BGE 44 I 87
BGE 44 I 87Bge30 juin 1917Ouvrir la source →
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Strafrecht.
Staluant sur ces taits et consideranl en droit :
... Les recourants attaquent ä. bon droit le jugement
•
en tant qu'il leur interdit pour une dune de cinq ans le
commerce du vin dans le eanton du Valais. L'artiele 46
ne prevoit une teIle sanction que si le delit a ete commis
« dans l'exerciee d'une profession ou industrie conces-
sionnee I>. Conformement au sens usuel et technique du
terme « consessionne » et ainsi que cela resulte d'ailleurs
des declarations
du rapporteur de la loi au Conseil natio-
nal (voir Bulletin stenographique 1904, p. 88), on ne peut
entendre par lä. que les professions et industries dont
(en derogation ä. la regle generale de l'art. 31 eonst. fM.)
l'exereice est subordonne a une autorisation adminis-
trative -par exemple la profession d'aubergiste, de
pharmacien, ete. Tel n'e·st pas le eas du eommerce de vin
en gros. Le Ministere publie valaisan fait, il est vrai,
observer dans sa reponse au recours que, d'apres l'art. 25
de
la loi valaisanne sur les fl.nanees, l'exereiee de toute
industrie, de tout. eommeree, de tout inetier est soumis
ä l'impöt sur l'industrie, lequel est etabli sous forme de
{( patente I). Mais eette aceeption du mot « patente »
est partieuliere au droit fiseal v:alaisao ; il s'agit la en
realite d 'un mode de prelevement de l'impöt et non pas
d'une eondition a laquelle serait soumis l'exerciee meme
des professions et metiers, COlldltion qui dans sa genera,lite
serait evidemment eontraire·ä. la garantie de l'art. 31
const. fM. On ne saurait done eonsiderer comme {( con-
cessionne
», au sens de l'art. 46 de la loi fMerale, un
commeree que ehacun peut exploiter sans autorisation
prealable, bien qu'il soit soumis ä. la patente valaisanne,
e'est-a-dire
ä l'impöt industriel. On doit remarquer au
surplus que, en leur qualite de eommerants etablis hors
du canton, les recourants ne paient pas cet impöt eIl
Valais et qu'ainsi ä. aucun point de vue -meme au point
de vue errüne auquel s'est place le Ministere publie va-
laisan -le eommerce qu'ils exploitent n'a le earaetere
Kriegsverordnungen. No 17.
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d'un eommeree eoncessionne; C'est par eonsequent en
violation de l'art. 46 que l'exercice leur en a ete interdit
par le jugement attaque.
La Cour d~ Cassalion penale prononce:
Le recours est partiellement admis et le jugement
calltünal
est annule en tant qu'il interdit ä. Blanchard
f't au Domaine de la Maurizonne le commerce de vin
dans le Valais.
II. KRIEGSVERORDNUNGEN
ORDONNANCES DE GUERRE
17. Urteil des Itassationahofs vom as. Apri1191S
i. S. Böhi gegen Thurg. Staatsanwaltschaft.
Allgemeine Bedeutung des Art. 1 1 3 A b s. 3 B V. -Ver-
bindlichkeit für den Richter und sofortige Wirksamkeit
des B R B vom 2 6. Dez e m b e r 1 9 1 7 über die
«authentische Interpretation ,) der Strafbestimmungen der
Kriegserlasse.
A. -Mit Erkenntnis vom 24. Januar 1918 hat das
Obergericht des
Kantons Thurgau in der durch Urteil
des Kassationshofs
vom 30. Oktober 1917 (AS 43 I
S.
321 ff.) zu neuer Entscheidung an seine Instanz zu-.
rückgewiesenen Strafsache nunmehr den Müller Böhi
wegen fahrlässiger
Uebertretung der Verfügung des
schweiz. Militärdepartements
vom 15. Dezember 1915
über die Beschaffenheit des Vollmehls zu einer Geldbusse
von 200 Fr., eventuell zu 40 Tagen Gefängnis, und zu den
Kosten des ganzen Verfahrens verurteilt. Hiezu hat es den
Bundesratsbeschluss (BRB) vom 26. Dezember 1917 betl'.
die Strafbarkeit der fahrlässigen Widerhandlungen gegen
88 Strafrecht. die Kriegsverordnungen des Bundesrates und seiner Departemente beigezogen und darauf gestützt im \Vider- spruch mit seiner früheren, vom Kassationshof gebilligten Annahme, dass die Strafbarkeit der fraglichen Ueber- tretung recht~widrigen Vorsatz erfordere, auch deren fahrlässige Begehung als strafbar erklärt. Und als Fahr- lässigkeit hat es dem Verurteilten zur Last gelegt, dass er das beanstandete Mehl nicht in der massgebendell \Veise (vermittelst der Pekar'schen Wasserprobe) auf seine Uebereinstimmung mit dem Typmuster kontrolliert, sondern die Kontrolle der Einhaltung der behördlichen Vorschriften einfach seinen Angestellten überlassen und deren Vorkehrungen stillschweigend gebilligt habe. Dabei fIndet sich in diesem Zusammenhang die Bemerkung, dass der Geschäftsherr _ bei solchen Delikten selbstver- ständlich für das, was in seinem Namen geschehe; verant- wortlich sei. B. -Gegen dieses Erkenntnis hat Böhi beim Bundes- gericht Kassationsbeschwerde erhoben und beantragt, es sei aufzuheben und die Streitsache zu neuer Beurteilullg au das Obergericht zurückzuweisen. Er macht folgende Beschwerdegründe geltend :
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Strafrecht.
Bundesrates an die Kantonsregierungen vom gleichen
Tage
bemerkt über diese authentische Interpretation
erläuternd, sie wirke nach allgemeinen Rechtsgrundsätzen
ohne weiteres
auf die bereits begangenen Widerhandlun-
gen zurück, so dass dem vorliegenden Beschlusse nicht
noch ausdrücklich rückwirkende Kraft beigelegt werden
müsse (BBl 1917
IV S. 1013).
2. -Nach diesem BRB ist, was die vorliegend in Be-
tracht fallenden Vorschriften über die Brotversorgung des
Landes· betrifft, unzweifelhaft auch die fahrlässige
Uebertretung strafbar. Es handelt sich hier um ein die
allgemeinen Landesinteressen gefährdendes Verwaltungs-
delikt, bei dem die Bedeutung des Erfolges der Ta t gegen-
über dem Schuldmoment
derart überwiegt, dass die
Strafbarkeit auch der bloss fahrlässigen Begehung nach
seiner Natur keineswegs ausgeschlossen, sondern vielmehr
geboten ist (vergl. hiezu die entsprechende Erwägurg
mit Bezug auf das Vergehen des Art. 213 MO in AS 42 I
S.397).
3. -Für die Beurteilung der Frage, ob die «authen-
tische Interpretation» des Strafbarkeitsrahmens durch
den Bundesrat für den Richter verbindlich sei, ist davon
auszugehen, dass der Bundesrat auf dem Gebiete der
Kriegsverordnungen, die
er in dieser Wise ausgelegt hat,
kraft des Bundesbeschlusses vom 3. August 1914 betr.
Massnahmen zum Schutze des Landes etc. materiell die
Funktionen des Gesetzgebers ausübt. Als solcher war er
nach allgemeiner Rechtsauffassung auch zur authentischen
Interpretation seiner Erlasse befugt. Die Verweisungen des
Kassationsklägers stehen
damit nicht im Widerspruch.
BURCKHARDT erörtert an der betreffenden Stelle speziell
die Kompetenzen
der Bundesversammlung und spricht
dieser die Befugnis zur authentischen Interpretation der
Bundesgesetze bloss deswegen ab, weil sie, die ja solche
Gesetze verfassungsmässig nur unter Vorbehalt des
Referendums erlassen kann, nicht die volle gesetzgebende
-Gewalt hat Fügt er doch ausdrücklich bei, dass die als
KriegsverordnungeIl. Ko 17.
authentische Gesetzesauslegung bezeichnete Abänderunt!
und Präzisierung des Wortlauts « Aufgabe des Gesetz:
gebers l) sei und mangels besonderer Vorschriften {( nur
im Wege der Gesetzgebung » stattfinden könne. Und auch
die von SALIS, a.a. O. erwähnte Aeusserung des Bundes-
rates hat lediglich auf die authentische Gesetzesauslegung
durch die Bundesversammlung Bezug.
Stellt sich
aber der fragliche Interpretationsbeschluss
des
Bundesrates als Akt der Bundesgesetzgebung dar,
so
ist er, gleichwie für den kantonalen Richter, auch
für das Bundesgericht nach Art. 113 Ahs. 3 BV ohne
weiteres massgebend ; denn dieser Verfassungsgrundsatz
gilt, entgegen der Annahme des Klägers,
nicht nur für
die Staatsgerichtsbarkeit, sondern für die Rechtssprechung
des Bundesgerichts
überhaupt (vergl. BURCKHARDT.
a.a.O., S. 803). Uebrigens sind die vom Kassationsklägcr
gegen den Inhalt des Beschlusses vorgebrachten Ein-
wendungen auch an sich unbehelflich. Der Behauptung.
er habe nicht die Erläuterung eines Rechtssatzes zum
Gegenstande, dessen Sinn zweifelhaft sei,
steht die Tat-
sache gegenüber, dass der Hinweis in den Kriegsverord-
nungen
auf den ersten Abschnitt des BStrR bezüglich
dessen Art. 11 und 12 vom Richter nicht in dem vom
Bundesrat gewollten, nunmehr präzisierten Sinne ver-
standen worden ist und sich insofern eben als nicht kla:'
genug erwiesen hat. Und die Bestreitung der Anwend-
barkeit des Interpretationsbeschlusses auf zur Zeit seines
Erlasses bereits vorliegende Tatbestände verkennt, dass
die authentische
Interpretation als blosse. autoritative
Erläuterung des s c ho n b e s t ehe n den Rechts
llaturgemäss sofortige Wirksamkeit, d. h. Anwendung
hinsichtlich aller, bei ihrem Erscheinen noch
nicht end-
gültig beurteilten Tatbestände, beansprucht. Es handelt
sich dabei gar nicht um Rückwirkung in dem eigentlichen
Sinne der Rückbeziehung m
a t e r i e 11 neu e n Rechts
auf früher entstandene Verhältnisse. Zudem ist auch
solche Rückwirkung dem Strafrecht nicht absolut fremd,
92 Strafrecht. sondern kommt vor und lässt sich unter Umständen legislativpolitisch rechtfertigen, falls eine bereits verbotene Handlung neu unter Strafe gestellt wird, was gerade hier zuträfe, wenn die streitige Feststellung der Strafbarkeit auch der bloss fahrlässigen Zuwiderhndlung gegen die Mahlvorschriften als sachliche Erweiterung des bisherigen Strafrahmens zu betrachten wäre (vergl. hierüber LUDWIG TRÄGER,. Die zeitliche Herrschaft des Strafgesetzes, in der Vergleichenden Darstellung des deutschen und aus- Hlndischen Strafrechts, Allgem. Teil, VI S. 382 ff.). 4. -(Widerlegung des Argumentes ausArt. 18 BStrR). Demnach erkennt der Kassationshof: Die Kassationsbeschwerde wird abgewiesen. IH. ORGANISATION DER BUNDESRECHTSPFLEGE ORGANISATION JUDICIAIRE FEDERALE 18. Urteil des Xassationshofes vom 3. April 1918 i. S. Schifferli gegen '!'hurg. Staatsanwaltsohaft. l-lRB. vom 30. Juni 1917 betl'. Ausfuhrverbote. Rechtliche :'\atur der AusfuhrvergeJ1en. Fiskaldelikte ? In 'welchem lTmfallgc Huüet das Bundesgesetz beil'. lias Verfahren bei Übertretungen fiskalischer und polizeilicher Bundesgesetze vom ;·W. Juni 1849 (FStrV) auf deren Verfolgung Anwen- ([ung? Die Kassationsfrist richtet sich nach Art. 16·.J- 167 OG und nicht nach Art. 18 FStrV. .1 .. -Durch Urteil vom 26. Februar 1918, zugestellt am 3. März 1918 hat das Obergericht des Kantons Thurgau die Kassationskläger Schifferli und Jucker des Versuches der Übertretung des Bundesratsbeschlusses vom 30. Juni Organisation der Bundesrechtspflege. N° U;. $13 1917 betreffend Ausfuhrverbote, schuldig erklärt und in Anwendung der Art. 3, 10, 13 des Bundesratsbeschlusses vom 30. Juni 1917, Art. 19, 20 und 31 BStr R erkannt: (i 1. Der Angeklagte und Appellant Paul Schifferli I) wird zu einer Gefängnisstrafe von 5 Monaten und zu »einer Geldbusse von 2000 Fr., eventuell zu einem I) weilern Jahr Gefängnis verurteilt. » 2. Der Angeklagte und Appellant Julius Jucker » wird zu einer Gefängnisstrafe VOll 4 Monaten und zu » einer Geldbusse VOll 2000 Fr., eventuell zu -einem » weitern Jahr' Gefängnis verurteilt. » B. -Gegen dieses Urteil hat Rechtsanwalt W. am 12. März namens der Angeklagten Schifferli und Jucker beim Obergericht des Kantons Thurgau die Kassations- beschwerde an das Bundesgericht eingelegt und beantragt (' es sei eine Abschrift des angefochtenen Urteils dem eidgenössischen Kassationshofe zu übermitteln, den er ·'seinerseits bitte, ihm die Frist von Art. 167 OG zu eröffnen I). Am 28. März sodann reichte er dem Bundes- gericht eine Rechtsschrift ein ({ zur Begründung der Kassationsbeschwerde im Sinne VOll Art. 167 OG, 18 FStrV», mit .dem Antrage: das angefochtene Urteil sei aufzuheben; die Angeklagten seien von Schuld und Strafe freizusprechen, eventuell bloss mit Busse zu bestrafen. Der Kassationshof zieht in Erwägung: Die von den bei den Angeklagten erhobene Kassations- beschwerde ist rechtzeitig emgelangt, sofern das vor- liegende Verfahren sich nach Art. 18 FStrV richtet; sie ist jedoch verspätet, falls die Bestimmungen des OG über die Frist zur Einreichung der Kassationsbeschwerde (Art. 165-167 OG) Anwendung finde I!. Somit kann auf die Beschwerde nur dann eingetreten ·werden, wenn die Übertretung der im Bundesratsbeschluss vom 30. Juni 1917 aufgestellten Strafnormen sich als Fis kai d e - li k t darstellt undausschliesslich nach den Verfahrens- vorschriften des FStr V zu verfolgen ist; denn nach der Pra-
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