Art. 56 OG; Zulässigkeit der Berufung bei Anwendung ausländischen Rechts als angenommener Inhalt des fremden Rechts. - Die Berufung an das Bundesgericht ist unzulässig, wenn die kantonale Instanz den Streit nicht nach eidgenössischem, sondern nach ausländischem Recht entschieden hat, auch wenn sie zur Ermittlung des fremden Rechts von der Vermutung der Übereinstimmung mit schweizerischem Recht ausgegangen ist. Massgebend ist die tatsächliche Anwendung fremden Rechts; eine blosse Bezugnahme auf eidgenössische Regeln als supponierten Inhalt des ausländischen Rechts begründet keine bundesrechtliche Streitigkeit. Aktenwidrigkeitsrügen sind nur in Verfahren zulässig, die der sachlichen Zuständigkeit des Bundesgerichts unterstehen (vgl. Erw. 1).
soigneusemellt motivee et qui parait avoir Cte faite en tenant compte de toutes les circonstances. Quant a !'indemnite supplementaire de 200 fr. reclamee du chef de Ia concurrence que certains societaires ont faite au defendeur apres leur sortie de la Societe, c' est ä bon droit que l'il1stance cantollale en a fait abstractiol1: s'i peut etre douteux que Ja preuve du dommage pretendu :ne resulte pas du dossier, comme 1e dit 1a Cour d'appeJ. dans tous les cas il s'agit d'actes illicites commis par cer- tains propriHaires apres qu'iJs avaient cesse de faire partie de 1a Societe et celle-ci ne saurait done etre rendue res- ponsable de leurs agissements qui n'engagent que leur propre responsabilite. 6. -Sur la somme de 2972 fr. 80, qui represente le total du dommage cause au defel
deur, la Cour d'appel a opere une reduc1ion de 472 fr. a pour tenir compte de Ia faute lIne Balimann aurait commise eu Il'apportant pas assez d'energic a 1a poursuite legale de sou droit . Elle estime 'que 1e defelldeur aurait du exiger 2VCC plus d'insistaEce (Iue 1a Societe se,it contre les societaires fautifs, qu'il au- rait dii refuser plus souvent les laits mauvais et qu 'il aurait du ou menacer de cesser.Ia i'abrication ou preudre ot: s mesures judiciaires immediates. Ces reproehes ue pa- raissent cepmda111 pas fon deR : le jugemeu1 constate lui- meme qu'a de llombreuses reprises BaHmann a refuse le ait apporte et a fait des represeutatio.i:'s energiques soit c: ux societaires indivjduellement, soit aux organes de Ia Societe. Sans doute i1 aurait pu faire plus elleore et resilier Je contrat cu voyant que ses rem 0 Iltra 11 ces restaient vaines. Mais Oll ue saUrait lui faire un grief de n'avoir pas recouru ä une mesure aussi radicale ct qui etait grosse de conse- quenees impossibles a prevoir et d 'avoir prHere eontinuer les pourparlers amiables dont il pouvait esperer qu'ils aboutiraient ou a une reduction sensible du prix du Iait ou ä un cOlltröle plus efficace de a Societe sur les livrai- sons de ses membres. D'ailleurs, a Supposfr meme qu'on vouhit lui imputer a faute la patience qu'iI a montree, Obllgationenrecht. No 97. 739 rien ue prouve qu' elle ait eu des consequences facheuses pour la dernanderesse; eelle-ci n'ignorait pas 1a respon- sabilite qu'elle eneourait: plus energiquement menacee aurait-elle mieux execute le cont rat et, en eas de resilia- tiOll, aurait-elle pu livrer son lait a un prix plus eleve que celui qu'elle obtient en fin de eompte du defendeur? cela est peu vraisemblable et, dans tous les eas, cela n'est nullement HabIL n ne se justifie done pas de laisser une partie du domrnage :i la charge du defendeur. Par ces motifs, le Tribunal fMeral . prononce: Le recours par voie de jonction de la demanderesse est ecarte. Le recours prillcipal du defendeur est partiellement admis et l'arret cantoual est reforme eil ce sens que la somme que le defendeur est en droit de compenser avec ceIle due par lui a la Societe est fixee a 2972 fr. 80. L'arret eantonal est confmne pour le surplus tant sur Ie fond que sur les frais. 97. Urteil dar IL ZivUabteilung vom 2l Dezember 1916 i. S. Wegmann, Beklagter. gegen ltonkursmasse Itugler Oie, Klägerin. Art. 56 0 G; Unzulässigkeit der Berufung, wenn das eid- genössische Recht von den kantonalen Gerichten lediglich als supponierter Inhalt des ausländischen Rechts angewandt worden ist. . A. -Mit Vertrag vom 11. November 1912 verpflichtete sich die gew. Firma Kugler oe, Bankgeschäft in Zürich, dem Beklagten gegen verschiedene Gegenleistungen u. a. Obligationen der englischen Gesellschaft Lake Copper Proprietary Company Limited im Betrag von ! 7060
auszuhändigen ) . Nachdem der Konkurs über die Firma Kugler Oe erklärt worden war, trat die Klägerin in den Vertrag mit dem Beklagten ein und erklärte sich bereit, die genannten Obligationen auf den Beklagten zu übertragen. Der Beklagte verlangte jedoch. dass die Klä- gerin auch dafür sorge, dass er im ObIigationenregister der englischen Gesellschaft als Eigentümer der Obliga- tiOIlen eingetragen werde, mit der Behauptung, dass die Uebertragung nur durch diesen Registereintrag wirksam werde. Bemühungen der Klägerin zur Erwirkung dieses Registereintrages blieben erfolglos; ebenso lief auch eine vom Beklagten der Klägerill durch den Richter ange- :-;etzte Frist zur Bewirkung des Eintrages ohne Erfolg ab, worauf der Beklagte der von der Klägerin am 7. August 1914 erhobenen Klage auf Bezahlung eines an sich nicht streitigen Betrages kompensations-und widerklageweise eine Schadensersatzforderung von 150,000 Fr. nebst 5% Zins seit 3. September 1913 wegen Nichterfüllung der Pflicht zur U ebertragung der Obligationen entgegenstellte. Die Klägerin bestritt, zu mehr als zur Ausstellung einer Zessionsurkunde und Uebergabe der Obligationen ver- pflichtet zu sein und machte im übrigen geltend, die englische Gesellschaft habe die Umschreibung der Titel im Gesellschaftsregister grundlos verweigert. B. -Durch Urteil vom 9. März 1915 hat das Handels- gericht des Kantons Zürich dne Klage gutgeheissen und die Widerklage abgewiesen. Die Abweisung der Wider- klage begründete das Handelsgericht damit, dass nach schweizerischem Recht zur Uebertragungvon Obligationen eine Umschreibung im Gesellschaftsregister nicht not- wendig sei; da der Widerkläger nicht dargetan habe, dass das englische Recht, welches hier zur Anwendung zu kommen habe, andern Grundsäb:en folge und dem Gericht eine sichere Kenntnis des englischen Rechts abgehe, sei daher nach konstanter Praxis die Ueberein- stimmung des fremden mit dem inländischen Recht anzu- nehmen und davon auszugehen, dass eine g e set z I i c he
Beschränkuna der Ubertragbarkeit der Obligationen durch Umschreibung der Titel im Obligationenregister der Gesellschaft nicht bestehe. An Hand des Wortlautes der Obligationen hat das Handelsgericht aber auc as Vorliegen dncr Beschränkung der UenertragbarkeIt l folge Par t e i ver ein bar u n. g wlsche dnr engll- sehen Gesellschaft und ihren ObhgahonenglaubIgern als nicht erwiesen betrachtet. Schliesslich hat die Vorinstanz die Frage, ob der auf den Obligationenl ge:egte ( emba:.go ) die Dispositionsbefugnis über die OblIgatIonen beschrankt habe, auf Grund der Auskunft eines engHschen Rechts- anwaltes (also urlch englischem Recht) verneint. . C. -Gegen dieses Urteil hat der Beklagte -zugleIch mit eint'f innwischen abgewiesenen .: iehtigkeitsbeschwerde an das Kassationsgericht des Kantons Zürich -die Berufung an das Bundesgericht ergriffen, mit den An- trügen, die Klage sei abzuweisen und die Widerklage ut zuheissen ; eventuell sei die Sache an das Handelsgencht zurückzuweisen zur Beweisergällzung darüber, dass nur der im Obligationenregister der Lake Copper Proprietary Comp::my Limited Eingetragene irgendwelche Rechte aus den Oblictationen dieser Gesellschaft geltend machen könne und die Lake Copper Proprietary Company Limi- ted sich zur Umschreibung der streitigen Titel auf den Beklagtell lediglith wegen ihrer Differenzen mit der Klügerin wigere ; inErwägung: dass nach Art. 56 OG die Berufung an das Bundes- gericht nur in solchen Zh'ilrechtsstneitigkeiten statthaft ist welche von den kantonalen Genchten unter Anwen- du a eid gen ö s s i s c her Gesetze entschieden wor- den ind oder nach solchen Gesetzen zu entscheid:n waren; dass die Gutheissung oder Abweisung der Wndernlage davon abhängt, ob die Abtretbarkeit der ?bbgabonen durch Gesetz oder Vereinbarung beschränkt Ist; dass diese Frage der Zulässigkeit der Abtretung Inhalt
Obligationenredit. N° 97. und Wirkung der Forderung beschlägt und sich daher nicht nach dem Rechte des Ortes, wo die Abtretung vor- genommen wurde, sondern nach dem für die Forderungen geltenden Rechte entscheidet ; dass die Forderung aus den Obligationen der englischen Gesellschaft als eine in England zu erfüllende Forderung dem englischen Recht untersteht und daher eine nach eidgenössischen Gesetzen zu entscheidende Zivilstreitig- keit nicht vorliegt ; dass somit nur fraglich sein kann, ob die Berufung aus dem Grunde und insoweit statthaft sei, als die Vorinstanz bei ihrem Entscheid zum Teil auf eidgenössisches Recht abgestellt hat ; dass jedoch das Handelsgericht dabei das eidgenössische Recht ausdrücklich nicht als schweizerisches sondern als supponierten Inhalt des englischen Rechtes angewandt hat, so dass faktisch nicht Anwendung eidgenössischen sondern ausländischen Rechts vorliegt (vgl. AS 20 S. 411 f.; ZITELMANN, Internationales Privatrecht I S. 289) ; dass unter diesen Umständen auf die Sache gemäss Art. 56 OG auch in Bezug auf die behauptete Aktenwidrig- keit (in der Feststellung, dass die Notwendigkeit des Registereintrages bestritten worden sei, während die Klägerin sie in der Widerklageantwort stillschweigend anerkannt habe) nicht einzutreten ist, da Aktenwidrig- keiten vor dem Bundesgericht ,nur inbezug auf Rechts- streitigkeiten gerügt werden können, die seiner sachlichen Zuständigkeit unterstehen; erkannt: Auf die Berufung wird nicht eingetreten.