecht. N° 69. 367
d'une faute commise par le President et par le Greffier,
cette faute ne justifierait pas la
presente action en dom-
mages-interts, car ce n'est en tout cas pas elle qui a
cause le prejudice allegue par le demandeur.
69.
Auszug aus dtm Urteil der I. ZivilabteUung
vom 10. Oktober 1928
i. S. Bulishausr und Gen. gegen Buer.
t. Einschränkung des Grundsatzes der Nichtgebundenheit
des Zivilrichters an das freisprechende Strafurteil (OR
Art. 53) durch Art. 81 OG. Begriff der Aktenwidrigkeit
(Erw.1).
2. Entschädigung für Verlust des Versorgers bei Wiederver-
heiratung der Witwe während der Hängigkeit des Prozesses
(Erw. 4 a).
Tatbestand (gekürzt).
Der 34-jährige Malermeister
Hans Roth starb am 11.
April 1927
an den Folgen der Verletzungen, die er bei
einem Zusammenstosse seines Fahrrades
mit einem
Motorrad
in Olten erlitten hatte. Gegen den Motorrad-
fahrer Buser wurde eine Strafuntersuchung wegen fahr-
lässiger Tötung
und Übertretung des Konkordates
über den
Verk3hr mit Motorfahrzeugen durchgeführt.
Die Witwe und die Kinder des Verunglückten mach-
ten adhäsionsweise Entschädigungsforderungen geltend.
Während das Amtsgericht Olten-Gösgen Buser schuldig
erklärte und zu einer Busse von
200 Fr. verurteilte, sowie
die
Zivilklagen in reduzierten Beträgen schützte, ge-
langte das solothurnische Obergericht zu der Freispre-
chung und
der gänzlichen Abweisung der Entschä-
digungsforderungen. Die 'Vitwe
Roths war inzwischen
eine neue Ehe
mit Emil Rutishauser, Inhaber eines
Zimmereigeschäftes
in Märstetten, eingegangen. Sie
erklärte gegen das Urteil des Obergerichts die Berufung
an das Bundesgericht, mit dem Antrag auf Zusprechung
einer Entschädigung
von 5000 Fr. Die Berufung wird
gutgeheissen.
368 Obligationenrecht. N° 69. Aus den Erwägungen:
370 Obligationenrecht. N° 69. der Wiederverheiratung noch eine Abfindungssumme im dreifachen Betrage der jährlichen Rente zugesprochen hat. Ein neues'tes Urteil vom 26. Juni 1928 i. S. Hinnen und Genossen gegen Jäger (BGE 54 II 297 ff.) steht grundsätzlich auf demselben Boden und bemerkt, dass in solchen Fällen gegenüber der Witwe eine Kapital- abfindung nicht· schlechthin abzulehnen sei ; denn der Möglichkeit einer Wiederverheiratung könne auch da- durC'h Rechnung getragen werden, dass zum Voraus ein entsprechender Abzug am Rentenkapital vorge- nommen werde. Diese Grundsätze dürfen auf den Fall, wo eine nach Art. 45 Abs. 3 OR entschädigungsberechtigte Witwe sich während der Hängigkeit des Prozesses bereits wieder verheiratet hat, in dem Sinne übertragen werden, dass es alsdann Aufgabe des Richters ist, zu beurteilen, ob und inwieweit die neue Lage der Witwe einen ökono- mischen Unterschied bringt gegenüber derjenigen, welche sie unter ihrem früheren Ehemann gehabt hat und mit Recht beanspruchen konnte. Bietet der zweite Ehemann nach allen Richtungen dieselben Garantien für ihre Lebensversorgung, so besteht kein wirtschaftlicher Nach- teil, und demgemäss von der Wiederverheiratung an auch kein Entschädigungsanspruch mehr; trifft diese Voraussetzung aber nicht zu, so ist anhand der tatsäch- lichen Unterlagen das Mass, il! welchem die neue Versor- gung hinter der früheren zurückbleibt, wenigstens an- nähernd zu bestimmen, und es bleibt für den Ausfall die Ersatzpflicht des Schädigers bestehen. Die Akten enthalten über die finanziellen Verhältnisse des neuen Ehemannes der Witwe Roth nur spärliche Angaben; immerhin ergibt sich, dass Emil Rutishauser, welcher im Sommer 1927 bereits mit seinen Gläubigern einen Nachlassvertrag abgeschlossen hatte, wobei die Dividende bloss 20 Prozent betrug, seither wieder be- trieben worden und am 23. Juni 1928 in Konkurs ge- fallen ist. In Würdigung dieser Umstände kann der Obligationenrecht. N° 70. 371 Betrag von 5000 Fr., auf den die Erstklägerin ihre ur- sprüngliche Forderung von 38,489 Fr. 50 Cts. ermässigt hat, nicht als übersetzt angesehen werden. Nach ihrem Alter zur Zeit des Unfalles (32 Jahre) würde die Aus- richtung einer lebenslänglichen Jahresrente von 1200 Fr. bei einem Zinsfuss von 4,5 Prozent (Piccard'sche Bar- werttafel 4) ein Kapital von etwas über 20,000 Fr. er- fordern. Werden hievon für das Mitverschulden Roths am Unfall 50 Prozent und für die Vorteile der Kapital- abfindung 10 Prozent abgezogen, so verbliebe ein Kapital von rund 8000 Fr. Ein weiterer Abzug von 3000 Fr. wegen Wiederverheiratung erscheint als reichlich be- messen. 70. OrteU der L Zivila.btsU\Ulg vom 16. Oktober 1928 i. S. Grimm gegen !tanton Schwyz & Gen. Art. 59 ZGB: Die Frage der Haftbarkeit eines Kantons 'für seine Organe der Automobilkontrolle beurteilt sich nach öffentlichem Recht (Erw. 1). Art. 61 OR: Abweichende Regelung der Beamtenverant- wortlichkeit durch die Kantone. Ausschliessliche Anwend- barkeit der kantonalrechtlichen Bestimmungen (Erw. 2). A. -Am 24. November 1925, abends, überfuhr H. Inglin, Automechaniker in Bäch (Kt. Schwyz) mit seinem Automobil (Marke « Presto») den Kläger Grimm in Schlieren und verletzte ihn schwer. Das gegen Inglin eröffnete Strafverfahren wurde eingestellt, da der Ange- klagte vor Abschluss desselben starb. Eine zivilrechtliche Haftbarmachung des Urhebers des Unfalles oder seiner Erben war aussichtslos, weil Inglin bei seinem Ableben völlig mittellos war. Die Automobilkontrolle des Kantons Schwyz hatte ihm seinerzeit eine Verkehrsbewilligung für sein Personenautomobil Marke «Mathys» erteilt. Was die in Art. 11 des Automobilkonkordates vom 7. April 1914 vorgeschriebene Haftpflichtversicherung ~n betrifft, so hatte Inglin bei der Behörde sich darüber
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