Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 19. April 2006 über die Erklärung des Gebietes „Totes Gebirge mit Altausseer See" (AT2243000) zum Europaschutzgebiet Nr. 35
LGBL_ST_20060522_67Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 19. April 2006 über die Erklärung des Gebietes „Totes Gebirge mit Altausseer See" (AT2243000) zum Europaschutzgebiet Nr. 35Gazette01.01.1900Originalquelle öffnen →
Datum der Kundmachung
22.05.2006
Fundstelle
LGBl. Nr. 67/2006 Stück 13
Bundesland
Steiermark
Kurztitel
Text
Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 19. April 2006 über die Erklärung des Gebietes „Totes Gebirge mit Altausseer See" (AT2243000) zum Europaschutzgebiet Nr. 35
Auf Grund des § 13a Abs. 1 des Steiermärkischen Naturschutzgesetzes 1976, LGBl. Nr. 65, zuletzt in der Fassung LGBl. Nr. 84/2005, wird verordnet:
§ 1
Gegenstand
Das Gebiet „Totes Gebirge mit Altausseer See" in den Gemeinden Altaussee, Bad Aussee, Grundlsee, Liezen, Pürgg-Trautenfels, Tauplitz, Wörschach und Weißenbach bei Liezen wird zum Europaschutzgebiet erklärt. Dieses Gebiet wird als Europaschutzgebiet Nr. 35 „Totes Gebirge mit Altausseer See" bezeichnet.
§ 2
Schutzzweck
Der Schutzzweck des Gebietes liegt in der Erhaltung eines günstigen Erhaltungszustandes von Schutzgütern nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sowie nach der Vogelschutz-Richtlinie (Anlage A) und im Falle der Beeinträchtigung des günstigen Erhaltungszustandes auch deren Wiederherstellung.
§ 3
Abgrenzung des Schutzgebietes
(1) Die Abgrenzung des Schutzgebietes erfolgt durch planliche Darstellung in Form eines Übersichtsplanes im Maßstab von 1 : 120.000 (Anlage B) und eines Detailplanes im Maßstab 1 : 2000.
(2) Der Übersichtsplan (Anlage B) und der Detailplan werden durch Auflage zur öffentlichen Einsichtnahme beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung bei der für Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Stelle kundgemacht. Einsicht kann während der Amtsstunden genommen werden:
(3) Auf den im Detailplan besonders gekennzeichneten Flächen gelten die Verbote des § 4.
§ 4
Verbote
(1) Auf den im Detailplan besonders gekennzeichneten Flächen sind verboten:
(2) Nutzungen der Einforstungsberechtigten sind im Rahmen ihrer urkundlichen Rechte durch die Verbote nach Abs. 1 Z. 1, 2, 3, 4 und 6 nicht berührt.
(3) Die Landesregierung kann von den in Abs. 1 festgelegten Verboten Ausnahmen bewilligen, wenn das gemäß § 13b NschG durchgeführte Verfahren ergibt, dass die beantragte Maßnahme dem Schutzzweck nicht widerspricht.
§ 5
Gemeinschaftsrecht
Durch diese Verordnung werden folgenden Richtlinien der Europäischen
Gemeinschaft umgesetzt:
§ 6
Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 23. Mai 2006, in Kraft.
Für die Steiermärkische Landesregierung:
Landeshauptmann Voves
Anlage A
Schutzgüter sind folgende natürliche Lebensräume, Pflanzen-, Tier- und Vogelarten
gemäß § 13 Abs. 3 Z. 5 lit. a und b des Steiermärkischen
Naturschutzgesetzes 1976:
Lebensräume nach der FFH-Richtlinie Anhang I
Code Nr. Lebensraumtyp
3140
Oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer mit benthischer Vegetation aus Armleuchteralgen
4060
Alpine und boreale Heiden
6170
Alpine und subalpine Kalkrasen
6430
Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe
8120
Kalk- und Kalkschieferschutthalden der montanen bis alpinen Stufe (Thlaspietea rotundifolii)
8210
Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation
8240
Kalk-Felspflaster (Nackter kalkreicher Fels)
8310
Nicht touristisch erschlossene Höhlen
9140
Mitteleuropäischer subalpiner Buchenwald mit Ahorn und Bergampfer
9150
Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion)
9410
Montane bis alpine bodensaure Fichtenwälder (Vaccinio-Piceetea)
9420
Alpiner Lärchen- und/oder Arven(Zirben)wald
Säugetiere nach der FFH-Richtlinie Anhang II
Code Nr. Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
1303
Kleine Hufeisennase
Rhinolophus hipposideros
1354
Braunbär
Ursus arctos
Pflanze nach der FFH-Richtlinie Anhang II
Code Nr. Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
1902
Frauenschuh
Cypripedium calceolus
Vögel nach der VS-Richtlinie Anhang I
Code Nr. Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
A091
Steinadler
Aquila chrysaetos
A103
Wanderfalke
Falco peregrinus
A104
Haselhuhn
Bonasa bonasia
A108
Auerhuhn
Tetrao urogallus
A236
Schwarzspecht
Dryocopus martius
A241
Dreizehenspecht
Picoides tridactylus
A408
Alpenschneehuhn
Lagopus mutus helveticus
A409
Birkhuhn
Tetrao tetrix tetrix
A412
Steinhuhn
Alectoris graeca saxatilis
Schutzgüter sind folgende prioritäre Lebensräume gemäß § 13 Abs. 3 Z. 7
des Steiermärkischen Naturschutzgesetzes 1976:
Lebensräume nach der FFH-Richtlinie Anhang I
Code Nr. Lebensraumtyp
4070
Buschvegetation mit Pinus mugo und Rhododendrum hirsutum
6110
Lückige basiphile oder Kalk-Pionierrasen (Alysso-Sedion albi)
6230
Artenreiche Borstgrasrasen montan (und submontan auf dem europäischen Festland)
auf Silikatböden (Bürstlingsrasen)
7220
Kalktuff-Quellen (Cratoneurion)
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