(Verkehrsgesetz)
Vom 22.09.1996 (Stand 01.01.2008)
1 Allgemeine Bestimmungen
Art. ikel 1 Zweck, Ziel {#art_ikel1 omnilex-key=ch-lexwork-ur--50.5111--ikel 1}
Das Gesetz bezweckt, den öffentlichen Verkehr im Rahmen einer ganzheitlichen Verkehrspolitik zu fördern.
Ziel des Gesetzes ist es namentlich:
im Interesse einer vernünftigen Siedlungspolitik, einer volkswirtschaftlich angemessenen Entwicklung und einer guten Erschliessung eine Grundversorgung des ganzen Kantons zu schaffen und zu erhalten
den individuellen Personenverkehr und den Güterverkehr auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu verlagern
Der Kanton und die Gemeinden fördern den öffentlichen Verkehr, um das Ziel des Gesetzes zu erreichen. Sie erarbeiten gemeinsam eine ganzheitliche Verkehrsplanung.
Neben den Beiträgen und Abgeltungen nach diesem Gesetz können sie weitere Förderungsmassnahmen treffen. Namentlich können sie:
sich an Tarif- und Verkehrsverbunden beteiligen und diesen Beiträge gewähren
sich an Transportunternehmungen beteiligen, die im öffentlichen Regional- und Agglomerationsverkehr tätig sind
Beiträge gewähren an Infrastrukturanlagen des öffentlichen Güterverkehrs
Soweit dieses Gesetz nicht etwas anderes bestimmt, richtet sich die Finanzierung der Förderungsmassnahmen des Kantons nach den ordentlichen Finanzkompetenzen der Kantonsverfassung.
Art. ikel 3 Art und Form der finanziellen Leistungen {#art_ikel3 omnilex-key=ch-lexwork-ur--50.5111--ikel 3}
Der Kanton und die Gemeinden leisten Investitionsbeiträge und Abgeltungen nach Massgabe dieses Gesetzes.
Die Investitionsbeiträge werden als Finanzhilfen, Darlehen oder in Form von Kapitalbeteiligung geleistet. Sie können mit Bedingungen und Auflagen verknüpft werden.
Mit Abgeltungen gleichen der Kanton und die Gemeinden die laut Planrechnung ungedeckten Kosten der bestellten Angebote aus.
Der Regierungsrat kann Investitionshilfen und Abgeltungen im Rahmen von Programmvereinbarungen gewähren.
Als Transportunternehmung des öffentlichen Verkehrs im Sinne dieses Gesetzes gelten:
die SBB, der Postautodienst und konzessionierte Transportunternehmungen, die der Bund im Interesse des öffentlichen Regionalverkehrs unterstützt
andere konzessionierte Transportunternehmungen, die für den Verkehr des Kantons oder einer Region von erheblicher Bedeutung sind
2 Investitionsbeiträge
Art. ikel 5 Investitionsbeiträge mit Bundeshilfe {#art_ikel5 omnilex-key=ch-lexwork-ur--50.5111--ikel 5}
Der Kanton kann Investitionsbeiträge leisten:
für technische Verbesserungen im Sinn von Artikel 56 und 95 EBG
für die Umstellung des Betriebs im Sinn von Artikel 57 EBG
Die Höhe solcher Investitionsbeiträge richtet sich nach Artikel 60 und 61 EBG.
Der Landrat befindet abschliessend über solche Investitionsbeiträge des Kantons.
Art. ikel 6 Investitionsbeiträge ohne Bundeshilfe {#art_ikel6 omnilex-key=ch-lexwork-ur--50.5111--ikel 6}
Der Kanton und die Gemeinden können einer Transportunternehmung des öffentlichen Verkehrs auch ohne Bundeshilfe Investitionsbeiträge leisten, wenn die vorgesehene Investition dieser Unternehmung für den Kanton oder die Region von erheblicher Bedeutung ist.
Der Investitionsbeitrag des Kantons bedingt einen Gemeindebeitrag, der den finanziellen Ressourcen und dem Nutzen dieser Gemeinde angemessen ist.
Sind mehrere Gemeinden an der unterstützten Transportunternehmung direkt interessiert, gelten diese Grundsätze für alle beteiligten Gemeinden.
Im Rahmen der vom Landrat bewilligten Kredite sichert der Regierungsrat die Investitionsbeiträge des Kantons zu.
Investitionsbeiträge des Kantons können mit der Verpflichtung der begünstigten Transportunternehmung verbunden werden, sich zu tariflicher Zusammenarbeit zusammenzuschliessen.
Bedient eine Transportunternehmung nicht nur das Gebiet des Kantons Uri, wird der Investitionsbeitrag mit der Bedingung verknüpft, dass sich die mitbedienten Kantone ebenfalls anteilmässig beteiligen.
Der Kanton und der Bund schliessen mit den Transportunternehmungen Angebotsvereinbarungen ab.
Diese Vereinbarungen bezeichnen die bestellten Leistungen, die die jeweilige Transportunternehmung im öffentlichen Regionalverkehr zu erbringen hat, und die Abgeltung, die Bund und Kanton hiefür leisten.
Im Einvernehmen mit den direkt interessierten Gemeinden schliesst der Regierungsrat mit Transportunternehmungen Angebotsvereinbarungen für den Kanton ab. Er ist zuständig, die damit verbundenen Kantonsausgaben zu beschliessen. Die Bestimmungen über die Programmvereinbarungen sind anzuwenden.
Bei der Bestellung des Leistungsangebots sind zu berücksichtigen:
die Funktion der Linie, das Erschliessungspotential und die Siedlungsstruktur
die tatsächliche Benutzung der bestehenden Linie
die Wirtschaftlichkeit
die nachhaltige Wirkung auf die Umwelt
Der Regierungsrat hört vor der Bestellung weitere interessierte Kreise an.
Art. ikel 9 Abgeltung der ungedeckten Kosten {#art_ikel9 omnilex-key=ch-lexwork-ur--50.5111--ikel 9}
Für bestellte Angebote leistet der Kanton den Transportunternehmungen im Rahmen der Angebotsvereinbarungen Abgeltungen.
Die Abgeltungen entsprechen den ungedeckten Kosten für Betriebsleistungen aus dem bestellten Verkehrsangebot.
Art. ikel 10 Beteiligung der Gemeinden: Grundsatz {#art_ikel1 omnilex-key=ch-lexwork-ur--50.5111--ikel 10}
Die direkt interessierten Gemeinden beteiligen sich an den Abgeltungen, die der Kanton nach Artikel 9 leistet. Der Landrat bestimmt die Höhe des Gemeindeanteils in einer Verordnung.
Die Aufteilung des Gemeindeanteils auf die einzelnen Gemeinden richtet sich nach dem Nutzen und dem Interesse der betroffenen Gemeinde an der bestellten Leistung. Er bemisst sich namentlich nach folgenden Kriterien:
Einwohnerzahl
Haltestellen
Arbeitsplätze
Der Landrat regelt das Nähere in einer Verordnung.
Art. ikel 11 Beteiligung der Gemeinden: Verfahren {#art_ikel1 omnilex-key=ch-lexwork-ur--50.5111--ikel 11}
Der Kanton bevorschusst den Anteil der Gemeinde.
Der Regierungsrat bezeichnet die direkt interessierten Gemeinden und setzt deren Anteile fest. Sein Entscheid ist endgültig.
Im Einvernehmen mit den direkt interessierten Gemeinden kann der Kanton auch ohne Bundeshilfe mit Transportunternehmungen Angebotsvereinbarungen treffen, soweit das bestellte Angebot für den Kanton oder die Region von erheblicher Bedeutung ist.
Der Kanton übernimmt die eine, die direkt interessierten Gemeinden die andere Hälfte der ungedeckten Kosten für Betriebsleistungen aus dem bestellten Verkehrsangebot.
Im übrigen gelten die Bestimmungen für die Abgeltungen mit Bundeshilfe sinngemäss.