0.631.244.52Multilateral International Treaty20.11.1955
0.631.244.52
AS 1955 1005; BBl 1954 I 617
Übersetzung1
Abgeschlossen in Genf am 7. November 1952
Von der Bundesversammlung genehmigt am 6. Oktober 19542
Schweizerische Beitrittsurkunde hinterlegt am 4. Dezember 1954
In Kraft getreten für die Schweiz am 20. November 1955
(Stand am 16. Mai 2017)
Die dieses Abkommen unterzeichnenden Regierungen,
überzeugt, dass die Annahme einheitlicher Regeln über die Einfuhr von Mustern von Waren aller Art, Naturprodukten oder Industrie‑Erzeugnissen, und über die Einfuhr von Werbematerial die Ausdehnung des internationalen Handels fördern wird,
haben folgendes vereinbart:
Im vorliegenden Abkommen bedeutet:
Dabei sind gleiche Artikel ausgeschlossen, die von derselben Person in solchen Mengen eingeführt oder an denselben Empfänger spediert werden, dass sie in ihrer Gesamtheit nach normalem Handelsgebrauch nicht mehr als Muster bezeichnet werden können. 2. Die einfuhrzollpflichtigen Muster, die von im Gebiete irgendeiner Vertragspartei ansässigen Personen mit oder ohne Zutun eines Handelsreisenden aus dem Gebiete einer Vertragspartei eingeführt werden, werden im Gebiete jeder Vertragspartei zur vorübergehenden Einfuhr zollfrei zugelassen, wenn der Betrag des Einfuhrzolles und alle übrigen gegebenenfalls zu erhebenden Beträge hinterlegt oder ihre etwaige Zahlung durch Bürgschaftsverpflichtung sichergestellt wird. Die hinterlegten Beträge (mit Ausnahme der gemäss Artikel VI dieses Abkommens möglicherweise zu erhebenden) dürfen jedoch den um zehn Prozent erhöhten Betrag des Einfuhrzolles nicht überschreiten. 3. Um in den Genuss der in diesem Artikel vorgesehenen Erleichterungen zu kommen, müssen die in Betracht kommenden Personen sich den von den Behörden des Einfuhrlandes in diesem Zusammenhang erlassenen Gesetzen und Reglementen und den in diesem Gebiete zu Recht bestehenden Zollformalitäten unterziehen. Was Industrie‑ und Landwirtschaftsmaterial und Transportfahrzeuge anbetrifft, deren Verzollungswert 1000 USA‑Dollar (oder den Gegenwert in anderer Währung) übersteigt, können die Importeure zur Angabe des Bestimmungsortes dieses Materials bzw. dieser Fahrzeuge verpflichtet werden; sie können von den Zollbehörden des Einfuhrlandes überdies ersucht werden, jederzeit nachzuweisen, dass sich dieses Material bzw. diese Fahrzeuge am angegebenen Orte befinden. Die Zollbehörden des Einfuhrlandes können während der für die vorübergehende zollfreie Einfuhr festgesetzten Frist dieses Material bzw. diese Fahrzeuge plombieren oder sie auf andere Weise am Funktionieren hindern und die Orte begrenzen, wo sie zwecks Vorführung funktionieren dürfen. 4. Im allgemeinen werden die Zollbehörden des Einfuhrlandes die von den Zollbehörden einer Vertragspartei zwecks späterer Wiedererkennung der Muster daran angebrachten Kennzeichen als genügend betrachten, wenn diese Muster von einer beschreibenden Aufstellung begleitet sind, die von den Zollbehörden jener Vertragspartei beglaubigt ist. Zusätzliche Kennzeichen sind an den Mustern nur dann anzubringen, wenn die Zollbehörden des Einfuhrlandes dies zur Wiedererkennung der Muster bei ihrer Wiederausfuhr als notwendig erachten. Durch die an den Mustern angebrachten Kennzeichen dürfen die Muster nicht unbrauchbar werden. 5. Die für die Wiederausfuhr der nach diesem Artikel einfuhrzollfreien Muster angesetzte Frist darf nicht kürzer als sechs Monate sein. Nach Ablauf der zur Wiederausfuhr eingeräumten Frist können der Einfuhrzoll und die anderen möglicherweise geschuldeten Beträge auf den nicht wieder ausgeführten Mustern erhoben werden. Desgleichen können sie ohne Rücksicht auf den Ablauf dieser Frist auf Mustern erhoben werden, die den im Abschnitt 1 dieses Artikels festgesetzten Bedingungen nicht mehr genügen. 6. Bei der fristgemässen Wiederausfuhr der Muster, welche auf Grund der in diesem Artikel gestellten Bedingungen eingeführt wurden, sind die bei ihrer Einfuhr gemäss Abschnitt 2 dieses Artikels hinterlegten Beträge und bestellten Sicherheiten von einem dazu ermächtigten Zollamt an der Grenze oder im Innern des Gebietes unverzüglich zurückzuerstatten, gegebenenfalls unter Abzug des Zolles und anderer Beträge für nicht zur Wiederausfuhr deklarierte Muster. Unter gewissen besonderen Umständen können die Hinterlagen auf andere Weise zurückerstattet werden, wenn diese Rückerstattung rasch erfolgt. Jede Vertragspartei hat eine Liste der hiezu ermächtigten Zollämter zu veröffentlichen.
wenn diese Drucksachen aus dem Gebiete irgendeiner Vertragspartei eingeführt werden und unter der Bedingung, dass jede Sendung
(i) nur aus einer Drucksache besteht, oder, (ii) wenn sie aus mehreren Drucksachen besteht, von jeder nur ein Exemplar enthält, oder (iii) ohne Rücksicht auf die Zahl der Drucksachen und Exemplare brutto nicht mehr als ein Kilogramm wiegt.
Die gleichzeitige Spedition von mehreren Paketen an verschiedene Empfänger im Einfuhrgebiete gilt nicht als Grund zur Verweigerung der Zollfreiheit für diese Pakete, wenn jeder Empfänger nur ein Paket erhält. 2. Ungeachtet der in Abschnitt 1 dieses Artikels enthaltenen Bestimmungen ist eine Vertragspartei nicht verpflichtet, auf ihrem Gebiete Einfuhrzollfreiheit zu gewähren für
Unter den in Artikel III dieses Abkommens festgelegten Bedingungen gewährt jede Vertragspartei für positive kinematographische Werbefilme von höchstens 16 mm Breite die in diesem Artikel genannten Erleichterungen, wenn den Zollbehörden hinlänglich nachgewiesen ist, dass es sich bei den Filmen im wesentlichen um Reproduktionen von Photographien (mit oder ohne Tonband) handelt, in denen die Natur oder das Funktionieren von Erzeugnissen oder Stoffen dargestellt ist, deren Eigenschaften sich anhand von Mustern oder Katalogen nicht in geeigneter Weise zeigen lassen, vorausgesetzt, dass diese Filme
vorausgesetzt, dass die Einfuhr dieser Waren keine andere Zahlung zur Folge hat als für Fracht, Versicherung und für Dienste, welche im Einfuhrgebiete von einer in diesem Gebiete ansässigen Person geleistet wurden. 2. Für Waren, welche kraft der in Artikel III oder V dieses Abkommens enthaltenen Bestimmungen im Genusse der vorübergehenden zollfreien Einfuhr stehen (oder ständen, wenn es sich um zollpflichtige Waren handeln würde), gelangt die Aufhebung der Einfuhrverbote oder ‑beschränkungen nur für die Zeit zur Anwendung, während welcher die vorübergehende zollfreie Einfuhr gestattet ist (oder gestattet wäre, wenn es sich um zollpflichtige Waren handeln würde). Werden diese Waren während der Zeit, da die Anwendung der Verbote und Beschränkungen kraft Abschnitt 1 dieses Artikels aufgehoben ist, nicht wieder ausgeführt, so können die Behörden des Einfuhrlandes die Massnahmen treffen, welche angewandt worden wären, wenn die Einfuhrverbote und Beschränkungen nicht aufgehoben worden wären. Zu diesem Zwecke können die Behörden des Einfuhrgebietes geeignete Sicherheiten verlangen, wie z. B. die Stellung einer besonderen, von der zur Sicherstellung der Bezahlung des Einfuhrzolles verschiedenen Bürgschaft. 3. Die Bestimmungen dieses Abkommens hindern die Vertragsparteien nicht, Einfuhrverbote oder ‑beschränkungen anzuwenden, welche
Nachdem fünfzehn der im Artikel IX genannten Regierungen ihre Ratifikations‑, Annahme‑ oder Beitritts‑Urkunden hinterlegt haben, tritt dieses Abkommen für diese fünfzehn Regierungen am dreissigsten auf die Hinterlage der fünfzehnten Ratifikations‑, Annahme- oder Beitritts‑Urkunde folgenden Tage in Kraft. Für jede andere Regierung tritt sie am dreissigsten auf die Hinterlage ihrer Ratifikations‑, Annahme‑ oder Beitritts‑Urkunde folgenden Tage in Kraft.
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen gibt allen Signatar‑ und beitretenden Staaten sowie den übrigen darum ersuchenden Staaten von Unterzeichnung, Ratifikation und Annahme dieses Abkommens und von den Beitritten Kenntnis; er teilt ihnen auch das Datum mit, an dem das Abkommen in Kraft tritt und gibt ihnen von den Mitteilungen Kenntnis, die er kraft Artikel XII und XIIIerhält.
Zu Urkund dessen haben die unterzeichneten Bevollmächtigten das vorliegende Abkommen unterzeichnet.Geschehen in Genf, den siebten November tausendneunhundertzweiundfünfzig, in französischer und englischer Sprache, wobei beide Texte gleicherweise gültig sind, in einer einzigen Ausfertigung, verwahrt in den Archiven der Vereinten Nationen. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen wird allen Signatarstaaten und Beitretenden beglaubigte Abschriften dieses Abkommens übermitteln.(Es folgen die Unterschriften)
| Vertragsstaaten | Ratifikation Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N) | Inkrafttreten | ||
|---|---|---|---|---|
| Ägypten | 29. September | 1955 B | 20. November | 1955 |
| Australien | 6. Januar | 1956 B | 5. Februar | 1956 |
| Belgien | 28. August | 1957 | 27. September | 1957 |
| Bosnien und Herzegowina | 12. Januar | 1994 N | 6. März | 1992 |
| China-Hongkonga | 6. Juni | 1997 | 1. Juli | 1997 |
| Dänemark | 5. Oktober | 1955 B | 20. November | 1955 |
| Deutschland* | 2. September | 1955 | 20. November | 1955 |
| Fidschi | 31. Oktober | 1972 N | 10. Oktober | 1970 |
| Finnland | 27. Mai | 1954 B | 20. November | 1955 |
| Frankreich | 7. Februar | 1964 B | 8. März | 1964 |
| Ghana | 7. April | 1958 N | 5. März | 1957 |
| Griechenland | 10. Februar | 1955 | 20. November | 1955 |
| Guinea | 8. Mai | 1962 B | 7. Juni | 1962 |
| Haiti | 12. Februar | 1958 B | 14. März | 1958 |
| Indien* | 3. August | 1954 B | 20. November | 1955 |
| Indonesien | 21. April | 1954 B | 20. November | 1955 |
| Iran | 11. Juni | 1970 B | 11. Juli | 1970 |
| Irland | 23. April | 1959 B | 23. Mai | 1959 |
| Island | 28. April | 1977 B | 28. Mai | 1977 |
| Israel | 8. Oktober | 1957 B | 7. November | 1957 |
| Italien | 20. Februar | 1958 B | 22. März | 1958 |
| Jamaika | 11. November | 1963 N | 6. August | 1962 |
| Japan | 2. August | 1955 B | 20. November | 1955 |
| Kanada | 12. Juni | 1974 B | 12. Juli | 1974 |
| Kenia | 3. September | 1965 B | 3. Oktober | 1965 |
| Kongo (Kinshasa) | 31. Mai | 1962 N | 30. Juni | 1960 |
| Korea (Süd-) | 12. Juni | 1978 B | 12. Juli | 1978 |
| Kroatien | 31. August | 1994 N | 8. Oktober | 1991 |
| Kuba* | 26. April | 1976 B | 26. Mai | 1976 |
| Liberia | 16. September | 2005 B | 16. Oktober | 2005 |
| Luxemburg | 9. September | 1957 B | 9. Oktober | 1957 |
| Malaysia | 21. August | 1958 N | 31. August | 1957 |
| Malta* | 27. Juni | 1968 N | 21. September | 1964 |
| Mauritius | 18. Juli | 1969 N | 12. März | 1968 |
| Mexiko* | 7. November | 2000 B | 7. Dezember | 2000 |
| Montenegro | 23. Oktober | 2006 N | 3. Juni | 2006 |
| Neuseeland | 19. April | 1957 B | 19. Mai | 1957 |
| Cook-Inseln | 19. April | 1957 B | 19. Mai | 1957 |
| Niue | 19. April | 1957 B | 19. Mai | 1957 |
| Tokelau | 19. April | 1957 B | 19. Mai | 1957 |
| Niederlande | 3. Mai | 1955 B | 20. November | 1955 |
| Aruba | 24. Dezember | 1985 B | 1. Januar | 1986 |
| Curaçao | 3. Mai | 1955 B | 20. November | 1955 |
| Karibische Gebiete (Bonaire, Sint Eustatius und Saba) | 3. Mai | 1955 B | 20. November | 1955 |
| Sint Maarten | 3. Mai | 1955 B | 20. November | 1955 |
| Nigeria | 26. Juni | 1961 N | 1. Oktober | 1960 |
| Norwegen | 2. November | 1954 B | 20. November | 1955 |
| Österreich | 8. Juni | 1956 B | 8. Juli | 1956 |
| Pakistan | 12. Oktober | 1953 B | 20. November | 1955 |
| Polen | 18. Februar | 1960 B | 19. März | 1960 |
| Portugal | 24. September | 1956 B | 24. Oktober | 1956 |
| Ruanda | 1. Dezember | 1964 N | 1. Juli | 1962 |
| Rumänien* | 15. November | 1968 B | 15. Dezember | 1968 |
| Schweden | 23. Februar | 1955 | 20. November | 1955 |
| Schweiz* | 4. Dezember | 1954 B | 20. November | 1955 |
| Serbien | 12. März | 2001 N | 27. April | 1992 |
| Sierra Leone | 13. März | 1962 N | 27. April | 1961 |
| Singapur | 7. Juni | 1966 N | 9. August | 1965 |
| Slowakei | 28. Mai | 1993 N | 1. Januar | 1993 |
| Slowenien | 3. November | 1992 N | 25. Juni | 1991 |
| Spanien | 9. September | 1954 B | 20. November | 1955 |
| Sri Lanka | 28. Oktober | 1959 B | 27. November | 1959 |
| Tansania* | 28. November | 1962 B | 28. Dezember | 1962 |
| Thailand | 30. November | 1994 B | 30. Dezember | 1994 |
| Tonga | 11. November | 1977 N | 4. Juni | 1970 |
| Trinidad und Tobago* | 11. April | 1966 N | 31. August | 1962 |
| Tschechische Republik | 2. Juni | 1993 N | 1. Januar | 1993 |
| Türkei | 8. Dezember | 1956 B | 7. Januar | 1957 |
| Uganda* | 15. April | 1965 B | 15. Mai | 1965 |
| Ungarn | 3. Juni | 1957 B | 3. Juli | 1957 |
| Vereinigte Staaten | 17. September | 1957 | 17. Oktober | 1957 |
| Vereinigtes Königreich | 21. Oktober | 1955 | 20. November | 1955 |
| Anguilla | 5. Februar | 1957 B | 7. März | 1957 |
| Britische Jungferninseln | 5. Februar | 1957 B | 7. März | 1957 |
| Falklandinseln | 5. Februar | 1957 B | 7. März | 1957 |
| Gibraltar | 5. Februar | 1957 B | 7. März | 1957 |
| Insel Man | 21. Oktober | 1955 B | 20. November | 1955 |
| St. Helena | 5. Februar | 1957 B | 7. März | 1957 |
| Zypern | 16. Mai | 1963 N | 16. August | 1960 |
| * Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht, mit Ausnahme jener der Schweiz. Die französischen und englischen Texte können auf der Internetseite der Vereinten Nationen: http://untreaty.un.org/ eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern bezogen werden. | ||||
| a Bis zum 30. Juni 1997 war das Übereinkommen auf Grund einer Ausdehnungserklärung des Vereinigten Königreichs in Hongkong anwendbar. Seit dem 1. Juli 1997 bildet Hongkong eine besondere Verwaltungsregion (SAR) der Volksrepublik China. Auf Grund der chinesischen Erklärung vom 6. Juni 1997 ist das Übereinkommen seit dem 1. Juli 1997 auch in der SAR Hongkong anwendbar | ||||
| Schweiz Das Abkommen erstreckt sich auch auf das Fürstentum Liechtenstein, solange dieses durch einen Zollanschlussvertrag4mit der Schweiz verbunden ist. |
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