BGE 45 II 357
BGE 45 II 357Bge25 janv. 1919Ouvrir la source →
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Obligationenrecht. N0 53.
-circonstances tel que la continuation du contrat a.ux
anciennes. conditions impliquerait pour rune d parti
l'obJigation de travailler aperte. On doit sedemander
si les parties auraient conclu le contrat tel qu'll a eU
passe si elles avaient pu prevoir les evenements survenus
dans la suite. La reponse ne saurait etre douteuse en
respece. La Brasserie de St-Jean n'aurait certes pas
consenti a livrer la biere a un prix ne correspondant
nullement
au cout de production.
11 resulte de ces principes qu'au printemps 1916,lorsque
la Societe des brasseries suisses decida la hausse du prix
qe la biere et que la demanderesse reclama 31 fr. l'hecto-
litre, la defenderesse avait la faculte de se departir du
-contrat. Elle ne l'a pas fait. Pendant six mois. elle a paye
'Sans
protester le nouvea.u prix, acceptant tacitement-
la modification du contrat. Cette acceptation la liait
au86i longtemps que le nouvel etat de choses se mainte-
nait, les parties gardant le <koit de denoncer le contrat
dans le cas on la situation viendrait achanger derechef.
En exigeant le retour au prix de 25 fr. en octobre 1916,
alors que les
evenements ne justifiaient pas une reduction
,,u prix et en reclamant Ia restitution de 6 fr. par hecto-
litre, la defenderesse a
meconnu l'etendue de ses <koits,
'car II n'est pas soutenable qu'en pretant l'attention
voulue (art. 3
CC) elle ait pu restersi longtemps dans
l'erreur sur les termes du cotrat. La demanderesse etait
des lors en droit de repousser les pretentions emises par la
defenderesse; mais du moment qu'elle entendait pour-
suivre l'execrition du contrat, elle aurait dll. continuer
a accomplir sa propre prestation en mettant la defende-
res se en demeure de payer le prix de 31 fr. En cessant
sans
autre de fournir la biere et en enlevant l'installation,
rendant ainsi impossible l'exploitation du
cafe, la de-
manderesse s'est mise dans ses torts.
Dans ces conditions, le
contrat du 1 er decembre 1912
doit
etre considere eomme resilie par les deux partie~
sans qu'il y ait lieu d'allouer aucune indemnite.
Le . Tribunal fhJ.eral prol1011Ce :
Le recours par voie de jonction est ecarte. Le recours
principal est admis en ce sens que la demande recon-
. ventionnelle de dommages-interets est ecartee.
VI.
PROZESSRECHT
PROCEDURE
54. Ä'IIIRI &. a.m. Urteil cler I. liYilabttil1Ull
.,.5. Jui 1811 i. S. Gtbr. Drtbt.g .6..-(1. gegen Jlillltr.
Kompetenzabgrenzung zwischen Bundesgericht u. kantonalem
Kassationsgericht hinsichtlich der Aktenwidrigkeitsrüge.
Der Auffassung des Kassationsgerichtes (Zürich), dass
-die Beschwerde, das Obergericht hab~ sein Urteil auf
aktenwidrige Annabmen gestützt, einzig mit der Berufung
.an das Bundesgericht geltend gemacht werden könne, weil
es sich um eine nach eidgen. Recht zu
beurteilend~'
Streitsache handle, kann in dieser Allgemeinheit nicht
beigepflichtet werden. Aus Art. 57
OG, welcher 00·
stimmt, dass die Berufung nur auf Verletzung des Bundes-
rechts gestützt werden könne, ergibt sich, dass das
Bun·
desgericht an die kantonalgerichtliche Entscheidung einer
Rechtsfrage, die ausschliesslich
vom kantonalen Recht
beherrscht wird, gebunden ist und ihm die Kompetenz,
diese Entscheidung nachzuprüfen und aufzuheben, fehlt.
Hiebei kann es offenbar keinen Unterschied machen, ob
diese
vom kantonalen Recht beherrschte Rechtsfrage
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Prozessreeht. Ne 51.
sich in einer Streitigkeit erhebt, die im übrigen dem
eidgenössischen materiellen Recht unterliegt, oder in
einer solchen, die in ihrem ganzen Umfange kantonal-
rechtlicher Natur· ist. Auch iIi einem Streit über" ein
Rechtsverhältnis, das materiell dem Bundeszivilrech t
untersteht, können Rechtsfragen entstehen, die
vom
kantonalen Recht beherrscht werden, so die meisten
prozessualen Fragen. Die Entscheidung, welche
die
kantonale Instanz über diese trifft, ist der Kognition des
Bundesgerichts
überhaupt entzogen: nicht nur in Bezug
auf die Anwendung des kantonalen Rechts auf den vom
kantonalen Richter. als feststehend angenommenen
Tat-
bstand, sondern auch insoweit, als es sich frägt, ob er
dIesen Tatbestand den Akten gemäss festgestellt habe.
Ganz verfehlt wäre es, sich für die gegenteilige Auffassung
etwa auf Art.
81 OG berufen zu wollen; denn diese
Bestimmung
enthält natürlich keine selbständige Be-
rufungsvoraussetzung; es kommt ihr lediglich Bedeutung
zu im Rahmen des Art. 57 (verg!. in diesem Sinne den
Entscheid des Kassationsgerichts
in Zürch. Rechtspr. 16
Nr.65). "
Im vorliegenden Falle nun beziehen sich die tatsäch-
lihen Feststellungen, mit Bezug "auf welche die Beklagte
die Rüge der Aktenwidrigkeit "erhoben
hat, die jedoch
:-om Kassationsgericht, als nicht in seine Kompetenz
fallend, ausgeschaltet wurde,
_ durchweg auf die Anwen-
dung des kantonalen Prozessrechts
.. Das gilt namentlich
für die Annahme des Obergerichts, dass die vom Ex-
perten H. erörterten Schadensgrundlagen von der Klage-
prtei bereits gegeben gewesen seien und der Experte
dIe Mängel berücksichtigt habe, «soweit solche dem Be-
s die in Art. 214
umschriebenen Kosten zu bezahlen.
Von Art. 212, der
die Möglichkeit der Gewährung des Armenrechtes vor-
sieht, ist
in Art. 215 nicht die Rede. Hieraus muss, wie
da<; seitens des Bundesgerichtes hinsichtlich des analog
lautenden Art.216 für Expropriationssachen bereitseisdekret zu Grunde gelegt waren ». Das Bundesgericht
Ist daher nicht in
der Lage, seinerseits die Rügen auf ihre
Begründetheit zu untersuchen, sondern es muss
von den
tatsächlichen Feststellungen des
Obergerichts über den
mangelhaften Zustand des Werkes
ausgehen; seiner
Nachprüfung entzieht sich insbesondere
ach der Ent-
Prozessreeht. N° 55.
scheid der Vorinstanz," es sei dem Experten erlaubt
gewesen, nach vernünftigem ErnIessen zu bestimmen, ob
die
Reparatur nicht in einer gänzlichen Umänderung der
Anlage bestehen müsse.
55. Beschluss der I. ZivilabteUung vom as. Jani 1919
i. S. Iycheners Erben gegen
DrahtseUb&1m Engelberg-Gersclmialp ,A.-G.
In Prozessen, in denen das Bundesgericht zufolge Parteivcrein-.
barung (OG Art. 52,Ziff. 1) angerufen wird, ist die Ertei-
lnng des Armenrechts ausgeschlossen.
Am 25. Januar 1919 wurde den Klägern durch den
Instruktionsrichter vorläufIg, d. h. für
eme noch' einzu-
reichende Rechtsschrift und den ersten Rechtstag, das
Armenrecht gewährt.
)fit dem vorliegenden Gesuch stellen sie nun den An-
trag, es sei ihnen das Armenrecht weiterhin
und zwar m '
dem
Sinne zu gewähren, dass sie von der Leistung eines
Kostenvorschusses für das Beweisverfahren befreit
werden.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
Nach Art. 215 OG fInden für Prozesse, die wie der
yorliegende durch Parteivereinbarung
direkt an das
Bundesgericht gezogen werden, hinsichtlich der Prozess-
kosten die Art.
211 und 214 OG Anwendung, d. h. es hat
jede Partei die durch ihre Vorkehren entstehenden
Kosten vorzuschiessen
und gegebenenf
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