Standing to seek determination of maximum price under agricultural land law

AGVE_2002_118Tribunal administratif / 1re chambre31 mai 2002Other

Extrait par Omnilex

Résumé Omnilex

The Landwirtschaftliche Rekurskommission considered an appeal by H. AG against the cantonal finance department, agricultural division, concerning a declaratory request under the BGBB. It held that a legally protected interest in a declaration of the maximum permissible price for an agricultural holding may exist even when the buyer is not yet known, because the price is determined independently of the acquirer. Mere curiosity or vague sales plans are insufficient, but that threshold was met here. The decision further clarifies that price offers are irrelevant and only actual transfers count when assessing the highest permissible price.

Regeste Omnilex

Art. 84 lit. b BGBB; declaratory interest in determining the highest permissible price for an agricultural holding. A legally protected interest may exist even before the identity of the acquirer is known, since the maximum price under Art. 66 BGBB is determined independently of the person of the buyer. The requirement is not satisfied by mere curiosity or abstract sales intentions. For the price assessment, only completed transfers are relevant; mere offers do not qualify as comparables. Forced-sale transfers after 1 January 1999 are not comparable transactions within the meaning of Art. 66 BGBB (consid. 2, 4.2.2, 4.2.4.1).

Texte intégral

2002Bäuerliches Bodenrecht467 II. Bäuerliches Bodenrecht 118 Schutzwürdiges Interesse an der Feststellung des höchstzulässigen Preises für ein landwirtschaftliches Gewerbe. Aus einem Entscheid der Landwirtschaftlichen Rekurskommission vom 31. Mai 2002 in Sachen H. AG gegen Finanzdepartement (Abteilung Landwirtschaft). Aus den Erwägungen 2. Gemäss Art. 84 lit. b BGBB kann, wer ein schutzwürdiges Interesse hat, von der Bewilligungsbehörde insbesondere feststellen lassen, ob der Erwerb eines landwirtschaftlichen Gewerbes bewilligt werden kann. Fehlt es der Beschwerdeführerin an einem solchen schutzwürdigen Interesse, so würde es schon an der Grundvoraussetzung der von der Vorinstanz erlassenen Verfügung fehlen, mithin wäre die Verfügung aufzuheben. Nach der Ansicht von Pfäffli (ZBGR 79 [1998], S. 91) kann von der Bewilligungsbehörde keine Feststellungsverfügung im Sinne von Art. 84 lit. b BGBB verlangt werden, sofern diese lediglich die Bestimmung des höchstzulässigen Preises im Falle einer Veräusserung zum Gegenstand habe. Der Erlass einer solchen Feststellungsverfügung könne nur im Vorfeld eines konkreten Rechtsgeschäftes erfolgen, bei welchem der Erwerber bekannt sein müsse; eine Ausnahme bilde lediglich die Preisfestlegung durch die Bewilligungsbehörde im Hinblick auf eine Zwangsversteigerung gemäss Art. 68 Abs. 1 BGBB (Entscheid Nr. 94145 der Volkswirtschaftsdirektion der Kantons Bern vom 30. Mai 1994). Diese Frage wurde im Kanton Solothurn grundsätzlich gleich entschieden: Ein Grundeigentümer mit bloss vagen Verkaufsabsichten habe keinen Anspruch auf eine Feststellungsverfügung, in der die nach bäuerlichem Bodenrecht

468Landwirtschaftliche Rekurskommission2002 zulässige Preisgrenze festgelegt wird. Es genüge nicht, wenn der Grundeigentümer seine Verkaufsabsicht bekunde, aber keinen konkreten Vertragsentwurf vorlegen könne und nicht einmal einen interessierten, mit ihm bereits in Verhandlung stehenden Dritten namentlich zu bezeichnen vermöge (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 17. Juni 1996, in: SOG 1996 Nr. 34). Der von Pfäffli und dem Solothurner Verwaltungsgericht geäusserten Auffassung kann nicht gefolgt werden, wonach der Erwerber bekannt sein müsse. Der höchstzulässige Preis ermittelt sich unabhängig von der Person des Erwerbers, folglich muss dieser noch nicht bekannt sein und trotzdem kann ein schutzwürdiges Feststellungsinteresse vorliegen. Dem Solothurner Entscheid ist aber insofern beizupflichten, als lediglich Neugierde über den höchstzulässigen Preis kein hinreichendes Feststellungsinteresse bildet. Im vorliegend zu beurteilenden Fall geht es nicht bloss um vage Verkaufsabsichten oder Preisneugierde (vgl. ...), weshalb die Vorinstanz zu Recht das Feststellungsinteresse bejahte. Allerdings ist festzuhalten, dass die heutige Praxis der Abteilung Landwirtschaft die äusserste Grenze der Grosszügigkeit hinsichtlich der Bejahung des hinreichenden Feststellungsinteresses darstellt. (...) 119 Höchstzulässiger Preis für ein landwirtschaftliches Gewerbe. -Sinn und Zweck höchstzulässiger Preise für landwirtschaftliche Gewerbe und Grundstücke (Erw. 4.). -Handels- und Gewerbefreiheit bzw. Eigentumsgarantie: Die Bestimmung von Art. 66 BGBB über den höchstzulässigen Preis ist nicht auf ihre Verfassungsmässigkeit hin überprüfbar (Erw. 4.1.2.). -die "betreffende Gegend" im Sinne von Art. 66 BGBB (Erw. 4.2.1.). -Preisangebote sind nicht relevant (Erw. 4.2.2.); nur Handänderungen sind zu berücksichtigen (Erw. 4.2.4.4.). -- Vergleichbarkeit im Sinne von Art. 66 BGBB (Erw. 4.2.4.ff.) -- keine Vergleichbarkeit mit Handänderungen aufgrund einer Zwangsverwertung nach dem 1. Januar 1999 (Erw. 4.2.4.1.). -- Bewirtschaftungsart (Erw. 4.2.4.2.). -- Grösse (Erw. 4.2.4.3.).

Mots-clés

agricultural land lawstandingdeclaratory reliefmaximum pricecomparabilitycompulsory saleland transfer

Extrait par Omnilex

Question juridique clé

Whether the applicant had a legally protected interest under Art. 84 lit. b BGBB to obtain a declaratory decision on the highest permissible price for an agricultural holding.

Solution extraite

A legally protected interest can exist even if the prospective buyer is not yet known; the decisive point is that the maximum price is determined independently of the buyer's identity. Mere curiosity or vague selling intentions are insufficient, but the interest was accepted here.

Motifs extraits

The maximum price under Art. 66 BGBB is not tied to the person of the acquirer. Therefore, the buyer need not already be identified for a declaratory request. However, the authority may refuse where the request is driven only by curiosity without a concrete transaction context.

Question juridique clé

How the highest permissible price under Art. 66 BGBB is to be assessed, including the relevance of price offers and comparable transactions.

Solution extraite

Price offers are not relevant; only completed transfers are to be considered, and transactions from forced sales after 1 January 1999 are not comparable for this purpose.

Motifs extraits

The court emphasized the purpose of the statutory maximum price regime and interpreted the relevant comparison area and comparability criteria narrowly, focusing on actual handovers rather than mere offers.

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