Expreß-Leichtbalken-Hohlziegeldecke, Zulassung.
LGBL_VO_19610627_17Expreß-Leichtbalken-Hohlziegeldecke, Zulassung.Gazette01.01.1900Originalquelle öffnen →
Datum der Kundmachung
27.06.1961
Fundstelle
LGBl. Nr. 17/1961 7. Stück
Bundesland
Vorarlberg
Kurztitel
Text
Die nachstehend beschriebene Expreß-Leichtbalken-Hohlziegeldecke, Bausystem Dipl.- Ing. Ferdinand Klinger, Salzburg, wird gemäß § 46 Landesbauordnung bei Einhaltung folgender Bedingungen bis 31. Dezember 1965 zugelassen.
B e s c h r e i b u n g
Die Expreß-Leichtbalken-Hohlziegeldecke, nachstehend kurz Expreß-Decke genannt, ist eine Stahlsteindecke im Sinne der DIN 1046.
Die besteht aus stahlbewehrten Ziegelbalken, die aus gebrannten Balkensteinen vorgefertigt werden. Die Balkensteine (1:b:h = 25:14:8,5 cm) besitzen verschiedene tiefe Nuten zur Aufnahme der Trag- und Montagebewehrung aus Torstahl 40. Nach gründlichem Nässen der Balkensteine werden die stahleinlagen in die teilweise mit Zementmörtel gefüllten Nuten eingerieben, die hierauf mindestens bis zu 2/3 ihrer Höhe gefüllt werden. Die Oberfläche des Nutenmörtels wird aufgerauht, um mit dem Ortbeton einen besseren Verbund zu erzielen. Nach dem Erhärten des Nutenmörtels sind die Balken verlegereif; sie werden in der Regel mit 40 cm Achsenabstand verlegt und in Abständen von max. 2,25 m unterstellt.
In den Zwischenräumen werden die Füllziegel (1:b:h = 25:26:15) eingelegt, wobei die Fugen um eine halbe Steinlänge gegenüber den Balkenstein-Fugen versetzt werden. Gleichzeitig werden sie wechselweise um 180° verdreht, so daß durch die unsymmetrische Form der Füllziegel eine vorteilhafte Verzahnung des Ortbetons eintritt.
Nach neuerlichem gründlichem Nässen aller Haftflächen und nach dem Einlegen der statisch erforderlichen Zusatzbewehrung wird in die verbleibenden Fugen und Zwickel der Ortbeton eingebracht, verdichtet und abgeglichen. Erforderlichenfalls kann im gleichen Arbeitsgang der Aufbeton aufgebracht werden.
Die Expreß-Decke kann auch zur Gänze an Ort und Stelle auf Schalung hergestellt werden, da alle Fugen und Bewehrungsnuten während des Einbauens gut kontrollierbar von oben armiert werden können, doch kommt dieser Ausführung aus wirtschaftlichen Gründen geringere Bedeutung zu.
Außerdem können zur Erzielung höherer Gebrauchslasten auch Balkenpaare mit dazwischenliegende Füllziegeln verlegt werden.
Erzeugt werden:
Profilhälfte des Preßstrang-Querschnittes 140x170 mm mit drei inneren Luftkanälen K 1, K 2, K 3 ausgestattet. Balkenziegel-Querschnitt 140x85 mm.
Balkenziegel-Länge 250 mm.
Balkenziegel-Stückgewicht 2.20 kg.
Zwei offene Armierungskanäle 18-30 mm breit, 75 mm tief. Ein zentraler Gabelsteg mit offener, 18 mm breiter und 30 mm tiefer Transporteisenrinne. Entfernung der Balkenarmierung Achsabstand 44 mm.
Erforderlicher Füllbeton pro Balken-Laufmeter (voll) 3.60 Liter MV 1:3 B 225. Wand- und Stegstärken 10, 12 und 14 mm.
Untere Auflagenleisten 20 mm (10mm) stark, 21 mm vorstehend. Nutzbare Auflagerbreite = 22 mm.
Rohdeckenstärke d = 12.5 cm, Nutzhöhe h = 10 cm, Balkenabstand einheitlich 40 cm.
Abstand der Balken-Armierungskanäle 44 mm
Achsabstand Balkenkanäle-Zwischenfugen 48 mm
Achsabstand der Zwischenfugen 260 mm
Basisbreite des Leichtbalkens 140 mm
Höhe des Leichtbalkens 85 mm
Basisbreite des Einhängeziegels 255 mm
Höhe des Einhängeziegels 125 mm
Wand- und stegstärken 10-14 mm
Druckgurt-Massivstärke der Füllziegel 30 mm (Minimum)
Im Füllziegel sind bei allen Deckhöhen sechs viereckige Luftkanäle angeordnet. Die an der Basis 19.5 mm vorstehenden Nasenleisten besitzen eine nutzbare Auflagerbreite von 20 mm.
Bauelemente pro Deckenbreite bzw. Flächenmeter:
2 ½ Leichtbalken à 1.00 m lang = 2.50 Laufmeter Balken, 10 Einhängeziegel 255x250x125 mm.
Armierungsmöglichkeiten: (pro Breitenmeter Decke)
5 offene Kanäle in den Deckenbalken je 30 mm breit
5 offene Fugen zwischen verlegten Balken und Einhängeziegel je 35 mm breit Zusammen 10 Zugbewehrungs-Stäbe in den Kanälen der Deckenbalken und den Zwischenfugen.
Gewichtsangaben:
Balkengewicht 17.00 kg per Laufmeter Deckeneigengewicht 150 kg/m2 (ohne Aufbeton).
Materialbedarf:
Wohnhausdecke frei aufliegend 4.00 m lichte Weite per Flächenmeter
10 Stück Balkenziegel 140x85x250 mm
10 Stück Einhängeziegel 255x250x150 mm
9 Liter Feinbeton für die Balkenherstellung MV 1:3 (B255) 30 Liter Füllbeton für die Zwischenfugen und Balkendruckzone MV 1:4 (B 160)
3.40 kg Torstahl 40 für die Balkenzugarmierung (2 Ø 10 mm) 0.60 kg Torstahl 40 für die Transportarmierung (1 Ø 6 mm).
Sichtbare Basisbreite 255 mm (ohne vorstehender Nasenleisten). Ganze Basisbreite 294 mm (einschl. vorstehender Nasenleisten). Nasenleisten 19.5 mm vorstehend 18-20 mm (8) stark. Nutzbare Auflagebreite 20 mm.
Ganze Ziegelhöhe 150 mm, Ziegellänge 250 mm.
Wand- und Stegstärken 10 -12 mm.
Druckgurt-Massivstärke des Füllziegels 30 mm (Minimum).
Sechs viereckige Luftkanäle (K1 – K6).
Eigengewicht der aufbetonlosen 15 cm starken Rohdecke 180 kg/m2. Deckendichte d = 15 cm, Nutzhöhe h = 12.5 cm, Achsabstand der armierungsfähigen Zwischenfugen 260 mm.
Sichtbare Basisbreite 255 mm (ohne vorstehender Nasenleisten). Ganze Basisbreite 294 mm (einschließlich vorstehender Nasenleisten). Nasenleisten 19.5 mm vorstehend, 18-20 mm (8) stark. Nutzbare Auflagebreite 20 mm.
Ganze Ziegelhöhe 180 mm, Ziegellänge 250 mm.
Deckendichte d = 18 cm (aufbetonlos), Nutzhöhe h = 15.5 cm.
Wand- und Stegstärken 10-12 mm
Massivdecke des Füllziegels-Druckgurtes 30 mm (verlegt). Sechs viereckige Laufkanäle (K1-K6).
Achsabstand der armierungsfähigen Zwischenfugen 260 mm. Eigengewicht der aufbetonlosen 18 cm starken Rohdecke 220 kg/m2.
Alle diese Erzeugungsarten haben das österreichische Patent Nr. 206 623 erhalten.
B e d i n u n g e n:
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