OGH 14Os22/21y

14Os22/21yTribunal supérieur1 juin 2021

Texte intégral

OGH 14Os22/21y

  • Dokumenttyp: Entscheidungstext
  • Entscheidungsdatum: 01.06.2021
  • ECLI: ECLI:AT:OGH0002:2021:0140OS00022.21Y.0601.000

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 1. Juni 2021 durch die Senatspräsidentin des Obersten Gerichtshofs Mag. Hetlinger als Vorsitzende, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Nordmeyer, die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Mann und Dr. SetzHummel LL.M. sowie den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Haslwanter LL.M. in Gegenwart des Schriftführers Mag. Pentz in der Strafsache gegen ***** D***** wegen des Verbrechens des schweren Raubes nach §§ 12 zweiter Fall, 142 Abs 1, 143 Abs 1 erster Fall StGB und weiterer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung der Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichts Eisenstadtals Schöffengericht vom 21. Dezember 2020, GZ 7 Hv 52/20v163, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufung werden die Akten dem Oberlandesgericht Wien zugeleitet.

Der Angeklagten fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Begründung

Gründe:

[1] Mit dem angefochtenen Urteil wurde ***** D***** (gemeint:) jeweils zweier Verbrechen des schweren Raubes nach §§ 12 zweiter Fall, 142 Abs 1, 143 Abs 1 erster Fall StGB (1./ und 3./) sowie nach §§ 12 zweiter Fall, 15, 142 Abs 1, 143 Abs 1 erster Fall StGB (2./ und 4./) schuldig erkannt.

[2] Danach hat sie in S***** und andernorts als Mitglied einer kriminellen Vereinigung unter Mitwirkung eines anderen Mitglieds dieser Vereinigung ***** N*****, B***** B***** „und O***** B*****“ mit auf unrechtmäßige Bereicherung gerichtetem Vorsatz dazu bestimmt, ***** M***** und ***** S***** mit Gewalt fremde bewegliche Sachen wegzunehmen, indem sie (zu 1./, 2./ und 4./) N***** und B***** anwies, M***** aufzusuchen, ihm sedierende Medikamente zu verabreichen und ihm Wertgegenstände wegzunehmen, sowie (zu 3./) N***** anwies, mit S***** von S***** nach Sc***** zu fahren und ihr das Medikament für dessen Sedierung überließ, wobei

1. / am 2. Mai 2019 in B***** eine unbekannte Person mit dem Namen „Carmen“ M***** Medikamente mit sedierender Wirkung in Getränken verabreichte, sodass dieser in einen tiefen Schlaf verfiel, sodann N***** und B***** B***** die Räume in dessen Haus durchsuchten und 219.300 Euro Bargeld mitnahmen;

2. / am 9. Juli 2019 in B***** N***** den M***** aufsuchte, ihm Medikamente mit sedierender Wirkung (Rivotril) in Getränken verabreichen und Bargeld und Wertgegenstände wegnehmen wollte, wobei es beim Versuch blieb, weil der Genannte die Getränke ablehnte;

3. / am 9. Juli 2019 in Sc***** N***** dem S***** Medikamente mit sedierender Wirkung in Getränken verabreichte, sodass dieser in einen tiefen Schlaf verfiel, sodann N***** und B***** B***** die Räume im Haus durchsuchten und 24.000 Euro Bargeld sowie Goldringe im Wert von 300 Euro mitnahmen;

4. / am 16. Juli 2019 in B***** N***** den M***** aufsuchte, um ihm Medikamente mit sedierender Wirkung (Haloperidol) in Getränken zu verabreichen und ihm Bargeld sowie Wertgegenstände wegzunehmen, wobei es infolge Festnahme der Genannten beim Versuch blieb.

[3] Dagegen richtet sich die auf § 281 Abs 1 Z 5 StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde der Angeklagten, die ihr Ziel verfehlt.

[4] Indem die Beschwerde (Z 5 zweiter Fall) die Spekulationen des O***** B***** über die Gründe für die sowohl die Angeklagte als auch deren Sohn belastenden Angaben der (abgesondert verfolgten) ***** N***** als übergangen reklamiert, geht sie von vornherein ins Leere, weil bloße Meinungen und Schlussfolgerungen des Vernommenen kein erörterungsbedürftiges Beweisergebnis sind (vgl RISJustiz RS0097540 [T2, T27, T28]).

[5] Dasselbe gilt für die Wertung des Zeugen ***** L*****, wonach es lediglich zu N***** und B***** B***** „objektive Beweise“ geben würde.

[6] Mit dem Hinweis, dass (auch) die Angeklagte Wut als Motiv für die Belastungen durch N***** nenne, und sie auf die Genannte böse gewesen sei, weil diese trotz der Beziehung zum Sohn der Angeklagten mit einem anderen Mann mitgegangen wäre, versucht die Beschwerde, die Beweiswürdigung nach Art einer – im kollegialgerichtlichen Verfahren nicht zulässigen – Schuldberufung in Frage zu stellen.

[7] Da die inhaltliche Beurteilung von Beweisergebnissen nicht Gegenstand der Prüfung im Rahmen der Z 5 ist (vgl RISJustiz RS0118316; Ratz, WKStPO § 281 Rz 421), schlägt auch die Beschwerdekritik, das Schöffengericht habe das von der Angeklagten genannte Motiv für die Belastungen durch N***** „lediglich“ für nicht nachvollziehbar erachtet, ebenso fehl.

[8] Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher bereits bei der nichtöffentlichen Beratung sofort zurückzuweisen (§ 285d Abs 1 StPO). Daraus folgt die Zuständigkeit des Oberlandesgerichts zur Entscheidung über die Berufung (§ 285i StPO).

[9] Die Kostenentscheidung beruht auf § 390a Abs 1 StPO.

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