BGE 50 II 119
BGE 50 II 119Bge27 nov. 1917Ouvrir la source →
118 Erbreclrt. N° 23.
frana.ise (art. 502) tantöt de l'expression allemande
(art.
501), on constate, en effet, que cette diatinctioa
n'est pas reproduite, et qu'au 1ien de considmr la aigna-
ture comme un element qui viendrait s'ajouter ä ratte.
tation, il l'envisage simplement comme le mogen· par
lequel les temoins manifesteront leur volonte de confir-
mer la realite des laits qu'ils sont appeles ä attester
autrement dit comme une forme d'attestation suffilJall
Or des l'instant que !'un des textes legaux autorise tte
interpretation, il convient evidemment d'y donner la
preference.
Que cette forme d'attestation s'adapte a la forme du
testament prevue
aux art. 500 et 501 Ce, cela n'est pas
contestable. Aussi bien, de
par la force des choses, les
temoins, qui n'ont a intervenir qu'une fois le testament
proprement
dit redige et clöture, se trouveront-ils alors
devant
un texte qui se bornera en general a rappeier
les faits qu'ils
ont a certifier, et le fait d'apposer leur
signature
au pied de ce texte constituera evidemment
,une manifestation suffisante de leur volonte ..
La question est plus delicate en ce qui concerne le
testament
prevu a l'art. 502. Il se pourra, en effet, que
le testament renferme de nomhreuses dispositions
et que
les faits
a certifier ne soient pas tous groupes au bas de
l'acte.
Or s'il ne ressort pas de l'acte que le notaire a
pris soin
d'attirer l'attenti9n des temoins sur les faits
qu'ils sont
appeIes a certifier, un doute pourra naitre
sur le point de savoir si les temoins se sont rendus compte
de l'importance de leur mission. Ainsi, si
tant est qu'il
faille admettre que,
mme en cas de testament redige
dans la forme prevue a l'art. 502 Cc, une signature puisse
tenir lieu d'attestation, encore
resteril-t-il a rechercher
dans chaque cas si
par sa teneur ou sa disposition l'acte
revele l' existence d'un rapport suffisant entre la signature
et les constatations qu'il renferme.
En l' espece, etant donnee la place respective du mot
t( Iu J) et des signatures, on doit admettre que les temoins
Sachenrecht. N0 24.
119
ont bien entendu certifier la realite de la lecture de l' acte,
et ainsi Ie testament apparait-il en definitive comme
conforme
aux prescriptions legales,
Le Tribunal lideral prononce:
Le recours est admis et le jugement attaque reforme
en ce sens que les conclusions de la demanderesse sont
rejetees.
IV. SACHENRECHT
DROITS REELS
24. lJrteU der II. ZivilabteUung vom 14. Kai 19a4
i. S. Alpgenossenschaften Öschinenholz, Inner-Öachinen
und Öschinen-Sche.fberg gegen Sta.a.t Dem.
Art. 6 6 1 Z G B fordert zur Ersitzung zehnjäbrigen Besitz
sei t der Ein t rag u n g im Grundbuch.
A. -Bei der Bereinigung des Grundbuches von Kan-
dersteg wurde
für den Öschinensee ein Grundstückblatt
errichtet und es wurden die drei 'beklagten Alpgenossen-
schaften, ehedem eine einzige Genossenschaft, der seit
unvordenklicher Zeit die umliegenden Alpweiden ge-
hörten, als Eigentümer des Sees eingetragen. Das be-
reinigte kantonale Grundbuch
trat für die Gemeinde
Kandersteg
am 1. August 1912, das in bezug auf den
erwähnten Eintrag damit übereinstimmende schweize-
rische Grundbuch
am 1. August 1922 in Kraft. Seither
wurden auf Grund einer Einigung der drei Alpgenossen-
schaften, dass der See zur Alp Öschinenholz gehöre,
·die Alpgenossenschaften Inner-Öschinen und Öschinen-
Schafberg ~ls Eigentümer gelöscht.
Entgegen diesem Grundbucheintrag nimmt der
Staat
120 Sachenrecht. N0 24.
Bern als Rechtsnachfolger der Stadt Bern gestützt auf
den von dieser im Jahre 1400 mit dem Ritter Anton
zum Thurm abgeschlossenen
Kauf über die Herrschaft
Frutigen das Privateigentum
am Öschinensee für sich
in Anspruch. Am 3. Juli 1922 erwirkte er gemäss Art.
961 Ziffer 1 ZGB die vorläufige EintragtJ.ng seines be-
haupteten Rechts im Grundbuch und reichte sodann
binnen der
ihm zur gerichtlichen Geltendmachungdie-:-
ses Rechts gesetzten Frist Klage ein mit dem Begehren,
dass
er als Eigentümer des Öschinensees erklärt und
demgemäss seine Eintragung als solcher im Grundbuch
angeordnet
und die Löschung des entgegenstehenden
Eintrags der Beklagten verfügt werde.
. Die Beklagten beantragten die Abweisung der Klage.
SIe bestritten, dass die Stadt Bern und von ihr der
Kläger jemals das privatrechtliche Eigentum
am See
erworben habe ; eventuell machten sie
für sich die Er-
sitzung geltend.
~.-Durch Urteil vom 18. Januar'l924 hat der Appel-
latIonshof des Kantons Bern die Klage zugesprochen.
: ~ Gegen dieses Urteil haben die Beklagten recht-
zeItIg die Berufung an das Bundesgericht erklärt mit dem
Antrag auf Abweisung der Klage, eventuell auf Rück-
weisung der
Sache an das kantonale Gericht zur Akten-
v~~oltändigung und neuen Entscheidung. In der
mundlIchen Verhandlung
h31ben sie diesen Antrag er-
neuert. Der Berufungsbeklagte hat auf Abweisung der
Berufung angetragen.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung :
AS 00 11 -1324 9
122 Sachenrecht. No 24. Daraus folgt aber, dass sie auch zeitlich nur vom Ein- trag ihren Ausgang nehmen und nicht schon vorher beginnen kann. Ein früherer Beginn ist regelmässig schon wegen des dannzumal noch vorhandenen älteren Eintrags nicht möglich, weil die Publizität des Grund- buchs eine Ersitzung im Widerspruch zu demselben (Kontratabularersitzung) schon im Entstehen verhindert, und ebenso kann, vom Gesichtspunkt der Verjährung der Löschungsklage aus betrachtet, von einem Ver- jährungsbeginn nicht die Rede sein, so lange der unge- rechtfertigte Eintrag noch gar nicht existiert. Ist aus- nahmsweise, wie hier, ein früherer Eigentümer nicht eingetragen, so steht allerdings das Grundbuch dem Beginn der Ersitzung sofort mit dem Besitzerwerb nicht entgegen, aber die so beginnende Ersitzung stützt sich auch nicht auf das Grundbuch (Extratabularersitzung) und führt gemäss Art. 662 ZGB erst nach dreissig Jahren zum Eigentumserwerb und auch dann nur, wenn der wirkliche Eigentümer sich im Ausschlussverfahren nicht meldet. Eine begonnene Extratabularersitzung kann aber auch nicht etwa, nachdem der Ersitzende einen unge- rechtfertigten Eintrag zu seinen Gunsten erwirkt hat, einfach als Tabularersitzung f Q r t g e set z t werden, da eine Kombinierung der beiden Ersitzungsmöglich- keiten in der Weise, dass von· der einen der frühere Be- ginn und von der andern die kürzere Frist entlehnt wird, selbstverständlich nicht angängig ist. Aus diesen Erwägungen muss die behauptete Ersit- zung des Eigentums am Öschinensee durch die Beklagten verneint werden. Demnach erkennt das Bundesgericht: Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Appellationshofes des Kantons Bern vom 18. Januar 1924 bestätigt. Obligationenreeht. N° 25. V. OBLIGATIONENRECHT DROIT DES OBLIGATIONS 25. 'tlrteU der I. ZivllabteUung vom 4. Kärz 1994 i. S. Bank in Schaffhausen gegen Firma. K. Stromeyer. 123 Pro kur a. Stillschweigende Einräumung einer Einzel- prokura. Art. 459 OR. Guter Glaube des Dritten. A. -Die Klägerin. Kommanditgesellschaft Stromeyer mit Sitz in Konstanz, führt seit 1891 in Kreuzlingen eine Filiale. Die Eintragung im Handelsregister des Kantons Thurgau vom 7. November 1891 erwähnt, dass die genannte Kommanditgesellschaft aus Wilhelm Stie- geIer in Konstanz, als unbeschränkt haftendem Gesell- schafter, und mehreren (näher bezeichneten) Komman- ditisten bestehe, dass sie am 1. Januar 1891 in Kreuz- lingen eine Zweigniederlassung errichtet habe unter der Firma M. Stromeyer, Lagerhausgesellschaft, Filiale Kreuzlingen, und dass die «Firma» Kollektivprokura erteile an Konrad Schilling, Kaufmann in Konstanz, und Hermann Straubinger, Kaufmann in Kreuzlingen. Der tatsächliche Leiter der Kreuzlinger Filiale war ein Heinrich Johann Roth-Frommherz, welcher zwar im thurgauischen· Handelsregister nicht eingetragen wurde, trotzdem aber bis 1917 die « Einzelprokura » für die Zweigniederlassung in Kreuzlingen besass. Am 27. November 1917 erliess die Kommanditgesell- schaft Stromeyer von Konstanz aus folgendes Zirkular, und sandte es u. a. auch der beklagten Bank in Schaff- hausen, mit der sie in Geschäftsverkehr stand : « Wir beehren uns, Sie davon zu benachrichtigen, )) dass wir unser provisorisches Büro in Kreuzlingen er- » weitert, bezw. zu einem Vollbetrieb umgestaltet haben,
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