BGE 42 II 149
BGE 42 II 149Bge16 mars 1914Ouvrir la source →
148 OhJlgatiouenrecht. N° 22.
S' expliquant par les considerations deja relevees apropos
de rart. 21 CO. La decision attaquee doit ainsi etre
• mainlenue en ce qu'elle admet la rupture du contrat
par le fait et la faute de la defenderesse, qui est ainsi
tenue en principe ades dommages-interHs.
4. -L'instance cantonale, tout en maintenant le prin-
cipe d'une indemnite, a par contre fait application eu la
cause de l'art. 163 al. 3 CO, d'apres lequel le juge doit
reduire la duuse plmale convenue, lorsqu'il estime que la
somme
est prevue excessive; il a en consequence abaisse
a 3000 fr. le chiffre de 5000 fr. prevu au contrat. La
defenderesse conclut subsidiairement a ce que cette
somme soit reduite dans une plus large mesure encore;
l'intime
n'a pas recouru sur ce point, ni ('onteste l'ap-
plication en la cause de ta disposition susvisee. La seule
question
est donc de savoir si la reduction ordonnee par
l'installce cantonale est suffisante ou non en l'espece.
En cette matiere, la doctrine et la juriprudence admet-
tent (v. Pandectes franttaises au mot Theätre n° 503 et
suiv., ct VON BEUST op. cit. p. 216 et suiv.) que, dans
un engagement d'artistes, une
dause penale ne doit
jamais depasser le
montant anllu~ de la remuneration,
ou le
montant total du traitement convenu en cas d'en-
gagement inferieur a un an; -eu l'cspece, la somme
allouee par l'instance cantonale est legerement inferieure
a ce dernier ch:tlre, puisque l'engagement de la recou-
rante portait sur une duree de cinq mois ct demi, ce qui,
a raison de 600 fr. par mois, donnait un total de
3300 fr.
En matiere d'engagement de theätre, on doit du reste
rceonnaitre l'utilite
et meme la necessite des clauses pe-
nales
qui constituent, pour un directeur, Je seul moyen
cfficace pour obtenir, dans le personnel de sa troupe, la
lixite indispensable a l'exploitation de son entreprise,
ainsi que pour empecher
je depart subit d'artistes aux-
quels une situation plus avorable serait offerte au cours
d'une saison
theätrale. En l'cspece. le demandeur n'a
Obligationenrecht. N° 23.
149
pas rapporte la preuve du dommage subi par I,ui, et I
n'y etait pas tenu en presence de Ia cIause penale stI-
pulee
au contrat; il est incontestable du reste que la
disparition subite
et inattendue d'une artiste cantant
Ies premiers emplois a du causer une perturbatIon sen-
sible dans son exploitation, restreindre
momentanement
tout au mo ins le repertoire, etc. Enfin, les circonstances
dans lesquelles
la rupture a eu lieu, alors que la deten-
deresse beneficiait d'un conge limite, et sans aucun
avertissement prealable de sa
part, ne sont pas faites
pour justifier une nouvelle diminution de la somme fixee
par la Chambre d'appel des prud'hommes.
Toutes ces considerations
permettent d'admettre qu'en
abaissant a 3000 fr. la clause penale a verser par la
recourante, l'instance cantonale a fait une juste appre-
c:ation
des faits de la cause.
Par ces motifs,
le Tribunal
federal
prononce:
Le recours est ecarte et l' arret du 15 fevrier 1916,
rendu par la Chambre d'appel des Conseils de prud'hom-
mes de Geneve,
est confirrne.
23. 'Urteil der I. Zivilabteilung vom 14. April 1916
i. S. Bühlmann, Kläger, gegen Bernet, Beklagten.
B Ü r g s c h a f t. Formerfordernis der Angabe eines bestimm-
ten Betrages, Art. 493 revOR.
A. -Durch Urteil vom 6. Dezember 1915 hat die
I.
Kammer des Obergerichts des Kantons Luzern über
die Rechtsfrage:
Sind die beklagtischen Forderungen:
a) von 765 Fr. nebst Zins zu 6 % seit dem 14. Sep-
tember 1913,
150 Obligaaionenrecht. N° 23. b) von 4000 Fr. nebst Zins zu 6 % seit dem 14. Ok- tober 1913, c) von 4020 Fr. nebst Zins zu 6 % seit dem 14. No- vember 1913, (weniger die von der Hauptschuldnerin Wirtegenossen- schaftsbrauerei Gütsch bezahlten 1757 Fr. an die Haupt- summe und 12 Fr. 85 Cts. an die Zinse), für welche Forderungen in Betreibung N° 10,617 mit Entscheid der Schuldbetreibungs- und Konkurskommission des Ober- gerichtes vom 7. /19. Mai 1914 dem Beklagten gegenüber dem Kläger die provisorische Rechtsöffnung erteilt wurde, abzuerkennen ? J erkannt: « Die Klage wird abgewiesen. » B. -Gegen dieses Urteil hat der Kläger die Berufung an das Bundesgericht ergriffen mit dem Antrag auf Auf- hebung und auf Gutheissung der Klage in vollem Um- fange. Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
-Das Schicksal der vorliegenden Aberkennungs- klage hängt von der Gültigkeit der vom Kläger einge- gangenen Bürgschaft ab. Vor Bundesgericht ficht dieser die Bürgschaft deshalb als ungültig an, weil sie entgegen
152 ObUgationenrecht. N0 23.
Art. 493 OR keinen bestimmten Betrag für den Umfang
seiner Haftung angebe, und ferner weil nieht alle im
Bürgschaftsvertrage aufgeführten Bürgen unterschrieben
• haben (OR 497 Abs. 3).
3.
-Naeh Art. 493 OR bedarf die Bürgschaft zu
ihrer Gültigkeit dr sehriftlichen Erklärung des Bürgen
und der Angabe eines bestimmten Be-
t rag e s sei n e r H a f tun g. Letztere, anlässlich
der Revision des Obligationenrechtes neu in das Gesetz
aufgenommene Vorschrift
si{·llt sich, wie sich aus dem
Zusammenhange
und aus den Marginalien deutlich er-
gibt, als eine Formvorschrift dar, als eine formale Vor-
aussetzung der Gültigkeit der Bürgschaft, deren Nicht-
erfüllung die Nichtigkeit des Vertrages bewirkt.
Bei Prüfung der Frage, wie die gedachte
Vorschri:t
in h a J t I ich auszulegen sei und ob die vorliegende, seIt
Inkrafttreten des neuen
OR abgeschlossene Bürgschaft
ihr entspreche,
ist vom Zweck der Aufstellung des neuen
Erfordernisses auszugehen. Dieser
Zweck besteht darin,
den Bürgen in den
Stand zu setzen, bei Eingehung der
Bürgschaft sich
über Umfang und Höhe der übernom-
menen Verpflichtung Rechenschaft
zu geben, und ihn
dadurch vor unüberlegter Eingehung ungeahnt weitra-
gender Verbindlichkeiten, insbesondere im Amtsbürg-
schaftswesen, zu schützen, wie denn auch die Bürgschaft
kraft ihrer Eigenart als Vertrag, bei dem sich haupt-
sächlich nur der eine Teil unä zudem zugunsten eines
Dritten, des Hauptschuldners, verpflichtet,
in erhöhtem
Masse im Schutze der Bestimmungen über Treu und
Glauben
steht (Vergl. BGE 38 II S. 615). Damit dieser
Zweck erreicht werde, ist aber, wie OSER (Komm. S. 859
unten) richtig ausführt,
und entgegen der von FICK
(Komm. Anm. 54 zu Art. 493) vertretenen Auffassung
nicht unbedingt erforderlich, dass die Angabe des
Be-
trages der Haftung des Bürgen in die Bürgschaftsurkunde
selber aufgenommen werde, sondern
es genügt unter
Umständen auch eine Verweisung auf den vom Haupt-
Obligatlonenrecht. N° 23.
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schuldner ausgeslellten Schuldschein, sofern darin die
Schuld, für die der Bürge einzustehen hat, bestimmt
UItlschrieben ist. Dieser Auslegung steht der Wortlaut
des Gesetzes nicht entgegen. Ferner ginge es zu weit,
wenn
man mit FICK (Anm. 46 f.) verlangen wollte, dass
der Betrag stets von vornherein ziffermässig genau be-
stimmt sei. Damit ist aber nicht gesagt, dass der Begriff
des
«bestimmten Betrages;) (der Haftung des Bürgen)
kurzerhand durch denjenigen des
(! bestimmbaren Be-
trages I) ersetzt werden dürfe. Um dem Zweck der Vor-
schrift gerecht zu werden, muss vielmehr verlangt werden,
dass der Höchstbetrag der Haftung sich a n H a n d der
in der Bürgschaftsurkunde und im Schul
s c h ein e n t haI t e n e n A n gab e n 0 h n ewe 1-
t e res mit Sie her h e i t b e s tim m e n las s e,
sei es durch eine logische Ueberlegung, sei es durch eine
einfache rechnerische Operation; und zwar selbstyer-
ständlich im
Z e i t P unk t, wo die B ü r g s c h a f t
ein g e g a n gen wir d, nicht erst im Laufe der Ab-
wicklung des der Bürgschaft zu Grunde liegenden Rechts-
geschäfts. Auf diesem Boden steht übrigens i~ Gru:1de
auch die Vorinstanz, indem sie ausführt, es seI der \ or-
schrift des Art. 493 üR Genüge getan, wenn der Betrag
der Haftung des
Bürgen aus bestimmten Angabe~ ~es
Bürgschaftsaktes für alle Beteiligten mit SicherheIt Im
Zeitpunkt der Eingehung der Bürgschaft erkannt werden
könne.
4.
--Diese Voraussetzung war aber im vorliegenden
Falle nicht erfüllt.
\Var schon der jährliche Bedarf an
Hopfen und damit der Umfang der Lieferungen, auf die
sich die Bürgschaft bezieht, weil
vom Geschäft!'gange
einer im ausgesprochenen Konkurrenzkampfe stehenden
Bierbrauerei abhängig, nicht
mit Sicherheit zum Voraus
zu berechnen,
so wurde die-Höhe der Bürgschaft auch
wesentlich beeinflusst durch den jeweiligen Preis des
Hopfens. Dieser ist bedeutenden Schwankungen
aus?e-
setzt, und es ist denn auch im vorliegenden Fall ellle
154 Obligationenrecht. No 23. erhebliche Steigerung eingetreten, die im Zeitpunkt, wo der Bürgschaftsvertrag abgeschlossen wurde, unmögJich • mit Bestimmtheit vorausgesehen werden konnte. Dass de.r Kläger sich in seiner Eigenschaft als Mitglied des Verwaltungsrates und Präsident der Betriebskommission der Genossenschaft angeblich jederzeit über den Umfang der übernommenen Verpflichtung orientieren konnte, worauf die Vorinstanz als entscheidend abstellt, vermag am Gesagten nichts zu ändern; denn eine solche Orientie- rung war zum mindesten im massgebenden Zeitpunkt der Eingehung der Bürgschaft ausgeschlossen; zudem hatte der Kläger, soweit er die Hopfenbestellungen selbst verfügte, die Interessen de'r Genossenschaft zu wahren und nicht diejenigen der Bürgen. Ferner war die Angabe der Mindestgrenze der Haftung (50 Zentner per Jahr) in der Schuldverpflichtung der Hauptschuldnerin unzu- reichend und konnte die vom Gesetz verlangte « Angabe eines bestimmten Betrages der Haftung des Bürgen» nicht ersetzen, da es hiebei natürlich auf die 0 be re Haftungsgrenze ankommt. Endlich kann nicht gesagt werden, es liege ein Verstoss gegen Treu und Glauben darin, dass nachträglich wegen m~ngelnder Angabe eines bestimmten Haftungsbetrages die Gültigkeit der Bürg- schaft angefochten werde. Denn der Kläger beruft sich auf eine Bestimmung, die das Gesetz speziell zum Schutze der Bürgen aufstellt;-gegenüber einer solchen formalen Schutzvorschrift kann die Einrede der mala fides nach bekannten Grundsätzen nicht aufkommen. 5. -Erweist sich danach der Bürgschaftsvertrag vom 12. August 1912, soweit er auf die Hopfenlieferungen des Beklagten Bezug hat, als ungültig, so braucht die weitere Einrede, mit welcher der Kläger jenen Vertrag gestützt auf Art. 497 Abs. 3 OR anficht, nicht geprüft zu werden. Fragen könnte sich nur noch, ob der Kläger -wie der Beklagte in letzter Linie behauptet -nicht aus einem anderen Schuldgrunde für die streitigen Beträge Obllgationenrecht. N° 24. 155 hafte. Allein auch das ist zu verneinen. Der Vertrag vom 12. August 1912 war von den Parteien als Bürg- schaft gedacht; es kann darin weder eine kumula- tive Schuldübernahme, noch ein Garantievertrag im Sinne von Art. 111 OR erblickt werden; ein solcher ist auch deshalb ausgeschlossen, weil ja der Beklagte vom Kläger nicht Schadenersatz, sondern direkt Er- füllung verlangt. Die Forderungen, für welche der Be- klagte die provisorische Rechtsöfinung erlangt hatte, sind daher in vollem Umfange abzuerkennen. Demnach hat das Bundesgericht erkannt: Die Berufung wird gutgeheissen und damit, in Abän- derung des Urteils des Obergerichts des Kantons Luzern vom 6. Dezember 1915, die gestellte Aberkennungsklage zugesprochen. 24. Urteil der I. Zivibbteilung vom 15. April 191G i. S. der Erben Müller und Genossen, Kläger, gegen die Gewerbebank in Zürioh, Beklagte. Gen 0 s sen s c h a.f t s r e c h t. Recht zum Aus tri t taus der Genossenschaft im Falle eines vor Ablauf der Kündi- gungsfrist erfolgenden Liquidationsbeschlusses. Li q u i- d a t ion durch Abt r e tun g des G e s c h ä f t e s an eine zu gründende Aktiengesellschaft. Frage der Verbind- lichkeit des Abtretungsbeschlusses für die einzelnen Genos- senschafter. Anspruch auf Zuteilung des Li q u i da t ion s- b e t r e f f n iss e s in bar statt in Aktien der Geschäfts- übernehmerin?
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