BGE 42 II 339
BGE 42 II 339Bge27 avr. 1916Ouvrir la source →
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. FamUienrecht. N0 51.
fait en 1907 -debitrice de 4900 fr. solidairement avec
son mari,
il en resulterait que, au moment de l'entree en
vigueur du CCS, elle etait tenue pour ce montant vi,,-a-
vis de la Caisse hypothecaire et il va sans dire qu'eIJe ne
pouvait refuser de payer en excipant de l'art. 177 al. 3,
car cette dispoition n'a pas d'effet retroactif (v. GMÜR,
Note 38 sur art. 177 et Praxis III, p. 190 et suiv.). Elle
devait
ou payer ou, si la creanciere y consentait, renou-
veler l'effet.
En prenant ce dernier parti, elle ne souscri-
vait pas un engagement nouveau, elle obtenait simple.-
ment une prorogation du delai de paiement de la dette
preexistante; le billet sigue en 1914 n'impliquait done
pas une obligation «dans l'interet du mari 1), mai& bien
une obligation prise
par la femme dans son propre inte-
ret,
c'est-ä-dire afin d'eviter les poursuites que la Caisbe
hypothecaire aurait ele en droit d'exercer eontre elle, si
elle n'avait ni acquitte, ni rellouveIe le billet precedent.
Dans l'hypotbese par consequent Oll il serait juge que
l'engagement eontracte en 1907 par dame Bochatey etait
valable d'apres le droit valaisan qui regissait acette
epoque la eapacite de la femme mariee, l'obligation de
change souscrite en 1914 en execution de cet engagement
originaire ne pourrait
etre annulee en vertu de l'art. 177
al. 3
CCS et les conclusions de la demallderesse devraient
done
etre ecartees.
Si
au eOlltraire I'engagement primitif etait nul d'apres
le droit valaisall, il en resulterilit que, lors de l'entree en
vigueur du
ces., dame Bochatey n'etait pas tenue envers
la Caisse hypothecaire, le mari etant seu} debiteur de la
somme
de 4900 fr. Dans cette hypoihese, en souscrivant
le billet de 1914,
la recourante a pris un engagement nou-
ueau et l' on se trouve exactement dans le cas prevu dans
l'arret rendu par le tribunal federal dans l'affaire Volks-
bank de Reinaeh e. dame Humbert (RO 41 II p. 636/
637 consid. 2) Oll il a ete juge que la femme qui s'oblige a
la place de son mari ou conjointement auec lui, alors qu'au
para"ant il et-ait seul debiteur. fait un acte typique d'in.
Erbrecht. N0 52. : 339
tervention rentrant dans la categorie de ceux pourles-
quels Tart. 177, al. 3 exige l'approbation de l'autorite
tutelaire. Cette approbation n'ayant pas ete requise en
l'espece, l'engagement pris
par dame Bochatey serait nul
et sa conclusion tendant ä faire prononcer qu'elle n'est
pas debitrice de la somme qui lui est
reclamee devrait etre
admise.
Ainsi done c'est
d'une question prejudicielle de droit
valaisan que depend tout le proces. Cette question ne
pouvant etre tranchee que par le tribunal cantonal et
celui-ci l'ayant laissee completement de cotf-. il y a lieu
de lui renvoyer la cause pour nouvelle decision.
Par ces motifs,
le Tribunal
federal
prononce
Le recours est admis, en ce sens que l'arret attaque est
annule, la cause etant renvoyee ä l'instance cantonale
pour nouvelle decision.
In. ERBRECHT
DROIT DES SUCCESSIONS
52. l1rten der II. Zlvilabte1lung vom. as. Juni lS16
i. S. Brand
t
Beklagter, gegen Geissmann, Kläger.
Recht zur Ausübung des Amtes eines Erbschaftsverwalters
(streitig zwischen dem in einem angefochtenen Testament
bezeichneten WiHensvolIstrecker, einerseits, und dem durch
rechtskräftigen Beschluss der zuständigen Behörde zum
Erbschaftsverwalter ernannten bisherigen Vormund des
Erblassers andrerseits). Art. 518, 554 und 556 ZGB.
A. -Der Kläger war Vormund der im Jahre 1842 ge-
borenen, im Jahre 1911 wegen Altersverblödung entmün-
340 Erbrecht. N° 52. digten Emilie Isler, von Wohlen. Vor ihrer Bevormundung hatte die Genannte dem Beklagten und dessen Bruder Notar Emil Brand Generalvollmacht zur Besorgung ihrer Vermögensangelegenheiten erteilt. Da der Beklagte ge- stützt auf diese Generalvollmacht eine Anzahl der Emilie Isler gehörender Wertpapiere in Besitz genommen hatte, sie in einem von ihm gemieteten Safe der Schweiz. Volks- bank verwahrt behielt und ihre Herausgabe an den Vor- mund verweigerte, erfolgte im Juni 1913 die Einreichung der vorliegenden Klage, mit dem Rechtsbegehrell : «( Der Beklagte sei schuldig und zu verurteilen, alle die- )} jenigen der Frl. E. Isler in Bern gehörenden Vermögens- I> stücke, die er in Händen hat, namentlich auch die hier- )} nach aufgezählten Wertschriften und Dokumente dem )} Kläger herauszugeben.» (Folgt eine Aufzählung der Wertpapiere). Am
3.2 Erbrecht. N. 52. Erbschaftsverwaltung zusteht, zur Anhandnahmeder in der Klage aufgezählten Wertpapiere befugt sei, herrscht kein Streit und sind auch keine Zweifel möglich. 2. -Was zunächst die Berufung des Beklagten auf Art. 518 ZGB betrifft, so genügt es, festzustellen, dass diese Gesetzesbestimmung nur dann gilt, wenn keine Erb- schaftsverwaltung im Sinne der Art. 554 und 556 einge- setzt ist. Der Willensvollstrecker leitet seine Rechte aus der letztwilligen Verfügung ab und kann sie nur aus dieser ableiten. Die Erbschaftsverwaltung hat nun aber u. a. gerade den Zweck, die Ausführung letztwilliger Ver- fügungen, deren Gültigkeit zweifelhaft oder bestritten ist, bis nach Abklärung der Sachlage hinauszuschieben. So- fern also, wie im vorliegenden Falle, weil die in Betracht kommende letztwillige Verfügung den Gegenstand einer Anfechtung bildet, eine Erbschaftsverwaltung eingesetzt worden ist, und solange diese besteht, kann der Willens- vollstrecker als solcher sein Amt nicht, oder doch nur mit Genehmigung des Erbschaftsverwalters ausüben, und er kann sich somit gegenüber dem Erbschaftsverwalter, vorausgesetzt, dass dieser gültig ernannt worden ist, nicht auf Art. 518 berufen. 3. -Nun schreibt allerdings Art. 554 Abs. 2 vor, dass. wenn «der Erblasser einen Willensvollstrecker bezeich- net » habe, dann die s e r zum Erbschaftsverwalter zu ernennen sei, und der Beklagte beruft sich denn auch. wie bereits bemerkt, gerade aUf diese Gesetzesbestim- mung, um daraus die von ihm behauptete U n g e set z- I ich k e i t der Ernennung des Klägers zum Erbschafts- verwalter abzuleiten. Allein, abgesehen von der Frage, ob die angeführte Gesetzesbestimmung wirklich auch für den Fall gilt, dass, wie hier, die letztwillige Verfügung, welche die Ernennung des Willensvollstreckers enthält, a n g e- f 0 c h t e n ist, -fällt namentlich in Betracht, dass es sich im gegenwärtigen Stadium der Angelegenheit gar nicht mehr um die Frage handelt, ob der Beklagte ein Recht auf Ernennung zum Erbschaftsverwalter besaß. Erbrecht. N° 52. 343 ~der nicht. Art. 554 Abs. 2 ist eine blosse Weisung an die- jenige Behörde, welcher die Ernennung des Erbschafts- verwalters obliegt. Zur Ausübung des Amtes eines Erb- sch=!ftsverwalters genügt es daher nicht, sich auf jene Ge- setzesbestimmung berufen zu können, sondern es bedarf eines Ern e n nun g s akt e s von Seiten der dazu kom- petenten Behörde. Im vorliegenden Falle hat sich deshalb der Richter auf die Feststellung zu beschränken, dass die eine Partei, nämlich der Kläger, durch einen rechtskräf- tigen Beschluss der zuständigen Behörde zum Erbschafts- verwalter ernannt worden ist. Die Kompetenz des Be- zirksgerichts Bremgarten zu der am 13. Dezember 1913 von ihm vorgenommenen Ernennung des Erbschaftsver- walters ergibt sich nämlich ohne weiteres aus dem Urteile des Bundesgerichts vom 28. November 1913, durch wel- ches zur Anordnung der Sicherungsmassregeln im Sinne der Art. 551 ff. ZGB die aar gau erBehörden zuständig erklärt worden sind; die R e c h t s k r a f t jener Ernen- nung aber folgt u. a. schon aus der Tatsache, dass der Be- klagte selber nicht behauptet. ein Rechtsmittel dagegen ergriffen zu haben, -weshalb nicht untersucht zu wer- den braucht, ob (was der Beklagte bestreitet) ein Rechts- mittel überhaupt ge g e ben war. Ist aber der Kläger durch einen rechtskräftigen Beschluss der zuständigen Behörde zum Erbschaftsverwalter ernannt worden, so hat der Beklagte zur Zeit jedenfalls kein Recht mehr, die streitigen Erbschaftsaktiven deln Kläger vorzuenthalten. Demnach hat das Bundesgericht erkannt: Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Ap- pellationshofes des Kantons Bern vom 27. April 1916 be- stätigt.
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