Die Verleihung der Rechte einer öffentlichen kirchlichen Korporation an eine religiöse Genossenschaft geschieht durch den Grossen Rat auf Antrag des Regierungsrates.
Art. 2
Eine solche Verleihung kann nur stattfinden solchen Genossenschaften gegenüber, welche:
eine Zugehörigkeit von mindestens 300 Seelen nachweisen
ihre Organisation vorlegen, aus welcher erhellt
dass dieselbe keinerlei Bestimmungen enthält, welche der staatlichen Gesetzgebung widersprechen oder den Interessen der Sittlichkeit und der öffentlichen Ordnung zuwiderlaufen
dass die dauernde Anstellung eines staatlich geprüften Geistlichen vorgesehen ist
dass der Geistliche durch die Kirchgemeinde gewählt wird
dass seine Amtsdauer acht Jahre beträgt
dass für die Bestreitung der kirchlichen Bedürfnisse gesorgt ist, sei es durch schon vorhandene oder erst zu bildende Fonds, oder aber durch Inanspruchnahme der Steuerkraft der Zugehörenden
Art. 3
Die öffentlichen kirchlichen Genossenschaften stehen immer unter der staatlichen Gesetzgebung und der Oberaufsicht des Regierungsrates (Art. 49–54 der Verfassung).
Es haben dieselben dem Regierungsrate alljährlich nach einheitlichem Formular Bericht zu erstatten.
Die Verleihung des öffentlichen rechtlichen Charakters an eine religiöse Genossenschaft schliesst die Verpflichtung zur staatlichen Unterstützung nicht in sich (Art. 52 der Verfassung).
Art. 4
Dieses Dekret tritt mit der Veröffentlichung in Kraft.
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