Lehrplan der Landwirtschaftlichen Fachschule, Fachrichtung Ländliche Hauswirtschaft
LGBL_VO_19890831_28Lehrplan der Landwirtschaftlichen Fachschule, Fachrichtung Ländliche HauswirtschaftGazette01.01.1900Originalquelle öffnen →
Datum der Kundmachung
31.08.1989
Fundstelle
LGBl. Nr. 28/1989 12. Stück
Bundesland
Vorarlberg
Kurztitel
Text
Verordnungder Landesregierung über den Lehrplan der Landwirtschaftlichen
Fachschule, Fachrichtung Ländliche Hauswirtschaft
Auf Grund der §§ 15 und 24 des Landwirtschaftlichen Schulgesetzes, LGBl. Nr. 14/1979, wird für die Landwirtschaftliche Fachschule, Fachrichtung Ländliche Hauswirtschaft, der in der Anlage enthaltene Lehrplan erlassen.
Lehrplan für die Landwirtschaftliche
Fachschule, Fachrichtung Ländliche Hauswirtschaft
Allgemeines Bildungsziel
Die Fachschule hat die Aufgabe,
Allgemeine didaktische Grundsätze
Handhabung des Lehrplanes
Innerhalb des vom Lehrplan gezogenen Rahmens ist die Auswahl und die zeitliche Verteilung des Lehrstoffes und die Entscheidung für ein bestimmtes Lehrverfahren den Lehrern anheimgestellt.
Zur Abstimmung der Unterrichtsarbeit und zur Sicherung einer sinnvollen Weiterführung des Unterrichtes bei einem Lehrerausfall während des Unterrichtsjahres hat in der Schule für jeden Unterrichtsgegenstand und jede Schulstufe eine ausführliche Lehrstoffverteilung aufzuliegen.
Eine derartige Lehrstoffverteilung umfaßt die Lehrstoffeinheiten, die entsprechenden Lernziele und die Angabe der jedenfalls erforderlichen Unterrichtsmittel.
Stundentafelfür die Landwirtschaftliche Fachschule,Fachrichtung Ländliche Hauswirtschaft
Pflichtgegenstände Wochenstunden in der Schulstufe
Religion 2 2
Deutsch und Schriftverkehr 2 2
Mathematik 2 1
Fremdsprache – Englisch 1 1
Landes- und Wirtschaftskunde 1 1
Politische Bildung und Rechtskunde 1 1
Leibesübungen 1 1
Musikerziehung 1 1
Lebenskunde 1 1
Gesundheitslehre und Chemie 1 1
Krankenpflege 0,5 0,5
Kinderpflege und Erziehungslehre 0,5 0,5
Haushaltskunde und Gästebeherbergung 1 2
Wäsche- und Bekleidungskunde 1 1
Ernährungslehre 1 1
Kochlehre und Vorratswirtschaft 1 1
Betriebswirtschaft und Buchführung 1 1
Landwirtschaft und Tierhaltung 1 1
Gartenbau und Blumenpflege 1 1
Praktischer Unterricht:
Praktische Hauswirtschaft und Servierkunde
Textilverarbeitung, Nähen, Handarbeiten
Kochen, Backen und Vorratshaltung
Gartenarbeit und Blumenpflege
Weben und Spinnen
Werken 20 20
Gesamtwochenstunden 41 41
Freigegenstände
Maschinschreiben 1 1
Instrumentalmusik 1 1
Melken (kursmäßig)
Unverbindliche Übungen
Musische Bildung 3 3
Servierpraktikum für jene Schüler, die eine Anrechnung der positiv absolvierten Fachschule auf die Lehrzeit im Lehrberuf Kellner anstreben:
insgesamt sechs Wochen im Service eines Gastgewerbebetriebes.
Bildungs- und Lehraufgaben sowie Lehrstoffder einzelnen Unterrichtsgegenstände
RELIGION
Der Lehrplan für den Religionsunterricht wird hinsichtlich des Lehrstoffes und seiner Aufteilung auf die einzelnen Schulstufen von der betreffenden Kirche oder Religionsgesellschaft erlassen. Er wird gesondert bekanntgemacht.
DEUTSCH UND SCHRIFTVERKEHR
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Schüler sollen befähigt werden, sich sprachlich klar und richtig auszudrücken und den privaten und beruflichen Schriftverkehr ordentlich und verständlich zu erledigen. Die Freude am Lesen guter Bücher und die Fähigkeit, den Gehalt eines Buches zu erfassen und für die Persönlichkeitsbildung wirksam werden zu lassen, sollen gefördert werden.
Lehrstoff Schulstufe
Rechtschreiben und Sprachlehre:
Festigung der Rechtschreibung und Zeichensetzung, Vervollkommnung des Stiles und der Grammatikkenntnisse, Erweiterung des Wortschatzes, richtiger Gebrauch
von Fachausdrücken, Fremdwörtern, Abkürzungen,
Verwendung von Nachschlagwerken + +
Schriftverkehr:
Formale und stilistische Gestaltung von Schriftstücken + -
Postabwicklung:
Eingang, Abfertigung, Gebühren + -
Erinnerungshilfen:
Terminkalender, Notizen, Checklisten, Tagebuch,
Ablage des Schriftgutes, Dokumente und ihre
Aufbewahrung, Abschriften und Beglaubigungen + -
Der persönliche Schriftverkehr:
Schriftverkehr zu verschiedenen Anlässen, Postkarte, Brief, Telegramm, Expreß- und Einschreibsendungen,
Flugpost, Stellenbewerbung, Lebenslauf + + Fragebogen, Erhebungen, Hauslisten - +
Der berufsbezogene Schriftverkehr:
Geschäftsbrief, Schriftverkehr mit Behörden, Berufsvertretungen und Versicherungen - + Ausbildungs- und Dienstzeugnisse, Arbeits- und Dienstbestätigungen - + Anzeigen und Meldungen an Behörden und Sozial-Versicherungsanstalten - +
Schriftverkehr in Rechts- und Wirtschaftsangelegenheiten:
Lehr- und Dienstvertrag, Kredite, Darlehen, Bürgschaft, Vollmacht, Kaufvertrag und Pachtvertrag - + Testament - +
Warenschriftverkehr:
Angebote, Bestellungen und Abbestellungen,
Versandpapiere für Post- und Bahnbeförderung,
Kaufabschlüsse - +
Ausstellung von Lieferscheinen und Warenrechnungen
bei Verkauf von Waren, Reklamationen - +
Zahlungsschriftverkehr:
Barzahlung, Erstellung von Belegen für den baren und
unbaren Geschäftsverkehr, Zahlungen über die Post,
Geld- und Kreditinstitute, Zahlung mit Scheck und Wechsel - +
Sprachpflege, Sprech- und Redeschulung:
Sprecherziehung + + Schulung der Sicherheit und Ausdrucksfähigkeit, Hebung der Sprechgewandtheit + +
Redeübungen (Nacherzählungen, Vorlesen von Texten, Berichte, Referate, Kurzvorträge):
Vorbereitung, Ablaufstufen, Auswertung + + Verschiedene Gesprächsarten - +
Lesen und Literaturpflege:
Anleiten zum sinnerfassenden Lesen von Zeitungen, Zeitschriften, Fachbüchern und Werken der Literatur + - Leseübungen unter Heranziehung von Beispielen aus
verschiedenen Literaturgattungen, Einführung in die Heimat- und Weltliteratur, Lesen mit verteilten
Rollen, Lesen in der Hochsprache und Mundart,
Mundartpflege - + Ausgewählte Theatertexte, Hörspiele und Fernsehübertragungen + + Hausbücherei und öffentliche Bücherei + +
Didaktische Grundsätze
Der Lehrer hat vor allem das geistige Niveau der Klasse und die Forderungen des täglichen Lebens zu beachten. Er soll bei jeder Gelegenheit und auch in anderen Unterrichtsgegenständen auf die Festigung der Rechtschreibung und auf die Pflege des guten Ausdrucks Wert legen. Im Zusammenhang mit den im Lehrstoff vorgesehenen einfachen Übungen im Schriftverkehr sind entsprechende Schriftstücke in einer Mappe zu sammeln, sodaß sie zusammen mit dem Lehrbuch im späteren Leben als Musterstücke dienen können.
Der Lehrer hat auch die Schülerbibliothek zur Hebung der individuellen Lesefreude zu verwenden sowie die Schüler auf öffentliche Bibliotheken zu verweisen. Er soll an Beispielen die Sinnlosigkeit und Leere minderwertiger Literatur aufzeigen und zu guter Literatur insbesondere auch heimischer Dichtung anregen. An gemeinsam besuchten Filmen oder Theaterstücken soll er Wert und Unwert des Gesehenen klar machen. Damit soll die kritische Einstellung der Schüler geweckt werden. Schulfunk und Fernsehen sind fallweise in den Unterricht einzubeziehen.
MATHEMATIK
Bildungs- und Lehraufgabe
Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Vorkenntnisse sollen die für den Beruf erforderlichen Rechenfertigkeiten geübt und vertieft werden. Es soll vor allem das logische Denken gefördert und das Interesse für die rechnerische Lösung von fachlichen Problemen geweckt werden. Die Schüler sollen befähigt werden, einfache Flächen und Körper zu berechnen sowie maßstabgerecht darzustellen.
Lehrstoff Schulstufe
Arithmetik:
Festigung der Grundrechnungsarten mit ganzen Zahlen, Dezimalzahlen und Brüchen + - Rechenvorteile + + Kopfrechnen + + Maße und Gewichte + - Einfache und zugesammengesetzte Schlußrechnungen,
Prozent-, Zinsen- und Zinseszinsrechnungen, Mischungs- und Teilungsrechnungen + +
Geometrie:
Flächenberechnungen: Quadrat, Rechteck, Dreieck,
Rhombus, Rhomboid, Trapez, Vieleck, Kreis + -
Körperberechnungen:
Würfel, Prisma, Zylinder, Pyramide, Kegel, Pyramiden- und Kegelstumpf + -
Fachrechnen:
Anwendung geeigneter Rechenoperationen zur Lösung von rechnerischen Problemen in den Fachgebieten der Hauswirtschaft und der Landwirtschaft einschließlich des Fremdenverkehrs am Bauernhof bei Beachtung
einfacher Rechenvorteile + + Grundbegriffe des kaufmännischen Rechnens - + Handhabung einfacher Taschenrechner - +
Didaktische Grundsätze
Der Unterricht im Rechnen hat seine Beispiele besonders aus dem Bereich der Haushaltsführung und der Landwirtschaft zu nehmen. In jeder Stunde ist das Kopfrechnen zu üben. Im schriftlichen Rechnen ist auf saubere und übersichtliche Form zu achten.
FREMDSPRACHE - ENGLISCH
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern sind im Hinblick auf die praktischen Erfordernisse des ländlichen Lebens jene Kenntnisse zu vermitteln, die sie befähigen sollen, Gehörtes und Geschriebenes zu verstehen und sich der Fremdsprache als Mittel zur ausreichenden Verständigung zu bedienen. Bei der Vermittlung des Wortschatzes und beim Einüben von Phrasen ist auf die Anforderungen des Fremdenverkehrs Bedacht zu nehmen.
Lehrstoff Schulstufe
Erweiterung des Wort- und Phrasenschatzes:
Auswahl aus dem täglichen Leben und dem Bereich
der Gästebeherbergung + +
Schulung des Gehörs und der Aussprache:
Vorlesen und Wiedergabe von Gelesenem mit dem Ziel
richtiger Aussprache und Tonführung + +
Englisch für den Fremdenverkehr:
Erteilung von Auskünften, Abfassen einfacher
Schriftstücke, Konversationsübungen, Einüben des Wortschatzes und von Phrasen im Gästeservice - + Benützung von Wörterbüchern + +
Didaktische Grundsätze
Im Unterricht sollen vor allem mündliche Übungen gemacht werden. Dies kann auch in Form von Rollenspielen erfolgen. Es sollen damit Hemmungen vor dem Sprechen abgebaut werden.
LEBENSKUNDE
Bildungs- und Lehraufgabe
Da die Schüler in einer entscheidenden Entwicklungsphase stehen, soll ihnen echte Lebenshilfe für ihre derzeitigen und späteren Probleme geboten werden. Die Schüler sollen befähigt werden, die rechte Wertordnung zu begreifen und ihr Leben daran zu orientieren. Die Kräfte des Guten, Wahren und Schönen sind zu aktivieren. Der Unterricht soll sich auf eine christliche Lebenshaltung ausrichten. Die Entfaltung der Persönlichkeit, wie Selbsterkenntnis, Selbsterziehung, Verantwortungsbewußtsein, Wahrhaftigkeit und Ordnungsliebe, ist zu fördern.
Lehrstoff Schulstufe
Benehmen und Anstand:
Sinn und Zweck der Anstandslehre + - Ordnung und Sauberkeit im persönlichen Lebensbereich + - Maßnahmen zur Hebung des Wohlbefindens und der Schönheit + + Grüßen, Vorstellen, Besuch, zu Besuch + - Verhalten in der Gemeinschaft Gleichaltriger in der Schule, im Internat, in der Familie, im Beruf + + Verhalten bei Veranstaltungen und Reisen + - Verhalten im Straßenverkehr + - Jugendgesetz + +
Lebensgrundlagen:
Sinn und Aufgabe des Lebens + - Einführung in die Charakterkunde + + Selbsterkenntnis, Selbstbildung + + Wissensaneignung und soziales Lernen - + Berufliche und persönliche Weiterbildung - + Arbeit-, Freizeitgestaltung + +
Weitergabe des Lebens:
Das andere Geschlecht, sexuelle Beziehungen,
Partnerwahl, Liebe, Schutz des Lebens, Ehrfurcht vor dem Leben + + Kameradschaft und Freundschaft + - Suchtgifte, Freiheit + +
Die Familie:
Ehe: Grundlagen des dauernden Zusammenlebens + - Familiengründung, Familienplanung - + Aufgabe und Stellung von Mann und Frau, Vater und Mutter + + Generationenfolge + +
Der Haushalt als Lebens- und Lernbereich - + Stellung und Leistungen der Frau im Haushalt - + Kultur in Familie, Haus und Hof + +
Der gesellschaftliche Raum:
Freiheit und Würde der Frau - + Partnerschaft - + Schul-, Dorf- und Berufsgemeinschaft, Nachbarschaftshilfe - + Interessens- und Ideengemeinschaften - +
Die Frau in der Gesellschaft von heute - + Aktuelle Fragen + +
Gedenktage, Feste und Feiern:
Anlässe, Inhalte, sinnvolle Gestaltung + +
Massenmedien:
Rundfunk, Fernsehen, Kino, Presse + +
Didaktische Grundsätze
Die Lebenskunde soll entscheidend mithelfen, den heranreifenden jungen Menschen den Übertritt in das Leben der Erwachsenen zu erleichtern. Im Unterricht soll dem Erleben und den Erfahrungen der Schüler Beachtung geschenkt werden, aktuelle Bezüge sind herzustellen. Der wirklichkeitsnahe, lebendige Unterricht weckt Interesse sowie Vertrauen und bringt Erfolg. Die Teilnahme an Exkursionen und Veranstaltungen kann vorgesehen werden. Die Reihung des Lehrstoffes kann geändert werden.
LANDESKUNDE
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern sollen die Kenntnisse der geographischen Merkmale und wirtschaftlichen Grundlagen sowie ein Überblick über die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse in Österreich und ganz besonders in Vorarlberg vermittelt werden. Schönheit und Reichtum der Heimat sind den Schülern bewußtzumachen. Die Zusammenhänge zwischen Brauchtum und Arbeitswelt sollen verstanden und daraus Folgerungen abgeleitet werden. Die Volkskultur und deren Pflege sollen der Jugend als ein notwendiger Bestandteil der Heimat bewußtgemacht werden. Das Selbstwertgefühl des bäuerlichen Menschen soll dadurch gestärkt werden.
Lehrstoff Schulstufe
Geschichtliche Entwicklung des Landes + - Wirtschaftliche und politische Struktur des Landes + + Heimatgemeinden der Schüler + + Persönlichkeiten des Landes + - Pflege bodenständigen Brauchtums, insbesondere das Tragen von stilechten Trachten und Dirndlkleidern + +
Didaktische Grundsätze
Der Unterricht hat von den Erfahrungen der Schüler auszugehen und sich auf das Wesentliche zu beschränken. Der Lehrstoff ist dabei in einer Art zu vermitteln, die geeignet ist, die Liebe zur Heimat zu stärken. Die Bereitschaft zur Mitgestaltung des eigenen Lebensraumes soll geweckt werden. Das gemeinsam Besprochene und Erarbeitete ist durch geeignete Medien zu ergänzen. Dem Gelegenheitsunterricht ist Raum zu geben. Durch den Besuch kultureller Stätten bei Lehrausgängen soll der Stoff vertieft werden. Die Mitarbeit der Schüler ist durch das Sammeln von Kenntnissen aus dem heimatlichen Bereich anzuregen, indem sie z.B. ihren Heimatort vorstellen. Die Verbindung zu anderen Gegenständen, insbesondere Wirtschaftskunde und Politischer Bildung, ist herzustellen.
WIRTSCHAFTSKUNDE
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern sind jene Kenntnisse zu vermitteln, die zum Verständnis wichtiger Vorgänge und Zusammenhänge in der Wirtschaft erforderlich sind. Sie sollen zum Beobachten volkswirtschaftlicher Vorgänge und zu wirtschaftlichem Denken angeleitet werden. Gemeinsamkeiten mit der Landeskunde sind aufzuzeigen.
Lehrstoff Schulstufe
Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft:
Nahrungs- und Rohstofflieferanten, Abnehmer von
Industrie- und Gewerbeprodukten, Abgabe von
Arbeitskräften an andere Wirtschaftszweige,
Landschaftsschutz + -
Grundlagen der Wirtschaft:
Aufgaben und Grenzen der Wirtschaft, Bedürfnisse,
Entwicklung der Wirtschaft,
Wirtschaftssysteme: Agrarstaat, freie Marktwirtschaft, zentrale Planwirtschaft, soziale Marktwirtschaft + +
Österreich und seine Wirtschaft:
Volkswirtschaft, Wirtschaftsraum, Bevölkerung,
Bedeutung und Struktur verschiedener Wirtschaftszweige + + Vorarlberg und seine Wirtschaft + -
Weltwirtschaftliche Probleme und Aufgaben:
Volkswirtschaften der Erdteile, Zusammenarbeit und Zusammenschlüsse von Volkswirtschaften + + Umweltschutz + +
Gütererzeugung:
Erzeugungsgrundlagen: Boden, Arbeit, Kapital, Bildung, Umwelt - +
Güterverbrauch:
Öffentliche und private Haushalte - + Konsumentenschutz + +
Güteraustausch:
Geldwesen, Handel, Agrarmärkte - +
Genossenschaftswesen:
Entwicklung, Art und Aufbau der Genossenschaften - +
Didaktische Grundsätze
Im Unterricht Wirtschaftskunde sollen Querverbindungen, insbesondere zu den Gegenständen Landeskunde, Politischer Bildung und Rechtskunde, hergestellt werden. Der Lehrstoff soll sich an den Gegebenheiten des Wirtschaftslebens orientieren. Das Marktgeschehen ist aus der Sicht des Produzenten und Konsumenten auszuwerten.
POLITISCHE BILDUNG
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern sollen die Grundkenntnisse des politischen, staatlichen und rechtlichen Lebens vermittelt werden. Das Verständnis für öffentliche Gemeinschaften soll geweckt werden. Die Schüler sollen zur Mitarbeit und Mitverantwortung in der Gemeinschaft und zu sozialem Verhalten angeleitet werden.
Lehrstoff Schulstufe
Bedeutung der Familie + -
Staat:
Staatssymbole der Republik Österreich und des Landes Vorarlberg, Staatselemente, Staatszwecke, Staats- und Regierungsformen + -
Österreichische Bundesverfassung:
Prinzipien der Österreichischen Verfassung + - Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern,
Föderalismus, Zentralismus + + Pflichten und Rechte des Staatsbürgers, Grund- und Freiheitsrechte + +
Die Frau in Politik und Gesellschaft + + Geschichte der Ersten und Zweiten Republik Österreichs, Staatsvertrag, Neutralität + -
Gemeinde:
Gemeinderat, Gemeindevorstand, Bürgermeister,
Wirkungsbereiche der Gemeinde, Heimatgemeinden der Schüler + +
Gesetzgebung und Vollziehung des Bundes:
Organe des Bundes, Nationalrat, Bundesrat, Bundesversammlung, Bundespräsident, Bundesregierung, Ministerien, Entstehung der Bundesgesetze - +
Gesetzgebung und Vollziehung des Landes:
Organe des Landes: Landtag, Landesbehörden, Entstehung der Landesgesetze + +
Verwaltung:
Aufbau und Organe der Bundes-, Landes- und Gemeindeverwaltung + +
Kontrollorgane der Gesetzgebung und Verwaltung:
Rechnungshof, Verwaltungsgerichtshof, Verfassungsgerichtshof - +
Gerichtsbarkeit:
Organisation der Gerichte nach Aufgabenbereichen und Kompetenz, gerichtliche Verfahren, Rechtsmittel,
Exekution, Grundbuch, Vormundschaft + +
Interessenvertretungen:
Landwirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Handelskammer, andere Interessenvertretungen + + Paritätische Kommission - +
Überstaatliche Organisationen:
z. B. Europarat, UNO, NATO, Warschauer Pakt - + Politische Situation in anderen Staaten und Kontinenten + +
Didaktische Grundsätze
Der Unterricht ist der Altersstufe und verfügbaren Zeit entsprechend aufzubauen. An aktuelle Ereignisse ist anzuknüpfen. Hiezu sollen insbesondere die Massenmedien unter kritischer Beurteilung herangezogen werden. Die Schüler sollen dazu zu Stellungnahmen aufgefordert werden. Der Unterricht ist mit Rechtskunde zu kombinieren und es sind Querverbindungen zur Landes- und Wirtschaftskunde herzustellen. Exkursionen sollen das Verständnis vertiefen. Auf die Kenntnis der politischen Situation in der eigenen Gemeinde der Schüler ist Wert zu legen.
RECHTSKUNDE
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Schüler sind in die Grundbegriffe des Rechtes einzuführen; es ist ihnen die Rechtsordnung als notwendige Voraussetzung für das gedeihliche Zusammenleben der Menschen im Staate einsichtig zu machen. Die Schüler sollen jene gesetzlichen Bestimmungen kennen lernen, die für das Familien- und Berufsleben von Bedeutung sind.
Lehrstoff Schulstufe
Einführung in die Grundbegriffe des Rechts:
Begriff, Zweck und Arten des Rechts, Aufbau der Rechtsordnung, Rechtsbereiche, Rechtsquellen - +
Privatrecht:
Personenrecht, Familienrecht, Erbrecht, Sachenrecht,
Schuldrecht: Schuldverhältnisse, Verträge - + Jugendschutz und –förderung - + Arbeitnehmer- und Lehrlingsschutz + + Wesentliche Rechtsvorschriften für den landwirtschaftlichen Bereich - +
Didaktische Grundsätze
Der Unterricht soll lebensnah gestaltet und in Verbindung mit Politischer Bildung und Wirtschaftskunde sowie bäuerlicher Buchhaltung gebracht werden.
LEIBESÜBUNGEN
Bildungs- und Lehraufgabe
Durch den Unterricht in Leibesübungen soll die natürliche Bewegungsfähigkeit entwickelt, die körperliche Gesundheit gefestigt, die Leistungsfähigkeit und Ausdauer verbessert sowie die Freude an harmonischen Bewegungen geweckt werden. Weiters soll einwandfreie Haltung und Bewegung im Alltag gesichert werden. Der Gemeinschaftssinn soll gefördert und das Verständnis für die Bedeutung der Leibesübungen und die Pflege des Körpers in bezug auf ein körperlich und geistig gesundes Leben geweckt werden.
Lehrstoff Schulstufe
Grundübungen:
Gehen, Laufen, Hüpfen, Springen, Steigen, Klettern, Werfen, Stoßen, Fangen, Ziehen, Schieben, Tragen,
Ordnungs-, Einzel- und Partnerschaftsübungen + +
Ausgleichsübungen und konditionsfördernde Übungen:
Kräftigungs-, Dehnungs- und Lockerungsübungen zur Verbesserung der motorischen Grundeigenschaften,
haltungs- und bewegungsformende Übungen zur Verbesserung von Haltungsgewohnheiten im Alltag + +
Boden- und Geräteturnen:
einfaches Bodenturnen, Geräteturnen + +
Leichtathletik:
Lauf-, Spring- und Wurfübungen + +
Spiele:
belebende und beruhigende Spiele, Mannschaftsspiele + +
Schwimmen (soweit Gelegenheit dazu besteht):
Erlernen zumindest einer Schwimmart, Verbesserung des Schwimmkönnens und der Ausdauer, Erweiterung der Kenntnisse in den Schwimmarten + +
Wintersport:
Erlernen oder Verbesserung der Fahrtechniken beim
Schilaufen, Langlaufen, nach Möglichkeit Eislaufen + + Rhythmische Gymnastik und Tänze + + Sportliches Wandern + +
Didaktische Grundsätze
Die Auswahl des Lehrstoffes ist nach den örtlichen Gegebenheiten vorzunehmen. Es sollen vor allem einfache Turngeräte verwendet werden. Als Übungsstätte kann neben dem Turnsaal der Sportplatz und das Freigelände genützt werden.
MUSIKERZIEHUNG
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern soll die gemeinschaftsfördernde Wirkung des Singens bewußtgemacht werden. Die Beziehung zum Volkslied und zur Volksmusik soll gefördert und gefestigt werden. Zur Förderung des Musikverständnisses sollen die Grundbegriffe der Musik, insbesondere der klassischen Musik, vermittelt werden. Die Freude am Singen und am Erwerb eines Liederschatzes soll geweckt werden. Durch Stimmbildung soll die Entwicklung einer guten Stimme gefördert werden.
Lehrstoff Schulstufe
Einfache Notenlehre + - Stimmbildungsübungen und Atemtechnik + + Erlernen von ein- und mehrstimmigen Liedern und Kanons, Kinder-, Volks- und Kunstliedern, auch
religiösen Liedern, die den Tages- und Jahreszeiten, dem Fest- und Lebenskreis entsprechen + + Grundlagen der Musik, Übersicht über Musikgeschichte + +
Didaktische Grundsätze
Im Mittelpunkt des Unterrichtes soll das Lied stehen. Musiktheoretische und musikgeschichtliche Erläuterungen sollen vor allem dem Werkverständnis dienen. Die Vermittlung des Liedgutes soll mit einfachen Stimmbildungsübungen einhergehen. Der Lehrstoff ist durch Vorsingen und Vorspielen sowie durch den Einsatz von Tonträgern zu erarbeiten. Zur Erarbeitung eines Liederschatzes sollen Lieder, wie jahreszeitliche Lieder, religiöse Lieder zur Meßgestaltung, Advent- und Weihnachtslieder, Lieder für verschiedene Feste, insbesondere auch für Schulfeste, gelernt werden. Der Unterricht soll den Schülern zum Erlebnis werden. Das Erlernen heimischer Volkslieder ist anzustreben.
GESUNDHEITSLEHRE
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern sollen Kenntnisse über den Bau und die Funktion des menschlichen Körpers sowie Grundsätze einer gesunden Lebensführung zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit vermittelt werden. Es ist das Verantwortungsbewußtsein für das Wohlbefinden der Familie zu wecken. Die Schüler sollen über die wichtigsten Krankheiten, deren Schäden sowie deren Vermeidung informiert werden.
Lehrstoff Schulstufe
Bau, Funktion und Gesunderhaltung des menschlichen
Körpers:
Bewegungsapparat: Knochen- und Muskelsystem,
Körperhaltung, Haltungsfehler, Haltungsschäden + -
Herz- und Atmungsorgane:
Atmung und Kreislauf, Blutkreislauf und Lymphgefäßsystem, Erkrankungen von Herz, Lunge und Kreislauf + -
Verdauungsorgane:
Verdauungssystem, Ernährung und Stoffwechsel,
Erkrankungen + -
Ausscheidungsorgane:
Leber, Niere, Erkrankungen + -
Sinnesorgane:
Haut, Gesichts-, Gehör-, Geschmacks- und Geruchssinn, Erkrankungen + -
Nervensystem:
Arten und Aufgabe, Erkrankungen + -
Geschlechtsorgane:
Männliche und weibliche Geschlechtsorgane, Fortplanzung und Befruchtung, Vererbung, Erkrankungen + +
Pflege des menschlichen Körpers:
Tägliche Notwendigkeiten + - Hygiene der Frau + -
Pflege und Gefährdung der Gesundheit:
Grundlagen und Grundsätze gesunden Lebens + - Falsche Lebensweise, falscher Umgang mit Kleidung
und Ernährung + - Genußmittel, insbesondere Alkohol und Tabak + - Suchtmittel und Drogen, Medikamentenmißbrauch + - Berufs- und Arbeitsschäden, insbesondere in Haushalt, Landwirtschaft und anderen Berufen + - Umweltschäden, Streß, Umweltschadstoffe + -
Didaktische Grundsätze
Im Unterricht sind die bereits erworbenen Kenntnisse über Bau und Funktion des menschlichen Körpers auszuwerten und die Maßnahmen und Richtlinien für die Gesunderhaltung in den Vordergrund zu stellen. Bei der Besprechung der einzelnen Lehrstoffabschnitte ist auf das Verständnis für die Ganzheitlichkeit des menschlichen Körpers hinzuwirken. Die häufigsten Krankheiten sind in Verbindung mit Anatomie und Physiologie vorzutragen. Querverbindungen zu anderen Unterrichtsgegenständen sind herzustellen.
CHEMIE
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Schüler sollen in die Chemie im Haushalt und in der Landwirtschaft eingeführt werden. Es soll hiebei der bewußte Einsatz und verantwortungsvolle Umgang mit den häufigsten Chemikalien behandelt werden. Den Schülern sollen die verschiedenen Einflüsse und Auswirkungen der verwendeten Chemikalien auf Mensch, Tier und Pflanze bewußtgemacht werden. Es sollen die Abhängigkeiten, wie Nahrungsketten, Schädling-Nützling, aufgezeigt werden. Der Unterricht soll auf den Stoff der Hauptschule aufgebaut werden. Es soll kein spezifisches Fachwissen, sondern die Fähigkeit, Zusammenhänge zwischen Konsumverhalten und Umweltbeeinflussung durch Chemikalien zu erkennen, vermittelt werden.
Lehrstoff Schulstufe
Wasch- und Reinigungsmittel:
Bestandteile, Wirkungsweise, eventuelle Nebenwirkungen, Werbung, kosmetische Aspekte, Alternativen - +
Kunststoffe:
Duroplaste, Thermoplaste, Verpackungsmaterialien, Kunststoffgeschirr, Kunstfasern (Textilien),
Vor- und Nachteile - +
Schädlingsbekämpfung:
Im Haushalt, in der Landwirtschaft, Kombinationspräparate (Dünger und Pestizide) - + Umweltgifte, Giftklassen - +
Chemie in Lebensmitteln:
Nährstoffe, Lebensmittelfarben, Konservierungsstoffe, Aromastoffe, Emulgatoren, Hilfsstoffe - +
Chemische Vorgänge in unserem Körper:
Verdauung, Wechselwirkungen mit Umwelt- und Suchtgiften - + Gentechnik, Problematik (Mensch, Tier, Pflanze), Wachstumshormone - + Vorsichtsmaßnahmen bei der Lagerung und Verwendung von Chemikalien in Haushalt und Landwirtschaft - +
Didaktische Grundsätze
Die Stoffvermittlung hat auf Querverbindungen zu anderen Fächern, wie Haushaltskunde, Wirtschaftskunde, Gesundheitslehre, Ernährungslehre, Kochen, Vorratswirtschaft, Gartenbau, Landwirtschaft und Tierhaltung, hinzuweisen.
KRANKENPFLEGE
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern sollen die erforderlichen Kenntnisse vermittelt werden, um zu Hause kranke und alte Menschen pflegen zu können. Es soll das Bewußtsein der Mitverantwortung für den alten und kranken Menschen geweckt werden. Die erforderlichen praktischen Kenntnisse sind zu vermitteln und zu üben.
Lehrstoff Schulstufe
Voraussetzungen für die häusliche Krankenpflege:
Einstellung der Familie und der Pflegeperson zum Kranken, Unterbringung des Kranken, Krankenzimmer,
Krankenbett, Tagesplan des Kranken + -
Pflege des Kranken:
Ursachen, Stadien und Verlauf von Krankheiten, Lagern
und Betten des Kranken (praktisch), Wechseln der Bettwäsche bei Bettlägerigen (praktisch), Verhüten
des Wundliegens, Krankheitsbeobachtungen, Puls-,
Atmungs- und Fieberkontrollen, Hygiene am Krankenbett, Waschen des Kranken, Bericht an den Arzt und Arztbesuch, Ausführung ärztlicher Verordnungen, Verabreichung von Medikamenten, Spitaleinweisung, Wickel und Umschläge (praktisch) + -
Ernährung des kranken und alten Menschen:
Kostformen + + Verabreichung des Essens an Patienten (praktisch) + - Pflege und Betreuung alter Menschen - + Beschäftigung kranker, genesender und älterer Menschen + + Krankenbesuch + - Hausapotheke + -
Infektionskrankheiten:
Erreger, Ansteckung, pflegerische Maßnahmen, Arten und deren Verlauf + + Erste Hilfe + +
Didaktische Grundsätze
Der Unterricht soll lebensnah gestaltet werden. Verbindungen mit Gesundheitslehre, Lebenskunde, Ernährungslehre, Kochen und Hauswirtschaft sind herzustellen.
KINDERPFLEGE UND ERZIEHUNGSLEHRE
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Schüler sollen zu Ehrfurcht vor dem Leben, vor der Entstehung des menschlichen Lebens und zu Verantwortung Kindern gegenüber erzogen werden. Sie sollen in die Ernährung, Pflege und Erziehung des Säuglings und Kleinkindes sowie in die körperliche und seelische Entwicklung des Kindes eingeführt werden.
Lehrstoff Schulstufe
Achtung und Ehrfurcht vor dem Leben + + Entwicklungsphasen, Pubertät + -
Verantwortbare Familienplanung:
Voraussetzungen, Möglichkeiten + +
Das Werden des Kindes:
Zeugung, Vererbung, Erbkrankheiten, Abtreibung,
Fehlgeburt + -
Schwangerschaft:
Mutterschutzgesetz, Mutter-Kind-Paß, Schwangerenberatung, Entwicklung des Kindes im Mutterleib, Lebensweise der werdenden Mutter + -
Geburt und Wochenbett:
Vorbereitungen auf die Geburt, Säuglingsausstattung,
Entbindung: Anzeichen, Vorgang der Geburt,
Komplikationen, Frühgeburt, Wochenbett, Versorgung
von Neugeborenem und Mutter + -
Unterstützung der Familie:
Kinderbeihilfe und andere Hilfen + +
Körperliche und geistige Entwicklung des Kindes:
Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung, natürliche und künstliche Ernährung, Lebensweise der Stillenden, Pflege des Säuglings, Mütterberatung, Impfungen,
Krankheiten von Säugling und Kleinkind + +
Erziehung des Kindes:
Erziehungsgrundlagen, Erziehungsstufen, Krisenphasen im Leben des Kindes, Erziehungsmittel und -ziele, Verhaltenssteuerung beim Kind, das Spiel im Leben des Kindes, Kindergarten und Einschulung - + Rechte und Pflichten der Eltern + +
Didaktische Grundsätze
Verbindungen zu einschlägigen Fächern, wie Lebenskunde, Gesundheitslehre, Ernährungslehre und Krankenpflege, sind herzustellen. Pflegemaßnahmen sollen geübt werden. Zur leichteren Behandlung von fachbezogenen Fragen und Problemen ist auf ein vertrauensförderndes Unterrichtsklima zu achten.
HAUSHALTUNGSKUNDE UND GÄSTEBEHERBERGUNG
Bildungs- und Lehraufgabe
In den Schülern sollen das Verständnis und die Freude an der Hauswirtschaft sowie das Verantwortungsbewußtsein der Familie gegenüber geweckt und gefördert werden. Den Schülern soll ein gediegenes Wissen um die Führung und Pflege eines ländlichen Haushaltes, Grundkenntnisse über Hausplanung nach zeitgemäßen, arbeitswirtschaftlichen Grundsätzen sowie auch im Hinblick auf die Erfordernisse der Gästebeherbergung vermittelt werden, weiters Kenntnisse über Materialien, Hausrat, Geräte und Maschinen, deren fachgemäße Auswahl, Verwendung und Pflege. Die Schüler sollen mit rationellen Arbeitsmethoden unter Verwendung von zweckmäßigen Arbeitsgeräten und Maschinen vertraut gemacht werden.
Lehrstoff Schulstufe
Hausarbeit und Hauspflege:
Bedeutung und Grundlagen der Hausarbeit + - Arbeitskleidung, Reinigungs- und Pflegemittel + - Maschinen, Geräte und Hilfsmittel für die Hauspflege + - Tägliches und gründliches Aufräumen sowie Reinigen
der Wohn-, Wirtschafts- und Sanitärräume,
Reinigung von Geschirr, Geräten und Behelfen,
Reinigung von Fenstern, Türen, Böden und Wänden,
Reinigung von Metallgeschirr und Schmuck,
Reinigung sonstiger Einrichtungsgegenstände
und des Hausrates, Pflege der Betten* + - Maschinen und Geräte für die Küche + + Unfälle und Unfallverhütung im Haushalt + + Arbeitsplanung und Arbeitsorganisation + + Pflege von Wäsche und Bekleidung + - Maschinen und Geräte zur Wäschepflege, Waschmittel
und Waschhilfsmittel + - Waschen, Nachbehandlung, Bügeln und Aufbewahren
der Wäsche* + + Sonderbehandlung der Wäsche + + Kleider- und Schuhpflege, Aufbewahrung* + - Pflegekennzeichnung und Pflegevorschriften + -
Planung von Haus und Einrichtung:
Grundlagen: Funktion des Hauses und der verschiedenen Räume, Planungs- und Zuordnungsgrundsätze + - Materialien für die Errichtung von Häusern,
Gesichtspunkte der Gesundheit und des Umweltschutzes + + Einrichtung der Räume unter Berücksichtigung von Arbeitsrationalisierung und Sicherheit, Eignung von Materialien für die verschiedenen Räume, Wohnkultur und Erholung, Berücksichtigung von Kranken, Alten,
Kindern, Behinderten, Sonderräume am Bauernhof:
Schmutzschleuse, Wirtschafts- und Vorratsräume u.a.,
Gästebeherbergung: Gästezimmer und Ferienwohnung,
Lesen und Skizzieren von Haus- und Küchenplänen - + Gesetzliche Bestimmungen für den Hausbau, Bauplan
und Baubewilligung + + Finanzierungsplanung, Förderung durch Bund und Land, Kostenvoranschläge, Baukosten + +
Bauliche Ausstattung und technische Einrichtung des Wohnhauses:
Böden, Wände, Decken, Fenster und Türen, Be- und Entlüftung, Wasserversorgung: Zuleitung, Wasserinstallationen, Abwasserbeseitigung, Warmwasserversorgung,Energieversorgung:
Stromzuführung, Hausinstallationen, Beleuchtung und Elektrogeräte, Wärmeversorgung, Heizungssysteme - +
Haushaltsführung:
Merkmale des ländlichen Haushalts, die Haushaltsangehörigen und ihre Bedürfnisse, die Mittel des Haushalts, Aufgaben des Haushalts:
Soziale, kulturelle und wirtschaftliche Hilfen
für die Haushaltsführung: Aufzeichnungen,
Haushaltsbuch, Arbeitspläne, Haushaltserhebung und
-analyse, der Schreibplatz am Bauernhof, Ausstattung + + Sozial- und Nachbarschaftshilfen - +
Gästebeherbergung:
gesetzliche, betriebliche und familiäre Voraussetzungen:
Beherbergungsformen am Bauernhof, Anforderungen an die Haushaltsführung und erforderliche Angebote seitens des Hofes an die Gäste, Werbung und Aufnahme sowie
Betreuung von Gästen + +
Servier- und Getränkekunde:
Tischkultur und Servierregeln für den Haushalt,
Grundregeln der Bewirtung von Gästen, Frühstücksformen,
Anforderungen an Geschirr, Besteck, Gläser,
Tischwäsche, Tischschmuck und Eßplatz, alkoholfreie
und alkoholische Getränke, sonstige Getränke und
Erfrischungen einschließlich Milchmixgetränke + +
Einführung in das Gaststättenservice + -
Fachausdrücke, Abrechnungswesen, Speise- und
Getränkekarten, Organisation des Service + +
Didaktische Grundsätze
Der Unterricht soll lebensnah, zeitgemäß, praxisbezogen und anschaulich gestaltet werden. Verbindungen mit anderen einschlägigen Fächern, insbesondere Praktischer Hauswirtschaft und Servierkunde, sind herzustellen. In den Schülern soll die Freude an gediegener Wohnkultur und die Wertschätzung eines gepflegten Heimes geweckt werden. Auf die Möglichkeiten von Arbeitserleichterung, - vereinfachung und Wirtschaftlichkeit soll hingewiesen werden. Die Maßnahmen der Unfallverhütung sollen immer wieder erwähnt werden. Auf die soziale und wirtschaftliche Bedeutung der Gästebeherbergung und daraus entstehende mögliche Probleme soll hingewiesen werden. Der Umweltschutz ist in den Unterricht einzubeziehen. Die Reihung der einzelnen Abschnitte kann verändert werden.
Lehrbesichtigungen sollen den Unterricht ergänzen.
WÄSCHE- UND BEKLEIDUNGSKUNDE
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Schüler sollen befähigt werden, Schnitte für einfache Wäsche- und Kleidungsstücke selbst herzustellen sowie aus Musterbogen herauszunehmen. Hiebei ist auf fachgerechte und sparsame Verwendung zu achten. Es sind Kenntnisse der wichtigsten Nähbehelfe und des Nähzubehörs sowie deren sachgemäße Verwendung zu vermitteln sowie Anleitungen zum richtigen und sorgsamen Gebrauch der Geräte, Werkzeuge und Maschinen, die beim Nähen verwendet werden, zu geben. Weiters sind Kenntnisse über Eigenschaften und Unterscheidungsmerkmale der wichtigsten Textilstoffe zu vermitteln. In die Textilerzeugung und Benennung der gebräuchlichen Handelsbezeichnungen ist einzuführen. Die Schüler sollen zu überlegtem Einkaufen von Wäsche und Kleidern angeregt werden. Sie sollen zu einer kritischen Einstellung zur Mode erzogen werden. Bei den Schülern soll Verständnis und Freude an stilechter heimatlicher Tracht und Dirndlkleidung sowie Freude am Gestalten der Arbeit geweckt werden. Auf genaues Arbeiten ist besonderer Wert zu legen. Der gute Geschmack soll weitergebildet werden.
Lehrstoff Schulstufe
Nähmaschinen und Nähbehelfe:
Haushaltsnähmaschine: Arbeitsweise und Pflege,
Handwerkzeuge: Zweck, Behandlung und Instandhaltung,
Arbeitsplatz: Anordnung, Ausstattung, Kosten + -
Schnittgewinnung:
Maßnehmen: Proportionen des menschlichen Körpers + + Schnittanfertigung nach Maß + + Abnehmen und Ändern von Fertigschnitten + +
Textilkunde:
Natürliche und künstliche Textilfasern:
Eigenschaften, Herstellung, Handelssorten + +
Verarbeitungsarten der Fasern: Spinnen, Weben,
Wirken, Zwirnen + + Ausrüstung der Textilien - +
Handelssorten: Warenkunde - + Kennzeichen der Textilien, Prüfung der Werkstoffe - +
Wäsche und Bekleidung:
Wäscheausstattung: Bett-, Tisch- und Hauswäsche - + Bedeutung und Aufgabe der Bekleidung + - Stoffarten und ihre besonderen
Verarbeitungseigenschaften + + Arten der Bekleidung, Zweckbestimmung, modische
Anforderungen + + Trachtenkleider + - Kauf von Stoffen und Kleidern + + Stoffverbrauchsberechnung + +
Didaktische Grundsätze
Der Unterricht soll mit dem praktischen Nähunterricht in engster Verbindung stehen. Außerdem sind Querverbindungen mit Haushaltskunde und Wäschepflege herzustellen. Die Schnitte sollen einfach und praktisch verwendbar sein. Beim Maßnehmen und in der Ausführung der Schnitte ist auf Genauigkeit und Sorgfalt Wert zu legen. Bei der Auswahl aus Modeheften ist auf die Geschicklichkeit der Schüler Bedacht zu nehmen. Modell- und Stoffauswahl sind zu besprechen. Eine Material- und Stoffsammlung mit Beschriftung ist nach Möglichkeit anzulegen. Exkursionen in Textilbetriebe sollen als wertvolle Hilfe durchgeführt werden.
ERNÄHRUNGSLEHRE
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern sind Kenntnisse der wichtigsten Nahrungs- und Genußmittel sowie deren Nährstoffe und Nährwerte zu vermitteln. Die Bedeutung der richtigen Ernährung für die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Familienmitglieder ist bewußtzumachen. Es sind Kenntnisse über Ernährungsformen und Diäten unter Berücksichtigung von Lebensalter und Lebensumständen zu vermitteln. Die Schüler sollen zu überlegtem Einkauf und vernünftigem Verbrauch von Lebensmitteln erzogen werden.
Lehrstoff Schulstufe
Grundlagen:
Aufgaben der Ernährung + - Fehlernährung + -
Nährstoffe:
Bildung + - Aufgabe, Arten, Vorkommen, Nahrungsbegleitstoffe + + Nährstoffbedarf + - Bau- und Wirkstoffe, Stoffwechsel, Energiebedarf
und –berechnung + +
Lebensmittel:
Tierische und pflanzliche Lebensmittel + - Speisefette + - Zucker, Honig, Süßstoffe, alkoholische und
alkoholfreie Getränke, Genußmittel + +
Hilfsmittel für die Lebensmittelverarbeitung:
Teiglockerungs-, Würz-, Gelier- und Konservierungsmittel + +
Kostformen:
Ernährung des gesunden und des kranken Menschen - + Maßnahmen zum Schutz des Verbrauchers - + Gesundheitsschädigende Lebensmittel - + Lebensmittelgesetz - +
Didaktische Grundsätze
Den Schülern ist die Wichtigkeit der Ernährungslehre bewußtzumachen. Sie sind besonders auf die Bedeutung einer gesunden Ernährung, auf Ernährungsfehler und ihre Folgen hinzuweisen. Querverbindungen zu anderen Unterrichtsgegenständen sind herzustellen. Besuche von lebensmittelverarbeitenden Betrieben sollen nach Möglichkeit zur Vertiefung des Verständnisses durchgeführt werden.
KOCHLEHRE UND VORRATSWIRTSCHAFT
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern sind die erforderlichen Kenntnisse zur selbständigen Zubereitung von Speisen zu vermitteln. Die Schüler sollen zu abwechslungsreicher und schmackhafter Zubereitung von Kost aus dem eigenen Hausgarten und Betrieb angeregt werden. Es sollen ihnen Hinweise auf Wirtschaftlichkeit, richtigen Einkauf, Lagerung und Konservierungsmöglichkeiten der Nahrungsmittel sowie Verwertung der Produkte aus dem eigenen Garten und Betrieb gegeben werden.
Lehrstoff Schulstufe
Kochlehre:
Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln und bei der Küchenarbeit, Küchenausdrücke, Vorbereitung und Verarbeitung der Lebensmittel, Garmachungsarten,
Grundmaße, Grundmengen, Grundrezepte, Berechnung von Lebensmittelmengen, Warenbeschaffung und Warenkontrolle, Grundrezepte der Teigarten, Erstellung von
Speisefolgen und Speiseplänen, Anleitung zur Herstellung von Suppen, Soßen, Fleischgerichten, Vor- und Nachspeisen sowie Beilagen, Erkennen der Fleischstücke von Rind, Schwein und Kalb, Anleitung zur Verwertung von Resten, Anleitung zur Verwendung von Milch und Milchprodukten, Verwendung von Kochbüchern,
technische Hilfsmittel für die Küchenarbeit + +
Vorratswirtschaft:
Ursachen und Verursacher des Verderbens von
Lebensmitteln + +
Lagern, Aufbewahren von Lebensmittel,
Vorratsräume und Lagermöglichkeiten + - Lebensmittelreserve - +
Tiefgefrieren von Lebensmitteln:
Gefriervorgang, Tiefgefriergeräte, Verpackungsmaterial, Eignung der Lebensmittel aus Landwirtschaft,
Hausgarten und Lebensmittelindustrie zum Tiefgefrieren, Gefrierfehler + + Konservieren von Obst und Gemüse + + Konservieren von Fleisch und Fleischwaren + + Tiefgefrieren von Milchprodukten, vorgefertigten
Gerichten und Backwaren + + Verwendung von tiefgefrorenen Lebensmitteln des Haushaltes und der Lebensmittelindustrie + + Wirtschaftlichkeit der Konservierung, Berechnungen - +
Didaktische Grundsätze
In den Unterricht sind jene Themenbereiche aufzunehmen, die dem besseren Verständnis für die Bedeutung der richtigen Behandlung der Nahrungsmittel und für die physiologischen Vorgänge im Körper dienen. Querverbindungen zur Gesundheitslehre, zum praktischen Kochunterricht, zur Ernährungslehre und zum Gartenbau sind herzustellen. Auf die Wichtigkeit einer gesunden Ernährung und die Folgen von Ernährungsfehlern ist besonders hinzuweisen. Exkursionen in lebensmittelverarbeitende Betriebe sollen nach Möglichkeit zur Vertiefung des Verständnisses durchgeführt werden.
BETRIEBSWIRTSCHAFT UND BUCHFÜHRUNG
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern sind jene betriebswirtschaftlichen Grundkenntnisse zu vermitteln, die erforderlich sind, um die wirtschaftlichen Vorgänge im landwirtschaftlichen Bereich und am Markt zu verstehen. Das Erlernte soll ein Mitdenken und Mitentscheiden im Rahmen der Betriebsführung ermöglichen. Die Schüler sollen zu ökonomischem Denken und Handeln erzogen werden. Den Schülern sind die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, um einen landwirtschaftlichen Betrieb und Haushalt betriebswirtschaftlich erfassen und die Betriebsaufzeichnungen auswerten sowie daraus die erforderlichen Verbesserungen ableiten zu können.
Lehrstoff Schulstufe
Betriebswirtschaft:
Grundbegriffe der Betriebswirtschaft + - Erzeugungsgrundlagen + - Leistungen und Kosten der Produktion + + Wichtige Betriebszweige + - Bäuerlicher Nebenerwerb, Gästebeherbergung - + Verschiedene Kalkulationen - + Bäuerlicher Haushalt + - Betriebsplanung und Betriebsführung + + Versicherungs- und Steuerwesen - +
Buchführung:
Aufgaben der Buchführung + - Formvorschriften und sachliche Vorschriften + -
Systeme und Verfahren der Buchführung:
Eigenes Kassabuch, bäuerliches Haushaltsbuch,
doppelte Buchführung + + Auswertung der Buchführungsergebnisse - +
Didaktische Grundsätze
Der Unterricht soll auf dem Erlebnisbereich der Schüler aufbauen. Er soll die nötigen Grundbegriffe vermitteln und auf die Wichtigkeit der Tätigkeit der Bäuerin hinweisen. Als praktische Einübung in gewissenhaftes Buchhalten ist während des Schuljahres ein persönliches Kassabuch zu führen. Auf Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit der Aufzeichnungen ist zu achten. Der Unterricht soll auch den Wert des Sparens durch kluges Planen und überlegtes Einkaufen sowie Wirtschaften aufzeigen und die volkswirtschaftliche Aufgabe und Verantwortung der Bäuerin betonen. Querverbindungen zu den facheinschlägigen Unterrichtsgegenständen sind herzustellen.
LANDWIRTSCHAFT UND TIERHALTUNG
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern sind grundlegende Kenntnisse über die Produktion und die Arbeit des Landwirtes zu vermitteln. Es sind inbesondere jene Produktionsformen zu behandeln, in denen die Mitwirkung der Frau besondere Bedeutung haben kann. Bei den Schülern ist eine positive Haltung zur Landwirtschaft, zur bäuerlichen Lebens- und Arbeitswelt zu wecken und zu fördern. Es sind Kenntnisse über Bau und Funktion des tierischen Körpers sowie über Vererbung und deren Nutzanwendung in der Züchtung zu vermitteln, weiters Kenntnisse über Bedeutung der Haltung und Fütterung der Haustiere. Die Schüler sind auf den Melkkurs vorzubereiten.
Lehrstoff Schulstufe
Bedeutung und Aufgabe der Landwirtschaft heute + + Tierhaltung + + Bau des Tierkörpers + -
Grundlagen der Rinderhaltung:
Bedeutung der Nutzviehhaltung + - Vererbung - + Werden und Geburt des Kalbes, Grundlagen der Aufzucht, Haltung und Pflegegrundsätze + - Tierbeurteilung - +
Grundlagen der Fütterung:
Zusammensetzung des Futters, Futterbeurteilung,
Verwertung und Verdauung der Nährstoffe,
Erhaltungs- und Leistungsfutter + -
Milchwirtschaft:
Euter, Milchbildung, Melken und Reinigung der Melkeinrichtungen, Milchbehandlung + +
Grundlagen der Schweinehaltung:
Geburt der Ferkel, Ferkelaufzucht, Grundlagen
der Fütterung - +
Hühnerhaltung:
Rassen und Arten, Haltung und Betriebsformen,
Fütterung von Kücken, Jung-, Lege- und Schlachthühnern,
Krankheiten und Stallhygiene, Eier- und Fleischproduktion - + Tierheilkunde - + Verkauf von Erzeugnissen des Hofes, Waren, Kundenstockbetreuung - + Sonstige wichtige Fragen der Landwirtschaft
des betreffenden Produktionsbereiches - +
Didaktische Grundsätze
Den Schülern ist die Stellung und Aufgabe der Frau im bäuerlichen Betrieb bewußtzumachen. Querverbindungen zu Gesundheitslehre, Betriebswirtschaft und Ernährungslehre sind herzustellen. Ein Hand- und Maschinenmelkkurs ist möglichst vorzusehen. Exkursionen in milchverarbeitende Betriebe sowie andere Produktionsbetriebe sind nach Möglichkeit durchzuführen.
GARTENBAU UND BLUMENPFLEGE
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern sind jene Kenntnisse zu vermitteln, die zur Kultur von Gemüse, Kartoffeln, Beerenobst, Ziersträuchern, Blumen im Hausgarten und Blumen im und am Haus erforderlich sind. Es soll das Verständnis für die Verschönerung des Bauernhauses und Ortsbildes durch gärtnerische Gestaltung sowie Blumenschmuck geweckt und gefördert werden. Es sollen die für einen erfolgreichen Gartenbau erforderlichen Kenntnisse über Bodenbearbeitung und Düngung sowie Kenntnisse über wichtige Pflege-, Ernte- und Lagerungsmaßnahmen vermittelt werden.
Lehrstoff Schulstufe
Aufbau und Lebensvorgänge der Pflanze + -
Bedeutung und Anlage des Gartens:
Lage und Größe, Anforderungen an den Gartenboden, Bodenbearbeitung und Bearbeitungsgeräte,
Wasserversorgung + -
Düngung und Pflanzenschutz im Garten:
Bodenuntersuchung, organische und anorganische Dünger,
Erzeugung von Kompost und Blumenerde,
Vorrats-, Grund- und Kopfdüngung im Garten,
ökologischer Gartenbau, hauptsächliche Schädlinge
im Gemüsebau, Bekämpfungsmittel und Bekämpfungsmethoden, Pflanzenschutz durch Kulturmaßnahmen + +
Gemüseproduktion:
Saatgut, Ansaat und Versetzen, Aussaat im Freien,
Frühbeet- und Folienkultur, Fruchtfolge und Fruchtwechsel, Mischkultur
Heimische Gemüsearten:
Anbau, Pflegemaßnahmen, Arten und Lagerung,
Würz- und Heilkräuter im Hausgarten,
ökologische Kulturformen + +
Beerenproduktion:
Anlage, Pflege, Ernte, Verwertung und Vermarktung
heimischen Beerenobstes - +
Obstbau:
Heimische Obstarten, Vermehrung, Bodenpflege,
Düngung, Pfanzenschutz, Ernte, Lagerung,
Vermarktung, Obstverwertung + +
Blumen:
Kultur der heimischen ein- und zweijährigen Sommerblumen,
Zwiebel- und Knollengewächse, Fenster- und Balkonblumen:
Auswahl, Anordnung, Pflege, Überwinterung
Zimmerpflanzen: Grüne und blühende Topfpflanzen,
Ansprüche und Pflege + +
Ziersträucher und Gehölze:
Stauden, Ziersträucher und Nadelhölzer,
Rosen: Pflege, Schnitt und Überwinterung + +
Gestaltung des Vor- und Wohngartens:
Gestaltungsgrundsätze, Rasen, Anlage und Pflege,
Wege, Zäune, Mauern, Hecken, einfache Gartenpläne + +
Ortsbild:
Sauberkeit, Ordnung und Grüngestaltung am und um den Hof + + Garten als Erholungsraum + +
Didaktische Grundsätze
Der Unterricht soll in besonderer Verbindung mit praktischer Arbeit im Hausgarten, mit Ernährungslehre, Kochen, Vorratswirtschaft, Umweltschutz und gesunder Lebenshaltung geführt werden. Den Schülern soll der Wert des Hausgartens bewußtgemacht werden. Sie sollen zu selbständiger Beobachtung der Naturvorgänge angeregt werden. Auf die Gefahren giftiger Pflanzenschutzmittel ist hinzuweisen. Die Schüler sollen zu vernünftiger Düngung und Anwendung der biologischen Erkenntnisse angehalten werden. Der Unterricht soll nach Möglichkeit parallel zum praktischen Unterricht entsprechend dem Vegetationsablauf geführt werden.
PRAKTISCHER UNTERRICHT
PRAKTISCHE HAUSWIRTSCHAFT UND SERVIERKUNDE
Bildungs- und Lehraufgabe
Der praktische Unterricht soll die für die Erledigung der im Haushalt anfallenden Pflegearbeiten erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten unter den Gesichtspunkten von Arbeitsvereinfachung, Arbeitserleichterung sowie wirtschaftlichem und überlegtem Arbeiten vermitteln. Auf Ordnung, Sauberkeit, Selbständigkeit und Zuverlässigkeit ist besonders Wert zu legen. In den Schülern ist das Verantwortungsbewußtsein der Familie gegenüber in menschlicher, wirtschaftlicher und umweltschützerischer Hinsicht zu wecken und zu fördern. Weiter ist das Verständnis für gepflegtes Wohnen und eine positive Wohnatmosphäre zu fördern und zu vertiefen. Es ist das Tischdecken, Servieren und die Tischkulturpflege für verschiedene Mahlzeiten und Anlässe in der Familie mit Erweiterung auf die Gästebeherbergung zu üben.
Lehrstoff Schulstufe
Hausarbeiten:
Pflege und Reinigungsarbeiten im Haus, tägliches
und gründliches Aufräumen und Reinigen der Zimmer,
Sanitär-, Treppen- und Vorräume + + Pflege und Sauberhalten von Geschirr und Hausrat + + Reinigen von Fenstern, Böden, Teppichen, Möbeln,
Heizkörpern, Wandbekleidungen, Beleuchtungskörpern + + Reinigung von Metall und Schmuck + + Reinigung und Pflege der Betten + - Handhabung, Verwendung und Aufbewahrung von
Arbeitsbehelfen und Raumpflegegeräten sowie von
Putz- und Pflegemitteln + -
Kleine Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten
im Haushalt + + Arbeitsplanung, Material-, Zeit- und Kostenberechnungen + + Inventur im Bereich der Einrichtung und Arbeitsgeräte + + Ausfolgung und Entnahme von Materialien der Hauspflege + +
Wäschepflege:
Kenntnis der Waschmittel und Wäschereigeräte bzw. Maschinen, Vorarbeiten zum Waschen, Waschen mit der Hand, Bedienen von Waschmaschinen, Bügeln nach
verschiedenen Verfahren, Wäschebehandlung (Stärken), Wäscheaufbewahrung, Pflege und Aufbewahrung von Kleidungsstücken verschiedener Art + + Entfernung von speziellen Verunreinigungen bei Wäsche und Bekleidung + + Pflege und Aufbewahrung von Lederwaren und Schuhwerk + -
Servieren und Tischkulturpflege:
Kennen von Tischgeschirr, Gläsern, Besteck,
Tischwäsche, Tischschmuck + +
Pflegen, Sauberhalten und Handhabung von Geschirr,
Geräten, Gläsern und sonstigen Einrichtungen der Tisch- und Eßkultur + + Tafelformen + + Tischdecken im Alltag und bei besonderen Anlässen,
Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch + + Anfertigung von Tisch- und Raumschmuck zu besonderen Anlässen, Herstellen von Gestecken und Dekorationen, Tisch- und Menükarten + + Abräumen und Reinigung von Tisch und Eßraum + - Servierregeln + - Vorbereitung für das Servieren + -
Servieren:
Auftragen, Einschenken, Einstellen, Vorlegen von
Speisen, Abräumen + - Teller- und Plattenservice + + Getränkeservice für offene Getränke, Kaffee, Tee + + Beherrschen der Umfangsformen, Anforderungen an
Auftreten und Kleidung beim Servieren + -
Servieren bei verschiedenen Mahlzeiten im Schülerinternat und bei festlichen Anlässen
in der Schule + + Servieren am Familientisch und bei besonderen Anlässen + + Kaltes Büffet, Frühstücksarten - + Servierübungen für den Gaststättenservice - +
Didaktische Grundsätze
Der Unterricht ist in Gruppen zu führen. Die praktische Arbeit ist durch Vorbesprechung (Arbeitsunterweisung, Arbeitsplanung) vorzubereiten. Bei der praktischen Arbeit ist die entsprechende Warenkunde einzubeziehen. Die durchgeführten Arbeiten sollen durch Nachbesprechung ausgewertet werden. Dem sorgfältigen, sachgemäßen Umgang mit Geräten und Maschinen im Haushalt ist Beachtung zu schenken. Auf vernünftigen, umweltschonenden Gebrauch von Putz-, Reinigungs- und Waschmitteln soll hingewiesen werden. Der Unfallverhütung soll durchgehend Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das Servieren soll außerhalb des Unterrichtes auch bei Mahlzeiten, Schulfeiern und anderen festlichen Anlässen geübt werden. Querverbindungen zu anderen Fächern, insbesondere Haushaltungskunde (Arbeitsplanung) und Kochen soll hergestellt werden. Verantwortungsbewußtes und selbständiges Arbeiten ist anzustreben.
TEXTILVERARBEITUNG,
NÄHEN, HANDARBEITEN
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern sollen grundlegende Kenntnisse in Nähen und Handarbeiten vermittelt werden. Sie sollen befähigt werden, diese Arbeiten rationell, sparsam und materialgerecht auszuführen. Die Übungen sollen an einfachen Wäsche- und Bekleidungsstücken erfolgen. Die Schüler sollen unter Berücksichtigung der vorhandenen Fertigkeiten zum selbständigen Herstellen, Ändern und Ausbessern der Arbeiten angeleitet werden. Auf sparsamen Materialverbrauch ist zu achten. Den Schülern sollen Kenntnisse über die richtige und sorgsame Handhabung sowie Pflege der Nähmaschinen und ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten vermittelt werden. Bei den Schülern soll die Freude an handwerklichen Fertigkeiten, wie Sticken, Stricken und Häkeln, auch im Hinblick auf eine sinnvolle Freizeitgestaltung geweckt werden. Durch Schulung des guten Geschmacks und durch entsprechende Auswahl und Verarbeitung der Werkstücke soll eine vernünftige Einstellung zur Mode erreicht werden.
Lehrstoff Schulstufe
Handhabung und Instandhaltung der Werkzeuge, Maschinen, Einrichtungen und Arbeitsbehelfe der Textilverarbeitung + - Arbeiten an Maschinen verschiedener Typen + + Reinigung und Pflege, Behebung kleiner Fehler + +
Schnitte:
Größenmaße + + Abnahme der Körpermaße + + Entwerfen einfacher Schnitte nach Maß + + Schnitte aus Schnittmusterbögen + + Vergrößern und Verkleinern + + Arbeiten mit Fertigschnitten + +
Nähtechnik:
Verschiedene Sticharten, Nähte und Versäuberungen + - Knopflocharten + + Heften, Steppen, Pikieren, Säumen, Staffieren,
Überwindeln, Annähen von Knöpfen und Verschlüssen + + Anfertigen von Säumen, Bändern, Falten und Taschen, Kantenabschlüssen und Ausschnitten, Krägen, Ärmeln, Schlitzen und Verschlüssen, Manschetten + + Verzierungen + + Bügeln von Einlagen und Stoffen, Ausbügeln von Nähten + + Ausbessern von Wäsche und Bekleidung + +
Kleider- und Wäschenähen:
Nachthemd und Pyjama + - einfacher Rock + - Bluse mit langen Ärmeln, Manschette und Kragen + + Hose kurz oder lang + + Dirndlkleid + + Kinderkleidung nach Wahl + - Weitere Kleidung nach Wahl + +
Handarbeiten:
Stricken: Socken, Pullover oder Jacke + + Häkeln + +
Kreuzsticharbeiten: Tischdecke und sonstige Werkstücke + + Ziersticharbeiten - + Material-, Zeit- und Kostenberechnungen + +
Arbeitsorganisation:
Kenntnis des Arbeitsplatzes: Ausstattung und Tätigkeiten + + Einkauf von Textilien + + Arbeitsplan und Arbeitsdurchführung + +
Didaktische Grundsätze
Durch Vorbesprechung (Arbeitsunterweisung, Arbeitsplanung) ist gezieltes Arbeiten zu ermöglichen. Die durchgeführten Arbeiten sollen nachbesprochen und hiebei Ursachen des Erfolges bzw. des Mißerfolges ergründet werden. Auf sorgfältige Auswahl von Musterbeispielen, die Verwendung geeigneten Materials und auf gründliche Verarbeitung ist zu achten. Komplizierte Schnittformen und Arbeitstechniken sollen vermieden werden. Die grundlegenden Arbeitsgänge sind während des Unterrichts zu erklären. Routinearbeiten sollen in der Freizeit ausgeführt werden. Bei Leerzeiten während des Unterrichtes sind die Schüler mit sinnvollen Nebenarbeiten zu beschäftigen. Durch Restenverwertung ist der Sinn für Sparsamkeit zu fördern. Arbeitsunfällen ist durch Hinweise auf Gefahrenquellen vorzubeugen. Bei allen Arbeiten ist auf schonende Behandlung der Maschinen und der Einrichtung zu achten.
KOCHEN, BACKEN, VORRATSHALTUNG
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern sollen Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden, um gebräuchliche Gerichte für die Familie selbständig, sauber und wirtschaftlich herzustellen, sowie die für den bäuerlichen Haushalt erforderlichen Konservierungsarten sowie Vorratshaltung in zweckmäßiger Weise durchzuführen. Die Einhaltung richtiger Speisefolgen ist zu üben. Bei den Schülern soll die Freude am Kochen durch Vermittlung bewährter Rezepte geweckt werden. Auf die Verantwortung für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Familie soll hingewiesen werden. Die zweckmäßige Verwendung und Handhabung von Geräten und Maschinen für Küchenarbeiten und Vorratswirtschaft soll geübt werden. Die Schüler sollen zur Ordnung, Sauberkeit und Sparsamkeit in der Küchenführung angehalten werden.
Lehrstoff Schulstufe
Handhabung, Pflege und Reinigung von Arbeitsgeräten und Einrichtung in Küche und Nebenräumen,
Reinigung von Küche und Nebenräumen + +
Kochen:
Küchenausdrücke + - Arbeitsgeräte und Küchenmaschinen + - Bewertung der Tauglichkeit der zur Verarbeitung
gelangenden Nahrungsmittel und Zutaten + - Vorbereitungsarbeiten + -
Garmachungsarten:
Braten, Backen, Dünsten, Rösten, Grillen,
Sieden, Kochen, Schmoren, Sautieren + -
Vor- und Zubereitung von Kartoffeln, Salaten,
Gemüsen und Obst + + Herstellen von Suppen und Suppeneinlagen + + Herstellen von kalten und warmen Vorspeisen + + Herstellen von Süß- und Mehlspeisen + + Herstellen von Hauptspeisen auf der Basis der Grundrezepte der ländlichen und bürgerlichen Küche + + Erweiterung der Grundrezepte, feine Küche, Vollwertkost + + Schnellgerichte + + Kalte Küche + + Restenverwertung + + Verwendung von Fertig- und Halbfertiggerichten + + Backen von Brot und Feinbackwaren + + Zubereitung von Speisefolgen in Mengen der Haushaltsküche + + Zubereitung von Speisefolgen in Mengen der Betriebsküche + +
Sonderkostformen: Krankenkost, Schonkost - +
Verarbeitung von Fleisch:
Fleischteile vom Rind, Schwein, Schaf + + Aufarbeiten von Fleischteilen vom Rind,
Schwein und Schaf + + Verarbeitung von Geflügel und Wild - + Herstellen von Würsten und Sulzen + + Herstellen von Fleischspezialitäten - +
Vorratshaltung:
Lagern von frischen und konservierten Lebensmitteln + + Konservieren von Obst, Gemüse und Kräutern + + Lagern von Fleisch, Fleischwaren und Fleischgerichten + + Tiefgefrieren von Fertig- und Halbfertiggerichten + + Aufbewahren von Eiern, Milch und Milchprodukten + + Überwachung und Kontrolle der Vorräte und der Waren + +
Arbeitsorganisaton:
Ausgabe und Entnahme von Waren des Küchenbereiches + + Anleitung zum Einkauf von Nahrungsmitteln + +
Die wichtigsten Fertigkeiten in den verschiedenen Arbeitsbereichen der Küche + - Arbeits- und Arbeitszeitplanung und Arbeitsdurchführung + - Berechnung des Nährwertes von Speisefolgen + + Arbeitszeitvergleiche, Arbeitsmethodenvergleiche, Rentabilitätsfragen, Kostenzusammenstellungen, Gesamtkostenberechnungen - + Inventur in der Küche und Vorratshaltung + +
Didaktische Grundsätze
Der Unterricht hat mit einer Vorbesprechung (Kochbesprechung) zu beginnen, die die Zubereitung der Speisen, die Arbeitseinteilung und den Arbeitsablauf umfassen soll. Die theoretischen Kenntnisse sind im praktischen Unterricht anzuwenden und zu vertiefen. Die Kenntnisse in Ernährungslehre, Gesundheitslehre, Gartenbau und Rechnen sind zu verwerten. Von einfachen Grundrezepten ist zur anspruchsvolleren Küche vorzugehen. Auf die Selbstversorgung, d.h. die Verwertung der Produkte aus dem eigenen Betrieb, ist großer Wert zu legen. Der Unterricht ist durch Vorführen, Gruppenarbeit und selbständige Einzelarbeit zu gestalten. Nachbesprechungen sollen Schwierigkeiten aufdecken und behandeln, die sich bei der Kocharbeit ergeben haben. Die Schülerinnen sollen dadurch zu kritischem Beobachten der Arbeitsergebnisse sowie des Zeit- und Arbeitsaufwandes angeregt werden. Die Schüler sind zur rationellen Arbeitsweise anzuhalten. Bei der Arbeit sollen Geräte, Maschinen und Einrichtungen verwendet werden, die sich für den Familien- und Großhaushalt eignen. Der zweckentsprechende Einsatz der verschiedenen Hilfsmittel für die Küchenarbeit ist gründlich zu erklären und zu überwachen. Die Schüler sind zu Sparsamkeit, Ordnung, Sorgfalt, Genauigkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Selbständigkeit anzuhalten. Auf entsprechende Arbeitskleidung ist Wert zu legen. Besondere Gelegenheiten, die sich aus dem Schulbetrieb ergeben (z.B. Schulfeste, Besuch von Gästen) sind wahrzunehmen.
GARTENARBEIT UND BLUMENPFLEGE
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Schüler sollen auf den gesundheitlichen Wert eines Hausgartens hingewiesen werden. Es sollen ihnen jene Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden, die zur richtigen Planung und Ausführung der Arbeiten im bäuerlichen Hausgarten sowie für den Blumenschmuck im Garten, im und am Haus erforderlich sind. Rationelle Arbeitstechniken sind zu üben. Auf die sorgfältige Behandlung der Gartengeräte und Pflanzungen soll besonderer Wert gelegt werden. Die Schüler sollen zur Beobachtung der Naturvorgänge angeregt werden.
Lehrstoff Schulstufe
Garten- und Blumenpflege:
Kenntnis von Blumen, Stauden, Zimmerpflanzen, Überwinterungsarbeiten bei Balkonblumen, laufende Pflegearbeiten und Düngung von Balkonblumen und Pflanzen im Haus, Ein- und Umtopfen von Zimmer- und Balkonblumen, Kenntnis von Sämereien, Pflanzen und Erntegut der wichtigsten Gemüse, üblichen Würz- und Heilkräuter + + Kenntnis, Handhabung, Pflege und Aufbewahrung
gärtnerischer Geräte + + Herstellung von Kompost,
Saatbeetbereitung und Bodenbearbeitung + + Säen, Setzen, Pikieren von Saat- und Pflanzgut, Beobachtungsaufgaben im Garten + - Pflege der Kulturen + + Erntearbeiten + + Schneiden von Beerensträuchern, Ziersträuchern
und Rosengehölz, Überwinterungsmaßnahmen + +
Didaktische Grundsätze
Die Arbeiten im Schulgarten sollen nach dem Vegetationsablauf durchgeführt werden. Der jeweiligen Arbeitsausführung soll eine Besprechung vorausgehen. Die Arbeiten der Schüler sind laufend zu kontrollieren. Querverbindungen zu den entsprechenden theoretischen Unterrichtsgegenständen sind herzustellen. Es sind rationelle Arbeitsmethoden und Arbeitstechniken zu vermitteln. Auf den verantwortungsbewußten Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ist hinzuweisen. Die Schüler sollen auf Unfallgefahren aufmerksam gemacht werden. Auf das Tragen entsprechender Kleidung ist zu achten.
Die Schüler sind zu sorgfältigem und selbständigem Arbeiten sowie zur schonenden Behandlung der Kulturen anzuhalten.
WEBEN UND SPINNEN
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern sind Kenntnisse und Fertigkeiten des Webens mit Hand- und Tischwebstühlen nach einfachen Techniken zu vermitteln. Durch das Herstellen von gediegenen Stoffen oder Teppichen aus Naturprodukten soll der Sinn für das Natürliche, Schöne, Echte, Geschmackvolle und Standesgemäße gefördert werden. Die gewobenen Arbeiten sollen für den eigenen Bedarf, insbesondere zur Verwendung als Wohnschmuck, hergestellt werden. Querverbindungen mit Nähen und Handarbeiten, Werken und Wäschepflege sollen hergestellt werden. Das Spinnen mit Schafwolle, gegebenenfalls Hanf und Flachs, soll nach Wunsch gelehrt werden.
Lehrstoff Schulstufe
Aufbau des Webstuhles + - Webtechniken, Webmaterialien, Weben von einfachen
kleinen Decken, Läufern, Wandbehängen, Tischdecken, Couchdecken, Polstern + + Polster weben oder am Webrahmen knüpfen + + Weben von Wollteppichen aus Schafwolle aus dem eigenen Betrieb oder aus Handelswolle + + Fertigverarbeitung der gewobenen Gegenstände + + Spinnen von Schafwolle - +
Didaktische Grundsätze
Die Schüler sollen mit dem Aufbau und der Handhabung eines Webstuhles oder Spinnrades vertraut gemacht werden. Es sollen ihnen Kenntnisse der einfachen Webtechniken und der Eigenschaften der verwendeten Rohmaterialien vermittelt werden. Es sollen nur farbechte Naturgarne (z.B. Wolle, Leinen, Hanf) verwendet werden. Es ist auf genaues, sauberes und stilechtes Arbeiten Wert zu legen. Querverbindungen zum Näh- und Werkunterricht sind herzustellen. Bei den Schülern soll die Freude am selbsthergestellten Raumschmuck geweckt und gefördert werden. In Leerzeiten sind die Schüler mit sinnvollen Nebenarbeiten zu beschäftigen. Der Fortgang der Schülerarbeiten ist laufend zu kontrollieren. Auf Unfallgefahren ist hinzuweisen.
WERKEN
Bildungs- und Lehraufgabe
Bei den Schülern soll die Freude am Gestalten der Arbeit und schöpferischer Tätigkeit geweckt werden. Die Wertschätzung der selbstgestalteten Handarbeiten soll im Hinblick auf eine sinnvolle Freizeitgestaltungsmöglichkeit gefördert werden. Die Schüler sollen mit möglichst natürlichem Werkstoff arbeiten.
Lehrstoff Schulstufe
Herstellen einfacher Gebrauchs- und Ziergegenstände aus verschiedenen Materialien mit einfachen Herstellungstechniken + +
Didaktische Grundsätze
Bei den einzelnen Techniken sollen gründliche Arbeitsunterweisungen erfolgen. Jede Arbeit soll materialgerecht und zweckentsprechend sein. Auf die Fähigkeiten der Schüler soll Rücksicht genommen werden. Auf Schüler, die weniger praktisch begabt sind, soll besonders eingegangen werden. Auf die Möglichkeit sinnvoller Verwendung der angefertigten Gegenstände ist zu achten. Auf die Bedeutung des Werkens als Mittel sinnvoller Freizeitbeschäftigung soll hingewiesen werden. Auf Unfallverhütung ist insbesondere Wert zu legen.
MASCHINSCHREIBEN (FREIGEGENSTAND)
Bildungs- und Lehraufgabe
Die Schüler sollen zur Beherrschung der Zehn-Finger-Tastschreibmethode (Blindschreibmethode) gebracht werden. Sie sollen zu Gewissenhaftigkeit, Ordnung und Sauberkeit bei den schriftlichen Arbeiten sowie zu pfleglicher Behandlung der Schreibmaschine erzogen werden.
Lehrstoff Schulstufe
Schreibmaschinenkunde:
Typen, Hauptbestandteile und deren Handhabung, Behebung kleinerer Störungen, Reinigung und Pflege der Schreibmaschine + +
Arbeitsanweisungen:
Körper- und Handhaltung, Grundstellung, Anschlag, Vorbereitungsarbeiten, Ein- und Ausspannen des Papiers, Einstellen des Randes, Zeilenschaltung, Einstellen
des Tabulators + +
Schreiben:
Zehn-Finger-Tastschreibmethode (Blindschreibmethode), Gestaltung einfacher Schriftstücke samt Durchschlägen nach den geltenden Normen und Richtlinien,
Abschreibübungen, Erhöhung der Arbeitsgeschwindigkeit, Vertiefung der Sicherheit, Ausbessern von Fehlern + +
Didaktische Grundsätze
Auf konsequente Einhaltung des Blindschreibens und der richtigen Körper- und Handhaltung beim Schreiben ist von Beginn an zu achten. Vor Beginn des Schnellschreibens ist die Einhaltung der entsprechenden äußeren Form der Schriftstücke anzustreben.
INSTRUMENTALMUSIK (FREIGEGENSTAND)
Bildungs- und Lehraufgabe
Begabten und interessierten Schülern soll die Möglichkeit geboten werden, die Grundbegriffe eines Instrumentes zu lernen oder vorhandene Kenntnisse zu vertiefen. Die Freude am gemeinsamen Musizieren soll im Hinblick auf sinnvolle Freizeitgestaltung, Verschönerung von Festen während der Schulzeit und im späteren Leben geweckt und gefördert werden.
Lehrstoff Schulstufe
Einführung in die für das jeweilige Instrument
erforderliche Notenschrift + + Erlernen der Grundbegriffe eines Instrumentes
bzw. Erweiterung bereits vorhandener Kenntnisse + - Einbeziehung des Singens + + Gemeinsames Musizieren + +
Didaktische Grundsätze
Der Unterricht ist in Gruppen durchzuführen und hat auf vorhandenen Kenntnissen der Schüler aufzubauen. Dem gemeinsamen Musizieren und Singen soll besonderes Augenmerk geschenkt werden.
MUSISICHE BILDUNG (Unverbindliche Übung)
Bildungs- und Lehraufgabe
Den Schülern sind ihre besonderen Neigungen und Fähigkeiten auf künstlerischem Gebiet bewußtzumachen; die Entwicklung dieser Fähigkeiten ist möglichst zu fördern.
Lehrstoff Schulstufe
Musizieren in Hausmusikgruppen + + Volkstänze, rhythmische Tänze + + Erarbeitung einer Darstellung (z.B. Theateraufführung, Musikstück, Bild, Plastik aus verschiedenen
Materialien usw.) + +
Didaktische Grundsätze
Es ist besonders das eigene kreative Gestalten entsprechend den persönlichen Neigungen und Fähigkeiten der Schüler zu wecken und zu fördern. Einzubinden sind hiebei die gemüthaften Werte, die Pflege des Brauchtums sowie die gemeinschaftsfördernde Wirkung gemeinsamer Produktionen.
SERVIERPRAKTIKUM
Das Servierpraktikum soll die im praktischen Unterricht erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten ergänzen und vervollkommnen. Dieses Praktikum im Gesamtausmaß von sechs Wochen ist während der ersten und zweiten Schulstufe der Fachschule im Service eines Gastgewerbebetriebes zu absolvieren und ermöglicht die Anrechnung der abgeschlossenen zweijährigen Fachschule auf einen Teil der Lehrzeit im Lehrberuf Kellner. Über die absolvierte Servierpraxis ist von den Schülern ein Bericht zu verfassen. Von den Praxisbetrieben ist eine Bestätigung über die absolvierte Praxis auszustellen.
Programmgesteuerter Zugriff
API- und MCP-Zugriff mit Filtern nach Quellentyp, Region, Gericht, Rechtsgebiet, Artikel, Zitat, Sprache und Datum.