BGE 54 II 124
BGE 54 II 124Bge29 oct. 1926Ouvrir la source →
124 Obligationenrecht. N° 25.
contrat ne revet pas le medecin d'une pa reelle du pou-
voir public et ne le place dans aucun rapport de subor-
dination. Le demandeur n'est pas 80UmiS a des chefs
hierarchiques qui seraient en droit de le contraindre.
par voie disciplinaire, a s'acquitter des devoirs de sa
charge. il n'a pas davantage {( une obligation generale
de fidelite et d'obeisance » envers les trois communes.
Dans le cadre du contrat, il pratique l'art medicallibre-
ment et sous sa propre responsabilite, sans obeir ades
ordres de service,et ses actes n'engagent point la respon-
sabilite de la corporation de droit public qui a conelu
le
contrat avec lui, comme ce serait le cas s'il Hait fonc-
tionnaire.
Le demandeur a simplemellt pris l'engagement con-
tractuel de se tenir a Ja-disposition de la population des
trois communes, en qualite de medecin et de pharmacien,
et de respecter, dans ses rapports avec ses clients, un
certain tarif. Il ne s'est meme pas oblige a visiter et a
soigner gratuitement certaines personnes, par exemple
les indigents, ni
a exercer un contröle medical. sur les
ecoles et les prisons, par exemple. Tout autre est la
position du medecin place par l'Etat a la tete d'un service
ou d'un etablissement medial public (ull höpital can-
tonal, par x.: cf. HO 44 11. p. 54 et suiv.; 48 11. p. 418;
49 I, p. 544 ; cf. aussi sur les elements caracteristiques
d'ulle charge de fonctionnaiI:e RU 12, p. 709).
Il y a done lieu d'entrer en matire sur le recours.
25. Urteil der I. Zivilabteilung vom as. Februar lSaS
i. S. Fleischhandel AAr. gegen F1eischW&m1, A.-G.
F i r m e n r e c h t. Deutliche Unterscheidbarkeit der Firmen
von Aktiengesellschaften (OR 873): verneint hinsichtlich
der Firmen «Fleischhandel A.-G.» und «Fleischwaren
A.-G. »
A. -Die Firma Carl Walder betrieb in Zürich zwei
Metzgereigeschäfte, die sie
am 25. Oktober 1923 an
Obligationenrecht. N0 25. 125
die gleichen Tages gegründete Walder A.-G. verkaufte.
Laut Handelsregistereintrag konnte diese auch « andere
Metzgereien, Wurstereien erwerben,
Vieh-und Fleisch-
handel betreiben, Filialen errichten, sich an Unterneh-
mungen gleicher oder verwandter Branchen beteiligen
oder mit solchen fusionieren)).
Die ausserordentliche Generalversammlung
vom 11.
November 1926 beschloss die Umwandlung der Firma
Walder A.-G. in « Fleischwaren A.-G. » und die Verlegung
des Geschäftssitzes von Zürich nach Wallisellen. Als
Gesellschaftszweck
wurde im Handelsregister angegeben:
« der Betrieb der Fleisch-, Wurstwaren-und Konserven-
fabrik Wallisellen », mit dem Zusatz, dass die Gesellschaft
auch « Metzgereien und Wurstereien erwerben,. Vieh-
und Fleischhandel betreiben, Filialen errichten, sIch an
Unternehmungen gleicher oder verwandter .Bra:lchn
beteiligen, oder mit solchen fusionieren, SOWie s~~~ m
andern Artikeln der Nahrungsmittelbranche betatIgen
könne ».
B. -Am 27. Juli 1927 wurde die « Fleischhan?el
A.-G. » mit Sitz in Zürich gegründet. deren Zweck. 1m
« Betriebe einer Schlächterei und im Handel mit FleIsch
und Fleischwaren» besteht, die sich aber ausdrücklich
vorbehalten hat, ihr Geschäft auch anf andere « ver-
wandte Geschäftszweige auszudehnen und sich an anderen
Unternehmungen der Fleischbranche, Viehhandel und
Import zu beteiligen ». Mitglieder des Verwaltungs-
rates sind: Josef Guldimann, Kaufmann. und Traugott
Conrad. Viehhändler, heide in Brugg. Letzterer ist zu-
gleich
Aktionär der Fleischwaren A.-G.; ersterer war
eine Zeitlang deren Handlungsbevollmächtigter. Als
Angestellter
der Firma C. Kraft & oe in Brug (deren
Teilhaber C. Kraft Hauptaktionär der FleIschwaren
A.-G. ist,
und schon der Walder A.-G. war) wurde Guldi-
mann von seiner Dienstherrin, angeblich im Herbst
1925. beauftragt, sich in Zürich bei der Walder ~.-G.
zu betätigen und hernach in Wallisellen bei der Flelsch-
126 Obligationenrecht. N° 25. waren A.-G. Er befand sich daselbst, als ihm C. Kraft & Oe am 31. Mai 1927 das Anstellungsverhältnis auf den 31. August 1927 kündigten. C. -Am 8. September 1927 hob die Fleischwaren A.-G. gestützt auf Art. 873, eventuell Art. 48 OR, beim zürcherischen Handelsgericht gegen die Fleischhandel A.-G. Klage an, mit dem Rechtsbegehren, diese habe « ihren Namen derart zu ändern, dass er sich von dem- jenigen der Klägerin deutlich unterscheide und zu keinen Verwechslungen mehr Anlass geben könne, und es sei der Handelsregistereintrag « Fleischhandel A.-G. » somit zu löschen ». D. -Die Beklagte hat Abweisung der Klage bean- tragt. E. -Mit Urteil vom 18. Oktober 1927 hat das Handels- gericht des Kantons Zürich die Klage auf Grund von Art. 873 OR gutgeheissen, demgemäss die eingetragene Firma « Fleischhandel A.-G.» als unstatthaft erklärt und die Beklagte verpflichtet, sie z'u löschen. F. -Gegen dieses Urteil hat die Beklagte die Berufung an das Bundesgericht erklärt, mit dem Antrag auf Ab- weisung der Klage, eventuell auf Rückweisung der Akten an die Vorinstanz zur Abnahme der anerbotenen Beweise. Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
128 Obligationenrecht. No 25. b) Auch darauf ]wmmt für den Schutz der Firma der Aktiengesellschaft nichts an, ob die Gesellschaft, deren Firma beanstandet wird, am gleichen Orte in der Schweiz ihren Sitz habe, wie diejenige, die als Klägerin auftritt, da ja der Schutz der Firma der Aktiengesellschaft für die ganze Schweiz gilt (vgl. Komm. FICK-BACHMANN, Anm. 4 zu OR 873). Es hätte sich höchstens, falls die Beklagte den Geschäftssitz in ihre Firma aufgenommen haben würde, fragen können, ob darin ein genügendes Unterscheidungsmerkmal zu erblicken sei. c) Richtig ist, dass es sich bei den Firmen der Parteien nicht um Phantasienamen, sondern um Geschäfts- bezeichnungen handelt. Allein wenn auch die natürliche Geschäftsbezeichnung als sprachliches Gemeingut, nach Analogie der Freizeichen -im Markenrecht, grundsätzlich allen Inhabern von Geschäften der bezeichneten Art zur Verfügung steht, so folgt daraus nur, dass der Beklagten an sich nicht verwehrt werden kann, den von ihr be- triebenen Handel in der Firma zu umschreiben und in dieselbe das Wort Fleischhandel oder einen ähnlichen Ausdruck aufzunehmen. Die Klägerin darf aber ver- langen, dass die Beklagte die Bezeichnnng Fleischhandel mit einem, die Verschiedenheit der Unternehmungen besser kennzeichnenden Zusatze verwende oder in anderem, die Möglichkeit von Verwechslungen der beiden Geschäfte ausschliessenden Zusammenhange (vgl. BGE 37 11 538). d) Gänzlich unbehelflich ist der Einwand, dass die Klägerin vor der Liquidation stehe und deshalb offenbar kein Interesse mehr an der Führung ihrer· Firma habe. Selbst wenn die Behauptung, dass die letzte Bilanz der Klägerin eine Verminderung des Grundkapitals um die Hälfte ergeben habe, den Tatsachen entsprechen sollte, so hätte das keineswegs für die Klägerin den Verlust des Anspruches auf Schutz ihrer Firma zur Folge. Obligationenrecht. N° 26 129 Demnach erkennt das Bundesgericllt : Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Handelsgerichtes des Kantons Zürich vom 18. Oktober 1927 bestätigt. 26. Urteil der I. Zivilabteilung vom G. lürz 1928 i. S. GentiU gegen Sinoni und Obergerioht des Kantons Glarus. Art. 8 7 Z i f f. lOG: Z i v i Ire c h t I ich e B e- schwerde wegen Verletzung der dero- g a tor i s c h e n K r II f t des B und e s r e c h t e s. Eine kantonale Prozessgesetzbestimmung über Verwirkung des Klagerechtes bei nicht rechtzeitiger Fortsetzung des Prozesses nach Ausstellung des Leitscheines steht mit den Bestimmungen des OR über die Verjährung nicht im Wider- spruch. Abgrenzung der Souveränität der Kantone auf dem Gebiete des Zivilprozessrechts gegenüber der Souve- ränität des Bundes auf dem Gebiete des Privatrechts. Art. 64 BV und 6 ZGB. A. -Mit Urteil vom 15. Oktober 1926 bestrafte das Polizeigericht des Kantons Glarus den Beschwerde- beklagten Sinoni, sowie E. Schuler, wegen vorsätzlicher Körperverletzung, bezw. Misshandlung des Beschwerde"': führers Gentili mit Geldbussen. Die Entschädigungs- forderung des letztern wurde an den Zivilrichter ver- wiesen. Laut Leitschein vom 29. Oktober 1926 setzte Gentili hierauf beim Vermittleramt Schwanden gegen Sinoni und Schuler das Begehren ans Recht : « Sind nicht die klägerischen Schadenersatzansprüche von 290 Fr. (die unmittelbaren Folgen einer Misshandlung durch die Beklagten) gerichtlich zu schützen, unter Kostenfolge für die Beklagten und unter Vorbehalt weiterer Rechte? ) Eine Prozessanmeldung fand jedoch nicht statt, weder binnen der Frist von 3 Monaten, während welcher der Leitschein nach § 95 der glarn. ZPO in Kraft bleibt,
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