W171 1435249-2•BVwG W171 1435249-2
W171 1435249-2Tribunal administratif fédéral9 déc. 2015
freiwillige Ausreise, Rückkehrhilfe, Verfahrenseinstellung
W171 1435249-2/4E
BESCHLUSS
Das Bundesverwaltungsgericht hat durch den Richter Mag. Gregor MORAWETZ, MBA, als Einzelrichter über die Beschwerde von XXXX geb. XXXX, StA: China, gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl, Regionaldirektion Wien, vom 03.12.2014, Zl. 830532603-1645387, beschlossen:
A)
Das Verfahren wird gemäß § 24 Abs. 2a AsylG 2005 eingestellt.
B)
Die ordentliche Revision ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig.
BEGRÜNDUNG:
I. Verfahrensgang:
Die beschwerdeführende Partei, eine Staatsangehörige von China, stellte am 24.04.2013 einen Antrag auf internationalen Schutz in Österreich.
Mit Bescheid des Bundesasylamtes vom 07.05.2013, Zl. 13 05.326-BAT, wurde der Antrag auf internationalen Schutz vom 24.04.2013 gem. § 3 Abs. 1 iVm § 2 Abs. 1 Zi. 13 AsylG. 2005, BGBL. I Nr. 100/2005 (AsylG.) idgF, bezüglich der Zuerkennung des Status der Asylberechtigten abgewiesen (Spruchpunkt I). Weiters wurde der Antrag auf internationalen Schutz gemäß § 8 Abs.1 iVm § 2 Abs. 1 Zi. 13 AsylG, bezüglich der Zuerkennung des Status der subsidiär Schutzberechtigten in Bezug auf den Herkunftsstaat Russische Föderation abgewiesen (Spruchpunkt II) und die Beschwerdeführerin gem. § 10 Abs. 1 Zi 2 AsylG aus dem österreichischen Staatsgebiet nach China ausgewiesen (Spruchpunkt III.).
Gegen diesen der Beschwerdeführerin am 08.05.2013 zugestellten Bescheid wurde mit Schriftsatz vom 06.05.2013, eingelangt am 21.05.2013, fristgerecht Beschwerde erhoben.
Mit Erkenntnis vom 17.09.2014 wurde die Beschwerde vom Bundesverwaltungsgericht gemäß § 3 AsylG. 2005, BGBL. I Nr. 100 idF BGBL. I Nr. 87/2012, hinsichtlich Spruchpunkt I und gemäß § 8 AsylG. 2005, BGBL. I Nr. 100 idF BGBL. I Nr. 68/2013, hinsichtlich Spruchpunkt II als unbegründet abgewiesen. Gemäß § 75 Abs. 20
1. Satz, 2.Fall und 2.Satz AsylG. 2005, BGBL. I Nr. 100 idF BGBL. I Nr. 68/2013, wurde das Verfahren insoweit zur Prüfung der Zulässigkeit einer Rückkehrentscheidung an das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl zurückverwiesen.
Mit Bescheid vom 30.12.2014 wurde ein Aufenthaltstitel aus berücksichtigungswürdigen Gründen gem. §§ 57 und 55 AsylG. 2005 nicht erteilt und gemäß § 10 Abs. 1 Zi. 3 AsylG. iVm § 9 BFA-Verfahrensgesetz, gegen Sie eine Rückkehrentscheidung gem. § 52 Abs. 9 FPG 2005 erlassen. Gemäß § 52 Abs. 9 FPG wurde festgestellt, dass Ihre Abschiebung gem. § 46 FPG nach China zulässig ist.
Gegen diesen Bescheid wurde fristgerecht Beschwerde eingebracht.
Mittels Schreiben vom Verein Menschenrechte Österreich vom 27.11.2015 (eingelangt beim BVwG am 03.12.2015) wurde mitgeteilt, dass die beschwerdeführende Partei am 25.11.2015 freiwillig unter Gewährung von Rückkehrhilfe aus dem Bundesgebiet ausgereist und in den Herkunftsstaat zurückgereist ist. Das gegenständliche Verfahren zur Gewährung internationalen Schutzes ist daher einzustellen.
II. Das Bundesverwaltungsgericht hat erwogen:
Die beschwerdeführende Partei, eine Staatsangehörige der VR China, stellte am 13.12.2013 den hier gegenständlichen Antrag auf internationalen Schutz in Österreich.
Das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl wies mit dem angefochtenen Bescheid den Antrag der beschwerdeführenden Partei auf internationalen Schutz bezüglich der Zuerkennung des Status der Asylberechtigten gemäß § 3 Abs. 1 in Verbindung mit § 2 Abs. 1 Z 13 AsylG ab (Spruchpunkt I.), erkannte ihr den Status einer Asylberechtigten ebenso wie gemäß § 8 Abs. 1 Z 1 in Verbindung mit § 2 Abs. 1 Z 13 AsylG den Status einer subsidiär Schutzberechtigten in Bezug auf den Herkunftsstaat China nicht zu (Spruchpunkt II.) und verband diese Entscheidung gemäß § 10 Abs. 1 Z 3 AsylG mit einer Ausweisung nach China (Spruchpunkt III.).
Gegen diesen Bescheid wurde fristgerecht Beschwerde eingebracht.
Während des Beschwerdeverfahrens reiste die beschwerdeführende Partei am 25.11.2015 freiwillig unter Gewährung von Rückkehrhilfe aus dem österreichischen Bundesgebiet in den Herkunftsstaat aus.
Diese Feststellungen ergeben sich zweifelsfrei aus den Akten des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl und des Bundesverwaltungsgerichtes.
Zu A) Einstellung des Verfahrens
Gemäß § 28 Abs. 1 VwGVG hat das Verwaltungsgericht die Rechtssache durch Erkenntnis zu erledigen, sofern die Beschwerde nicht zurückzuweisen oder das Verfahren einzustellen ist.
§ 31 Abs. 1 VwGVG lautet:
"Soweit nicht ein Erkenntnis zu fällen ist, erfolgen die Entscheidungen und Anordnungen durch Beschluss."
Gemäß § 24 Abs. 2a AsylG 2005 idF BGBl. I Nr. 70/2015 ist das Asylverfahren bei freiwilliger Abreise des Fremden in den Herkunftsstaat mit seiner Ausreise einzustellen, es sei denn der Sachverhalt ist entscheidungsreif. Ein eingestelltes Verfahren ist von Amts wegen fortzusetzen, wenn sich der Fremde nach Einstellung nicht rechtmäßig im Bundesgebiet aufhält oder einen Antrag auf internationalen Schutz stellt. Mit Fortsetzung des Verfahrens beginnt die Entscheidungsfrist nach § 73 Abs. 1 AVG oder § 34 Abs. 1 VwGVG zu laufen. Nach Ablauf von zwei Jahren nach Einstellung des Verfahrens ist eine Fortsetzung des Verfahrens nicht mehr zulässig.
Im vorliegenden Fall ist die beschwerdeführende Partei am 26.06.2015 freiwillig aus dem Bundesgebiet in den Herkunftsstaat abgereist, weshalb das Asylverfahren - da der Sachverhalt nicht als entscheidungsreif anzusehen ist - einzustellen war.
Zu B) Unzulässigkeit der Revision:
Gemäß § 25a Abs. 1 VwGG hat das Verwaltungsgericht im Spruch seines Erkenntnisses oder Beschlusses auszusprechen, ob die Revision gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG zulässig ist. Der Ausspruch ist kurz zu begründen. Nach Art. 133 Abs. 4 erster Satz B-VG idF BGBl. I Nr. 51/2012 ist gegen ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtes die Revision zulässig, wenn sie von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil das Erkenntnis von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abweicht, eine solche Rechtsprechung fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes nicht einheitlich beantwortet wird.
Im vorliegenden Fall ist die ordentliche Revision gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig, weil die Entscheidung nicht von der Lösung einer Rechtsfrage grundsätzlicher Bedeutung abhängt. Denn das Bundesverwaltungsgericht konnte sich bei allen erheblichen Rechtsfragen auf eine ständige Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes bzw. auf eine ohnehin klare Rechtslage stützen.
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