Appeal inadmissible for lack of required brief

BGE 20 I 401Recueil officiel du Tribunal fédéral (ATF) / Volume I25 mai 1894Inadmissible

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Résumé

Kunady appealed the Zurich cantonal appellate judgment dismissing his damages claim against Schweiz. Informationsbüreau. Before the Federal Court he did not submit a written statement of grounds. The court held that the relevant dispute value was CHF 3,000, based on the reduced claim before the first-instance court, so the threshold of CHF 4,000 was not reached. As a result, a brief was mandatory under the federal judicial organization act. The appeal was therefore declared ineffective and the Federal Court refused to enter into the matter.

Regest

Art. 59 OG, Art. 67 Abs. 4 OG; admissibility of an appeal where the dispute value does not reach CHF 4,000. The dispute value for federal appellate competence in patrimonial matters is determined by the parties’ claims before the first-instance cantonal court. If the threshold is not met, the declaration of appeal must be accompanied by a written statement of grounds; this requirement is a mandatory formality. Failure to file such a brief renders the appeal ineffective and leads to non-entry (consid. 1).

Texte intégral

  1. Urteil vom 12. September 1894 in Sachen Kunady gegen Schweiz. Informationsbüreau. A. Mit Urteil vom 5. Juni 1894 hat die Appellations kammer des Obergerichtes des Kantons Zürich erkannt: Die Klage wird abgewiesen. B. Gegen dieses Urteil hat der Kläger mit Eingabe vom
  2. Juli 1894 die Berufung an das Bundesgericht eingelegt mit dem Antrag auf Aufhebung desselben in seinem ganzen Um fange und Gutheißung der geltend gemachten Forderung, gestützt auf Art. 50 und 55 des Obligationenrechtes. Eine Rechtsschrift zur Begründung dieser Berufungserklärung ist nicht eingereicht worden. Das Bundesgericht zieht in Erwägung: Laut Weisung des Friedensrichteramtes Zürich an das Bezirks gericht Zürich hat der Kläger Kunady gegenüber dem schweizeri schen Informationsbüreau in Zürich das Rechtsbegehren gestellt, es sei das beklagte Büreau verpflichtet, an den Kläger 10,000 Fr. Schadenersatz zu bezahlen. In der Hauptverhandlung vor Be irksgericht erklärte der Vertreter des Klägers, derselbe habe die Klagsumme auf den Betrag von 3000 Fr. reduziert. Maßgebend für den die Kompetenz des Bundesgerichtes bestimmenden Streit wert bei vermögensrechtlichen Ansprüchen, um welche es sich hier handelt, sind nach Art. 59 des Bundesgesetzes über die Organi sation der Bundesrechtspflege die von den Parteien in Klage

und Antwort vor dem erstinstanzlichen kantonalen Gericht ange brachten Rechtsbegehren. Da nach der erwähnten Erklärung des klägerischen Anwaltes in der Hauptverhandlung vor dem erstin stanzlichen kantonalen Gerichte der Streitwert den Betrag von 4000 Fr. nicht erreicht, war der Berufungserklärung eine Rechts schrift zur Begründung dieser letztern beizulegen (Art. 67 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege). Der Berufungskläger ist dieser Vorschrift nicht nachgekommen, etwas weiteres als die Berufungserklärung selbst hat er nicht eingereicht und es muß daher die Berufung als wirkungslos er klärt werden. Denn es ist, wie das Bundesgericht bereits wieder holt entschieden hat, die Beobachtung des in Art. 67 Abs. 4 leg. cit. enthaltenen Vorschrift zur Wahrung der gesetzlichen Form der Berufungserklärung bei einem 4000 Fr. nicht erreichenden Streitwert unerläßliches Erfordernis (Entscheidung der II. Ab teilung vom 1. März 1894 in Sachen Roulet gegen Linden meyer und der I. Abteilung vom 25. Mai 1894 in Sachen Audemars, Piguet Cie. gegen Mathey (Revue XII, Nr. 65), Demnach hat das Bundesgericht erkannt: Auf die Weiterziehung des Klägers wird, weil nicht in gesetz licher Form eingelegt, nicht eingetreten.

Mots-clés

appeal admissibilitydispute valuewritten briefnon-entrydamages claim