Complaint against non-prosecution dismissed; costs imposed

BK 2020 366Tribunal supérieur / Chambre des recours15 sept. 2020Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

B. filed a criminal complaint against authority A. The Regional Prosecutor of Bern-Mittelland issued a non-prosecution order on 1 September 2020. B. appealed, arguing in substance that A.'s decision violated EMRK, the Federal Constitution and the StPO and that the matter should be pursued criminally. The Criminal Appeals Chamber held that criminal justice is not the forum to review another authority's decision and that any speediness complaint must be raised by the appropriate remedy. It also found no indication of criminally relevant conduct and no violation of the duty of expeditiousness by the prosecutor. The complaint was dismissed and costs of CHF 300 were imposed on B.

Regeste Omnilex

Art. 393 Abs. 1 lit. a, Art. 396 Abs. 1 and Art. 428 Abs. 1 StPO; complaint against a non-prosecution order and costs: criminal proceedings are not a means to review the formal or material correctness of decisions of other authorities. Alleged violations of the right to be heard or of the speediness requirement must be asserted in the legal remedies provided in the underlying proceedings; such violations do not, as such, constitute criminally relevant conduct. A short interval between complaint and non-prosecution decision does not establish a breach of the duty of expedition. Unfounded complaints are dismissed, with costs borne by the losing party (consid. 2-4).

Texte intégral

BesetzungOberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,

Oberrichterin Hubschmid

Gerichtsschreiberin Kurt

VerfahrensbeteiligteA.________(Behörde)

Beschuldigte

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, Postfach, 3001 Bern

Generalstaatsanwaltschaft

B.________

Strafkläger/Beschwerdeführer

GegenstandNichtanhandnahme

Strafverfahren wegen Verstössen gegen EMRK, StPO und die Bundesverfassung, angeblich begangen in der Untätigkeit gemäss Einsprache vom 22. Mai 2020

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 1. September 2020 (BM 2020 31836)

Erwägungen:

1. Am 19. August 2020 erstattete B.________ Strafanzeige gegen die A.________(Behörde) (nachfolgend: A.________). Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) nahm das Verfahren mit Verfügung vom 1. September 2020 nicht an die Hand. Gegen die Nichtanhandnahme erhob B.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 7. September 2020 Beschwerde. Formelle Anträge stellte er nicht. Aus seiner Beschwerde geht aber hervor, dass er nach wie vor die Auffassung vertritt, dass der Entscheid der A.________ und damit auch die Nichtanhandnahme falsch sind. Sinngemäss beantragt er mit der Beschwerde die Fortführung des Verfahrens.

Mit Blick auf das Nachfolgende verzichtete die Verfahrensleitung auf die Durchführung eines Schriftenwechsels (Art. 390 Abs. 2 der Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]).

2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in Strafsachen innert zehn Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der Strafprozessordnung [StPO; SR 312], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Die Eintretensvoraussetzungen sind grundsätzlich erfüllt.

3. Der Beschwerdeführer ist mit einem Entscheid der A.________ nicht einverstanden und wirft dieser Verstösse gegen die Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101), der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) sowie der Strafprozessordnung vor. Die Staatsanwaltschaft verweist zu Recht darauf, dass es nicht Aufgabe der Strafjustiz ist, Urteile anderer Behörden formell und materiell zu überprüfen. Dafür stehen die im betreffenden Verfahren vorgesehenen Rechtsmittel zur Verfügung. Dementsprechend ist auch eine allfällige Verletzung des Beschleunigungsgebotes durch die A.________ bei deren Rechtsmittelinstanz zu rügen. Abgesehen davon ist eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes noch kein Anhaltspunkt für ein strafbares Verhalten. Die Ausführungen in der Beschwerde enthalten denn auch sonst keinerlei Hinweise für ein strafrechtlich relevantes Verhalten der A.________ bzw. der entsprechenden Mitarbeiterin. Eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes durch die Staatsanwaltschaft liegt mit Blick auf den Zeitpunkt der Anzeige (19. August 2020) und der Nichtanhandnahmeverfügung (1. September 2020) ebenfalls nicht vor. Die erfolgte Nichtanhandnahme ist rechtens und die offensichtlich unbegründete Beschwerde abzuweisen.

4. Gestützt auf Art. 428 Abs. 1 StPO wird der unterliegende Beschwerdeführer für die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 300.00, kostenpflichtig.

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

Die Beschwerde wird abgewiesen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 300.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

Zu eröffnen:

dem Strafkläger/Beschwerdeführer (per Einschreiben)

der Beschuldigten (per Einschreiben)

der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:

der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwältin C.________ (per Kurier)

Bern, 15. September 2020

Im Namen der Beschwerdekammer in Strafsachen Der Präsident: Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin: Kurt i.V. Gerichtsschreiberin Lauber

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung gestellt.

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

1

Mots-clés

non-prosecutioncriminal complaintspeedy trialinadmissible reviewappeal costsexpedition requirement

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the complaint against the non-prosecution order was admissible and well-founded.

Solution extraite

The complaint was admissible in formal terms but manifestly unfounded because the criminal justice system is not competent to review other authorities' decisions on the merits, and no criminally relevant conduct by the authority or its employee was apparent.

Motifs extraits

Any alleged violation of the right to a speedy trial by the authority must be raised in the proper remedy proceedings, not via criminal prosecution. A delay of 19 August to 1 September 2020 did not amount to a violation of the speediness requirement by the prosecutor either.

Question juridique clé

Allocation of appeal costs.

Solution extraite

The unsuccessful complainant must bear the appeal costs of CHF 300.

Motifs extraits

Costs were imposed on the losing party under Art. 428 para. 1 StPO.

Poursuivez vos recherches dans ChatGPT ou Claude

Connectez Omnilex pour rechercher dans le corpus juridique depuis votre assistant IA.