BGE 46 II 411
BGE 46 II 411Bge14 janv. 1919Ouvrir la source →
HO Prozeurecht. N0 69. deposee par Bussy et 2° 1500 fr. a titre de dommages- interets ; que Je defendeur a coneIu au deboute du demandeur et reconventionnellement }o a la radiation' des marques N°s 32 125 et 32 126 transferees au nom d'Oulevay' et 20 au paiement par Ie demandeur de 5OOOfr. de dom- mages-interets ; que, par jugement du 4 }nin 1920, la Cour de Justice civile, considerant que roffre de preuves de Bussy etait sans pertinence et que le transfert des marques au nom d'Oulevay etait valable, a ecarte l'offre de preuves du defendeur, ordon.ne Ia radiation de la marque N° 35438, deboute le defendeur de sa demande reconventionnelle, reserve le surplus du fond et les depens jusqu'a la solution definitive du proces et ~chemine Ie demandeur a faire Ia preuve du dommage alJegue ; que le defendeur a recouru en reforrne au Tribunal fMeral en reprenant ses conclusions et en soutenant que le jugement attaque du 4 juin 1920 a le caractere d'un juge- ment au fond. Considerant en droit : que, d'apres la jurisprudence du Tribunal federal, lle constituellt pas des jugements au fond dans le sens de l'art. 58 OJF les pronollces qui ne statuent pas sur toutes les conclusions des parties au proces ; que tel est biellle cas elll'espece ; que si, en effet, le jugement qui se borne a trancher la question de principe et reserve a une procedure ulterieure, c'est-a-dire a un nouveau proces, Ia question du dommage, presente le caractere d'un jugement au fond, il en est au- trement lorsque, comme en l' espece, la question du domrnage u'a pas He reservee a une procedure separee, mais doit etre tranchee dans le meme proces (RO 30 11 p. 433 et 458 ainsi que l'arret du 3 juin 1920 dans la cause GiHy ct consorts contre Bosio-L'Orsa). Par ces molils, le Tribunal lederal prononce : Il n'est pas entre en matiele sur le recours. Prozessrecht. No 70. 411 70. Urteil der II. Zivi1a.bteilung vom 10. November 1920 i. S. Sooiete anonyme pour le Commerce de matieres premieres gegen Furler. SchKG. Art. 230: Die infolge Konkurseröffnung erloschene Prozessvollmacht lebt bei Einstellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven nicht wieder auf. OG 75, 214, 224: Prozesskosten und -entschädigungspflicht des Anwalts, der ohne Vollmacht die Berufung erklärt. A. -Anfangs 1919 reichte die Societe anonyme pour le Commerce de matieres prernieres beim Kantonsgericht von Nidwalden Klage auf Bezahlung von 2250 Fr. gegen Theodor FurIer ein. Gegen Ende des gleichen Jahres geriet sie in Konkurs. Im Januar 1920 wurde das Konkurs- verfahren gemäss Art. 230 SchKG eingestellt und in der Folge geschlossen. B. -Am 26. Juni hat das Obergericht von UnterwaIden nid dem Wald « die Klage mangels einer rechtsfähigen Klägerschaft als erledigt abgeschrieben)), mit der Be- gründung, die klägerische Aktiengesellschaft habe durch den Konkurs und' die dadurch bedingte Löschung der Firma im Handelsregister ihre Persönlichkeit verloren und es mangle somit an einer rechtsfähigen Klägerschaft. C. -Gegen dieses Urteil hat Fürsprech L., der am 14. Januar 1919 zur Prozessführung bevollmächtigt worden war, die Berufung erklärt mit dem Antrage, das angefochtene Urteil sei aufzuheben und das Obergericht: anzuhalten, die Streitsache materiell zu beurteilen. Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
H2 Prozessrecht. N° 70, jene ihre Wirksamkeit verloren. Sie ist auch nicht etwa infolge der Einstellung des Konkursverfahrens wieder aufgelebt; denn diese Art des Schlusses des Konkurs- . verfahrens hat keineswegs die nachträgliche Aufhebung der der Konkurseröffnung innewohnenden Wirkungen zur Folge (vgl. in diesem Sinne mit Bezug auf die Anhän- gigen Betreibungen BGE 23 S. 1954 und ferner BLUMEN- STEIN, Handbuch S. 743; JAEGER N. 9 zu Art. 230). Auch greift nach Umfluss eines so langen Zeitraumes seit der Konkurseröffnung bezw. Einste]]ung des Verfahrens die Vorschrift des Art. 405 Abs. 2 OR natürlich nicht mehl· Platz, wonach der Beauftragte verpflichtet ist, gegebenen- falls trotz Erlöschen des Auftrages die Interessen des Auftraggebers interimistisch noch zu wahren. Hat nach dem Gesagten Früsprech L. die Berufung erklärt, ohne dazu bevollmächtigt zu sein, so kann darauf nach stän- diger Praxis nicht eingetreten werden. 2. -Feh1t es an der Bevollmächtigllug des die Berufung erklärenden « Vertreters ", so ist ohne weiteres klar, dass die Person, in deren Namen er die Berufung erklärt hat, dadurch nicht zur Zahlung der aus der Berufungserklärung erwachsenden Prozesskosten und -entschädigung ver- pflichtet werden kann ; denn sie ist nicht Partei im Be- rufungsverfahren, woran die Art. 214 und 224 OG diese Pflicht anknüpfen; vielmehr wIrd die Berufung gerade deswegen als unwirksam angesehen, weil es an einer Be- rufungsklagepartei gänzlich fehlt. Anderseits haben ill- folge der Berufungserklärung das Bundesgericht not- wendigerweise, und unter Umständen, wie hier, auch die Gegenpartei tätig werden müssen, wofür dem Justizfiskus eine Gebühr und der Gegenpartei eine Entschädigung zu gewähren sich ebenso rechtfel tigt, wie wenn eine gültige Berufung vorläge. Bei dieser Sachlage gestattet das der Bestimmung des Art. 39 Abs. 1 OR zu Grunde liegende allgemeine Rechtsprinzip, wonach, wer ohne dazu er- mächtigt zu sein, als Stellvertreter gehandelt hat, zum Ersatz des Vertrauensschadens verpflichtet ist, den Anwalt, Prozessrecht. N° 71. 413 der trotz Mangels einer Vollmacht die Berufung erklärt hat, in die Prozesskosten und -entschädigung zu verur- teilen, gleichgültig, ob ihm ein Verschulden beizumessen ist oder nicht (Abs. 1 im Gegensatz zu Abs. 2 leg. cit.). Vgl. WACH, Zivilprozess, S.602 f.; HELLWIG, System des deutschen Zivilprozessrechts I S.185, 193 und 204; Ent- scheidungen des deutschen Reichsgerichts in Zivilsachen 66 S. 39; Rechtssprechung der deutschen Oberiands- gerichte auf dem Gebiete des Zivilrechts 9 S. 55 ff. Demnach erkennt das Bundesgericht :
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