Europaschutzgebiet „Hörfeld Moor“
LGBL_KA_20100611_37Europaschutzgebiet „Hörfeld Moor“Gazette01.01.1900Originalquelle öffnen →
Datum der Kundmachung
11.06.2010
Fundstelle
LGBl. Nr. 37/2010 15. Stück
Bundesland
Kärnten
Kurztitel
Text
Aufgrund des § 24a des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002, LGBl Nr. 79/2002, idF LGBl Nr. 10/2009 sowie des § 2a Abs. 1 und 2 des Kärntner Kundmachungsgesetzes (K-KMG), LGBl Nr. 25/1986, zuletzt geändert durch das Landesverfassungsgesetz LGBl Nr. 57/2002, wird verordnet:
§ 1
Schutzgebiet
(1) Das bestehende Naturschutzgebiet „Hörfeld“, das mit Verordnung der Landesregierung vom 10. Juli 1984, kundgemacht im Landesgesetzblatt Nr. 37/1984 idF LGBl Nr. 1/2003, als solches verordnet wurde, wird zum Europaschutzgebiet „Hörfeld Moor“ erklärt.
(2) Das Europaschutzgebiet „Hörfeld Moor“ umfasst Gebietsteile der Marktgemeinde Hüttenberg (politischer Bezirk St. Veit a. d. Glan) und ist innerhalb der im Abs. 3 umschriebenen Grenzen in den Katastralgemeinden Unterwald und St. Martin am Silberberg gelegen.
(3) Die Grenzen des Europaschutzgebietes sind in der planlichen Darstellung (Maßstab 1:10.000 – DIN A3) vom Juli 2009 (Datum Bearbeitungsstand) festgelegt. Diese planliche Darstellung ist wesentlicher Inhalt dieser Verordnung und liegt bei der für rechtliche Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Abteilung des Amtes der Kärntner Landesregierung und bei der Bezirkshauptmannschaft St. Veit a. d. Glan sowie bei der Marktgemeinde Hüttenberg während der für den Parteienverkehr bestimmten Amtsstunden (§ 13 Abs. 5 AVG) zur allgemeinen Einsicht auf.
§ 2
Erhaltungsziele
Diese Verordnung dient der Bewahrung, Entwicklung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der im Europaschutzgebiet Hörfeld Moor vorkommenden Schutzgüter gemäß Anhang I der Vogelschutz-Richtlinie (79/409/EWG) und den Anhängen I, II und IV der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) bzw der in der Anlage aufgelisteten Schutzgüter.
§ 3
Schutzbestimmungen
Im Europaschutzgebiet sind folgende Eingriffe untersagt:
?1.Die Errichtung von Bauwerken aller Art, auch solcher, die keiner Baubewilligung bedürfen und das Abändern von bestehenden Gebäuden, wenn dies nach außen in Erscheinung tritt.
?2.Das Abbauen von Bodenbestandteilen, die Vornahme von Sprengungen, Grabungen, Anschüttungen oder die Veränderung der Bodengestaltung auf andere Weise.
?3.Die Änderung der Wasserläufe und Wasserflächen, die Ableitung von Wasser oder die sonstige Beeinträchtigung des natürlichen Wasserhaushaltes.
?4.Heimische, wild wachsende Moose, Flechten und Pflanzen (Gräser, Kräuter, Stauden, Sträucher und Bäume) zu beschädigen oder von ihrem Standort zu entfernen.
?5.Frei lebende, im Gebiet in natürlicher Weise vorkommende und nicht als Wild geltende und nicht dem Fischereirecht unterliegende Tiere mutwillig zu beunruhigen, zu verfolgen, zu verletzen, zu fangen, zu sammeln, zu töten oder sich anzueignen. Dieser Schutz bezieht sich auf alle ihre Entwicklungsformen und Bestandteile (Federn, Bälge usw.), Brutstätten, Nester und Einstandsplätze.
?6.Das Anbringen von Tafeln, Inschriften oder dgl., soweit es sich nicht um amtliche oder im amtlichen Auftrag anzubringende handelt, sowie Tafeln, die von den alpinen Vereinen zum Zwecke der Wegmarkierung angebracht werden.
?7.Das Lagern und Zelten sowie das Abstellen von Wohnwägen.
?8.Die Erregung störenden Lärms einschließlich der Lärmerregung durch Kofferradios, CD-Players und dgl.
?9.Das Verlassen der öffentlichen Fahrwege und sonstigen Wege mit Kraftfahrzeugen aller Art.
§ 4
Ausnahmen von den Schutzbestimmungen
Von den Schutzbestimmungen nach § 3 sind ausgenommen:
§ 5
Ausnahmebewilligungen
(1) Die Bezirksverwaltungsbehörde kann auf Ansuchen im Einzelfall Ausnahmen für die im Abs. 2 angeführten Maßnahmen von den Verboten des § 3 bewilligen, soweit diese Maßnahmen den Erhaltungszielen nach § 2 nicht widersprechen und keine erhebliche Beeinträchtigung des Europaschutzgebietes zu erwarten ist.
(2) Als Maßnahmen, die einer Bewilligung im Sinne des Abs. 1 zugänglich sind, werden insbesondere festgelegt:
§ 6
Kennzeichnung des Schutzgebietes
Die Kennzeichnung des Schutzgebietes hat durch Tafeln, die die Aufschrift „Europaschutzgebiet Hörfeld Moor“ und das Kärntner Landeswappen tragen, zu erfolgen. Weitere, dem Schutzzweck entsprechende Hinweise sind zulässig.
§ 7
Strafen
Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Verordnung werden als Verwaltungsübertretung nach § 67 des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002 bestraft.
Der Landeshauptmann:
Gerhard Dörfler
Anlage:
Schutzgüter sind folgende natürliche Lebensräume und Tierarten.
Vogelarten nach Anhang I Vogelschutz-Richtlinie
Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name
A021 RohrdommelBotaurus stellaris
A023NachtreiherNycticorax nycticorax
A026SeidenreiherEgretta garzetta
A029PurpurreiherArdea purpurea
A030SchwarzstorchCiconia nigra
A031WeißstorchCiconia ciconia
A072WespenbussardPernis apivorus
A073SchwarzmilanMilvus migrans
A074RotmilanMilvus milvus
A081RohrweiheCircus aeruginosus
A082KornweiheCircus cyaneus
A094FischadlerPandion haliaetus
A103WanderfalkeFalco peregrinus
A119TüpfelsumpfhuhnPorzana porzana
A120Kleines SumpfhuhnPorzana parva
A122WachtelkönigCrex crex
A127KranichGrus grus
A151KampfläuferPhilomachus pugnax
A166BruchwasserläuferTringa glareola
A197TrauerseeschwalbeChlidonias niger
A215UhuBubo bubo
A217SperlingskauzGlaucidium passerinum
A223RauhfußkauzAegolius funereus
A224ZiegenmelkerCaprimulgus europaeus
A229EisvogelAlcedo atthis
A234GrauspechtPicus canus
A236SchwarzspechtDryocopus martius
A272BlaukehlchenLuscinia svecica
A321HalsbandschnäpperFicedula albicollis
A338NeuntöterLanius collurio
Säugetiere nach der FFH-RL Anhang II und IV
Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name
1324Großes MausohrMyotis myotis
1354Braunbär*Ursus arctos
Amphibien nach der FFH-RL Anhang II und IV
Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name
1193GelbbauchunkeBombina variegata
Fische nach der FFH-RL Anhang II
Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name
1163KoppeCottus gobio
Wirbellose nach der FFH-RL Anhang II
Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name
1013Vierzähnige WindelschneckeVertigo geyeri
Moose nach der FFH-RL Anhang II
Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name
1393Firnisglänzendes SichelmoosDrepanocladus vernicosus
Lebensräume nach der FFH-RL Anhang I
Code Nr.Lebensraumtyp
6410Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und
tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae)
6430Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe
6510Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)
7110*Lebende Hochmoore
7140Übergangs- und Schwingrasenmoore
7230Kalkreiche Niedermoore
91D0*Moorwälder
91E0*Auwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior
(Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)
9410Montane bis alpine bodensaure Fichtenwälder (Vaccinio-Piceetea)
Regelmäßig vorkommende Zugvögel, die nicht im Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG angeführt sind
Code Nr.Deutscher NameWissenschaftlicher Name
A168FlussuferläuferActitis hypoleucos
A054SpießenteAnas acuta
A056LöffelenteAnas clypeata
A055KnäkenteAnas querquedula
A051SchnatterenteAnas strepera
A257WiesenpieperAnthus pratensis
A259WasserpieperAnthus spinoletta
A059TafelenteAythya ferina
A061ReiherenteAythya fuligula
A088RaufußbussardButeo lagopus
A145ZwergstrandläuferCalidris minuta
A149AlpenstrandläuferCalidris alpina
A366BluthänflingCarduelis cannabina
A136FlussregenpfeiferCharadrius dubius
A322TrauerschnäpperFicedula hypoleuca
A360BergfinkFringilla montifringilla
A233WendehalsJynx torquilla
A152ZwergschnepfeLymnocryptes minimus
A070GänsesägerMergus merganser
A277SteinschmätzerOenanthe oenanthe
A249UferschwalbeRiparia riparia
A276SchwarzkehlchenSaxicola torquata
A172Spatel-RaubmöweStercorarius pomarinus
A164GrünschenkelTringa nebularia
A165WaldwasserläuferTringa ochropus
A052KrickenteAnas crecca
A118WasseralleRallus aquaticus
A142KiebitzVanellus vanellus
A275BraunkehlchenSaxicola rubetra
A153BekassineGallinago gallinago
A371KarmingimpelCarpodacus erythrinus
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