Civil claims may be decided in criminal proceedings

BGE 1 I 179Recueil officiel du Tribunal fédéral (ATF) / Volume I1 oct. 1875Dismissed

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Résumé Omnilex

Kunz appealed to the Federal Supreme Court against a Lucerne High Court judgment convicting him of intentional bodily harm and ordering him to pay both a fine and civil damages to Anton Arnold. He invoked equality, the right to ordinary civil proceedings, and the natural judge guarantee. The Federal Supreme Court held that the equality complaint was unsubstantiated and that the constitution did not bar the criminal court from deciding civil consequences in the same proceeding. The complaint was therefore dismissed.

Regeste Omnilex

Art. 4, 58, 59 BV; Art. 84 Luzerner Verfassung: Die Strafbehörde ist nicht gehindert, im Strafverfahren neben der strafrechtlichen Verantwortlichkeit auch über die zivilrechtlichen Folgen der Straftat zu befinden, sofern das kantonale Recht ihr diese Kompetenz einräumt (vgl. auch Luzerner StPO). Eine Rüge der Rechtsungleichheit bedarf einer genügenden Begründung; blosse Behauptungen genügen nicht. Das Recht auf den verfassungsmässigen Richter ist nicht verletzt, wenn die Entscheidung über die adhäsionsweise geltend gemachte Civilforderung dem Strafrichter gesetzlich übertragen ist.

Texte intégral

BGE 1 I 179 - Anton Arnold

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BGE 1 I 95 - Eherecht trotz liederlichen Lebenswandels

Sachverhalt

A.

B.

Erwägungen

Erwägung 1

  1. Soweit in der Beschwerde die Verletzung des Art. 4 der Bundesv ...

Erwägung 2

  1. Soweit dagegen die Verletzung der Art. 58 und 59 der Bundesver ...

Dispositiv

Demnach hat das Bundesgericht erkannt:

Bearbeitung, zuletzt am 15.03.2020, durch: Evan Emerson, A. Tschentscher

  1. Urtheil

vom 1. Oktober 1875 in Sachen Kunz.

Sachverhalt

A.

Durch Kriminalurtheil des Obergerichtes des Kantons Luzern vom 17. Juli d. J. ist Rekurrent auf die Privatklage des Anton Arnold, Ziegler in Großwangen, der vorsätzlichen Körperverletzung schuldig erklärt, zu einer Geldstrafe von 250 Franken verurtheilt und verpflichtet worden, dem Arnold für Abwart, Schmerzengeld und erlittenen Schaden eine Aversalsumme von 3500 Fr., sowie bis zur Herstellung von dessen Arbeitsfähigkeit eine jährliche Entschädigung von 400 Fr. zu bezahlen. 1

B.

Ueber dieses Urtheil beschwert sich Kunz beim Bundesgerichte. Er behauptet, dasselbe verstoße 2

  1. gegen Art. 4 der Bundesverfassung und Art. 4 der Luzerner Verfassung, weil der Privatkläger Arnold am Rechten nicht gleich gehalten worden sei, wie er, Beschwerdeführer; 3

  2. gegen Art. 84 der Luzerner Verfassung und Art 58 der Bundesverfassung, weil das Obergericht die Civilforderung sofort beurtheilt habe, ohne den Weg des Civilprozesses betreten zu lassen; 4

  3. gegen Art. 59 der Bundesverfassung, weil er, Rekurrent, für die fragliche enorme Forderung nie vor seinem natürlichen Richter gesucht worden sei. 5

Erwägungen

Das Bundesgericht zieht in Erwägung: 6

Erwägung 1

  1. Soweit in der Beschwerde die Verletzung des Art. 4 der Bundesverfassung und Art. 4 der Luzerner Verfassung, durch welche die Gleichheit aller Schweizer vor dem Gesetze gewährleistet ist, behauptet wird, ermangelt dieselbe jeglicher Begründung, indem Rekurrent nicht einmal andeutet, inwiefern er vom Luzerner Obergerichte anders resp. schlechter als der Privatkläger Arnold behandelt worden sei. 7

Erwägung 2

  1. Soweit dagegen die Verletzung der Art. 58 und 59 der Bundesverfassung und Art. 84 der Luzerner Verfassung gerügt wird, erscheint der Rekurs deßhalb unbegründet, weil durch die angeführten Verfassungsbestimmungen der Strafrichter nicht verhindert wird, im Strafverfahren zugleich mit Feststellung der strafbaren Handlung auch über die Civilfolgen derselben zu erkennen und nun im vorliegenden Falle das Obergericht von Luzern lediglich von dieser ihm gesetzlich eingeräumten Befugniß Gebrauch gemacht hat. (Vrgl. . 204 und 305 der Luzerner Str. P. O.). 8

Dispositiv

Demnach hat das Bundesgericht erkannt:

Die Beschwerde ist als unbegründet abgewiesen. 9

1994-2020 Das Fallrecht (DFR).

Mots-clés

equality before the lawcriminal procedurecivil claimsnatural judgeconstitutional complaint

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the complaint showed a violation of equality before the law under Art. 4 BV and Art. 4 Lucerne Constitution.

Solution extraite

The complaint lacked any substantiation and did not explain how Kunz had been treated differently or worse than Anton Arnold.

Motifs extraits

A constitutional complaint must be reasoned; a bare assertion of unequal treatment is insufficient.

Question juridique clé

Whether the criminal court could decide the civil consequences of the offence in the same proceeding under Arts. 58 and 59 BV and Art. 84 Lucerne Constitution.

Solution extraite

Yes. The cited constitutional provisions did not prevent the criminal judge from ruling on the civil consequences of the offence together with the criminal liability.

Motifs extraits

The Lucerne High Court merely exercised a legally granted power to determine civil claims within the criminal case.

Question juridique clé

Whether Kunz had been denied his natural judge for the civil claim under Art. 59 BV.

Solution extraite

No. The objection failed because the criminal court was competent to decide the civil claim in the context of the criminal proceeding.

Motifs extraits

Since the law allowed the criminal judge to rule on civil consequences, no denial of the natural judge occurred.

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