Verordnung über die Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2006 und 2007

613.11Federal Council Ordinance01.01.2006

vom 9. November 2005 (Stand am 1. Januar 2006)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 2–4 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 19591
über den Finanzausgleich unter den Kantonen,

verordnet:

Art. 1 Masszahlen

Der Schlüssel für die Bemessung der Finanzkraft der Kantone besteht aus folgenden vier Masszahlen:

I. Volkseinkommen:Volkseinkommen der Kantone pro Kopf.
II. Steuerkraft:Mit dem Index der Gesamtsteuerbelastung gewichtete Steuereinnahmen der Kantone und Gemeinden pro Kopf.
III. Steuerbelastung:Index der Belastung durch sämtliche Kantons- und Gemeindesteuern mit Berücksichtigung der Erträge der Nebensteuern (Liegenschaftssteuern, Erbschafts- und Schenkungssteuern, Handänderungssteuern) und der teuerungsbedingten Veränderungen der Einkommen im umgekehrten Verhältnis (Umkehrung der Vorzeichen bei den Differenzen zum Landesmittel).
IV. Berggebiet:Mittel aus dem Prozentanteil der nicht im Berggebiet liegenden Kulturfläche an der gesamten Kulturfläche und der Einwohnerzahl je Quadratkilometer Gesamtfläche ohne Öd- und Unland, Seen und Flüsse; bei der Bevölkerungsdichte werden über dem Landesmittel liegende Indexzahlen auf 100 festgesetzt.
Art. 2 Statistische Unterlagen

Zur Ermittlung der einzelnen Masszahlen dienen die folgenden statistischen Unterlagen:

  1. die Volkseinkommen der Kantone 2002 und 2003 gemäss volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung;
  2. die Steuereinnahmen der Kantone und Gemeinden im Durchschnitt der Jahre 2002 und 2003 gemäss der Statistik «Öffentliche Finanzen der Schweiz», unter Berücksichtigung der Grenzgängerbesteuerung;
  3. die Steuerbelastung im Mittel der Jahre 2001–2004 gemäss der Steuerbelastungsstatistik;
  4. die Gesamtfläche ohne Öd- und Unland sowie ohne Seen und Flüsse gemäss der Arealstatistik der Schweiz;
  5. die Kulturfläche im Berggebiet gemäss Landwirtschaftszählung 2003;
  6. die Daten über die mittlere Wohnbevölkerung der Kantone des betreffenden Jahres.
Art. 3 Berechnungsmethode
  1. Jede Masszahl wird in eine Indexreihe umgerechnet, wobei das schweizerische Mittel auf 100 festgesetzt wird.
  2. Die Indexreihen werden so umgerechnet, dass die kleinste Zahl 70 beträgt. Dabei gilt folgende Formel:

(Index−100)30100−kleinsteZahl+100. 3. Aufgrund der vier Indexreihen wird das gewogene Mittel berechnet. Die Masszahlen 1 und 2 werden mit dem Faktor 1,5, die Masszahlen 3 und 4 mit dem Faktor 1 gewichtet. 4. Das gewogene Mittel wird mit einem Streckungsfaktor 2,7 aufgrund folgender Formel auf den Index der Finanzkraft umgerechnet:

Index der Finanzkraft = 100 + [(gewogenes Mittel – 100) × 2,7]. 5. Der Streckungsfaktor 2,7 bleibt über die nachfolgenden Finanzkraftperioden hin konstant, sofern weder an den Masszahlen noch an deren Gewichtung Änderungen vorgenommen werden. 6. Der Index der Finanzkraft beträgt im Minimum 30.

Art. 4 Indexzahlen

Gestützt auf die Artikel 1–3 ergeben sich gemäss der Tabelle im Anhang für die Finanzkraft der einzelnen Kantone folgende Indexzahlen:

Zug224Glarus77
Basel-Stadt173Solothurn76
Genf152Bern68
Zürich147Luzern64
Nidwalden128Neuenburg63
Schwyz110Appenzell A.Rh.61
Basel-Landschaft109Appenzell I.Rh.61
Aargau108Graubünden58
Waadt99Freiburg47
Schaffhausen94Uri40
Tessin88Jura38
Thurgau86Wallis32
St. Gallen79Obwalden30
Art. 5 Einteilung der Kantone in Gruppen

In Anwendung von Artikel 4 der Verordnung vom 21. Dezember 19732über die Abstufung der Bundesbeiträge nach der Finanzkraft der Kantone ergibt sich aufgrund der Indexzahlen folgende Einteilung der Kantone nach ihrer Finanzkraft in drei Gruppen:

Finanzstarke Kantone:Zug, Basel-Stadt, Genf, Zürich, Nidwalden (5)
Mittelstarke Kantone:Schwyz, Basel-Landschaft, Aargau, Waadt,
Schaffhausen, Tessin, Thurgau, St. Gallen, Glarus, Solothurn, Bern, Luzern, Neuenburg, Appenzell A.Rh., Appenzell I.Rh. (15)
Finanzschwache Kantone:Graubünden, Freiburg, Uri, Jura, Wallis, Obwalden (6)
Art. 6 Übergangsbestimmungen
  1. Bei Finanzhilfen und Abgeltungen sind für die Anwendung der Finanzkraft die Bestimmungen des Subventionsgesetzes vom 5. Oktober 19903und Spezialgesetzgebung massgebend.
  2. Die Bestimmungen dieser Verordnung finden erstmals Anwendung für die Verteilung der Kantonsanteile an Bundeseinnahmen des Jahres 2006.
  3. Die Bestimmungen dieser Verordnung gelten erstmals für die Berechnung der Beiträge der Kantone an die Alters- und Hinterlassenenversicherung sowie an die Invalidenversicherung des Jahres 2006.
Art. 7 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2006 in Kraft.

(Art. 4)

Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2006 und 2007 (Art. 4)

KantoneMasszahl 1
Volkseinkommen 2002/03
kl. Zahl 70
Gewicht 1,5
Masszahl 2
Steuerkraft 2002/03
kl. Zahl 70
Gewicht 1,5
Masszahl 3
Steuerbelastung 2001–04
kl. Zahl 70
Gewicht 1
Masszahl 4
Berggebiet
kl. Zahl 70
Gewicht 1
Gewogenes MittelGesamtindex
nach Umrechnung des
gewogenen Mittels
mit Streckungsfaktor 2,7
Zürich129.50117.12107.98109.21117.42147
Bern84.5187.1989.9693.7588.2568
Luzern82.0183.2983.31102.1986.6964
Uri89.9270.0075.8073.0177.7440
Schwyz98.11102.97130.8686.10103.72110
Obwalden70.0070.6770.0076.7771.5530
Nidwalden120.60110.81121.2383.48110.36128
Glarus117.7575.8690.0176.5891.4077
Zug170.04158.22139.6796.67145.75224
Freiburg75.1978.7472.6997.5080.2247
Solothurn87.4085.9692.23103.6691.1976
Basel-Stadt176.11115.7986.84111.41127.22173
Basel-Landschaft103.51101.18104.37105.80103.44109
Schaffhausen103.9184.7594.34111.3697.7494
Appenzell A.Rh.85.4384.0592.6481.2585.6261
Appenzell I.Rh.83.3484.31105.6971.2585.6861
St. Gallen86.1390.7298.0098.6892.3979
Graubünden88.1188.8586.1470.0084.3158
Aargau96.4896.59114.65110.70102.99108
Thurgau85.5389.7999.71110.7294.6886
Tessin74.47109.62116.0585.3495.5188
Waadt99.9799.7892.03106.3299.5999
Wallis72.3273.9974.3881.0874.9932
Neuenburg86.9888.8979.6588.1586.3263
Genf112.27143.29101.51111.41119.25152
Jura70.7679.6275.0484.8177.0838
Schweiz100.00100.00100.00100.00100.00100

Footnotes

  1. SR 613.1

  2. SR 613.12

  3. SR 616.1