BGE 47 III 43
BGE 47 III 43Bge5 juin 1920Ouvrir la source →
2 Entscheidungen der Schuldbetreibungs- de chemins de fer et de navigation a celle desautres debiteurs fondes a se prevaloir egalement de l' ordon- nance du 20 fevrier 1918, une difference importante apparait deja quant ala maniere dont s'engage la pro- eedure dans un cas et dans l'autre. Alors ql1e les seconds ont la faculte de convoquer l'assemblee de leurs erean- eiers, pour ainsi dire de leur~ propre autorite,le jour qui leur parait opportun, il resulte, au contraire, de l' art. 20 de l' ordonnance, dans sa teneur actuelle (cf. arrete du 25 avril 1919), que les 'entreprises de chemins de fer et de navigation sont tenues, quant a eIles, de solliciter au prealable l'autorisation du Tribunal federal et qu'il appartient a ce dernier, suivarit le resultat de son examen, ou de donner suite a la requete ou de renvoyer l' entre- prise a agir suivant les formes de la loi federale du 25 sep- tembre 1917. Ce contröle a Iui seul aurait pu, semble-t-il, constituer deja une garantie suffisante contre une utili- sation abusive du sursis. Mais iIidependamment de ce fait, il convient de relever surtout que si, jusqu'a: l'entree en vigueur de l'arrete du 28 decembre 1920, les debiteurs autres que les dites entreprises n'avaient aucun texte dont se prevaloir pour se mettre au benefice du sursis, et qu'a leur egard, par. eonsequent, I'art. 8 bis presente un interet incontes- table, les motifs qui l'ont fait naitre etaient depourvus de toute portee quant aux.entreprises de chemins de fer et de navigation, attendu precisement que l'art. 29 precite? a son alinea 3, prevoyait alors deja expressement la faculte pour le Tribunal federal de Ieur octroyer un sursis pour la duree de la procedure, par application de I'art. 55 de la loi du 25 septembre 1917. Faute ainsi, d'une part, de la ratio legis et vu, d'autre part, l'etroite correlation qui existe entre les deux parties de l'art. 8 bis, on doit necessairementadmettre que l'art. 29 de 1'0),- donnance~ qui n'a. subi d'ailleurs aucune modifieation, eontinue de regir,a l'exclusion de l'art. 8 bis, les condi- tions . d'application dusursis aux dites entreprises, et I und Konkurskammer. N° 14. 43 qu'il appartient ainsi au Tribunal federal de juger dans chaque cas, librement, c'est-a-dire independamment de toute question de delai, le point de savoir s'il se justifie ou non de donner suite a la requete. 14. Entscheid vom 21. Februar 1921 i. S. Schwe~. Annoncen-Expedition « Publicitas,. A.-G. gegen Sachwalter der Appenzellerbahn. VZEG Art. 52 Ziff. 1 u. 54. Abs. 2 : Begriff der Kosten des Nachlassverfahrens. -Die Kosten der Publikationen zwecks Einberufung der Generalversammlung der Aktio- näre zur Beschlussfassung über das Nachlassgesuch sind im Nachlassvertrag als Kurrentschulden zu behandeln, Am 5. Juni 1920 erteilte die Appenzellerbahn der Publicitas A.-G., Schweiz. Annoncenexpedition, den Auftrag, am 7. und 21. Juni in verschiedenen Zeitungen ein Inserat zwecks Einberufung der or- dentlichen Generalversammlung ihrer Aktionäre auf den 28. Juni einrücken zu lassen, welcher, wie im Inserat angegeben wurde, unter anderem auch die B'eschlussfassung über den Antrag des Verwaltungsrates auf « Einreichung eines Nachlassbegehrens beim Bundes- gericht » oblag. Durch Beschluss der Schuldbetreibungs- und KOl1kurskammer des Bundesgerichts vom 8. Juli wurde der Appenzellerbahn die Nachlasstundung be- willigt. Am 31. Juli stellte die Publicitas Rechnung im Betrage von 355 Fr., die nicht bestritten ist, verlangte in der Folge deren sofortige volle Bezahlung und führte, als der Sachwalter dieses Begehren mit der Begründung abwies, es handle sich um ein schon vor der Bewilligung der Nachlasstundung entstandenes Guthaben, recht- zeitig Beschwerde beim Bundesgericht mit dem Antrage, es sei ihre Forderung « als Massaschuld resp.·. Massa-
44 Entscheidungen der Schuldbetreibungs- kosten voll und ganz anzuerkennen und zu bezahlen ». Sie macht geltend: Da es gemäss Art. 54 VZEG für die Gültigkeit des Nachlassgesuches einer Aktiengesell- schaft des Beschlusses der Generalversammlung der Aktionäre bedürfe und diese durch die statutarischen Publikationsorgane einberufen werden müsse, recht- fertige es sich, die Kosten dieser Publikation gleichwie diejenigen der Publikationen im Nachlass-und Kon- kursverfahren als Kosten des Nachlassverfahrens aus dem Massavermögen voll zu bezahlen; andernfalls wäre die Einberufung der Generalversammlung geradezu un- möglich, sofern die Unternehmung die Publikations- k-osten nicht bar zu bezahlen oder sicherzustellen ver- möge. Die Schuldbetreibungs-und Konkurskammer zieht in Erwägung: Wie das Bundesgericht bereits ausgesprochen hat, dürfen während des Nachlassverfahrens über eine Eisen- bahnunternehmung nur die in Art. 52 VZEG genannten Schulden bezahlt werden (BGE 44 III S. 71 f.) Hiezu gehören in erster Linie die Kosten des N achlassver- fahrens (Ziff. 1). Zu diesen können aber der Natur der Sache nach nur solche Auslagen gerechnet werden, welche für die Eröffnung und Durchführung des Nach- lassverfahrens bei der Nachlassbehörde oder beim Sach- walter erwachsen, nicht aber Auslagen, welche der Nachlasschuldner selbst im Hinblick auf das Nachlass- verfahren macht, zumal vor dessen Eröffnung. Dass aber ihre Forderung unter eine andere der in Art. 52 VZEG genannten Kategorien falle, behauptet die Be- schwerdeführerin - mit Recht -selbst nicht. Ob auch weitere, in Art. 52 VZEG nicht genannte Schulden als Massaschulden angesehen werden können mit der Mass- gabe, dass sie nicht unter den Nachlassvertrag fallen und daher Anrecht auf unverkürzte Bezahlung haben, braucht nicht geprüft zu werden, da hiefür jedenfalls und Konkurskammer. N° 14. nur vom Sachwalter selbst für Rechnung der Bahn kontrahierte Schulden in Betracht kämen, gleichwie im Konkursverfahren nur von der Konkursverwaltung kontrahierte Schulden Massaschulden sind (vgl. JiEGER, Note 2 zu Art. 262; BLUMENSTEIN, S. 673). Somit ist die volle Bezahlung der Forderung der Beschwerdeführerin gleichwie aller übrigen, von der Bahn vor der Stun- dungsbewilligung eingegangenen Schulden unzulässig. Das von ihr geäusserte Bedenken, die Nichtanerken- nung der Kosten der Publikation der Einberufung der Generalversammlung der Aktionäre zur Beschlussfassung über das Nachlassgesuch ,als voll zu bezahlender Massa- schuld, könnte allenfalls die Unmöglichkeit dieser Ein- berufung und daher der Einleitung des Nachlassver- fahrens selbst zur Folge haben, erledigt sich durch die Ueberlegung, dass die Durchführung desselben ja auch dann unterbleibt, wenn die Bahn den vom Sachwalter gemäss Art. 55 i. f. VZEG verlangten Kostenvorschuss nicht leistet. Demnach erkennt die Schuldbetr.-und Konkurskammer : Die Beschwerde wird abgewiesen.
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