BGE 52 I 327
BGE 52 I 327Bge18 juil. 1925Ouvrir la source →
326 Staatsrecht.
du delit (art. 3 de la loi federale sur l'extradition de
malfaiteurs ou d'accuses, du
24 juillet 1852).
Ces considerations conduisent a l'admission du recours.
Mais voulftt-on
mme autoriser d'une faon generale
la poursuite au lieu du domicile sans donner la prefe-
rence au lieu de la commission, le recours n'en devrait
pas moins
etre admis. Pour que le domicile jouät un role,
il faudrait en effet que la loi genevoise previt ce. for et
que Ia poursuite ftit introduite contre le recourant a
Geneve parce que Geneve est le for de son domicile.
Or, il n'en est rien. La legislation penale genevoise ne
eonnait pas le for du domicile de l'ineulpe. Elle ne rend
justieiables des
tribunaux du canton que les individus
« inculpes d'un crime, d'un delit ou d'une contravention
commis
sur le territoire de la Republique Il (art. 7 du code
d'instruction penale),
a l'exceptin des ressortissants
genevois qui, le eas
echeant, peuvent etre poursuivis
dans le canton
meme lorsque le delit a He commis hors
du canton (art. 8 l. c.). La loi du 2 mai 1827 «contenant
quelques dispositions penales et de police relatives a
la presse» (partiellement abrogee) ne s'occupe aux art.
19 et suiv. (mesures generales de police) que d'« ecrits
imprimes dans le
eanton». Aussi bien, la reponse du
President du Tribunal de Police de Geneve n'invoque
point l'existence d'un for du domicile institue par la
loi cantonale, mais table sur la jurisprudence du Tri-
bunal federal. Ce n'est done pas parce qu'a Geneve se
trouverait le for legal du domicile mais parce que le
reeourant
aurait deploye son activite a Geneve que le
Tribunal de Police s'est declare competent. Or il a He
expose plus haut que, d'apres le droit federal, les actes
commis
a Geneve ne sont pas constitutifs de for et que
c'est le lieu de la parution de l'article qui doit
tre
eonsidere comme le lieu de Ia commission du delit. La
mention « Redaction et edition L. Wulfsohn, Geneve »
signifie simplement que le recourant est le redacteur et
l'editeur du jourual et qu'il habite Geneve.
Organisation der BUlldesrechtspflege. No 44. 327
Ces circonstances ne sont pas decisives pour la ques-
tion de savoir
Oll le delit de presse a ete commis. Quant
a l'intime, il confond manifestement Ie for de la poursuite
penale avec le for en matiere de reclamation civile
(art.
59 Const. fed.) lorsqu'il avance que le recourant
doit
tre poursuivi a son domicile « en vertu d'un
principe consacre de la faon la plus absolue » et lors-
qu'il admet une sorte de prorogation de for en matiere
penale.
Le Tribunallideral prononce:
Le recours est admis et le jugement du Tribunal de
Police de Geneve est
annuJe.
IV. ORGANISATION
DER BUNDESRECHTSPFLEGE
ORGANISATION
JUDICIAIRE FEDERALE
44. Urteil vom SO. Oktober 1926 in Sachen Schmid
gegen Staa.tsanwaltschä.ft und Xa.ssa.tionsgericht.
des Xa.ntons Zug.
Art. 2 Abs. 2 Intern. Ausl.-Gesetz ; Art. 189 Abs. 3 OG: Die
Zuständigkeit der Gerichte des vom Bundesrat mit der
Aburteilung eines Schweizers beauftragten Kantons kann
vom Angeschuldigten nicht mit Gerichtsstandsbeschwerde
an das Bundesgericht bestritten werden.
A. -Der Rekurrent ist heimatberechtigt im Kanton
Luzern. Bis März 1924 wohnte er mit seiner Familie
in Deutschland, übersiedelte dann in den
Kanton Zug
-und als
ihm dort seiner Vorstrafen wegen die Nieder-
lassungsbewilligung verweigert wurde -schliesslich
in den Kanton Luzern. Im Frühjahr 1924 wurde er in
Deutschland wegen Betrugs
unter Anklage gestellt.
328 Staatsrecht. Das eidg. Justiz-und Polizeidepartement erteilte den deutschen Behörden die Zusicherung, dass gegen den Rekurrenten in der Schweiz das Strafverfahren einge- leitet werde. Am 30. Mai 1924 ersuchte die Polizei- abteilung des Departements den Kanton Zug, die Strafverfolgung durchzuführen. Am 22. Mai 1926 wurde der Rekurrent vom Zuger Strafgericht verurteilt. Das Strafobergericht bestätigte das Urteil am 5. Juli 1926. In der Hauptverhandlung vom 22. Mai 1926 hatte der Rekurrent die Zuständigkeit des urteilenden Gerichts bestritten. Die gleiche Einrede hat er gegen das Straf- gerichtsurteil mit Kassationsbeschwerde geltend ge- macht. Das Kassationsgericht wies die Beschwerde am 5~ Juli 1926 ab. B. -Dagegen erhebt der Rekurrent am 3. September 1926 staatsrechtlichen Rekurs. Er macht geltend: nach Art. 2 Abs. 3 Intern. Ausl.-Ges. sei der Nieder- lassungskanton und, wenn der Verfolgte in der Schweiz keine Niederlassung habe, der Heimatkanton zu dessen Aburteilung verpflichtet. Der Rekurrent habe aber in Zug nie Niederlassung gehabt. Sie sei ihm ja verweigert worden. Mithin könne nur der Heimatkanton Luzern zur Strafverfolgung zuständig sein. C. -Die Staatsanwaltschaft Zug schliesst auf Ab- weisung der Beschwerde. Zur Begründung wird ausge- führt: die Niederlassung im Sinne des AusI.G-es. sei dort anzunehmen, wo der Verfolgte im Zeitpunkt der Verfolgungsübernahme sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufgehalten habe. Das sei hier Zug gewesen. Im übrigen habe der Kanton Zug mit der Aburteilung des Rekurrenten nur eine ihm auferlegte bundesrecht- liche Pflicht erfüllt. Das Bundesgericht zieht in Erwägung: Die Befugnis des Staatsgerichtshofs, darüber zu er- kennen, ob Zug als Niederlassungskanton oder Luzern als Heimatkanton zur Aburteilung des Rekurrenten Organisation der Bundesrechtspflege. N0 44. 329 zuständig sei, könnte nur aus Art. 189 Abs. 3 OG her- geleitet werden. Um eine Gerichtsstandsfrage im Sinne dieser Vorschrift handelt es sich aber nicht. Es handelt sich nicht um eine vom Bunde gesetzte Gerichtsstandsnorm, durch die generell Recht und Pflicht zur Durchführung eines Gerichtsverfahrens hin- sichtlich der Zuständigkeit bestimmt werden und auf deren Beobachtung die Beteiligten einen bundesrechtlich geschützten Anspruch haben. Im Falle des Art. 2 Abs. 2 des internationalen Auslieferungsgesetzes hat vielmehr der Bund selber für einen einzelnen Fall gegenüber dem ansuchenden Staate die Verpflichtung übernommen, das Gerichtsverfahren durchzuführen, und in seinem Auf- trag erfüllt der gemäss Art. 2 Abs. 3 I. c. vom Bundesrat bezeichnete Kanton diese Pflicht. Der urteilende Kanton handelt also nicht in Ausübung einer ihm gesetzlich zu- stehenden Gerichtsgewalt, sondern führt das Verfahren kraft eines ihm vom Bund erteilten Sonderauftrags durch. Die ihm aus diesem Auftrag gegenüber dem Ange- klagten resultierenden Rechte können aber nicht Gegen- stand einer Gerichtsstandsbeschwerde nach Art. 189 Abs. 3 OG sein, die voraussetzt, dass ein Gericht von :sich aus seine Zuständigkeit in Anspruch nimmt oder ver- neint. Im Falle von Art. 2 Abs. 3 des internationalen Auslieferungsgesetzes hat aber der Bundesrat (bezw. seine Delegationsbehörde) schon zum Voraus über die Zuständigkeit des einen oder andern Kantons entschieden. Diese Frage kann also nicht noch einmal der Beurteilung durch eine Bundesbehörde unterliegen, ganz abgesehen davon, dass ja dann nicht mehr ein kantonaler Kompe- tenzentscheid, sondern die Verfügung einer Bundes- behörde angefochten würde, die aber nach Art. 178 Ziff. 1 OG nicht Gegenstand einer staatsrechtlichen Beschwerde ist. Die Einrede gegen die Zuständigkeit der Zuger Gerichte zur Beurteilung des Rekurrenten hätte vielmehr nur gegenüber der Überweisungsverfügung der Polizei-
330 Staatsrecht. abteilung des eidg. Justiz-.und Polizeidepartements beim Bundesrat erhoben werden können (vgl. SALIS IV Nr. 1798). Der Bundesrat hätte dann zu entscheiden gehabt, ob der Rekurrent zur Erhebung dieser Einrede überhaupt berechtigt sei und ob sie in diesem Stadium des Verfahrens noch erhoben werden könne. Wenn die zugerischen Gerichte in Verkennung dieser Verhältnisse auf die Kompetenzeinrede des Rekurrenten eingetreten sind, so bindet das den Staatsgerichtshof nicht. Er kann nicht auf dem Umweg über einen kantonalen Ge- richtsstandsentscheid sich mit einer Sache befassen, deren Beurteilung nicht in seine Zuständigkeit fällt. Demnach erkennt das Bundesgericht : Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. Lebensmittelpolizei No 45. 331 B. STRAFRECHT -DROIT PENAL LEBENSMITTELPOLIZEI LOIS ET ORDONNANCES SUR LES DENREES ALIMENTAIRES 45. Urteil des lCa.ssationshofes vom l5. Oktober 19aa i. S. Sohaffhauser gegen 'l'hurgauisohe Staatsanwaltschaft und Ackermann. Zweck, Charakter und Bedeutung der Vor s c h r i f t e n des R e g 1 e m e n t e s b e t r. die E n t nah m e von Pro ben von Leb e n s mit tel n vom 29. Januar 1909. Folgen der Missachtung dieser Vorschriften, insbesondere von Art. 3, 4, 5, 6 und 12. A. -Jakob Schaffhauser lieferte die Milch von 18 bis 19 Kühen an Käser J. Ackermann in Zihlschlacht. Am 18. Juli 1925 brachten zwei seiner Knaben die Morgen- milch in zwei Tansen nach der Sennhütte Ackermanns. Bei dieser angekommen, stellten sie den Karren mit der Milch vor die Hütte, riefen : « Milch holen» und ent- fernten sich, da sie zur Schule gehen mussten, sofort wieder, noch bevor die Milch von Ackermann bezw. einem seiner Angestellten in Augenschein genommen werden konnte. Zur gleichen Zeit wie die beiden Knaben war auch Joh. Müller-Schenk, Präsident der Käserei- gesellschaft Zihlschlacht, der ebenfalls Milch in die Käserei Ackermanns lieferte, mit seiner Milch bei der Sennhütte angelangt. Er betrat mit dem Knecht Acker- manns, der die beiden Tansen Schaffhausers vom Karren weg zur Hütte trug, die Käserei. Dort wurden in seiner Gegenwart die Deckel der beiden Tansen Schaffhausers
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