Europaschutzgebiet „Guntschacher Au“
LGBL_KA_20090930_58Europaschutzgebiet „Guntschacher Au“Gazette01.01.1900Originalquelle öffnen →
Datum der Kundmachung
30.09.2009
Fundstelle
LGBl. Nr. 58/2009 26. Stück
Bundesland
Kärnten
Kurztitel
Text
Aufgrund des § 24a des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002, LGBl. Nr. 79/2002, idF LGBl. Nr. 10/2009, sowie des § 2a Abs. 1 und 2 des Kärntner Kundmachungsgesetzes, LGBl. Nr. 25/1986, zuletzt geändert durch das Landesverfassungsgesetz LGBl. Nr. 57/2002, wird verordnet:
§ 1
Schutzgebiet
(1) Das Naturschutzgebiet Guntschacher Au in der Gemeinde Maria Rain am orografisch linken Drauufer wird zum Europaschutzgebiet „Guntschacher Au“ erklärt.
(2) Das Europaschutzgebiet „Guntschacher Au“ umfasst Gebietsteile der Gemeinde Maria Rain (politischer Bezirk Klagenfurt Land) und ist innerhalb der im Abs. 3 umschriebenen Grenzen in der Katastralgemeinde Göltschach gelegen.
(3) Die Grenzen des Europaschutzgebietes sind in der planlichen Darstellung – Anlage B (Maßstab 1:7000 – DIN A3) vom April 2008 (Datum Bearbeitungsstand) festgelegt. Diese planliche Darstellung ist wesentlicher Inhalt dieser Verordnung und liegt bei der für rechtliche Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Abteilung des Amtes der Kärntner Landesregierung und bei der Bezirkshauptmannschaft Klagenfurt sowie bei der Gemeinde Maria Rain während der für den Parteienverkehr bestimmten Amtsstunden (§ 13 Abs. 5 AVG) zur allgemeinen Einsicht auf.
§ 2
Erhaltungsziele
Diese Verordnung dient der Bewahrung, Entwicklung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der im Europaschutzgebiet Guntschacher Au vorkommenden Schutzgüter gemäß Anhang I der Vogelschutz-Richtlinie (79/409/EWG) und den Anhängen I, II und IV der FFH-Richtlinie (92/43/EWG) bzw der in der Anlage A aufgelisteten Schutzgüter.
§ 3
Schutzbestimmungen
(1) Im gesamten Europaschutzgebiet sind folgende Eingriffe untersagt:
(2) Innerhalb der in der planlichen Darstellung (Anlage B) ausgewiesenen Naturruhezone mit Betretungsverbot ist jeder menschliche Eingriff, insbesondere das Betreten und Befahren, in der Zeit vom 1. Jänner bis 31. Juli eines jeden Jahres verboten.
§ 4
Ausnahmen von den Schutzbestimmungen
(1) Von den Schutzbestimmungen nach § 3 Abs. 1 sind ausgenommen:
(2) Von den Schutzbestimmungen nach § 3 Abs. 2 sind die Maßnahmen nach Abs. 1 Z 2 bis 8 ausgenommen.
§ 5
Ausnahmebewilligungen
(1) Die Bezirksverwaltungsbehörde kann auf Ansuchen im Einzelfall Ausnahmen von den Verboten des § 3 bewilligen, soweit diese Maßnahmen den Erhaltungszielen nach § 2 nicht widersprechen und keine erhebliche Beeinträchtigung des Europaschutzgebietes zu erwarten ist.
(2) Als Maßnahmen, die einer Bewilligung im Sinne des Abs. 1 zugänglich sind, werden insbesondere festgelegt:
§ 6
Kennzeichnung des Schutzgebietes
Die Kennzeichnung des Schutzgebietes hat durch Tafeln, die die Aufschrift „Europaschutzgebiet Guntschacher Au“ und das Kärntner Landeswappen tragen, zu erfolgen. Weitere, dem Schutzzweck entsprechende Hinweise sind zulässig.
§ 7
Strafen
Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Verordnung werden als Verwaltungsübertretung nach § 67 des Kärntner Naturschutzgesetzes 2002 bestraft.
Für die Kärntner Landesregierung:
Der Landeshauptmann:
D ö r f l e r
Anlage A:
Schutzgüter sind folgende natürliche Lebensräume und Tierarten.
Säugetiere nach der FFH-Richtlinie Anhang II:
Code Nr. Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
1303
Kleine Hufeisennase
Rhinolophus hipposideros
1337
Eurasischer Biber
Castor fiber
Amphibien nach der FFH-Richtlinie Anhang II:
Code Nr. Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
1167
Alpenkammmolch
Triturus carnifex
1193
Gelbbauchunke
Bombina variegata
Weichtier nach der FFH-Richtlinie Anhang II
Code Nr. Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
1040
Bauchige Windelschnecke
Vertigo moulinsiana
Amphibien nach der FFH-Richtlinie Anhang II:
Code Nr. Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
1105
Huchen
Hucho hucho
1114
Frauennerfling
Rutilus pigus virgo
1134
Bitterling
Rhodeus sericeus amarus
Schmetterling nach der FFH-Richtlinie Anhang II:
Code Nr. Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
*1078
Russischer Bär
Callimorpha quadripunctaria
Lebensräume nach der FFH-Richtlinie Anhang I:
Code Nr. Lebensraumtyp
3150
Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions
6430
Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis
alpinen Stufe
*91E0
Auwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior
Arten der FFH-Richtlinie Anhang IV:
Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
Würfelnatter
Natrix tessellata
Schlingnatter
Coronella austriaca
Laubfrosch
Hyla aborea
Springfrosch
Rana dalmatina
Vogelarten nach der Vogelschutzrichtlinie Anhang I:
Code Nr. Deutscher Name
Wissenschaftlicher Name
A022
Zwergdommel
Ixobrychus minutus
A073
Schwarzmilan
Milvus migrans
A119
Tüpfelsumpfhuhn
Porzana porzana
A215
Uhu
Bubo Bubo
A229
Eisvogel
Alcedo atthis
A234
Grauspecht
Picus canus
A236
Schwarzspecht
Dryocopus martius
A338
Neuntöter
Lanius collurio
A029
Purpurreiher
Ardea purpurea
A060
Moorente
Aythya nyroca
A021
Rohrdommel
Botaurus stellaris
A197
Trauerseeschwalbe
Chlidonias niger
A081
Rohrweihe
Circus aeruginosus
A027
Silberreiher
Egretta alba
A026
Seidenreiher
Egretta garzetta
A103
Wanderfalke
Falco peregrinus
A023
Nachtreiher
Nycticorax nycticorax
A094
Fischadler
Pandion haliaetus
A166
Bruchwasserläufer
Tringa glareola
(* prioritärer Lebensraumtyp oder prioritäre Art nach Anhang I bzw. II FFH-Richtlinie)
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