gemeinnützig betriebene Anstalten und Heime, sofern sie Speisen und Getränke nicht an beliebige Dritte abgeben
Landwirtschafts- und Alpbetriebe, die als Nebenerwerb vorwiegend ihre eigenen Produkte anbieten
Ausschankstellen mit höchstens sechs Sitz- und Stehplätzen, sofern nur alkoholfreie Getränke abgegeben werden, sowie Pensionen mit höchstens sechs Pensionärinnen und Pensionären
die Vermietung von Ferienhäusern, Ferienwohnungen sowie von Privatzimmern, sofern sie nicht an Passanten vermietet werden
Warenverkaufsautomaten für Speisen und alkoholfreie Getränke
2 Gastgewerbliche Dienstleistungen und Veranstaltungen
Art. ikel 3 Begriff {#art_ikel3 omnilex-key=ch-lexwork-ur--70.2111--ikel 3}
Gastgewerbliche Dienstleistungen im Sinne dieses Gesetzes erbringt, wer als Dauerbetrieb:
gegen Entgelt Gäste beherbergt
gegen Entgelt Getränke ausschenkt oder Speisen zum Genuss an Ort und Stelle abgibt
gegen Entgelt Räume zur Verfügung stellt, in welchen mitgebrachte Getränke oder Speisen konsumiert werden
ein Dancing, einen Nachtclub oder dergleichen betreibt (Dauerdarbietungen)
Als Veranstaltung im Sinne dieses Gesetzes gilt jeder öffentliche Anlass, bei dem Getränke und Speisen gegen Entgelt abgegeben werden.
3 Patent und Bewilligung
Art. ikel 4 Patent- und Bewilligungspflicht {#art_ikel4 omnilex-key=ch-lexwork-ur--70.2111--ikel 4}
Wer eine Tätigkeit ausübt, die diesem Gesetz unterstellt ist, bedarf eines Patentes oder einer Bewilligung.
Ein Patent benötigt, wer gastgewerbliche Dienstleistungen erbringt. Eine Bewilligung wird benötigt für alle anderen Tätigkeiten nach diesem Gesetz.
Patente und Bewilligungen sind als Polizeierlaubnisse an eine natürliche Person und an bestimmte Räume bzw. Standorte gebunden. Sie können mit Bedingungen und Auflagen verbunden werden.
Art. ikel 5 Inhalt des Patents oder der Bewilligung {#art_ikel5 omnilex-key=ch-lexwork-ur--70.2111--ikel 5}
Das Patent und die Bewilligung bezeichnen die im Einzelfall erlaubte gastgewerbliche Dienstleistung bzw. Veranstaltung.
Art. ikel 6 Voraussetzungen für das Patent und die Bewilligung {#art_ikel6 omnilex-key=ch-lexwork-ur--70.2111--ikel 6}
Die Bewilligung wird erteilt, wenn die gesuchstellende Person:
handlungsfähig ist
persönlich und in eigener Verantwortung für eine einwandfreie Betriebsführung Gewähr bietet
über die notwendigen Räume und Einrichtungen verfügt, die den bau-, gesundheits-, feuer- und verkehrspolizeilichen Anforderungen genügen
Gewähr bietet, dass vom Betrieb keine für die Nachbarschaft unzumutbaren Einwirkungen ausgehen
Für das Patent hat die gesuchstellende Person zusätzlich nachzuweisen, dass:
sie einen guten Leumund hat und den Betrieb persönlich und in eigener Verantwortung führt. Der gleichen Person darf für die gleiche Betriebszeit nur ein Patent erteilt werden
sie nicht fruchtlos gepfändet oder über sie nicht der Konkurs eröffnet ist
Gesuche um ein Patent sind zwei Monate vor der Betriebseröffnung oder ‑übernahme, Gesuche um eine Bewilligung zehn Tage vor der Veranstaltung schriftlich der zuständigen Direktion einzureichen.
wenn das Verfügungsrecht über die zur Ausübung benutzten Räume untergeht oder wenn diese Räume für ihren Zweck unbrauchbar geworden sind
wenn die Dauer der Bewilligung oder des Patents abgelaufen ist
Erlischt ein Patent und ergibt sich daraus für die Weiterführung des Betriebs eine besondere Härte, darf der Betrieb als Übergangslösung längstens während sechs Monaten weiterbetrieben werden. Der zuständigen Direktion ist unverzüglich eine verantwortliche Person zu bezeichnen.
Das Patent oder die Bewilligung wird entzogen, wenn:
die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind
die Patent- oder Bewilligungsabgabe nicht innert der gesetzten Frist bezahlt wird
wiederholt gegen die gastgewerbepolizeilichen Bestimmungen verstossen wird
In leichten Fällen kann die zuständige Direktion eine Verwarnung aussprechen. Diese kann sie mit Auflagen und Bedingungen verbinden.
4 Gastgewerbepolizeiliche Bestimmungen
Art. ikel 9 Sorge für Ruhe und Ordnung, Gästekontrolle {#art_ikel9 omnilex-key=ch-lexwork-ur--70.2111--ikel 9}
Die verantwortliche Person hat persönlich dafür zu sorgen, dass in ihrem Betriebsbereich bzw. während des Anlasses, den sie veranstaltet, Ruhe, Ordnung, Sicherheit, Anstand und Sitte bewahrt werden.
Wer einen Beherbergungsbetrieb führt, hat zuhanden der Kantonspolizei eine Gästekontrolle zu führen, in die sich der Gast bei Ankunft einzutragen hat. Die verantwortliche Person hat sicherzustellen, dass der Eintrag mit einem Ausweispapier des Gastes überprüft wird.
In allen Gastgewerbebetrieben und bei allen Veranstaltungen, bei denen alkoholische Getränke ausgeschenkt werden, ist auch eine Auswahl der gebräuchlichsten alkoholfreien Getränke anzubieten.
Dabei ist eine Auswahl alkoholfreier Getränke preisgünstiger anzubieten als das billigste alkoholhaltige Getränk in der gleichen Menge.
Art. ikel 12 Verbot der Abgabe von alkoholischen Getränken {#art_ikel1 omnilex-key=ch-lexwork-ur--70.2111--ikel 12}
Alkoholische Getränke dürfen nicht abgegeben werden an:
offensichtlich Betrunkene
Jugendliche unter 16 Jahren
Jugendliche unter 18 Jahren, wenn es sich um gebrannte Wasser handelt
Bei Mischgetränken richtet sich die Abgabe nach den Bestimmungen der Eidgenössischen Alkoholverwaltung.
Art. ikel 13 Öffentliche Tanzanlässe und Dauerdarbietungen {#art_ikel1 omnilex-key=ch-lexwork-ur--70.2111--ikel 13}
Öffentliche Tanzanlässe und Dauerdarbietungen nach Artikel 3 Buchstabe d sind verboten:
Jugendlichen unter 18 Jahren ist der Zutritt zu Dauerdarbietungen nach Artikel 3 Buchstabe d verboten. Für ausschliessliche Tanzbetriebe gilt Absatz 2.
Jugendliche unter 16 Jahren, die nicht von den Eltern oder deren Vertreterinnen oder Vertreter begleitet sind, dürfen sich nach 24:00 Uhr nicht mehr in den Gastwirtschaften aufhalten oder an Veranstaltungen nach diesem Gesetz teilnehmen.
Kinder unter 12 Jahren dürfen sich nach 20:00 Uhr nur in Begleitung von Erwachsenen oder mit Bewilligung der Eltern in Gastwirtschaften aufhalten oder an Veranstaltungen nach diesem Gesetz teilnehmen.
Die zuständige Direktion kann weitere betriebs- und anlassbezogene Auflagen im Dienste des Jugendschutzes erlassen.
Alkoholische Getränke, welche in Ladenlokalen verkauft werden, dürfen nicht ohne Bewilligung zur Konsumation im Lokal oder in dessen unmittelbaren Umgebung abgegeben werden.
Artikel 12 ist anzuwenden.
Alkoholische Getränke dürfen nicht in Automaten verkauft werden.
Die zuständige Direktion vollzieht dieses Gesetz, soweit dieses nichts anderes bestimmt.
Namentlich hat sie alle Patente und Bewilligungen zu erteilen und gegebenenfalls zu entziehen. Vor der Erteilung und dem Entzug des Patents ist der Gemeinderat am Ort des Betriebes anzuhören.
Wer ein Patent oder eine Bewilligung nach diesem Gesetz erhält, hat hiefür eine Abgabe zu bezahlen. Für Dauerbetriebe ist die Abgabe jährlich geschuldet.
Die Höhe der Abgabe bemisst sich nach der Art des Betriebes bzw. der Veranstaltung. Sie beträgt jährlich bzw. im Einzelfall 50 Franken bis 2'000 Franken. Der Regierungsrat kann die Höchstansätze der Teuerung anpassen.
Wiederkehrende Abgaben können jährlich den veränderten Umständen, namentlich der Teuerung, angepasst werden.
Der Regierungsrat erlässt dazu ein Reglement.
Neben den Patent- und Bewilligungsabgaben sind die Gebühren nach der kantonalen Gebührenverordnung (RB 3.2512) geschuldet.
Art. ikel 21 Fälligkeit und Verteilung {#art_ikel2 omnilex-key=ch-lexwork-ur--70.2111--ikel 21}
Die Patent- und Bewilligungsabgaben sind grundsätzlich zum Voraus zu entrichten. Das Nähere ordnet der Regierungsrat in einem Reglement.
Die Abgaben werden durch die zuständige Direktion veranlagt und eingezogen.
Ein Drittel der Patent- und Bewilligungsabgaben ist der Standortgemeinde zu überweisen. Die restlichen Patent- und Bewilligungsabgaben verbleiben dem Kanton, der sie für die Tourismusförderung verwendet.
Der Gastgewerbefonds dient dem Ziel, die Qualität des urnerischen Gastgewerbes zu heben.
Zu diesem Zweck, namentlich um die Ausbildung zu fördern und weitere Bedürfnisse im Dienste des Urner Gastgewerbes zu befriedigen, wird er mit Inkrafttreten dieses Gesetzes dem Urner Wirteverband überlassen.