Tax debt relief denied for 2010 taxes

100 2012 408Tribunal administratif21 févr. 2014Dismissed

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Bern Administrative Court dismissed the taxpayer’s appeals against the refusal of debt relief for 2010 cantonal, municipal, and direct federal taxes. It held that, after correcting the subsistence budget, the taxpayer still had a monthly surplus sufficient to repay the arrears in about ten installments, so no economic hardship was established. The court rejected additional claimed living expenses for car insurance, extra heating, TV leasing, and a higher meal allowance, and found the higher allowance for single parents inapplicable because the children were not in his custody. The court did not charge court costs, awarded no party compensation, and declared the legal-aid request moot.

Regeste Omnilex

Art. 240 Abs. 1, 240a StG; Art. 167 Abs. 1 DBG, 3 EV DBG; Steuererlass setzt bei rechtskräftigen Steuern eine erhebliche bzw. grosse Härte voraus. Massgebend sind die aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse unter Einbezug der Zukunftsaussichten; liegt das verfügbare Einkommen nach Abzug des betreibungsrechtlichen Existenzminimums über null und erlaubt es die Tilgung der Steuerschuld in absehbarer Zeit, ist ein Härtefall zu verneinen. Einmalige oder erstmals behauptete Mehrkosten sind nur zu berücksichtigen, soweit sie substantiiert und belegt sind; die Beweislast für steuermindernde Tatsachen trifft die steuerpflichtige Person. Der höhere Grundbetrag für Alleinerziehende und Besuchsrechtszuschläge schliessen sich aus, da sie unterschiedliche Betreuungssituationen erfassen (vgl. consid. 3.3).

Texte intégral

100.2012.408/409U

BUC/SAD/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 21. Februar 2014

a.o. Verwaltungsrichter Bürki

Gerichtsschreiber Schurter

A.________

Beschwerdeführer

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern Brünnenstrasse 66, Postfach 8334, 3001 Bern

Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern sowie der direkten Bundessteuer 2010 (Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 19. Oktober 2012; 100 12 45; 200 12 47)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.02.2014, Nrn. 100.2012.408/ 409U, Seite 1

Sachverhalt:

A.

A.________ ersuchte am 29. Oktober 2011 um Erlass der rechtskräftig festgesetzten Kantons- und Gemeindesteuern 2010 in der Höhe von Fr. 7'054.20 (inkl. bis dahin angefallener Verzugszinsen) und der zu diesem Zeitpunkt noch ausstehenden direkten Bundessteuer von Fr. 112.90. Mit Entscheiden vom 12. Januar 2012 – eröffnet durch die Steuerverwaltung des Kantons Bern (Steuerverwaltung), Inkassostelle Region … – wiesen sowohl diese selber als auch die Einwohnergemeinde (EG) B.________ das Erlassgesuch ab.

B.

Am 1. Februar 2012 gelangte A.________ mit Rekurs und Beschwerde an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK), welche die Rechts­mittel am 19. Oktober 2012 abwies.

C.

Mit Eingabe vom 13. November 2012 hat A.________ Verwal­tungs­gerichtsbeschwerden erhoben. Er beantragt sinngemäss die Auf­hebung der Entscheide der StRK und den Erlass der Kantons- und Ge­mein­de­steuern sowie der direkten Bundessteuer 2010.

Mit Verfügung vom 15. November 2012 hat der (damalige) Abteilungspräsi­dent die Verfahren betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer vereinigt.

Am 27. November 2012 hat A.________ ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt und verschiedene Unterlagen zu seiner finanziellen Situation eingereicht.

Die StRK und die Steuerverwaltung schliessen mit Eingaben vom 18. De­zember 2012 bzw. 17. Januar 2013 je auf Abweisung der Beschwerden.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] so­wie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teilgenommen, ist durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt und hat ein schutz­würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 140 Abs. 1 DBG). Auf die form- und fristgerecht eingereichten Beschwerden ist einzutreten.

1.2 Neben dem Erlass der direkten Bundessteuer und der Kantons­steuer ist vorliegend auch jener der Gemeindesteuer 2010 streitig. Für den diesbezüglichen Entscheid ist die Gemeinde selber zuständig, wobei sie gemäss Art. 240 Abs. 4 StG ihre Erlasskompetenz der für den Erlass der Kantonssteuer zuständigen Behörde übertragen kann. Nach den unbe­strittenen Feststellungen der StRK hat die EG B.________ ihre Kompeten­zen zur Wahrnehmung ihrer Interessen im Rechtsmittelverfahren an die Steuerverwaltung abgetreten (vgl. angefochtene Entscheide, Bst. E). Auf­grund dieser steuergesetzlich ausdrücklich vorgesehenen «Kompetenz­delegation» (so Erläuterungen zum Steuergesetz 2001, Tagblatt des Gros­sen Rates 1999, Separate Beilage Nr. 13, S. 303) ist die Steuerverwaltung befugt, anstelle der materiell berechtigten EG B.________ das Rechtsmittel­verfahren in eigenem Namen (auch) hinsichtlich des Erlasses der Gemein­desteuer 2010 zu führen (zuletzt etwa VGE 2013/184/185 vom 29.1.2014, E. 1.3), wobei vorliegend mit Blick auf den Verfahrensausgang ohnehin darauf verzichtet werden könnte, die Gemeinde als notwendige Partei for­mell in das Verfahren einzubeziehen (vgl. auch BVR 2010 S. 401 E. 1.2).

1.3 Sind sowohl Entscheide bezüglich des Erlasses kantonaler Steu­ern als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Ver­wal­tungsgericht zwei Urteile fällen, zumal es sich um verschiedene Steuern handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen. Allerdings können die Entscheide, gleich wie wenn eine Veranlagung von Einkommens­steu­ern im Streit liegt, in ein und derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 135 II 260 E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Zwar sind die Rechtsnormen des kantonalen und eidgenössischen Rechts im Bereich des Steuererlas­ses nicht harmoni­siert und unterscheiden sich deshalb teilweise; insbeson­dere gewährt das Bun­desrecht den Steuerpflichtigen – anders als das kantonale Steuer­gesetz – keinen Rechtsanspruch auf Steuererlass, son­dern lässt entsprechende Gesuche nach pflichtgemässem Ermessen be­urteilen (vgl. Art. 167 Abs. 1 DBG; Art. 2 Abs. 1 Satz 2 der Verordnung des EFD vom 19. Dezember 1994 über die Behandlung von Erlassgesuchen für die direkte Bundes­steuer [Steuererlassverordnung, nachfolgend: EV DBG; SR 642.121]; vgl. statt vieler BGer 2D_27/2013 vom 27.6.2013, E. 2; Werner Lüdin, in Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum schwei­zerischen Steuerrecht, Band I/2b, 2000, Art. 167 DBG N. 20; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, Art. 167 N. 4; a.M. Michael Beusch, in Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum schweizeri­schen Steuerrecht, Band I/2b, 2. Aufl. 2008, Art. 167 DBG N. 8). Im Ergeb­nis besteht aber dennoch eine derart weitgehende Übereinstimmung, dass sich nicht nur eine Vereinigung der beiden Beschwerdeverfahren, sondern auch die gemeinsame Beurteilung in derselben Urteilsschrift rechtfertigt (Art. 17 Abs. 1 VRPG; vgl. vorne Bst. C; zum Ganzen zuletzt VGE 2013/184/185 vom 29.1.2014, E. 1.4).

1.4 Der vorliegende Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Orga­nisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwalt­schaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.5 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

2.1 Die jährliche Veranlagung des steuerbaren Einkommens stellt sicher, dass jede steuerpflichtige Person entsprechend ihrer aktuellen wirt­schaftlichen Leistungsfähigkeit in Anspruch genommen wird (Art. 104 Abs. 1 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; Art. 127 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Es ist deshalb davon auszugehen, dass den Steuerpflichtigen grundsätzlich die Bezahlung der veranlagten Steuern sowohl möglich als auch zumutbar ist. Dennoch kön­nen gemäss Art. 240 Abs. 1 StG bzw. Art. 167 Abs. 1 DBG rechtskräftig festgesetzte Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern bzw. direkte Bundessteuern so­wie Zinsen, Ge­bühren und allenfalls (gewisse) Bussen ganz oder teil­weise erlassen wer­den, wenn ihre Zahlung in Ausnahmefällen mit einer erheb­lichen bzw. grossen Härte ver­bunden wäre. Bei solchen Gegeben­heiten soll ein Steu­ererlass zur lang­fristigen Sanierung der wirtschaftlichen Lage der steuer­pflichtigen Person beitragen (vgl. Art. 240a Abs. 1 StG bzw. Art. 1 Abs. 1 EV DBG).

2.2 Sind die einschlägigen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, räumt das kantonale Steuergesetz der steuerpflichtigen Person einen Rechts­anspruch auf Steuererlass ein; allerdings kann dessen Gewährung an Be­dingungen wie Abzahlungen oder die Leistung von Sicherheiten geknüpft werden (Art. 240 Abs. 5 StG). Vorbehältlich der gesetzlichen Ausschluss­gründe gemäss Art. 240c StG kommt es dabei nicht darauf an, weshalb die steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (vgl. Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Bezug und die Verzinsung von Abgaben und anderen zum Inkasso übertragenen For­derungen, über Zahlungs­erleichterungen, Erlass sowie Abschreibungen infolge Uneinbringlichkeit [Bezugsverordnung, BEZV; BSG 661.733] bzw. Art. 2 Abs. 2 EV DBG). Ob ein Härtefall im Sinn von Art. 240 Abs. 1 StG bzw. Art. 167 Abs. 1 DBG vorliegt, beurteilt sich mit Blick auf die gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse der steuerpflichtigen Person, wie sie sich im Entscheidzeitpunkt präsentieren, wobei auch den Zukunftsaussichten Rech­nung zu tragen ist (Art. 240a Abs. 2 Satz 1 StG bzw. Art. 3 Abs. 1 EV DBG). Wäre der steuerpflichtigen Person im Zeitpunkt der Fälligkeit eine fristgerechte Zahlung möglich gewesen, so ist dies im Erlassentscheid zu berücksichtigen (Art. 240a Abs. 2 Satz 2 StG bzw. Art. 3 Abs. 3 EV DBG).

2.3 Entscheidend für das Vorliegen eines Härtefalls im Sinn von Art. 240 Abs. 1 StG bzw. Art. 167 Abs. 1 DBG ist, ob Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten und zumutbar sind, was grundsätzlich immer dann der Fall ist, wenn die verfügbaren Mittel der steuerpflichtigen Person deren betreibungsrechtliches Existenzminimum gemäss Art. 93 des Bun­desgesetzes vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 281.1) übersteigen (Art. 240a Abs. 3 StG bzw. Art. 3 Abs. 2 EV DBG). Dementsprechend ist das Bestehen einer finanziellen Notlage, wie sie der Beschwerdeführer geltend macht, gesetzlich umschrieben: Ge­mäss Art. 240b Abs. 1 Bst. b StG bzw. Art. 9 Abs. 1 EV DBG setzt eine Notlage voraus, dass die Steuerschuld in einem Missverhältnis zur finan­ziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen Person steht, so dass diese den geschuldeten Betrag trotz Beschränkung der Lebenshaltungskosten auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum in absehbarer Zeit nicht vollständig begleichen kann. Das betreibungsrechtliche Existenzminimum bestimmt sich aufgrund des Kreisschreibens Nr. B1 (nachfolgend: KS B1) der Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen für den Kanton Bern vom 1. Januar 2011, das inhaltlich den neuen Richtlinien entspricht, welche die Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz am 1. Juli 2009 beschlossen hat (Beilage 1 zum KS B1), sowie aufgrund der zugehörigen Ergänzungen und Präzisierungen der kantonalen Aufsichtsbehörde (Beilage 2 zum KS B1; alles einsehbar unter http://www.jus­tice.be.ch, Rubriken «Verwaltungsgerichtsbarkeit/Verwal­tungs­gericht/Downloads & Publikationen»; vgl. BVR 2013 S. 506 E. 4.1).

3.

3.1 Die StRK begründet ihre abschlägigen Entscheide damit, dass die Bezahlung der Steuerschulden für den Beschwerdeführer nicht mit einer erheblichen Härte verbunden sei. Den monatlichen Einkünften von Fr. 5'233.-- stehe ein betreibungsrechtlicher Zwangsbedarf von Fr. 4'542.-- gegenüber, womit der Beschwerdeführer über eine freie Einkommensquote von Fr. 691.-- pro Monat verfüge. Damit wäre es ihm möglich, seine Steuer­ausstände 2010 von insgesamt Fr. 7'203.60 (inkl. Verzugszinsen bis zum Zeitpunkt der Erlassentscheide) in rund elf monatlichen Teilzahlungen voll­ständig zu tilgen (angefochtene Entscheide, E. 4.2 und 5). Der Beschwer­deführer schildert in seiner Beschwerde in erster Linie die persönlichen Gründe, die offenbar zu seiner angespannten finanziellen Situation geführt haben (Kaufsucht, Scheidung, Alkoholprobleme). Massgebend ist jedoch vorliegend nur, ob er aufgrund seiner aktuellen finanziellen Verhältnisse in der Lage ist, die ausstehenden Steuern 2010 in absehbarer Zeit zu beglei­chen (vgl. vorne E. 2.3). Die vom Beschwerdeführer beanstandete Auf­teilung der Steuerfaktoren auf sich und seine damalige Ehefrau (vgl. Art. 15 Abs. 2 StG und Art. 13 Abs. 2 DBG) ist rechtskräftig und kann im Erlass­verfahren – gleich wie die Veranlagung selbst – nicht überprüft werden. Der Beschwerdeführer rügt sodann die Ermittlung seines Zwangsbedarfs durch die StRK. So seien zusätzlich die entgegen der Auffassung der StRK im Grundbetrag nicht enthaltenen Versicherungsprämien für das Fahrzeug einzubeziehen. Zudem bringt er erstmals vor, er müsse seine Wohnung im Winter ergänzend mit Holz heizen, sodass zusätzliche Heizkosten von Fr. 70.-- pro Monat zum Zwangsbedarf hinzugerechnet werden müssten. Erstmals verlangt er sodann die Berücksichtigung monatlicher Raten von Fr. 91.-- für das Leasing eines Fernsehgeräts. Schliesslich macht er einen Betrag von Fr. 11.-- (statt der berücksichtigten Fr. 9.--) pro Mahlzeit für aus­wärtige Verpflegung und den höheren Grundbetrag für Alleinerziehende geltend.

3.2 Die StRK hat den monatlichen Einkünften des Beschwerdeführers von Fr. 5'233.-- den folgenden betreibungsrechtlichen Zwangsbedarf gegenübergestellt:

Miete inkl. NebenkostenFr.700.00 KrankenkasseFr.267.00 FahrkostenFr.130.00 Kosten für auswärtige VerpflegungFr.165.00 KinderalimenteFr.1'760.00 Betreuungs- und BesuchskostenFr.320.00 GrundbetragFr.1'200.00

Total Fr.4'542.00

Hierzu ist zunächst anzumerken, dass die StRK bei der Krankenkasse zu Recht nur die Prämien für die obligatorische Grundversicherung berück­sichtigt hat (vgl. Ziffer II/3 der Beilage 1 zum KS B1; BGE 134 III 323 E. 3; BVR 2013 S. 506 E. 4.4). Die StRK stützte ihre Berechnung auf die vom Beschwerdeführer eingereichte Krankenkassenpolice 2012 der «…» vom 14. Oktober 2011 (Vorakten StRK pag. 6). Vor Verwaltungsgericht hat der Beschwerdeführer mit seinem Gesuch um un­entgeltliche Rechtspflege indes eine aktuellere Police der «…» vom 13. Dezember 2011 eingereicht, wonach die Versicherungsprämien ab Januar 2012 bloss Fr. 178.-- betragen (vgl. act. 3A). Von diesem Betrag ist (auch) für die Ermittlung des Zwangsbedarfs auszugehen.

3.3 Zu den Vorbringen des Beschwerdeführers ergibt sich was folgt:

3.3.1 Streitig ist zunächst die Anrechnung der Motorfahrzeugversiche­rung. Gemäss Ziff. II/4 Bst. d der Beilage 1 zum KS B1 können als unum­gängliche Berufsauslagen die Kosten für die Fahrten zum Arbeitsplatz an­gerechnet werden, soweit die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber nicht da­für aufkommt. Die Kosten eines privaten Fahrzeugs können jedoch nur in begründeten Ausnahmesituationen angerechnet werden, nämlich wenn die Benützung des Fahrzeugs für den Erwerbszweck unumgänglich ist. Gege­benenfalls sind die Aufwendungen für ein Motorfahrzeug im Privatgebrauch überdies zu berücksichtigen, wenn die betroffene Person das Auto aus gesundheitlichen Gründen zur Lebensführung benötigt, insbesondere als Transportmittel zum Ort von medizinischen Behandlungen oder zur Aufrecht­erhaltung von sozialen Kontakten (BVR 2013 S. 506 E. 4.5.4; BGE 106 III 104, 95 III 81 a.E.; Georges Vonder Mühll, in Basler Kom­men­tar, 2. Aufl. 2010, Art. 92 SchKG N. 11 sowie Art. 93 SchKG N. 28 zur Bemessung der Kosten; vgl. auch VGE 2010/358 vom 18.5.2011, E. 3.1 [be­treffend Sozialhilfebudget]). – Angesichts seines kurzen Arbeitswegs von rund 2,5 km stellen die Fahrzeugkosten beim Beschwerdeführer keine unum­gänglichen Berufsauslagen dar. Er behauptet dies auch nicht. Viel­mehr macht er geltend, er benötige ein Auto, da er während zwei Tagen pro Wo­che seine Kinder betreue und diese jeweils in die Krippe bzw. zur Tages­mutter fahren müsse. Dabei legt er jedoch weder in den Verwal­tungs­gerichtsbeschwer­den noch in seinen Eingaben an die StRK (sub­stantiiert) dar, weshalb er für die Kinderbetreuung zwingend auf ein Fahr­zeug angewiesen ist (vgl. auch Vorakten StRK pag. 85). Bei diesen Ge­geben­heiten hat die StRK den Kompetenzcharakter des Fahrzeugs zu Recht verneint (ange­fochtene Entscheide, E. 4.2). Dennoch hat sie zu Gunsten des Beschwer­deführers Fahrkosten von Fr. 130.-- beim Zwangs­bedarf berücksichtigt und dabei u.a. erwogen, dass die Fahrzeug­ver­sicherung bereits im Grund­betrag enthalten sei, was der Beschwerdeführer unter Hinweis auf das KS B1 ausdrücklich bestreitet. Wie es sich damit verhält, kann hier indes offenbleiben: Zu seinen Gunsten können die von der StRK festgestellten Kosten von Fr. 130.-- auch vor Verwaltungsgericht an den Zwangsbedarf angerechnet werden. Die Berücksichtigung eines höheren Betrags ist man­gels (nachgewiesenen) Kompetenzcharakters des Fahrzeugs so oder an­ders ausgeschlossen.

3.3.2 Zum betreibungsrechtlichen Existenzminimum gehören die durch­schnittlichen (auf 12 Monate verteilten) Aufwendungen für die Beheizung und Nebenkosten der Wohnräume (vgl. Ziff. II/2 der Beilage 1 zum KS B1). Der Beschwerdeführer verlangt diesbezüglich die Berücksichtigung von zusätzlichen Heizkosten von durchschnittlich Fr. 70.-- pro Monat, da seine Ölheizung ungenügend sei und er im Winter zusätzlich mit Holz heizen müsse. Hierzu ist festzuhalten, dass den Steuerpflichtigen im Veran­lagungs- wie auch im Steuerjustizverfahren eine weitgehende Mitwirkung obliegt (vgl. Art. 167 StG; Art. 126 DBG; vgl. auch Art. 32 Abs. 2 VRPG). Lässt sich eine Sachverhaltsbehauptung trotz genügender Mitwirkung we­der nachweisen noch widerlegen, so hat die Folgen der Beweislosigkeit jene Partei zu tragen, die aus dem Vorhandensein der behaupteten Tat­sache zu ihren Gunsten Rechte ableitet (sog. objektive Beweislast); für die hier geltend gemachte steuermindernde Tatsache ist dies nach einer im Steuerrecht allgemein gültigen Regel die steuerpflichtige Person (BVR 2010 S. 59 E. 3.4, 2009 S. 465 E. 3; BGE 133 II 153 E. 4.3; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 123 N. 77 ff.; zum Steuererlass VGE 2011/307/308 vom 11.8.2011, E. 3.2). Der Beschwerdeführer belegt die geltend gemachten zusätzlichen Heizkosten von Fr. 70.-- pro Monat nicht, obschon diverse Möglichkeiten denkbar ge­wesen wären, seine Behauptung zu substantiieren, etwa durch eine Be­stätigung des Vermieters oder entsprechende Quittungen. Dies wäre umso mehr von ihm zu erwarten gewesen, als er die entsprechende Behauptung im vorliegenden Verfahren erstmals vorgebracht hat und es aussergewöhn­lich erscheint, dass mit der Ölheizung nicht genügend geheizt werden kann. Es können somit – neben den laut Mietvertrag in den Nebenkosten enthaltenen Heizungskosten – keine weiteren Auslagen berücksichtigt wer­den, wobei sich weitere Abklärungen hierzu erübri­gen, nachdem es Sache des mitwirkungspflichtigen Beschwerdeführers gewesen wäre, seine Be­hauptungen zu belegen.

3.3.3 Der Beschwerdeführer macht alsdann monatliche Kosten von Fr. 91.-- für das Leasing eines Fernsehers geltend. Gemäss Ziff. II/7 der Beilage 1 zum KS B1 können die Abzahlung sowie Miete/Leasing von Kom­petenzstücken beim Zwangsbedarf berücksichtigt werden. Als Kom­petenzstücke und damit als unpfändbar gelten namentlich die zum per­sönlichen Ge­brauch dienenden Gegenstände wie Kleider, Effekten, Haus­geräte, Möbel oder andere bewegliche Sachen, soweit sie unentbehrlich sind (Art. 92 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG). Ein Fernsehgerät gilt nach herrschender Lehre nicht als Kompetenzgut (vgl. Georges Vonder Mühll, a.a.O., Art. 92 SchKG N. 11 mit Hinweisen; Jolanta Kren Kostkiewicz, Schuldbetreibungs- und Konkurs­recht, 2012, Rz. 623), womit die dafür aufgewendeten Leasing­raten beim betreibungsrechtlichen Existenzminimum nicht berück­sichtigt werden kön­nen. Hinzu kommt, dass sich in den eingereichten Unterlagen ohnehin keine Belege für die geltend gemachten Auslagen finden (vgl. zur diesbe­züglichen Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers E. 3.3.2 hiervor).

3.3.4 Der Beschwerdeführer macht weiter Kosten für auswärtiges Essen von Fr. 11.-- pro Mahlzeit geltend, wofür die StRK bloss Fr. 9.-- berücksich­tigte. Gemäss der Beilage 1 zum KS B1 kann als Zuschlag zum monat­lichen Grundbedarf bei Nachweis entsprechender Mehrauslagen für aus­wärtige Verpflegung ein Betrag von mindestens Fr. 9.-- und höchstens Fr. 11.-- für jede Hauptmahlzeit angerechnet werden, sofern es sich um unumgängliche Berufsauslagen handelt (Ziff. II/4 Bst. b). Der Beschwer­deführer begründet nicht, weshalb vorliegend von einem höheren als dem von der StRK berücksichtigten Ansatz auszugehen wäre, und es sind auch keine Gründe dafür ersichtlich. So ist bereits unklar, ob der Beschwer­deführer aufgrund seines kurzen Arbeitswegs überhaupt darauf ange­wiesen ist, sich auswärts zu verpflegen, und dies auch effektiv tut. Überdies hat er in seiner Steuererklärung 2011 einen Abzug für auswärtige Verpfle­gungskosten von Fr. 1'600.-- bzw. Fr. 7.50 pro Tag geltend gemacht (Vor­akten StRK pag. 56), was dem Ansatz der Steuerverwaltung entspricht, wenn die Verpflegung durch den Arbeitgeber verbilligt wird (Kantine, Perso­nalrestaurant, Lunch-Checks usw.; vgl. Wegleitung 2011 zum Ausfüllen der Steuererklärung, S. 41; abrufbar unter http://www.fin.be.ch). Es ist somit auch unter diesem Gesichtspunkt nicht zu beanstanden, wenn die StRK bei den Mehrauslagen für auswärtige Verpflegung von dem gemäss Beilage 1 zum KS B1 tiefsten Ansatz von Fr. 9.-- pro Mahlzeit bzw. von einem monat­lichen Zuschlag zum Grundbetrag von Fr. 165.-- ausgegangen ist.

3.3.5 Schliesslich sind die Höhe des Grundbetrags und damit zusammen­hängend die anrechenbaren Betreuungs- und Besuchskosten umstritten. Die Vorinstanz hat auf den Grundbetrag für Alleinstehende abgestellt und zusätzlich für jährlich 192 Besuchstage Betreuungs- und Besuchskosten von Fr. 10.-- pro Tag und Kind angerechnet (angefochtene Entscheide, E. 4.2). Der Beschwerdeführer geht davon aus, dass ihm der höhere Grund­betrag für alleinerziehende Personen zustehe, da er seine Kinder zwei Tage pro Woche und jedes zweite Wochenende betreue. Zudem seien die Betreuungs- und Besuchskosten zu erhöhen, da die Kinder zeit­weise auch längere Zeit bei ihm verbringen würden. – Der für das betrei­bungsrechtliche Existenzminimum massgebende Grundbetrag beläuft sich für alleinerziehende Personen auf Fr. 1'350.--, für * alleinstehende* Personen auf Fr. 1'200.-- (Beilage 1 zum KS B1 Ziff. I). Betreut die Schuldnerin oder der Schuldner regelmässig eigene Kinder im Rahmen eines Besuchs­rechts, was durch eine entsprechende Vereinbarung oder ein entsprechen­des Urteil zu belegen ist, so ist pro Kind und ganzer Besuchstag ein Zu­schlag von Fr. 10.-- zu berücksichtigen (Beilage 2 zum KS B1 mit Hinweis auf BGer 7B.145/2005 vom 11.10.2005). Der Grundbetrag für Alleiner­ziehende und die Zuschläge für Besuchskosten schliessen sich schon rein begrifflich gegenseitig aus: Der höhere Grundbetrag für alleinerziehende Personen steht dem Elternteil zu, welches die Kinder in seiner Obhut hat. Die zusätzlichen Auslagen für Besuchskosten stehen dagegen dem nicht obhutsberechtigten Elternteil zu, um jenen zusätzlichen Kosten Rechnung zu tragen, welche mit der Ausübung des Besuchsrechts der nicht bei ihm wohnenden Kinder verbunden sind (vgl. Georges Vonder Mühll, a.a.O., Art. 93 SchKG N. 24 mit Hinweis; BGer 5A_63/2012 vom 20.6.2012, E. 4.2.1; vgl. auch BGer 5A_511/2009 vom 23.11.2009, E. 4.2). Die Kinder des Beschwerdeführers befinden sich nicht in seiner Obhut; dass sie auch «längere Zeit», d.h. mehr als die bereits berücksichtigten 192 Tage pro Jahr, bei ihm verbringen, geht aus den eingereichten Unterlagen nicht her­vor und ist auch nicht wahrscheinlich, zumal die StRK offenbar gewisse Tage doppelt gezählt hat. Die Beschwerden erweisen sich auch in diesem Punkt als unbegründet.

3.4 Nach dem Gesagten ist von folgendem Zwangsbedarf des Be­schwerdeführers auszugehen:

GrundbetragFr.1'200.00 Miete inkl. NebenkostenFr.700.00 KrankenversicherungFr.178.00 FahrkostenFr.130.00 Kosten für auswärtige VerpflegungFr.165.00 KinderalimenteFr.1'760.00 Betreuungs- und BesuchskostenFr.320.00


TotalFr.4'453.00

Der Beschwerdeführer verfügt gemäss den unbestrittenen Feststellungen der Vorinstanz über ein monatliches Nettoeinkommen (inkl. Anteil 13. Mo­nats­lohn) von Fr. 5'233.--, was eine freie Einkommensquote von Fr. 780.-- pro Monat ergibt. Damit ist es ihm möglich und zumutbar, die Steuer­ausstände von Fr. 7'203.60 (inkl. Verzugszinsen zum Zeitpunkt der Erlass­entscheide) in knapp zehn monatlichen Teilzahlungen und damit in ab­sehbarer Zeit zu bezahlen. Selbst die Anrechnung der behaupteten Aus­lagen für das Lea­sing eines Fernsehgeräts (vgl. vorne E. 3.3.3) vermöchte daran nichts zu ändern, zumal der Beschwerdeführer mittlerweile gemäss eigenen An­gaben über ein leicht höheres Einkommen verfügt (vgl. Gesuch um unent­geltliche Rechtspflege vom 27.11.2012, act. 3A). Wie die StRK zutreffend festhält, liegt somit kein wirtschaftlicher Härtefall vor, womit die Voraus­setzungen für den Erlass der offenen Kantons- und Gemeinde­steuern und der direkten Bundessteuer 2010 nicht erfüllt sind. Die Be­schwerden erweisen sich als unbegründet und sind abzuweisen. Damit erübrigt sich die Prüfung allfälliger Ausschlussgründe nach Art. 240c StG. Den schwieri­gen finanziellen und offenbar auch persönlichen Verhältnissen des Be­schwer­deführers sowie seinen Bemühungen, den Zahlungsver­pflichtungen nachzukommen, kann gegebenenfalls mit Zahlungserleich­terungen ange­mes­sen Rechnung getragen werden (vgl. Art. 239 StG; Art. 166 DBG und Art. 23 EV DBG).

4.

Bei diesem Ausgang der Verfahren wird der Beschwerdeführer grundsätz­lich kostenpflichtig; aufgrund der gesamten Umstände ist vorliegend jedoch ausnahmsweise auf das Erheben von Verfahrenskosten zu verzichten (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 und 3 DBG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das verwaltungsgerichtliche Verfahren wird damit gegenstandslos (vgl. Art. 39 Abs. 1 VRPG). Entschädigungspflichtige Parteikosten sind keine angefallen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]).

5.

Gegen das vorliegende Urteil steht die subsidiäre Verfassungsbeschwerde an das Bundesgericht offen, mit der einzig die Verletzung verfassungs­mässi­ger Rechte gerügt werden kann (vgl. Art. 116 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110]). Soweit die direkte Bundessteuer betreffend, sind die Rüge­möglichkeiten zusätzlich stark eingeschränkt, weil mangels eines Rechts­an­spruchs auf den Steuererlass keine Verletzung des Willkürverbots geltend gemacht werden kann (statt vieler BGer 2D_138/2007 vom 21.2.2008). Es ist deshalb ausdrücklich die Verletzung eines spezifischen verfassungs­mässigen Rechts zu rügen (vgl. BGer 2D_27/2011 vom 26.7.2011, E. 1, 2C_702/2012 vom 19.3.2013, E. 2.6; zur eng begrenzten Rügemöglichkeit im Rahmen der sog. «Star-Praxis» vgl. BGer 2D_7/2008 vom 1.7.2008, in StR 2008 S. 653 E. 1; BGE 137 I 128 E. 3.1, 136 II 383 E. 3.3, 133 I 185 E. 6.2).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerden werden abgewiesen.

2. Für die Verfahren vor dem Verwaltungsgericht werden weder Verfah­renskosten erhoben noch Parteikosten gesprochen.

3. Das Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege wird als ge­genstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

4. Zu eröffnen:

dem Beschwerdeführer

der Steuerverwaltung des Kantons Bern

der Steuerrekurskommission des Kantons Bern

Der Einzelrichter:Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün­dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.

Mots-clés

tax reliefeconomic hardshipsubsistence minimumburden of proofmeal allowancevisit costslegal aidprocedural costs

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the taxpayer was entitled to tax debt relief for 2010 cantonal, municipal, and federal taxes

Solution extraite

No. His disposable income exceeded the subsistence minimum by enough to repay the arrears within a short period, so no economic hardship existed.

Motifs extraits

The court recalculated the subsistence minimum and rejected several claimed expenses. Even on the corrected budget, the taxpayer could pay the debt in about ten monthly installments, which is considered feasible in the foreseeable future.

Question juridique clé

Whether the claimed additional budget items had to be included in the subsistence minimum

Solution extraite

No. Extra car insurance, winter heating costs, and TV leasing were not sufficiently substantiated or not eligible; the lower amount for out-of-home meals and the single-person basic allowance were upheld.

Motifs extraits

The taxpayer did not prove exceptional necessity for a private car, did not prove additional heating expenses, and a television is not a necessity item. For meals, the lowest applicable allowance was reasonable. The higher allowance for single parents was not applicable because the children were not in his custody; visit-cost supplements were already considered.

Question juridique clé

Whether procedural costs should be charged or legal aid granted

Solution extraite

No costs were charged, no party compensation was awarded, and the legal-aid request became moot.

Motifs extraits

Although the taxpayer lost, the court exercised discretion not to impose court costs due to the overall circumstances; since no costs were charged, the request for legal aid was no longer needed.

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